B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung III
C-7614/2014
Ur t e i l vom 2 3 . M a i 2 0 1 7
Besetzung
Richterin Franziska Schneider (Vorsitz),
Richter Vito Valenti, Richter Christoph Rohrer,
Gerichtsschreiber Roger Stalder.
Parteien
A._______, Kosovo,
vertreten durch lic. iur. Xhemajl Aliu, Büro Fenix,
Rr. Kaqaniku 19/1, XZ-10000 Pristina,
Zustelladresse: c/o B._______, Schweiz
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,
Vorinstanz.
Gegenstand
Invalidenversicherung, Rentenanspruch,
Verfügung vom 2. Juli 2014.
C-7614/2014
Seite 2
Sachverhalt:
A.
A.a
Der 1979 geborene, seit September 2012 (vgl. Bst. B.b hiernach) in seiner
Heimat Kosovo wohnhafte A._______ (im Folgenden: Versicherter oder
Beschwerdeführer) war ab 1. Februar 2007 in der Schweiz als Bauarbeiter
erwerbstätig und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (im
Folgenden: Suva) obligatorisch unfallversichert. Am 26. April 2007 erlitt der
Versicherte einen Betriebsunfall. Er zog sich eine Scaphoidfraktur der rech-
ten Hand zu, die konservativ versorgt wurde und aus welcher eine vollstän-
dige Arbeitsunfähigkeit resultierte (Akten [im Folgenden: act.] der Suva 1/4
28 und 34, 2/4 438 und 439, 445, 455 und 454; Unfall-Nr. […]). Am 8. Juli
2007 schloss die Suva diesen Fall ab (Suva-act. 1/4 127).
A.b
Zufolge persistierender Beschwerden (Rückfall betreffend den Unfall vom
26. April 2007) im März 2009 mit erneuter Arbeitsunfähigkeit war der Ver-
sicherte vom 8. bis 12. September 2009 im Spital C._______ hospitalisiert.
Nachdem die Ärzte am 9. September 2009 eine Scapoidrekonstruktion
rechts durchgeführt hatten (Suva-act. 1/4 53 bis 57), erfolgte am 2. Dezem-
ber 2009 die Kirschnerdrahtentfernung (Suva-act. 2/4 379 und 380). Am
8. Juli 2010 erliess die Suva betreffend die Handgelenksverletzung eine
Verfügung, mit welcher dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von
7.5 % eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 8‘010.- zugespro-
chen wurde (Suva-act. 1/4 138 und 140 bis 142).
A.c
Am 27. Mai 2010 zog sich der Versicherte anlässlich eines weiteren Ar-
beitsunfalls ein Kompartmentsyndrom der Peroneus- und Tibialis-anterior-
Loge am Unterschenkel links zu; diesbezüglich erfolgten am 27. und
30. Mai 2010 operative Massnahmen (antero-laterale Dermatofasziotomie
Unterschenkel links, Sekundärnaht Unterschenkel links; Suva-act. 1/4 129
und 130, 226, 2/4 245 bis 247, 254; Unfall-Nr. […]). Nachdem der Versi-
cherte bis und mit 11. Juli 2010 voll resp. teilweise arbeitsunfähig gewesen
war (Suva-act. 1/4 129, 154 bis 155 und 1/4 226), erfolgte am 19. Oktober
2010 eine kreisärztliche Untersuchung (Suva-act. 1/4 121 bis 126).
A.d
Mit Datum vom 27. Mai 2011 stürzte der Versicherte von einer Leiter (Un-
fall-Nr. […]; Suva-act. 1/4 203 und 212). Im diesbezüglichen Spitalbericht
C-7614/2014
Seite 3
vom 30. Mai 2011 wurden eine leichte traumatische Hirnverletzung, eine
Schulterkontusion rechts sowie eine Handgelenkskontusion rechts diag-
nostiziert (Suva-act. 1/4 201 und 202). Zusätzlich wurde am 28. Juni 2011
die Diagnose einer dystonen Bewegungsstörung auf der linken Seite bei
noch unklarer Aetiologie gestellt (Suva-act. 2/4 472 bis 473). Nach mehre-
ren kreisärztlichen Beurteilungen vom 29. November 2011, 27. März, 25.
September und 15. November 2012 (Suva-act. 3/4 231 bis 233, 265 bis
268, 324 bis 332, 397 bis 400) sowie einer am 5. März 2012 durchgeführten
neurologischen Untersuchung (Suva-act. 3/4 347 bis 357) schätzte die
Suva den Integritätsschaden neu auf 18 % (Suva-act. 3/4 262 bis 263); die
entsprechende Verfügung, mit welcher auch der Anspruch auf eine Invali-
denrente abgewiesen wurde, datiert vom 5. Dezember 2012 (Suva-act. 3/4
544 bis 547) und trat – soweit aus den Akten ersichtlich – unangefochten
in Rechtskraft.
B.
