Abtei lung II I
C-5862/2007/
{T 0/2}
U r t e i l v o m 1 . A p r i l 2 0 1 0
Richter Beat Weber (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino,
Richter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiber Daniel Stufetti.
G._______Pensionskasse,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz,
P._______,
Beschwerdegegnerin.
Invalidenrente; Verfügung der IVSTA vom 30. Juli 2007.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-5862/2007
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) mit Verfügung
vom 30. Juli 2007 P._______ eine ordentliche ganze Invalidenrente
sowie eine ordentliche ganze Kinderrente zur Rente der Mutter mit
Wirkung ab dem 1. Mai 2005 zusprach (act. IV 60),
dass G._______ (nachfolgend Beschwerdeführerin) diese Verfügung
mit Beschwerde vom 7. September 2007 beim Bundesverwaltungs-
gericht (Eingang 10. September 2007) anfocht und beantragte, die
Verfügung sei aufzuheben, es sei eine psychiatrische Begutachtung
durchzuführen und der Invaliditätsgrad neu festzulegen (act. 3), dies
im Wesentlichen mit der Begründung, die festgestellte volle Arbeitsun-
fähigkeit liesse sich aufgrund der vorliegenden (ungenügenden)
medizinischen Unterlagen nicht begründen,
dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 25. Oktober 2007 (act. 8)
unter Bezug auf den Bericht des ärztlichen Dienstes der IV-Stelle vom
22. Oktober 2007 (act. IV 62) beantragte, die Beschwerde sei
gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache
im Sinne der erwähnten Stellungnahme an die Verwaltung
zurückzuweisen,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung
mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden gegen Verfügungen der IVSTA zuständig ist, und vor-
liegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt,
dass die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 49 Abs. 4 und Art. 59
des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegiti-
miert ist (vgl. auch Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts [heute Bun-
desgericht] B 27/05 vom 26. Juli 2006 E. 3 sowie BGE 129 V 73 E. 4),
dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 60
ATSG, Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das
Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]), weshalb auf sie einzu-
treten ist,
Seite 2
C-5862/2007
dass Dr. A._______vom medizinischen Dienst der IV-Stelle in seiner
Stellungnahme vom 22. Oktober 2007 (act. IV 62) die Durchführung
eines psychiatrischen Gutachtens in der Schweiz befürwortet,
dass sich die IVSTA in ihrer Vernehmlassung vom 25. Oktober 2007
der erneuten Beurteilung des ärztlichen Dienstes vom 22. Oktober
2007 anschloss und damit sinngemäss feststellte, dass die Verfügung
vom 30. Juli 2007 auf einem mangelhaft eruierten medizinischen
Sachverhalt beruhte und sich die Durchführung entsprechender
medizinischer Abklärungen in der Schweiz als notwendig erweist,
dass P._______ (Beschwerdegegnerin) in ihrer Replik vom 20.
November 2007 (act. 13) die Abweisung der Beschwerde und Be-
stätigung der angefochtenen Verfügung beantragte mit der Be-
gründung, sie sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage,
sich in die Schweiz für die Durchführung einer medizinischen Ab-
klärung zu begeben,
dass aus den Akten, auf welche sich die Vorinstanz in ihrer Ab-
klärungsanfrage an den ärztlichen Dienst vom 12. Oktober 2007 (act.
IV 61) bezieht – nämlich die Arztberichte der Dres. S._______ vom 1.
September 2007 (act. 3/6), R._______ vom 27. März 2007 (act. 44),
D._______ vom 3. Mai 2007 (act. IV 48) sowie des B._______ vom 11.
Mai 2007 (act. IV 49) –, hervorgeht, die vorhandenen psychosozialen
Faktoren der Beschwerdegegnerin seien noch eingehend abzuklären,
eine psychotherapeutische Behandlung sei zusätzlich dringend
geboten und eine neuroleptische Therapie empfehlenswert,
dass das Ergebnis dieser Abklärungen wesentlich für die Beurteilung
ist, ob der von der Vorinstanz in ihrer angefochtenen Verfügung fest-
gelegte Invaliditätsgrad von 80 % zutrifft,
dass damit feststeht, dass die angefochtene Verfügung vom 30. Juli
2007 auf einer mangelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage be-
ruht, weshalb das Bundesverwaltungsgericht nicht abschliessend
darüber befinden kann, ob die Vorinstanz – wie gerügt – zu Unrecht
die Rente per 1. Mai 2005 zugesprochen hat,
dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als
Beschwerdegrund nennt,
Seite 3
C-5862/2007
dass demnach die Beschwerde, soweit die Beschwerdeführerin die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt, gutzuheissen und
die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist
(Art. 61 Abs. 1 VwVG) mit der Anweisung, die erforderlichen zusätz-
lichen fachärztlichen (psychiatrischen) Begutachtungen durchführen
zu lassen und neu in der Sache zu verfügen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu
erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),
dass der obsiegenden Beschwerdeführerin als Trägerin oder Ver-
sicherer der beruflichen Vorsorge praxisgemäss (BGE 126 V 149 E. 4)
keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.
2.
Die angefochtene Verfügung vom 30. Juli 2007 wird aufgehoben und
die Sache mit der Weisung an die Vorinstanz zurückgewiesen, die
erforderliche fachärztliche (psychiatrische) Begutachtung durchführen
zu lassen und neu in der Sache zu verfügen.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5.
Dieses Urteil geht an:
- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- die Beschwerdegegnerin (Einschreiben mit Rückschein)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Seite 4
C-5862/2007
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Beat Weber Daniel Stufetti
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind.
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).
Versand:
Seite 5