B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-6182/2019
Ur t e i l vom 9 . J anua r 2 0 2 0
Besetzung
Einzelrichter Christoph Rohrer,
Gerichtsschreiber Milan Lazic.
Parteien
A._______, (Serbien),
Zustelladresse: c/o B._______ (Schweiz),
Beschwerdeführerin,
gegen
Schweizerische Ausgleichskasse SAK,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Alters- und Hinterlassenenversicherung,
Eintretensvoraussetzungen
(Nichteintretensverfügung vom 27. Juli 2016).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Schweizerische Ausgleichskasse (im Folgenden: SAK oder Vor-
instanz) der Versicherten A._______ (im Folgenden: Versicherte oder Be-
schwerdeführerin) mit Verfügung vom 4. März 2016 eine Altersrente mit
Kürzung wegen eines zweijährigen Rentenvorbezugs in Form einer einma-
ligen Abfindung in der Höhe von Fr. 10'076.- zugesprochen hat (vgl.
Dok. 34),
dass die Versicherte mit Eingabe vom 13. April 2016 (Datum Postaufgabe)
«Widerspruch über die Anerkennung der Auszahlung auf Grund der einge-
zahlten Versicherungssachen» erhoben und die Vorinstanz gleichzeitig ge-
beten hat, «in Kürze eine Antwort über eine Auszahlung» zuzustellen (vgl.
Dok. 37),
dass die Vorinstanz die Versicherte daraufhin mit per Einschreiben mit
Rückschein versandtem Schreiben vom 30. Juni 2016 in Anwendung von
Art. 10 Abs. 5 der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemei-
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) aufgefordert
hat, innert 20 Tagen ab Erhalt dieses Schreibens eine Begründung nach-
zureichen, ansonsten die SAK gezwungen sei, mangels Begründung eine
Nichteintretensverfügung zu erlassen (vgl. Dok. 40),
dass die Versicherte mit Eingabe vom 13. Juli 2016 (Datum Postaufgabe)
der Vorinstanz lediglich mitgeteilt hat, sie bleibe beim Widerspruch, und
diese gleichzeitig um Zustellung eines Entscheids «über die Beendigung
des Bescheides» ersucht hat (vgl. Dok. 44),
dass die Vorinstanz mit per Einschreiben mit Rückschein versandtem Ein-
spracheentscheid vom 27. Juli 2016 auf die Einsprache der Versicherten
vom 13. April 2016 (Datum Postaufgabe) nicht eingetreten ist mit der Be-
gründung, aus dem Schreiben vom 13. Juli 2016 (Datum Postaufgabe)
gehe nach wie vor nicht hervor, inwiefern die Versicherte mit der Verfügung
vom 4. März 2016 nicht einverstanden sei (vgl. Dok. 41),
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. November 2019 eine
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht und unter Bezug-
nahme auf ihre Einsprache vom 11. April 2016 das Gericht ersucht hat,
ihren «Widerspruch weiter zu bearbeiten» (vgl. Akten im Beschwerdever-
fahren [im Folgenden: BVGer-act.] 1),
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dass die Vorinstanz aufforderungsgemäss am 22. November 2019 eine
Kopie ihres Einspracheentscheids vom 27. Juli 2016 samt Kopie des Rück-
scheins vom 29. Juli 2016 und am 9. Dezember 2019 die vorinstanzlichen
Akten eingereicht hat (vgl. BVGer-act. 2 und 4 f.),
dass die Beschwerdeführerin aufforderungsgemäss mit Eingabe vom
6. Dezember 2019 ein Zustelldomizil in der Schweiz für das vorliegende
Beschwerdeverfahren bekannt gegeben hat (vgl. BVGer-act. 3 und 6),
dass gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG sowie
Art. 85bis Abs. 1 AHVG (SR 831.10) das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der Schweizeri-
schen Ausgleichskasse (SAK) beurteilt, sofern – wie vorliegend – keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Instruktion der
vorliegenden Beschwerde mithin gegeben ist, weshalb weiter zu prüfen ist,
ob die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind,
dass sich gemäss Art. 37 VGG das Verfahren vor Bundesverwaltungsge-
richt grundsätzlich nach dem VwVG richtet (SR 172.021), wobei die beson-
deren Bestimmungen des ATSG (SR 830.1) vorbehalten bleiben (vgl. Art. 3
Bst. dbis VwVG),
dass gemäss Art. 60 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) eine
Beschwerde innerhalb von 30 Tagen seit der Eröffnung des Einsprache-
entscheids einzureichen ist (vgl. auch Art. 50 Abs. 1 VwVG), wobei die
Frist, welche sich nach Tagen oder Monaten berechnet und der Mitteilung
an die Parteien bedarf, am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen beginnt
(Art. 38 Abs. 1 i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Art. 20 Abs. 1 VwVG),
dass gesetzliche und behördliche Fristen, die nach Tagen bestimmt sind,
u.a. vom 15. Juli bis und mit 15. August still stehen (vgl. Art. 38 Abs. 4 Bst. b
i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Art. 22a Abs. 1 lit. b VwVG), wobei
gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können (Art. 40 Abs. 1 ATSG;
Art. 22 Abs. 1 VwVG),
dass schriftliche Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist der Behörde
einzureichen oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer
schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung zu über-
geben sind (Art. 21 Abs. 1 VwVG),
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dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 27. Juli 2016 (vgl. Dok.
41) der Beschwerdeführerin gemäss unterzeichnetem Rückschein vom
29. Juli 2016 eindeutig – und entgegen den im vorinstanzlichen Verfahren
vorgebrachten aktenwidrigen Behauptungen (vgl. Dok. 48-50, 52 f. und
59) – am 29. Juli 2016 zugestellt wurde (vgl. Dok. 47),
dass demnach die 30-tägige Beschwerdefrist unter Berücksichtigung des
vom 15. Juli bis 15. August geltenden Fristenstillstands am 16. August
2016 zu laufen begann und am 14. September 2016 abgelaufen ist (Art. 38
ATSG; Art. 20 VwVG),
dass die am 14. November 2019 datierte und am gleichen Tag der serbi-
schen Post übergebene Beschwerde (vgl. BVGer-act. 1; Ankunft bei der
schweizerischen Post am 21. November 2019 [vgl. BVGer-act. 7]) erst
nach Fristablauf erstellt und der Post übergeben wurde,
dass im Weiteren vorliegend kein Gesuch um Wiederherstellung der Frist
gemäss Art. 41 ATSG gestellt wurde und auch kein Grund für eine Fristwie-
derherstellung ersichtlich ist,
dass sich die Beschwerde vom 14. November 2019 aufgrund des Darge-
legten von vornherein als offensichtlich verspätet erweist, so dass mit Blick
auf Art. 57 Abs. 1 Teilsatz 1 VwVG auf die Durchführung eines Schriften-
wechsels verzichtet werden kann sowie auf die Beschwerde vom 14. No-
vember 2019 im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten ist (vgl.
Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG),
dass das Verfahren für die Parteien kostenlos ist (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),
so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind,
dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 1 und 3 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen
vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Beilage: Kopie der Be-
schwerdeschrift vom 14.11.2019)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:
Christoph Rohrer Milan Lazic
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten
Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der
Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder
konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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