B.a
Am 15. Juni 2009 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte bei der
IV-Stelle des Kantons Zürich (im Folgenden: IV-Stelle ZH) zum Bezug von
Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an (act. der IV-
Stelle ZH [im Folgenden: IV-act.] 2). Nach Vorliegen des Fragebogens für
Arbeitgebende vom 12. August 2009 (IV-act. 5) und ärztlicher Unterlagen
(IV-act. 6 bis 12) teilte die IV-Stelle ZH dem Versicherten am 4. September
2009 mit, berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (IV-act. 13). Da
der Versicherte ab dem 12. Juli 2010 wieder seiner früheren Tätigkeit beim
bisherigen Arbeitgeber nachgegangen war, informierte die IV-Stelle ZH
dem Versicherten mit Mitteilung vom 7. März 2011, er sei rentenausschlies-
send eingegliedert und die Arbeitsvermittlung sei erfolgreich abgeschlos-
sen (IV-act. 24).
B.b
Mit Datum vom 15. Juli 2011 ging das am 13. Juli 2011 vom behandelnden
Arzt und vom Versicherten unterzeichnete Formular „Früherfassung“ bei
der IV-Stelle ZH ein (IV-act. 28). Nach Erstellung des entsprechenden Pro-
tokolls am 16. August 2011 (IV-act. 29a) erhielt die IV-Stelle ZH am
14. September 2011 Kenntnis des vom 27. August 2011 datierenden An-
meldeformulars Berufliche Integration/Rente (IV-act. 33). Nachdem die IV-
Stelle ZH im Besitz des Formulars für Arbeitgebende vom 10. Oktober 2011
(IV-act. 39) sowie der Arztberichte des Allgemeinmediziners Dr. med.
D._______ vom 7. Oktober 2011 (IV-act. 40) und der Neurologin Dr. med.
C-7614/2014
Seite 4
E._______ vom 17. November 2011 (IV-act. 43) war, leistete sie dem Ver-
sicherten am 25. November 2011 Kostengutsprache für Frühinterventions-
massnahmen in Form eines Sprachausbildungskurses (IV-act. 44); diese
Massnahme wurde am 1. Februar und 13. April 2012 jeweils verlängert (IV-
act. 49 und 52). Ebenfalls am 13. April 2012 wurde dem Versicherten be-
treffend Rente eine Verfügung in Aussicht gestellt und darüber informiert,
dass eine Arbeitsvermittlung nicht möglich sei (IV-act. 53). Wegen Ablaufs
der Aufenthaltsbewilligung musste der Versicherte die Schweiz per
15. September 2012 verlassen (IV-act. 57 bis 61).
B.c
Nachdem die IV-Stelle ZH am 15. Februar 2013 einen Einkommensver-
gleich erstellt (IV-act. 68) und am 19. Februar 2013 Feststellungsblätter für
den Beschluss verfasst hatte (IV-act. 67), erliess sie ebenfalls am 19. Feb-
ruar 2013 einen Vorbescheid, mit welchem dem Versicherten mit Wirkung
ab 1. Mai bis 30. September 2012 eine befristete ganze IV-Rente in Aus-
sicht gestellt wurde (IV-act. 69). Nachdem der Versicherte hiergegen unter
Beilage eines Arztberichts am 5. März 2013 seine Einwendungen vorge-
bracht hatte (act. 72 bis 74), überwies die IV-Stelle ZH die Akten am 3. April
2013 an die Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland (im
Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz; IV-act. 76).
B.d
Mit Datum vom 17. Dezember 2013 erliess die IVSTA einen Vorbescheid,
mit welchem sie denjenigen der IV-Stelle ZH vom 19. Februar 2013 annu-
lierte und den Versicherten vom Rentenanspruch vom 1. Mai bis Ende Sep-
tember 2012 in Kenntnis setzte (act. der IVSTA [im Folgenden: IVSTA-act.]
4). Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch lic. iur. Aliu Xhemajl,
mit Schreiben vom 20. Januar 2014 unter Beilage eines ärztlichen Doku-
ments seine Einwendungen vorbringen (IVSTA-act. 5 bis 8). Daraufhin gab
Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom IV-internen me-
dizinischen Dienst am 27. Februar 2014 eine Stellungnahme ab (IVSTA-
act. 12). Nachdem dieser Facharzt am 14. April 2014 erneut Stellung be-
zogen hatte (IVSTA-act. 16), erliess die IVSTA am 5. Mai 2014 einen dem
Vorbescheid vom 17. Dezember 2013 im Ergebnis entsprechenden Be-
schluss (IVSTA-act. 21); die entsprechende Verfügung datiert vom 2. Juli
2014 (IVSTA-act. 20 und 22 bis 24).
C.
Hiergegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter beim Bun-
desverwaltungsgericht mit Eingabe vom 7. August 2014 (Eingangsstempel:
C-7614/2014
Seite 5
13. August 2014) Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Verfü-
gung vom 2. Juli 2014 aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen,
ihm eine ganze IV-Rente über den 30. September 2012 hinaus auszurich-
ten. Weiter wurde sinngemäss beantragt, es sei die Leistungspflicht der
Suva festzustellen (act. im Beschwerdeverfahren C-4486/2014 [im Folgen-
den: B-act.] 1).
