Abtei lung II I
C-6603/2008/mes
{T 0/2}
U r t e i l v o m 6 . F e b r u a r 2 0 0 9
Richter Stefan Mesmer (Vorsitz),
Richter Vito Valenti,
Richter Francesco Parrino,
Gerichtsschreiber Marc Wälti.
X._______,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
IV, Verfügung vom 9. Oktober 2008.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-6603/2008
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass der Beschwerdeführer am 19. Oktober 2008 die Verfügung der
Eidgenössischen Invalidenversicherung, IV-Stelle für Versicherte im
Ausland (IVSTA), vom 9. Oktober 2008 betreffend die Verrechnung
ausstehender AHV/IV-Beiträge mit der laufenden IV-Rente beim
Bundesverwaltungsgericht angefochten hat,
dass die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2009, die
dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zuzustellen ist, beantragt,
die Beschwerde vom 19. Oktober 2008 sei in dem Sinne gutzuheissen,
dass die Sache zur Vornahme von Abklärungen betreffend das
Existenzminimum des Beschwerdeführers an die Vorinstanz zurück-
zuweisen sei,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundesge-
setzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG,
SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen von
Vorinstanzen gemäss Art. 33 und 34 VGG zuständig ist, sofern keine
Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten
hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit aus-
zumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]), so
dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig ist,
dass der Beschwerdeführer ohne Zweifel zur Beschwerdeführung
legitimiert ist, so dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde einzutreten ist,
dass fällige AHV/IV-Beiträge mit fälligen IV-Rentenleistungen verrech-
net werden können (Art. 50 IVG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 2 des
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinter-
lassenenversicherung [AHVG, SR 831.10]),
dass allerdings eine derartige Verrechnung nach bundesgerichtlicher
Praxis das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Schuldners
nicht beeinträchtigen darf (BGE 131 V 249 E. 1.2, Urteil des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts I 141/05 vom 20. September
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C-6603/2008
2006 E. 3.3, je mit Hinweisen; vgl. Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG, SR
281.1])
dass sich aus den Akten ergibt, dass die Vorinstanz die angefochtene
Verrechnung von ausstehenden AHV/IV-Beiträgen mit der laufenden
Rente angeordnet hat ohne abzuklären, ob durch die Reduktion der
Rentenauszahlung das Existenzminimum des Beschwerdeführers tan-
giert wird,
dass die angefochtene Verfügung vom 9. Oktober 2008 somit auf einer
mangelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,
dass Art. 49 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) die unvollständige
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Be-
schwerdegrund nennt,
dass unter diesen Umständen die Beschwerde 19. Oktober 2008 in
dem Sinne gutzuheissen ist, dass die angefochtene Verfügung vom
9. Oktober 2008 aufgehoben und die Sache zur Vornahme der
erforderlichen weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückgewiesen
wird (Art. 61 Abs. 1 VwVG),
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu
erheben sind (Art. 63 Abs. 2 VwVG),
dass dem obsiegenden Beschwerdeführer mangels verhältnismässig
hoher Kosten keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64
Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 des Reglementes vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung
vom 9. Oktober 2008 aufgehoben und die Sache zur Vornahme der
erforderlichen weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückgewiesen
wird.
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2.
Ein Doppel der Vernehmlassung vom 26. Januar 2009 geht zur
Kenntnisnahme an den Beschwerdeführer.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Vernehmlassung
vom 26. Januar 2009)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Stefan Mesmer Marc Wälti
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff.
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der
angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die
beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
Versand:
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