B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-6056/2018
Absch r e i bung sen t s c he i d
vom 20 . F e b r u a r 2 0 1 9
Besetzung
Einzelrichter Beat Weber,
Gerichtsschreiber Daniel Golta.
Parteien
A._______, (Deutschland),
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.
Gegenstand
IV, Invalidenrente (Zweitgesuch); Verfügung der IVSTA vom
1. Oktober 2018.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die IV-Stelle des Kantons B._______ (nachfolgend kantonale
IV-Stelle) mit Verfügung vom 3. Juni 2010 einen Anspruch von A._______
(nachfolgend Beschwerdeführer) auf berufliche Eingliederungsmassnah-
men verneint und sein erstes Leistungsgesuch vom 29. Dezember 2009
abgewiesen hat (vgl. Akten der IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA
[IV-act.] 20 und IV-act. 1 S. 2 ff.),
dass der Beschwerdeführer sich am 8. September 2014 bei der kantonalen
IV-Stelle erneut zum Leistungsbezug angemeldet hat (vgl. IV-act. 24),
dass die kantonale IV-Stelle nach umfangreichen Abklärungen das Dossier
am 1. Dezember 2017 an die IVSTA überwiesen hat, weil der Beschwer-
deführer seinen gesetzlichen Wohnsitz nach Deutschland verlegt habe
(vgl. namentlich IV-act. 90, 77),
dass die IVSTA (nachfolgend Vorinstanz) mit Vorbescheid vom 1. Juni 2018
dem Beschwerdeführer die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invali-
denrente und die Abweisung seines Gesuchs vom 8. September 2014 in
Aussicht gestellt hat (vgl. IV-act. 117),
dass der Beschwerdeführer am 25. Juni 2018 und 26. September 2018
zum Vorbescheid Stellung genommen und medizinische Unterlagen einge-
reicht hat (vgl. IV-act. 118, 124-137; vgl. auch IV-act. 122),
dass die IVSTA mit Verfügung vom 1. Oktober 2018 einen Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint und sein Leistungsbe-
gehren vom 8. September 2014 abgewiesen hat (IV-act. 123),
dass die IVSTA am 3. Oktober 2018 vom Beschwerdeführer ein Schreiben
vom 1. Oktober 2018 und weitere Unterlagen erhalten hat
(IV-act. 138-140),
dass die IVSTA am 8. Oktober 2018 die vom Beschwerdeführer eingereich-
ten medizinischen Unterlagen der Psychiaterin ihres Medizinischen Diens-
tes unterbreitet hat (vgl. IV-act. 141),
dass die Psychiaterin in ihrer Stellungnahme vom 18. Oktober 2018 um
Aktenergänzung, psychiatrische Nachuntersuchung und Unterbreitung des
Dossiers an den Medizinischen Dienst zur Einschätzung der neuen soma-
tischen Berichte ersucht hat (vgl. IV-act. 142),
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dass der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2018 beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der IVSTA vom 1. Oktober
2018 geführt und die Aufhebung der Verfügung und die Prüfung der ihn
betreffenden medizinischen Unterlagen beantragt hat (vgl. Akten des Be-
schwerdeverfahrens [B-act.] 1),
dass die IVSTA am 2. November 2018 die Deutsche Rentenversicherung
darum ersucht hat, eine neue psychiatrische Untersuchung des Beschwer-
deführers vorzunehmen und ihr den entsprechenden Bericht sowie einen
Klinikaustrittsbericht von Anfang 2018 zuzustellen (vgl. IV-act. 144 f.),
dass die IVSTA am 2. November 2018 dem Beschwerdeführer mitgeteilt
hat, dass sie zur Prüfung seines Leistungsgesuchs bei der Deutschen Ren-
tenversicherung weitere Unterlagen angefordert habe (IV-act. 146),
dass die IVSTA am 22. November 2018 dem Beschwerdeführer für den Fall
eines formellen Beschwerdeentscheids die Wiedererwägung der ange-
fochtenen Verfügung zugesichert hat (vgl. IV-act. 148),
dass der Beschwerdeführer dem Bundesverwaltungsgericht mit Schreiben
vom 23. November 2018 – unter Bezugnahme auf das Schreiben der
IVSTA vom 2. November 2018 – sinngemäss mitgeteilt hat, dass er das
gerichtliche Beschwerdeverfahren nicht weiterzuführen wünsche, zumal
die IVSTA ihm erklärt habe, dass das Verfahren auf der vorinstanzlichen
Ebene weitergeführt werde (vgl. B-act. 4),
dass der Beschwerdeführer der IVSTA am 26. November 2018 weitere me-
dizinische Unterlagen zugestellt hat (IV-act. 149-152),
dass die IVSTA dem Beschwerdeführer am 7. Januar 2019 mitgeteilt hat,
dass ihre Verfügung vom 1. Oktober 2018 annulliert worden und somit als
gegenstandslos zu betrachten sei (vgl. IV-act. 153),
dass die IVSTA in ihrer Vernehmlassung vom 30. Januar 2019 (B-act. 10)
erklärt hat, dass sie in widersprüchlicher Weise trotz Erlass der Verfügung