Im Rahmen der Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, der Un-
fall vom 26. April 2007 habe das Erwerbsleben des Beschwerdeführers
praktisch ruiniert, dies insbesondere in Verbindung mit der neurologischen
Beeinträchtigung. Die psychische Beeinträchtigung habe eine 100%ige Er-
werbsunfähigkeit auf dem Bau verursacht. Zu klären bleibe auch, inwieweit
die Suva leistungspflichtig sei. Umstritten sei auch das Ergebnis der ärztli-
chen Untersuchung der IV-Stelle ZH vom 4. Juni 2012. Schliesslich werde
die Auffassung vertreten, dass der Rentenanspruch (Versicherungsfall) vor
dem 31. März 2010 eingetreten sei.
D.
Mit Schreiben vom 22. August 2014 wurde der Beschwerdeführer aufge-
fordert, dem Bundesverwaltungsgericht innert Frist eine schweizerische
Korrespondenzadresse bekannt zu geben (B-act. 2); dieser Aufforderung
kam der Beschwerdeführer nach (B-act. 3).
E.
In ihrer Vernehmlassung vom 19. November 2014 beantragte die
Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 5).
Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, die IV-Stelle ZH habe
sich anhand der umfangreichen Abklärungen seitens der Suva ein deutli-
ches und nachvollziehbares Bild der arbeitsmedizinischen Beurteilung bil-
den (Feststellungsblatt vom 19. Februar 2013) und in Anlehnung an die
Beurteilung der Suva entsprechende Aussagen zur verbliebenen Arbeits-
fähigkeit machen können. Obwohl sich der beurteilende IV-Arzt am
27. Februar und 14. April 2014 hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts
sowie des arbeitsmedizinischen Krankheitsverlaufs kein schlüssiges Bild
habe bilden können, sei festzuhalten, dass der Versicherte bis zu seinem
Unfall am 27. Mai 2011 gearbeitet habe. Gemäss einhelliger IV-ärztlicher
Beurteilung sei ab diesem Zeitpunkt eine gänzliche Arbeitsfähigkeit (recte:
Arbeitsunfähigkeit) in sämtlichen Tätigkeiten eingetreten bzw. sei der An-
spruchsbeginn nach Ablauf der einjährigen Wartezeit am 27. Mai 2012 ein-
C-7614/2014
Seite 6
getreten. Der Beschwerdeführer habe die Schweiz mit dem Niederlas-
sungsziel Kosovo am 15. September 2012 verlassen. Es sei rechtmässig,
dass das Sozialversicherungsabkommen mit Kosovo ab dem 1. April 2010
nicht weitergeführt werde. Dies habe zur Folge, dass Staatsangehörige
des Kosovos nach dem 31. März 2010 als Nichtvertragsausländer gelten
würden. Renten der IV seien nach diesem Zeitpunkt nicht mehr ins Ausland
exportierbar, was bedeute, dass wesentliche Verschlechterungen, die nach
dem besagten Datum eingetreten seien, nicht mehr zu berücksichtigen
seien. Einzig die Besitzstandsgarantie ermögliche weiterhin die Ausrich-
tung der bisher gewährten IV-Renten nach dem besagten Kündigungsda-
tum.
F.
In seiner Replik vom 5. Januar 2015 liess der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren festhalten und weitere Ausführungen machen (B-act. 8).
G.
In ihrer Duplik vom 11. März 2015 hielt die Vorinstanz an ihren vernehm-
lassungsweise gemachten Ausführungen fest und beantragte weiterhin die
Abweisung der Beschwerde (B-act. 12).
H.
Mit Zwischenverfügung vom 28. Juli 2016 wurde der Beschwerdeführer un-
ter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten) aufgefordert, einen Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskos-
ten zu leisten, wobei diese Verfügung dem Rechtsvertreter X. Aliu, Pristina
(Kosovo) zugestellt wurde (B-act. 13 und 14).
I.
Mit Zwischenverfügung vom 22. August 2016 wurde diejenige vom 28. Juli
2016 aufgehoben und die neue Verfügung betreffend Kostenvorschuss an
die Zustelladresse in der Schweiz verschickt (B-act. 15 und 16).
J.
Nach einer gerichtsinternen Meldung über die Nichtleistung dieses Kosten-
vorschusses (B-act. 17) erliess das Bundesverwaltungsgericht im Be-
schwerdeverfahren C-4486/2014 am 26. September 2016 einen Nichtein-
tretensentscheid (B-act. 18 bis 21).
K.
Nachdem sich nachträglich herausgestellt hatte, dass der Verfahrenskos-
tenvorschuss in der Höhe Fr. 800.- fristgerecht geleistet worden war (B-act.
C-7614/2014
Seite 7
22), hat das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführer mit Brief
vom 11. Oktober 2016 auf dieses Versehen und auf die Möglichkeit der
Beschwerde an das Bundesgericht aufmerksam gemacht (B-act. 23).
L.
Daraufhin gelangte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Ein-
gabe vom 2. Oktober 2016 ans Bundesgericht (B-act. 24). Dieses hob auf
Antrag des Bundesverwaltungsgerichts mit Urteil vom 25. November 2016
in Gutheissung der Beschwerde den Entscheid vom 26. September 2016
auf und wies die Sache an das Bundesverwaltungsgericht zurück (B-act.
26 und 27).
M.
In der Folge wird das Beschwerdeverfahren C-4486/2014 unter der Verfah-
rensnummer C-7614/2014 weitergeführt.
N.
Mit Verfügung vom 9. Februar 2017 wurde der REVOR Sammelstiftung
Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, wobei innert der gesetzten
Frist bis zum 13. März 2017 keine Stellungnahme eingegangen ist.
