B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-6686/2013
U r t e i l v o m 1 . M a i 2 0 1 4
Besetzung
Richter Beat Weber (Vorsitz),
Richter Vito Valenti, Richter David Weiss,
Gerichtsschreiber Urs Walker.
Parteien
A._______, AT-Z._______,
vertreten durch lic. iur. André M. Brunner, Rechtsanwalt,
Hauptstrasse 55, Postfach 136, 4450 Sissach,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Ave-
nue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Taggeld; Verfügung der IVSTA vom 21. Oktober 2013.
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) mit Verfügung vom
21. Oktober 2013 A._______ – für die Dauer von medizinischen Abklä-
rungen in der MEDAS G._______ vom 26. bis 29. August 2013 – auf der
Grundlage eines durchschnittlichen Tageseinkommens von Fr. 139.- ein
Taggeld in Höhe von insgesamt Fr. 141.- zusprach (Vorakten der IVSTA
[nachfolgend IV] 35, 39),
dass A._______ (nachfolgend Beschwerdeführerin) gegen diese Verfü-
gung am 26. November 2013 (Datum Postaufgabe: 27. November 2013)
Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht erhob, um Aufhebung der
angefochtenen Verfügung und Zusprache eines Taggeldes auf der Grund-
lage eines massgeblichen durchschnittlichen Tageseinkommens in Höhe
von mindestens Fr. 152.- ersuchte,
dass gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen
Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt, sofern
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass als Vorinstanzen die in Art. 33 VGG genannten Behörden gelten,
dass Verfügungen der Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG in Verbin-
dung mit Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenver-
sicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) vor Bundesverwaltungs-
gericht anfechtbar sind,
dass vorliegend die Höhe der Taggeldentschädigung für den Zeitraum
vom 26. bis 29. August 2013 umstritten ist,
dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde beantragte, gestützt
auf Art. 21 Abs. 3 IVV sei das im Jahre 2001 rechtskräftig mit Fr. 129.-
bezifferte Tageseinkommen der Entwicklung der Nominallöhne bis ins
Jahre 2013 anzupassen, was ein Einkommen von Fr. 151.10 ergebe, und
weiter eine Anpassung aufgrund der Quartalsschätzung der Nominal-
lohnentwicklung des Bundesamtes für Statistik (BfS) vorzunehmen, wor-
aus sich ein relevantes Einkommen von gerundet Fr. 152.- ergebe und
gestützt darauf die Taggelder zu berechnen und auszurichten seien (Be-
schwerdeakten [B-act.] 1),
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dass die IVSTA in ihrer Vernehmlassung vom 3. Februar 2014 ausführte,
das im Jahre 2001 festgestellte Einkommen der Beschwerdeführerin sei
nicht entsprechend der Teuerung bis 2012 zu indexieren, sondern recht-
sprechungsgemäss der Entwicklung der Nominallöhne anzupassen und
zusätzlich die Lohnentwicklung im Jahre 2013 zu berücksichtigen, womit
sich – gestützt auf ein aufgerechnetes Jahreseinkommen von Fr. 55‘200.-
– ein durchschnittliches Tageseinkommen von Fr. 152.- ergebe,
dass die Beschwerde deshalb gutzuheissen und die Sache an die IVSTA
zur Neuberechnung des Taggeldes auf der Grundlage eines durchschnitt-
lichen Tageseinkommens von Fr. 152.- zurückzuweisen sei (B-act. 3),
dass sich die Beschwerdeführerin in ihrer Replik vom 5. April 2014 sinn-
gemäss den in der Vernehmlassung gestellten Anträgen der Vorinstanz
anschloss (B-act. 7),
dass nach Einsicht in die Akten für das Bundesverwaltungsgericht keine
Anhaltspunkte ersichtlich sind, weshalb den übereinstimmenden Partei-
anträgen im Rahmen der Vernehmlassung nicht entsprochen werden soll-
te,
dass – hat die versicherte Person vor mehr als zwei Jahren zum letzten
Mal eine Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche Einschränkung ausgeübt
– auf das Erwerbseinkommen abzustellen ist, das sie durch die gleiche
Tätigkeit unmittelbar vor der Eingliederung erzielt hätte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Art. 21 Abs. 3 IVV),
dass unbestrittenermassen auf das rechtskräftig ermittelte durchschnittli-
che Tageseinkommen im Jahre 2001 von Fr. 129.- abzustellen ist,