vom 1. Oktober 2018 das Abklärungsverfahren weitergeführt und dass sie
dem Beschwerdeführer für den Fall eines formellen Beschwerdeent-
scheids die Weiterführung der medizinischen Abklärungen zugesichert
habe,
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dass die IVSTA ausserdem ausgeführt hat, dass sie mit Schreiben vom
7. Januar 2019 die Verfügung vom 1. Oktober 2018 aufgehoben habe, wo-
mit die Beschwerde gegenstandslos geworden sei,
dass die IVSTA eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
und Rückweisung der Sache für weitere Abklärungen beantragt,
und zieht in Erwägung,
dass Verfügungen der IVSTA gemäss Art. 69 Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20)
direkt beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar sind (vgl. auch Art. 31
VGG i.V.m. 33 Bst. d VGG),
dass sich gemäss Art. 37 VGG das Verfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht nach dem VwVG richtet, soweit das VGG nichts anderes bestimmt,
indes das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in
Sozialversicherungssachen findet, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-
bar ist, wie dies vorliegend aufgrund von Art. 1 Abs. 1 IVG der Fall ist,
dass die IVSTA zum Erlass der angefochtenen Verfügung örtlich zuständig
ist (vgl. Art. 40 IVV [SR 831.201]),
dass die Vorinstanz in Anwendung von Art. 58 VwVG ihren ursprünglichen
Entscheid in Wiedererwägung ziehen kann,
dass die Beschwerdeinstanz die Behandlung der Beschwerde fortzusetzen
hat, soweit diese durch die neue Verfügung der Vorinstanz nicht gegen-
standslos geworden ist (Art. 58 Abs. 3 VwVG),
dass der Beschwerdeführer seinen ursprünglichen Beschwerdeantrag mit
Eingabe vom 23. November 2018 sinngemäss dahingehend eingeschränkt
hat, dass er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückwei-
sung der Sache an die IVSTA zur Durchführung weiterer Abklärungen und
zum Erlass einer neuen Verfügung beantragt,
dass die IVSTA mit der wiederwägungsweisen Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung, der Vornahme weiterer Abklärungen und dem in Aussicht
gestellten neuen Entscheid über den IV-Rentenanspruch dem einge-
schränkten Beschwerdebegehren vollumfänglich entspricht,
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dass das vorliegende Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen
Verfahren als durch Wiedererwägung gegenstandslos geworden abzu-
schreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG),
dass damit nicht weiter auf den Umstand einzugehen ist, dass der Be-
schwerdeführer am 23. November 2018 seine Beschwerde „momentan“
zurückgezogen hat,
dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de-
ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass Vorinstanzen allerdings unabhängig vom Verfahrensausgang keine
Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG) und vorliegend
Gründe in der Sache bzw. in der Person des Beschwerdeführers es jeden-
falls als unverhältnismässig erscheinen liessen, ihm Verfahrenskosten auf-
zuerlegen (vgl. Art. 6 Bst. b VGKE),
dass gemäss Art. 15 VGKE, falls ein Verfahren gegenstandslos wird, das
Gericht prüft, ob eine Parteientschädigung zuzusprechen ist, und für die
Festsetzung der Parteientschädigung Artikel 5 sinngemäss gilt,
dass aber die Vorinstanz als Bundesbehörde unabhängig vom
Verfahrensausgang keinen Anspruch auf Parteientschädigung hat und
dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer, dem keine verhältnis-
mässig hohen Kosten entstanden sind, keine Parteientschädigung auszu-
richten ist (vgl. Art. 15 VGKE i.V.m. Art. 5, Art. 7 Abs. 3 und 4 VGKE).
Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Das Verfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
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4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein; Beilagen in
Kopie: Vernehmlassung der Vorinstanz vom 30.01.2019; Schreiben der
Vorinstanz an den Beschwerdeführer vom 07.01.2019 [IV-act. 153])
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Beat Weber Daniel Golta
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
BGG). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Par-
tei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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