O.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien
ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-
fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz
des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die In-
validenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sachge-
biet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG).
C-7614/2014
Seite 8
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).
Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-
gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-
rungen anwendbar, wenn und soweit es die einzelnen Sozialversiche-
rungsgesetze vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG
auf die IV anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrück-
lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemei-
nen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels
anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen
Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung
Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a
in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Als Adressat der
angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2014 (IVSTA-act. 20 und 22 bis 24)
ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Nachdem auch der
Kostenvorschuss von Fr. 800.- fristgerecht geleistet wurde, ergibt sich zu-
sammenfassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf
die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten (vgl. E. 1.4.3 hiernach).
1.4
1.4.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bil-
det die Verfügung vom 2. Juli 2014, mit welcher die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer eine vom 1. Mai bis 30. September 2012 befristete ordent-
liche ganze IV-Rente zugesprochen hat.
1.4.2 Beschwerdeweise wurde in materieller Hinsicht insbesondere bean-
tragt, es sei die Verfügung vom 2. Juli 2014 aufzuheben und die Vorinstanz
sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer auch über den 30. September
2012 hinaus eine ganze IV-Rente auszurichten. Aufgrund dieser Rechts-
begehren ist streitig und zu prüfen, ob die Vorinstanz die ab Mai 2012 zu-
gesprochene IV-Rente des Beschwerdeführers zu Recht per Ende Sep-
tember 2012 befristet hat. Weiter ist mit Blick auf die Vorbringen des
C-7614/2014
Seite 9
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers zu prüfen, ob der Versicherungs-
fall bereits vor dem 31. März 2010 eingetreten ist.
1.4.3 Mangels örtlicher, sachlicher und funktioneller Zuständigkeit ist auf
den Antrag auf Feststellung der Leistungspflicht der Suva nicht einzutreten.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht
einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).
2.
Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren anwendbaren Nor-
men und Rechtsgrundsätze darzustellen.
2.1 Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blieben
zunächst die Bestimmungen des Abkommens vom 8. Juni 1962 zwischen
der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepub-
lik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR 0.831.109.818.1; im Folgen-
den: schweizerisch-jugoslawisches Sozialversicherungsabkommen) für
alle Staatsangehörigen des ehemaligen Jugoslawiens anwendbar (BGE
126 V 198 E. 2B, 122 V 381 E. 1 mit Hinweis). Zwischenzeitlich hat die
Schweiz mit Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien,
Slowenien, Mazedonien), nicht aber mit den Republiken Serbien bzw.
(nach dessen Unabhängigkeitserklärung) Kosovo, neue Abkommen über
Soziale Sicherheit abgeschlossen. Mit dem Kosovo wird das Sozialversi-
cherungsabkommen mit Jugoslawien seit dem 1. April 2010 nicht mehr wei-
tergeführt. Die Nichtweiterführung des Sozialversicherungsabkommens
mit Kosovo hat zur Folge, dass Staatsangehörige des Kosovos künftig
nicht mehr die Rechtsstellung als Vertragsausländerinnen und -ausländer
innehaben. Sie gelten neu als Nichtvertragsausländerinnen und -auslän-
der. Dieser Statuswechsel hat einerseits Auswirkungen auf die Anspruchs-
voraussetzungen (versicherungsmässige Voraussetzungen) und führt an-
derseits dazu, dass Renten der Invalidenversicherung von Staatsangehö-
rigen des Kosovos, die für den Zeitraum nach dem 31. März 2010 zuge-
sprochen werden, gemäss Art. 6 Abs. 2 Satz 2 IVG nicht mehr ins Ausland
exportierbar sind. Sie werden nurmehr innerhalb der Schweiz gewährt. Die
laufenden Renten geniessen demgegenüber gemäss Art. 25 des Sozial-
versicherungsabkommens den Besitzstand (vgl. dazu BGE 139 V 263 so-
wie 139 V 335 E. 6.2). Für den Beschwerdeführer als Bürger der Republik
C-7614/2014
Seite 10
Kosovo findet demnach das schweizerisch-jugoslawische Sozialversiche-
rungsabkommen vom 8. Juni 1962 nur noch insoweit Anwendung, als
Sachverhalte zu beurteilen sind, die sich vor dem 1. April 2010 ereignet
haben. Nach Art. 2 dieses Abkommens stehen die Staatsangehörigen der
Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten aus den in Art. 1 genannten
Rechtsvorschriften, zu welchen die schweizerische Bundesgesetzgebung
über die Invalidenversicherung gehört, einander gleich, soweit nichts an-
deres bestimmt ist. Da vorliegend keine abweichenden Bestimmungen zur
Anwendung gelangen, bestimmt sich der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung gemäss
vorstehender Ausführungen auf Grund des IVG, der Verordnung über die
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201), des ATSG
sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11).
2.2 Im vorliegenden Verfahren finden grundsätzlich jene Vorschriften An-
wendung, die im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom
2. Juli 2014 in Kraft standen; weiter aber auch solche, die zu jenem Zeit-
punkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung ei-
nes allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (das
IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007
5129; 5. IV-Revision]; die IVV in der entsprechenden Fassung der 5. IV-
Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). Mit Blick auf das Datum der an-
gefochtenen Verfügung (2. Juli 2014) gelangen allenfalls auch die Normen
des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils
der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) zur Anwendung.
