Abtei lung II I
C-711/2008
{T 0/2}
U r t e i l v o m 1 4 . A u g u s t 2 0 0 8
Richter Michael Peterli (Vorsitz),
Richter Francesco Parrino,
Richter Jürg Kölliker,
Gerichtsschreiberin Sandra Tibis.
T._______, Deutschland,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,
1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Invalidenrente.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
C-711/2008
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,
dass die Eidgenössische Invalidenversicherung, IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle), mit Verfügung vom
15. Januar 2008 ([Vorinstanz] act. 53) das Leistungsbegehren von
T._______ mangels rentenbegründender Invalidität abgewiesen hat;
dass T._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) gegen die Verfügung
vom 15. Januar 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
erhoben und sinngemäss beantragt hat, es sei ihm eine Rente
zuzusprechen;
dass die IV-Stelle mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2008 beantragt
hat, die Beschwerde gutzuheissen und die Sache an die Verwaltung
zur Anordnung einer pluridisziplinären Untersuchung in einer MEDAS
in der Schweiz zurückzuweisen;
dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung
mit Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über
die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) zur Beurteilung von Be-
schwerden gegen Verfügungen von Vorinstanzen gemäss Art. 33 und
34 VGG zuständig ist;
dass die IV-Stelle eine Vorinstanz gemäss Art. 33 lit. d VGG ist und
vorliegend keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt;
dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes
vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist;
dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht
wurde (Art. 60 ATSG und Art. 52 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021])
und somit darauf einzutreten ist;
dass die IV-Stelle aufgrund des Berichtes ihres Medizinischen Diens-
tes vom 23. Mai 2008 (Dr. H._______; act. 55) eine pluridisziplinäre
Neubeurteilung des Beschwerdeführers als angezeigt erachtet und
somit die Rückweisung der Sache an die Verwaltung beantragt;
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dass sich der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 4. Juli
2008 explizit gegen eine erneute Begutachtung ausspricht und einen
Entscheid aufgrund der vorliegenden Gutachten beantragt;
dass in Übereinstimmung mit der Stellungnahme von Dr. H._______
festzustellen ist, dass namentlich neuropsychologische Testresultate
oder andere somatische Untersuchungsbefunde für das Vorliegen
einer organischen Hirnerkrankung fehlen und die weiteren ärztlichen
Gutachten divergent sind;
dass der Sachverhalt mit den vorhandenen Gutachten ungenügend
festgestellt ist und das Bundesverwaltungsgericht daher nicht in der
Lage ist, aufgrund der vorliegenden Akten einen Entscheid in der Sa-
che zu fällen;
dass die Beschwerde daher teilweise gutzuheissen und die Sache zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Art. 61 Abs. 1
VwVG), verbunden mit der Anweisung, den Beschwerdeführer im
Sinne der Ausführungen von Dr. H._______ (act. 55, in fine) in einer
MEDAS pluridisziplinär begutachten zu lassen und anschliessend in
der Sache neu zu verfügen;
dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind (Art. 63 Abs. 1 und 2
VwVG) und demzufolge der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 400.-- auf ein von ihm anzugebendes Konto zurück-
zuerstatten ist;
dass dem Beschwerdeführer, der sich nicht anwaltlich vertreten liess
und dem auch sonst keine notwendigen und verhältnismässig hohen
Kosten entstanden sind, für das Beschwerdeverfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht somit keine Parteientschädigung zuzusprechen
ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 4 des
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und die angefochtene
Verfügung vom 15. Januar 2008 wird aufgehoben.
2.
Die Sache wird zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen an
die Vorinstanz zurückgewiesen.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerde-
führer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird die-
sem nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Der
Beschwerdeführer wird aufgefordert, dem Bundesverwaltungsgericht
die gewünschte Zahlungsstelle bekannt zu geben.
4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
5.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Michael Peterli Sandra Tibis
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim
Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind.
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).
Versand:
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