B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-6407/2019
Ur t e i l vom 3 0 . J a nu a r 2 0 2 0
Besetzung
Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz),
Richter Vito Valenti, Richterin Michela Bürki Moreni,
Gerichtsschreiber Roger Stalder.
Parteien
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Ave-
nue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Gesuchstellerin,
gegen
A._______, Kroatien,
vertreten durch Dr. iur. Kreso Glavas,
Gesuchsgegner,
Gegenstand
Invalidenversicherung, Rentenanspruch (Neuanmeldung),
Erläuterungsgesuch des Urteils C-6422/2018 des Bundes-
verwaltungsgerichts vom 25. September 2019.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht in Erwägung 7.3 des Urteils C-
6422/2018 vom 25. September 2019 festgehalten hat, die Kosten der Ver-
tretung umfassten gemäss Art. 9 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht (VGKE, SR 173.320.2) insbesondere das Anwaltshonorar, die Aus-
lagen sowie die Mehrwertsteuer für diese Entschädigungen, soweit eine
Steuerpflicht bestehe,
dass in dieser Erwägung weiter festgestellt worden ist, es sei keine Mehr-
wertsteuer geschuldet, falls die zu entschädigende Partei ihren Wohnsitz
im Ausland habe (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer vom 12. Juni 2009,
MWSTG; SR 641.20),
dass auch erwogen worden ist, dem Rechtsvertreter des Beschwerdefüh-
rers sei zu Lasten der Vorinstanz eine Entschädigung von Fr. 2'159.50
(inkl. Auslagen und zzgl. Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen,
dass die Vorinstanz mit Datum vom 28. November 2019 beim Bundesver-
waltungsgericht ein Erläuterungsgesuch eingereicht hat,
dass sie im Rahmen dieses Gesuchs auf Widersprüchlichkeiten zwischen
den Erwägungen 7.3 und 7.4 bzw. Ziffer 3 des Dispositivs des Urteils
C-6422/2018 vom 25. September 2019 hingewiesen und um Beantwortung
der Frage, ob sie dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zuzüg-
lich der Mehrwertsteuer oder ohne Mehrwertsteuer auszurichten habe, er-
sucht hat,
dass die Beschwerdeinstanz auf Begehren einer Partei den Beschwerde-
entscheid erläutert, der unter Unklarheiten oder Widersprüchen in seiner
Entscheidungsformel oder zwischen dieser und der Begründung leidet
(Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom
20. Dezember 1968 [VwVG; SR 172.021]),
dass gemäss Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesverwal-
tungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) für die Erläuterung und
die Berichtigung von Entscheiden des Bundesverwaltungsgerichts Art. 129
des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG;
SR 173.110) sinngemäss gilt,
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dass das Bundesverwaltungsgericht einen Schriftenwechsel durchführen
kann (Art. 129 Abs. 3 BGG in Verbindung mit Art. 127 BGG und Art. 48
Abs. 1 VGG [vgl. auch ELISABETH ESCHER in: NIGGLI/UEBERSAX/WIPRÄCH-
TIGER/KNEUBÜHLER {Hrsg.}, Basler Kommentar zum BGG, 3. Auflage,
2018, N. 6 zu Art. 129 BGG]), ein eigentlicher Anspruch auf rechtliches Ge-
hör aber nicht besteht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor
dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage, 2013, N. 5.82),
dass es unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll erscheint, noch
einen Schriftenwechsel durchzuführen, da sich die stellende Frage auch
ohne zusätzlichen Beitrag der Vorinstanz und des Beschwerdeführers ent-
scheiden lässt,
dass das Bundesgericht auf schriftliches Gesuch einer Partei oder von Am-
tes wegen die Erläuterung oder Berichtigung vornimmt, wenn das Disposi-
tiv eines bundesgerichtlichen Entscheids unklar, unvollständig oder zwei-
deutig ist, seine Bestimmungen untereinander oder mit der Begründung im
Widerspruch stehen oder es Redaktions- oder Rechnungsfehler enthält
(Art. 129 Abs. 1 BGG),
dass die Mehrwertsteuer auf den von steuerpflichtigen Personen gegen
Entgelt im Inland erbrachten Leistungen zu erheben ist (Art. 1 Abs. 2 Bst.