2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung
hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG, vgl. auch E. 2.4
hiernach) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorge-
sehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenver-
sicherung (AHV/IV) geleistet hat, d.h. während mindestens eines vollen
Jahres gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden
bzw. während mindestens drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab
1. Januar 2008 geltenden Fassung. Diese Bedingungen müssen kumulativ
gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die
andere erfüllt ist. Der Beschwerdeführer hat unbestrittenermassen wäh-
rend mehr als drei Jahren Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenversicherung geleistet (IVSTA-act. 23 S. 2 bis 4
und IVSTA-act. 22 S. 2), so dass die Voraussetzung der Mindestbeitrags-
dauer für den Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente sowohl gemäss
C-7614/2014
Seite 11
Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden als auch laut
Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist.
2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und
nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-
ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit,
sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff
enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren
Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-
keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER,
ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist
die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben-
bereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei-
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7
ATSG).Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-
len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2; 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2
S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies
ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V
279 E. 3.2.1). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische
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Seite 12
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE
141 V 281 E. 2.1).
2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht
der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes-
tens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 %
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht An-
spruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab
2008 geltenden Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von
weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die
ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz
haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende
Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben.
Nach der Rechtsprechung stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszah-
lungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar
(BGE 121 V 275 E. 6c).
2.7 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden kön-
nen (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4).
Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
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Seite 13
Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165
E. 3.3.2).
3.
Mit Blick auf die rentenabweisende Verfügung der Suva vom 5. Dezember
2012 (Suva-act. 3/4 544 bis 547) ist in koordinationsrechtlicher Hinsicht
vorab festzuhalten, dass die IV-Stellen und die Unfallversicherer die Inva-
liditätsbemessung in jedem Einzelfall selbstständig vorzunehmen haben.
Keinesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung mit der blossen
Übernahme des IV-Grads des Unfallversicherers bzw. der IV-Stelle begnü-
gen (BGE 126 V 288 E. 2d). Die Invaliditätsschätzung der Invalidenversi-
cherung entfaltet gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung
(vgl. BGE 131 V 362), was auch in umgekehrter Hinsicht gilt (BGE 133 V
549 E. 6). Aufgrund dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung war die
Vorinstanz beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2014
grundsätzlich nicht an die von der Suva vorgenommene Invaliditätsbemes-
sung gebunden.
4.
Es ist unter den Parteien unbestritten, dass der Beschwerdeführer die
Schweiz per 15. September 2012 verlassen musste und sich in seiner Hei-
mat – der Republik Kosovo – niederliess (IV-act. 61; vgl. auch Bst. F. hier-
vor). Die Vorinstanz sprach dem Beschwerdeführer mit der angefochtenen
Verfügung vom 2. Juli 2014 rückwirkend per 1. Mai 2012 – als der Be-
schwerdeführer noch in der Schweiz wohnhaft gewesen war – eine befris-
tete ordentliche IV-Rente zu. Die versicherungsmässigen Voraussetzun-
gen für die Ausrichtung einer Rente waren mithin ab Anfang Mai 2012 ge-
geben. Der auch im vorliegenden Fall geltende Grundsatz, dass in zeitli-
cher Hinsicht regelmässig diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die
bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung ha-
ben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1; BGE 127 V 466 E. 1), führt vorliegend zum
Schluss, dass im Moment der Entstehung des Rentenanspruchs am 1. Mai
2012 das Sozialversicherungsabkommen für den Beschwerdeführer keine
Gültigkeit mehr hatte. Da dieses Abkommen auf den Beschwerdeführer in-
tertemporalrechtlich somit keine Anwendung findet, ist gemäss Art. 6 Abs.
2 Satz 2 IVG ein Rentenexport ins Ausland über den 30. September 2012
hinaus unzulässig (vgl. zum Ganzen auch E. 2.1 hiervor). Unter diesen
Umständen ist auch der Rentenanspruch über diesen Zeitpunkt hinaus
C-7614/2014
Seite 14
nicht mehr zu prüfen und in diesem Zusammenhang keine polydisziplinäre
Begutachtung – im Rahmen welcher aufgrund des finalen Charakters der
Invalidenversicherung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2007 vom
22. Juni 2007; vgl. auch BGE 120 V 95 E. 4c.) sämtliche und nicht bloss
die unfallkausalen Leiden zu berücksichtigen wären – in Auftrag zu geben,
wie dies Dr. med. F._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, im Bericht
vom 27. Februar 2014 empfohlen hatte (IVSTA-act. 12).
4.1
Mit Blick auf die Ausführungen des Rechtsvertreters ist nachfolgend ergän-
zend zu prüfen, ob der Rentenanspruch vor dem 31. März 2010 eingetreten
ist.
4.1.1 Am 26. April 2007 erlitt der Versicherte einen Arbeitsunfall; er stol-
perte beim Eisenlegen und zog sich dabei eine nicht dislozierte Scaphoid-
fraktur der rechten Hand zu, welche mit konservativer Therapie versorgt
wurde (Suva-act. 2/4 438 und 439, 445 und 454). Ab 16. Mai bis und mit
27. Juni 2007 wurde ihm eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(Suva-act. 2/4 455). Gemäss Verlaufsblatt des Spitals C._______ vom 28.
