Abtei lung II I
C-625/2006
{T 0/2}
U r t e i l v o m 2 4 . O k t o b e r 2 0 0 7
Richter Andreas Trommer (Vorsitz),
Richter Antonio Imoberdorf (Kammerpräsident),
Richter Blaise Vuille,
Gerichtsschreiber Julius Longauer.
1. A._______,
2. B._______,
Zustelladresse: Dieter Roth, Advokat,
Beschwerdeführer,
gegen
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6,
3003 Bern,
Vorinstanz.
Ausdehnung der kantonalen Wegweisung.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-625/2006
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt:
dass der Beschwerdeführer 1 ein 1976 geborener Staatsangehöriger
von Bangladesch im Oktober 2000 in die Schweiz gelangte und um
Asyl nachsuchte,
dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers 1 mit Urteil der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission vom 18. November 2004 in letzter
Instanz abgewiesen wurde,
dass der Beschwerdeführer 1 kurz zuvor die Beschwerdeführerin 2
eine wesentlich ältere Schweizer Bürgerin geheiratet und im Kanton
Basel-Landschaft ein Familiennachzugsgesuch gestellt hatte,
dass sich als letzte kantonale Instanz das Kantonsgericht Basel-Land-
schaft mit der Bewilligungssache zu befassen hatte und wie die Vor-
instanzen zuvor auch von einer klaren Scheinehe ausging,
dass es dem Beschwerdeführer 1 deshalb mit rechtskräftigem Urteil
vom 26. Oktober 2005 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ver-
weigerte und ihn aus dem Kanton wegwies,
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 14. Februar 2006 die kantonale
Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz und das Fürstentum
Liechtenstein ausdehnte,
dass die Beschwerdeführer gegen die vorgenannte Verfügung am
17. März 2006 Beschwerde beim Eidgenössischen Justiz- und Polizei-
departement (EJPD) einreichten,
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Be-
schwerde schliesst, während die Beschwerdeführer in replicando am
Rechtsmittel festhalten,
dass auf den weiteren Akteninhalt, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen wird,
dass Verfügungen des BFM über die Ausdehnung einer kantonalen
Wegweisung mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ange-
fochten werden können (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
[ANAG, SR 142.20]),
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dass zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in dieser Materie beim EJPD
hängige Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht übernommen
wurden, das sie nach Massgabe des neuen Verfahrensrechts beurteilt
(Art. 53 Abs. 2 VGG),
dass Art. 37 VGG das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) für anwendbar erklärt,
soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz keine abweichenden Bestim-
mungen enthält,
dass der Beschwerdeführer 1 die Schweiz verlassen hat und die ange-
fochtene Verfügung auf dieses Weise durch Konsumption dahingefal-
len ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.538/2003 vom 25. November
2003 E. 1.3)
dass die Ausreise jedoch durch die sofortige Wirksamkeit der Mass-
nahme erzwungen wurde, weshalb den Beschwerdeführern die
Schutzwürdigkeit seines Rechtsschutzanliegens (Art. 48 Bst. c VwVG)
nicht abgesprochen werden kann,
dass die Beschwerdeführer deshalb legitimiert sind und auf ihre frist-
und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 20
ANAG, Art. 48 ff. VwVG),
dass die kantonale Behörde ihren Entscheid betr. Verweigerung der
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit einer Wegweisung aus dem
Kanton verbindet (Art. 12 Abs. 3 ANAG),
dass das BFM diese Wegweisung in der Regel auf das ganze Gebiet
der Schweiz ausdehnt (Art. 12 Abs. 3 ANAG, Art. 17 Abs. 2 der Vollzie-
hungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufent-
halt und Niederlassung der Ausländer [ANAV, SR 142.201]),
dass von der Regelfolge der Ausdehnung abgewichen wird, wenn dem
Betroffenen aus besonderen Gründen Gelegenheit gegeben werden
soll, sich um eine Bewilligung in einem Drittkanton zu bemühen (Art.
17 Abs. 2 ANAV),
dass ein solches Abweichen ein hängiges Bewilligungsverfahren in ei-
nem Drittkanton und das Einverständnis dieses Drittkantons mit dem
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Aufenthalt des betroffenen Ausländers während des Bewilligungsver-
fahrens voraussetzt,
dass dem Beschwerdeführer 1 die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-
gung im Kanton Basel-Landschaft rechtskräftig verweigert wurde und
die oben dargestellten Voraussetzungen für ein Abweichen von der
Regelfolge der Ausdehnung nicht erfüllt sind,
dass somit die Ausdehnung der kantonalen Wegweisung auf das gan-
ze Gebiet der Schweiz zu bestätigen ist,
dass Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a Abs. 2 bis 4 ANAG,
welche die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme rechtfertigen könn-
ten, weder erkennbar sind noch geltend gemacht werden,
dass sich die angefochtene Verfügung somit als rechtmässig erweist
(Art. 49 VwVG) und die Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten der
Beschwerdeführer abzuweisen ist (Art. 63 Abs. 1 VwVG ),
dass die Kosten des Verfahrens auf Fr. 600.-- festzusetzen sind (Art. 1,
Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[SR 173.320.2]).
dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts endgültig ist (Art. 83
Bst. c Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [SR
173.110]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführern
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 600.- verrechnet.
3.
Dieses Urteil geht an:
- die Beschwerdeführer
- die Vorinstanz
Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:
Antonio Imoberdorf Julius Longauer
Versand:
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