dass gemäss den Berechnungen der IV-Stelle des Kantons H._______
dem durchschnittlichen Tageseinkommen von Fr. 129.- ein Erwerbsein-
kommen von Fr. 46‘440.- entspricht (IV 13; B-act. 3 S. 2), dieses praxis-
gemäss (vgl. Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 732/06
vom 2. Mai 2007 E. 2.2; I 809/05 vom 12. Juni 2006 E. 3.1; Urteile des
Bundesverwaltungsgerichts C-6213/2012 vom 18. Dezember 2013 E. 2.5
und C-1725/2011 vom 23. April 2013 E. 5.2) der realen Einkommensent-
wicklung (Nominallohnentwicklung gemäss Tabelle T 39 des BfS [für
2001: 2245; für 2012: 2630]) und im Jahre 2013 zusätzlich der Lohnent-
wicklung entsprechend der Quartalschätzung der Nominallohnentwick-
lung des BfS anzupassen ist (1.5% für das erste Halbjahr [0.8% + 0.7%]),
was ein Erwerbseinkommen von aufgerundet Fr. 55‘220.- ergibt,
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dass gemäss den "Tabellen zur Ermittlung der IV-Taggelder" des Bun-
desamtes für Sozialversicherungen (BSV; gültig ab 1. Januar 2008) ein
Erwerbseinkommen von Fr. 55‘220.- einem Tageseinkommen von Fr.
152.- entspricht, weshalb vorliegend zutreffend von einem durchschnittli-
chen Tageseinkommen von Fr. 152.- für die Berechnung der umstrittenen
Taggelder auszugehen ist,
dass Art 49 VwVG die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Über-
schreitung oder Missbrauch des Ermessens (Bst. a) und die unvollständi-
ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Bst. b) ausdrücklich
als Beschwerdegründe nennt,
dass eine Sache gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG mit verbindlichen Wei-
sungen an die Vorinstanz zurückgewiesen werden kann,
dass die Beschwerde somit gutzuheissen, die angefochtene Verfügung
vom 21. Oktober 2013 aufzuheben und Sache zur Berechnung und Aus-
zahlung der Taggelder vom 26. bis 29. August 2013, gestützt auf ein
durchschnittliches Tageseinkommen von Fr. 152.-, an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen ist,
dass der Vorinstanz die Replik der Beschwerdeführerin vom 5. April 2014
zur Kenntnis zu bringen ist (Art. 30 Abs. 2 VwVG),
dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh-
renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Absätze 1 und 2 VwVG),
dass die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG der ganz oder
teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine
Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe
Kosten zusprechen kann,
dass die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin mit der Replik eine
Kostennote über Fr. 798.20 (Aufwand von 3.35 Stunden à Fr. 230.-, Tele-
fon/Porti von Fr. 10.70 und Kopien/Telefax von Fr. 17.-) eingereicht hat
(B-act. 7 Beilage),
dass sich die ausgewiesenen Kosten als berechtigt erweisen, weshalb
der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 798.20.- (Aus-
lagen inklusive; die Mehrwertsteuer ist nicht geschuldet [vgl. Art. 1 Abs. 2
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Bst. a des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehr-
wertsteuer {MWSTG, SR 641.20} i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9
Abs. 1 Bst. c VGKE]) auszurichten ist (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE).
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung vom 21. Oktober 2013
wird aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen, damit
diese die Taggelder vom 26. bis 29. August 2013, gestützt auf ein durch-
schnittliches Tageseinkommen von Fr. 152.-, neu berechne und an die
Beschwerdeführerin auszahle.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschä-
digung von Fr. 798.20 zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Beilage im Doppel: Replik)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Beat Weber Urs Walker
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Seite 6
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die
Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid
und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen
hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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