Juni 2007 hatte der Versicherte angegeben, den Gips selbstständig ent-
fernt zu haben. Er sei subjektiv schmerzfrei und möchte wieder arbeiten.
Trotz des Angebots, mit dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit sowie die
Möglichkeit für ein Taggeld zu besprechen, habe der Versicherte sämtliche
Vorschläge und Therapiemöglichkeiten ausdrücklich abgelehnt und eine
Verzichtserklärung unterschrieben (Suva-act. 1/4 32). Dem Verlaufsblatt
des Spitals C._______ vom 8. August 2007 ist überdies zu entnehmen,
dass der Versicherte seither seine Arbeit als Bauarbeiter weitergeführt
habe (Suva-act. 1/4 30).
4.1.2 Im Bericht des Spitals C._______ vom 24. März 2009 wurden eine
Scaphoid-Pseudoarthrose rechts mit radiologischem Verdacht auf Nekrose
des proximalen Scaphoidpols sowie einen Status nach einer Scaphoidfrak-
tur (konservative Therapie) vom 24. April 2007 diagnostiziert. Weiter wurde
erwähnt, der Versicherte habe Schmerzen im rechten Handgelenk bei der
Arbeitsbelastung seit dem Ereignis im April 2007 resp. seit Wiederauf-
nahme der Arbeitstätigkeit nach Gipsabnahme. Häufig komme es zu ein-
schiessenden plötzlichen Schmerzsensationen und entsprechender Kraft-
losigkeit. Bei vielen Manipulationen könne der Versicherte durch Ausweich-
bewegungen genügend Kraft entwickeln und habe bis jetzt zu 100 % als
C-7614/2014
Seite 15
Bauhilfsarbeiter gearbeitet. Vorerst bleibe der Versicherte in vollem Um-
fang arbeitsfähig, auch wenn er dabei die bekannten Schmerzen habe
(Suva-act. 1/4 26 und 27).
4.1.3 Vom 8. bis 12. September 2009 war der Versicherte im Spital
C._______ hospitalisiert (Suva-act. 1/4 53). Im Operationsbericht vom 9.
September 2009 wurde erwähnt, seit der Fraktur im Jahr 2007 habe der
Versicherte stets zu 100 % als Mitarbeiter auf der Baustelle gearbeitet und
dabei das Handgelenk stark belastet. Die Ärzte führten eine Scaphoidre-
konstruktion rechts mit Einsatz eines vaskularisierten Spans vom distalen
Radius (Technik nach Zaidenberg; Osteosynthese mit Kirschnerdrähten)
durch (Suva-act 1/4 55 und 56). Dem Versicherten wurde am 24. Novem-
ber 2009 vom Spital C._______ eine Arbeitsunfähigkeit von weiterhin
100 % attestiert (Suva-act. 1/4 45). Im Operationsbericht vom 2. Dezember
2009 wurden ein Status nach einer Scaphoidrekonstruktion rechts mit Ein-
satz eines vaskularisierten Spans vom distalen Radius vom 9. September
2009 bei Scaphoid-Pseudoarthrose rechts (Unfalldatum 26. April 2007) so-
wie einen Status nach diagnostischer Handgelenksarthroskopie rechts
vom 24. April 2009 diagnostiziert (Suva-act. 1/4 43).
4.1.4 Am 27. Mail 2010 zog sich der Versicherte unfallbedingt ein „Kom-
partmentsyndrom der Peroneus- und Tibialis-anterior-Loge Unterschenkel
links“ zu. In der Folge war er ab dem Unfalldatum bis und mit 6. Juli 2010
zu 100 % und vom 7. bis 11. Juli 2010 zu 50 % arbeitsunfähig; ab dem
12. Juli 2010 bestand erneut eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 1/4
129, 154 bis 155; Suva-act. 2/4 246). Anlässlich der kreisärztlichen Unter-
suchung vom 19. Oktober 2010 führte Dr. med. G._______, Facharzt FMH
für Physikalische Medizin und Rehabilitation, aus, mit den Befunden und
Symptomen sei zwar aktuell eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Bauhilfsar-
beiter möglich. Mittel- bis langfristig lasse sich in dieser angestammten Tä-
tigkeit jedoch keine Perspektive erkennen. Mit fortschreitender Arthrose ra-
dioskaphoidal sei mit einer Arbeitsunfähigkeit bezüglich der Tätigkeit als
Bauhilfsarbeiter zu rechnen. Auffallend sei die linksseitige neurologische
Symptomatik. Im Dossier seien keine analogen Befunde beschrieben. Er,
Dr. med. G._______, empfehle deshalb eine neurologische Abklärung
(Suva-act. 1/4 121 bis 124). Am 9. November 2010 wurde dem Versicher-
ten ärztlicherseits eine Verordnung für Schuhe mitgegeben (Suva-act. 1/4
117). In einer Aktennotiz betreffend das Telefongespräch vom 12. Novem-
ber 2010 mit der Praxis von Dr. med. D._______ hielt die Suva fest, der
Versicherte habe keinen orthopädisch verordneten Schuh und keine neu-
C-7614/2014
Seite 16
rologische Untersuchung gewollt (Suva-act. 1/4 116). Ebenfalls am 12. No-
vember 2010 gab der Versicherte an, es stimme nicht, dass er keine neu-
rologische Abklärung wünsche. Im Weiteren habe er die Schuhe bezogen
(Suva-act. 1/4 115).