a in Verbindung mit Art. 3 Bst. a und Art. 8 Abs. 1 MWSTG),
dass gemäss Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE die Kosten der Vertretung auch die
Mehrwertsteuer für die Entschädigungen nach den Bst. a und b umfasst,
soweit eine Steuerpflicht besteht und die Mehrwertsteuer nicht bereits be-
rücksichtigt worden ist,
dass mit Zwischenverfügung vom 22. März 2019 im Beschwerdeverfahren
C-6422/2018 das Gesuch um Gewährung des Rechts auf unentgeltliche
Rechtspflege gutgeheissen worden ist,
dass bei unentgeltlicher Rechtsvertretung der Staat Empfänger der Dienst-
leistungen des unentgeltlichen Rechtbeistands ist und die Parteientschädi-
gung daher die Mehrwertsteuer umfassen muss, sofern der Rechtsbei-
stand mehrwertsteuerpflichtig ist, und zwar unabhängig vom Wohnsitz der
beschwerdeführenden Partei (BGE 141 III 560 E. 2 und 3),
dass der amtlich bestellte Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas mehrwert-
steuerpflichtig ist (),
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dass Ziffer 3 des Dispositivs betreffend die Mehrwertsteuer des Entscheids
C-6422/2018 vom 25. September 2019 mit Erwägung 7.3 dieses Ent-
scheids sowie die Ausführungen in Erwägung 7.3 und 7.4 untereinander in
Widerspruch stehen,
dass die Beschwerde des im Ausland wohnhaften, durch den amtlich be-
stellten Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas vertretenen Beschwerdeführers
im Beschwerdeverfahren C-6422/2018 – soweit darauf eingetreten worden
ist – insoweit gutgeheissen worden ist, als die angefochtene Verfügung
vom 9. Oktober 2018 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurück-
gewiesen worden ist mit der Anweisung, auf die Neuanmeldung einzutre-
ten, die Sache im Sinne der Erwägungen materiell zu prüfen und anschlies-
send neu zu verfügen,
dass bei einem Obsiegen der im Ausland lebende Beschwerdeführer und
nicht der Staat als Empfänger der vom unentgeltlichen Rechtsbeistand er-
brachten Leistungen gilt (MWSTG 3 lit. e und MWSTG 8 Abs. 1) und somit
der Dienstleistungsort nicht in der Schweiz liegt,
dass deshalb die Leistung des amtlich bestellten Rechtsanwalt Dr. iur.
Kreso Glavas nicht der Mehrwertsteuer unterliegt und diese nicht vom Bun-
desverwaltungsgericht als Leistungsempfänger zu entrichten ist (vgl. zum
gegenteiligen Fall BGE 141 III 560 E. 2 und 3),
dass Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas in seiner Honorarnote vom 29. Ap-
ril 2019 zu Recht auch keinen Mehrwertsteuerzuschlag geltend gemacht
hat,
dass unter diesen Umständen gemäss Erwägung 7.3 des Urteils C-
6422/2018 vom 25. September 2019 und entgegen den Ausführungen in
Erwägung 7.4 sowie in Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids C-
6422/2018 vom 25. September 2019 kein Mehrwertsteuerzuschlag im
Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE zuzusprechen ist,
dass demnach im Beschwerdeverfahren C-6422/2018 die Parteientschä-
digung auf Fr. 2'159.50 (inkl. Auslagen und ohne Mehrwertsteuerzuschlag)
festzusetzen ist,
dass demnach Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids C-6422/2018 vom
25. September 2019 zu berichtigen ist,
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dass mit vorliegendem Entscheid die Widersprüchlichkeiten nach Art. 69
Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VGG sowie Art. 129 Abs. 1
BGG erläutert und berichtigt werden,
dass somit das Erläuterungsgesuch der Vorinstanz vom 28. November
2019 als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (vgl. hierzu Urteil
des BGer 1G_3/2018 vom 15. Juni 2018),
dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind und keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen ist.
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Ziffer 3 des Dispositivs des Urteils C-6422/2018 vom 25. September 2019
wird wie folgt berichtigt:
"Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 2'159.90 (inkl. Auslagen) zugesprochen."
2.
Das Erläuterungsgesuch wird als gegenstandslos geworden abgeschrie-
ben.
3.
Es werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung zuge-
sprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Gesuchstellerin (Ref-Nr. […]; Einschreiben)
– den Gesuchsgegner (Gerichtsurkunde)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
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Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:
Viktoria Helfenstein Roger Stalder
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten
Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der
Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder
konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in
Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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