Abtei lung II I
C-6694/2009/mes
{T 0/2}
U r t e i l v o m 2 9 . J u n i 2 0 1 0
Richter Stefan Mesmer (Vorsitz),
Richterin Franziska Schneider,
Richter Beat Weber,
Gerichtsschreiber Marc Wälti.
X._______,
vertreten durch Y._______,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Invalidenversicherung, Verfügung vom
28. September 2009.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-6694/2009
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Beschwerdeführerin am 22. Oktober 2009 die Verfügung der
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV), IV-Stelle für Versicherte
im Ausland (IVSTA), vom 28. September 2009 betreffend Abweisung
eines Gesuchs um Leistungen der IV beim Bundesverwaltungsgericht
angefochten hat,
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Bundes-
gesetzes vom 17. Juni 2006 über das Bundesverwaltungsgericht
(VGG, SR 173.32) zur Beurteilung von Beschwerden gegen Ver-
fügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 VGG zuständig ist, sofern
keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,
dass die IVSTA als Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG zu gelten
hat, und vorliegend keine Ausnahme von der Zuständigkeit auszu-
machen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG], SR 831.20), so
dass das Gericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde
zuständig ist,
dass die weiteren Prozessvoraussetzungen ohne Zweifel erfüllt sind,
dass die IVSTA am 17. Juni 2010 ihre Duplik vorgelegt und beantragt
hat, die Beschwerde sei gutzuheissen, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und die Sache sei im Sinne der Stellungnahme ihres
ärztlichen Dienstes vom 13. Juni 2010 an die Verwaltung zurück-
zuweisen,
dass der ärztliche Dienst (Dr. B._______) in seiner Stellungnahme
festhält, angesichts der festgestellten psychorheumatologischen Be-
funde dürfte nach seiner Erfahrung eine psychiatrisch-rheumato-
logische Begutachtung angezeigt sein, da nach seiner Erfahrung in
derartigen Fällen die Beurteilung durch einen Allgemeinmediziner
nicht ausreichend sei,
dass sich die Vorinstanz dieser Auffassung zu Recht angeschlossen
hat und davon auszugehen ist, dass zur ausreichenden Ermittlung des
medizinischen Sachverhaltes eine psychiatrisch-rheumatologische Be-
gutachtung unerlässlich ist,
Seite 2
C-6694/2009
dass damit feststeht, dass die angefochtene Verfügung auf einer man-
gelhaft ermittelten tatbeständlichen Grundlage beruht,
dass die IV gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) die erforderlichen Abklärungen von Amtes wegen
vorzunehmen hat und Art. 49 Bst. b VwVG die unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts ausdrücklich als Be-
schwerdegrund nennt,
dass die Beschwerde demnach insofern gutzuheissen ist, als die
Sache zur Neubeurteilung an die IVSTA zurückgewiesen wird (Art. 61
Abs. 1 VwVG) mit der Anweisung, die erforderliche zusätzliche
psychiatrisch-rheumatologische Begutachtung durchführen zu lassen
und neu in der Sache zu verfügen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten zu
erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),
dass der obsiegenden Beschwerdeführerin eine von der IVSTA zu ent-
richtende Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 und 2
VwVG),
dass die Parteientschädigung gemäss Art. 14 Abs. 2 des Reglements
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) mangels Kostennote
aufgrund der Akten zu bestimmen ist,
dass sich das zu entschädigende Anwaltshonorar nach dem notwendi-
gen Zeitaufwand des Vertreters bestimmt (Art. 10 VGKE),
dass unter Berücksichtigung dieser Bestimmungen und der Akten
vorliegend das zu entschädigende Anwaltshonorar (einschliesslich
Auslagen) auf Fr. 1'200.- festzusetzen ist (Art. 64 VwVG in Verbindung
mit Art. 9 und Art. 10 VGKE), wobei keine Mehrwertsteuer geschuldet
und damit auch nicht zu entschädigen ist (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts I 30/03 vom 22. Mai 2003),
dass die Duplik vom 17. Juni 2010 und die Stellungnahmen des ärzt -
lichen Dienstes vom 7. März 2010 und vom 13. Juni 2010 der Be-
schwerdeführerin zur Kenntnis zu bringen sind.
Seite 3
C-6694/2009
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die ange-
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz
zurückgewiesen wird mit der Anweisung, die erforderliche zusätzliche
psychiatrisch-rheumatologische Begutachtung durchführen zu lassen
und neu in der Sache zu verfügen.
2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
3.
Der Beschwerdeführerin wird für das Beschwerdeverfahren eine
Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.- zugesprochen, die
von der Vorinstanz zu leisten ist.
4.
Ein Doppel der Duplik vom 17. Juni 2010 samt Stel lungnahmen des
ärztlichen Dienstes der Vorinstanz vom 7. März 2010 und vom 13. Juni
2010 geht zur Kenntnisnahme an die Beschwerdeführerin.
5.
Dieses Urteil geht an:
- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Doppel der
Duplik vom 17. Juni 2010 samt Stellungnahmen des ärztlichen
Dienstes vom 7. März 2010 und vom 13. Juni 2010)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Stefan Mesmer Marc Wälti
Seite 4
C-6694/2009
Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110)
gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung
mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der
angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die
beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42
BGG).
Versand:
Seite 5