4.1.5 Nachdem sich der Versicherte am 5. Mai 2011 eine Distorsion des
rechten Handgelenks zugezogen und am 27. Mai 2011 von einer zirka zwei
Meter hohen Leiter gestürzt war, war er bis am 29. Mai 2011 hospitalisiert.
Der Verlauf war komplikationslos und die radiologische Überwachung un-
auffällig. Der Versicherte konnte in gutem Allgemeinzustand nach Hause
entlassen werden (Suva-act. 1/4 201, 202 und 212, Suva-act. 2/4 260 und
261). Am 28. Juni 2011 diagnostizierte Dr. med. E._______, Facharzt für
Neurologie, eines dystone Bewegungsstörung auf der linken Seite, noch
unklarer Aetiologie. Weiter berichtete Dr. med. E._______, möglicherweise
stünden die Unfälle im Zusammenhang mit dieser Bewegungsstörung. Zur
weiteren Abklärung habe er ein MRI des Schädels in Auftrag gegeben
(Suva-act. 2/4 472 und 473). Am 17. August 2011 berichtete Dr. med.
E._______, nach wie vor könne sie anamnestisch kein plötzliches Auftre-
ten der Bewegungsstörung eruieren. Es müsse davon ausgegangen wer-
den, dass eine schleichende Zunahme vorliege. Das EEG sei nicht ganz
unauffällig, jedoch könne sie den Befund mit dem Befund im MRI nicht mit
Sicherheit in Einklang bringen (Suva-act. 2/4 479 und 480). Am 15. Novem-
ber 2011 führte Dr. med. E._______ aus, neben diversen orthopädischen
Problemen, welche offenbar nicht so richtig bessern wollten, bestehe auch
die deutliche neurologische Störung. Die neurologische Symptomatik sei
zur Zeit stabil, die dystone Bewegungsstörung müsste aber intensiv thera-
peutisch angegangen werden (Suva-act. 2/4 515).
4.1.6 Im Rahmen der neurologischen Beurteilung vom 5. März 2012 führte
Dr. med. H._______, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie und Psycho-
therapie, zusammengefasst aus, die Suva-versicherten Unfälle seit dem
Jahr 2007 hätten nicht zu einer relevanten dauerhaften organischen Schä-
digung des peripheren oder Zentralnervensystems geführt. Bezüglich der
bekannten Unfälle seien auf neurologischem Gebiet keine weiteren Abklä-
rungen erforderlich; sie liessen keine bisher nicht bekannten organischen
neurologischen Unfallfolgen erwarten. Mit neurologischen Unfallfolgen
könne beim Versicherten keine leistungsmässige oder zeitliche Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit oder in einer Ver-
weistätigkeit begründet werden. Bezüglich der wahrscheinlich krankheits-
bedingten neurologischen Störung des Versicherten seien zu Lasten der
C-7614/2014
Seite 17
Krankenversicherung fachärztlich-neurologische ambulante Verlaufsunter-
suchungen zu empfehlen (Suva-act. 4/4 48 bis 58).
4.1.7 Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 27. März 2012 be-
richtete Dr. med. I._______, Facharzt für Chirurgie, betreffend den ersten
Unfall bestehe eine Bewegungseinschränkung und eine verminderte Be-
lastungstoleranz des rechten Handgelenks nach einer Skaphoidrekon-
struktion rechts am 9. September 2009 infolge einer Skaphoidfraktur am
26. April 2007. Weitere Abklärungen oder besondere therapeutische Mas-
snahmen seien nicht erforderlich. Der am 29. Juni 2010 geschätzte Integ-
ritätsschaden von 7.5 % sei nach wie vor korrekt taxiert. Betreffend den
Unfall vom 27. Mai 2010 führte Dr. med. I._______ aus, der Versicherte
weise einen flüssigen, hinkfreien Barfussgang auf in allen drei Positionen.
Eine Schwellung lasse sich nicht beobachten. Der Endzustand sei erreicht,
besondere Massnahmen seien nicht erforderlich. Hinsichtlich des dritten
Unfallereignisses vom 27. Mai 2011 erwähnte Dr. med. I._______, nahelie-
gend sei eine Impingementsymptomatik, obwohl der zuständige Radiologe
eine nicht dislozierte Tuberculum-malus-Abrissfraktur diagnostiziert habe.
Besondere Abklärungen seien bisher nicht erfolgt. Er werde den Versicher-
ten nun in die Schulter-/Ellenbogensprechstunde an der J._______ für eine
Beurteilung und einen Therapievorschlag anmelden. Basierend auf den
fachärztlich-neurologischen Untersuchungen bei Dr. med. E._______ und
der bildgebenden Diagnostik nehme Dr. med. H._______ an, dass die Hirn-
veränderungen der rechten Hemisphäre des Versicherten bereits vor dem
ersten Suva-Versicherten Unfall vom 26. April 2007 vorgelegen hätten und
die nicht unfallbedingten Veränderungen in den rechtshemisphärischen ba-
salen Strukturen als Ursache der auf der linken Körperhälfte vorliegenden
Dystonie anzunehmen seien. Die Kausalität zu einem der Suva bekannten
Unfälle sei gemäss der Beurteilung von Dr. med. H._______ nicht wahr-
scheinlich. Für seine angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter sei eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (Suva-act. 4/4 8 bis 16).
4.1.8 In seinem Bericht vom 25. September 2012 führte Dr. med. I._______
zusammengefasst aus, aufgrund der Abklärungen an der J._______ sei
von einem Endzustand der unfallbedingten Verletzungen auszugehen. Zu-
mutbar sei eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit. Das Gewicht von zu
hebenden Lasten sei bis Taillenhöhe auf 15 kg und bis Brusthöhe auf 10 kg
limitiert. Überkopfarbeiten, die den Einsatz beider oberer Extremitäten er-
fordern würden, seien nicht mehr möglich. Repetitiv weit ausreichende Tä-
tigkeiten mit der rechten oberen Extremität seien nicht mehr durchführbar.
Tätigkeiten, die mit Impulswirkung verbunden seien, seien ungeeignet
C-7614/2014
Seite 18
(Suva-act. 3/4 265 bis 268). Mit Datum vom 15. November 2012 hielt Dr.
med. I._______ fest, die allgemeine Zumutbarkeitsbeurteilung behalte ihre
Gültigkeit und bedürfe keiner Änderung (Suva-act. 3/4 231 bis 233).
4.2
4.2.1 Mit Blick auf die vorstehend zusammengefasst wiedergegebenen
Unterlagen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer nach seiner am 24. Ap-
ril 2007 erlittenen Scaphoidfraktur ab spätestens Anfang Juli 2007 seine
angestammte Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter wieder voll aufgenommen hatte
(vgl. auch Suva-act. 1/4 34). Ab April 2007 bestand somit keine durch-
schnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit während eines Jahres
(ohne wesentlichen Unterbruch) nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (bis 31. De-
zember 2007: aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG).
4.2.2 Nichts anderes ergibt sich mit Blick auf die vom 24. April bis und mit
7. Mai 2009 attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für die Zeit ab
April 2009. Zu keinem anderen Ergebnis führen schliesslich auch die am
9. September 2009 erfolgten operativen Massnahmen, denn gemäss dem
am 22. März 2010 gescannten Unfallschein UVG war der Versicherte nur
vom 8. September 2009 bis und mit 18. März 2010 zu 100 % arbeitsunfä-
hig. Nachdem er ab 19. März 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit aufgewie-
sen hatte, wurde ihm ab 6. April 2010 keine Arbeitsunfähigkeit mehr attes-
tiert (Suva-act. 1/4 60; vgl. auch 61 und 62 und 148). Unter diesen Umstän-
den erfüllte der Beschwerdeführer die Anspruchsvoraussetzung von Art. 28
Abs. 1 lit. b IVG (bis 31. Dezember 2007: aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG) auch
ab April resp. September 2009 nicht.
4.2.3 Ab dem Unfallereignis vom 27. Mai 2011 (Sturz von der Leiter) wurde
dem Beschwerdeführer aufgrund der diversen orthopädischen und neuro-
logischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen (verminderte Belastungs-
toleranz des rechten Handgelenks, Impingement-Symptomatik, Bewe-
gungseinschränkung resp. –störung [Dystonie]) eine 100%ige Arbeitsunfä-
higkeit attestiert (Suva-act. 4/4 208). Nachdem ein Arbeitsversuch mit ei-
nem 50%igen Pensum am 14. Juni 2011 fehlgeschlagen hatte (Suva-act.
1/4 205 bis 208), war der Beschwerdeführer weiterhin vollständig arbeits-
unfähig (Suva-act. 1/4 213; Suva-act. 2/4 481; Suva-act. 4/4 30, 64 und
115 sowie Suva-act. 3/4 300, 315 und 380). Unter diesen Aspekten resp.
weil der Beschwerdeführer trotz offenbar schon länger bestehenden, mit
der Dystonie im Zusammenhang stehenden gesundheitlichen Veränderun-
gen bis Mai 2011 voll erwerbstätig war, trat der Versicherungsfall resp. der
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Seite 19
Beginn der IV-Rente beim Beschwerdeführer somit nach Ablauf der einjäh-
rigen gesetzlichen Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (bzw. aArt.
29 Abs. 1 lit. b IVG in der bis Ende Dezember 2003 gültig gewesenen Fas-
sung) am 27. Mai 2012 ein, was mit dem von der Vorinstanz im Rahmen
der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2014 (IVSTA-act. 20 und 22 bis
24) festgelegten Rentenbeginn übereinstimmt.
4.2.4 Zwar hatte der Beschwerdeführer aufgrund seiner am 26. April 2007
erlittenen Scaphoidfraktur und der am 9. September 2009 durchgeführten
Scaphoidrekonstruktion schon vor dem 27. Mai 2011 (Beginn der einjähri-
gen gesetzlichen Wartezeit) gesundheitliche Probleme zufolge Beschwer-
den im rechten Handgelenk bei Belastung, einschiessenden Schmerzsen-
sationen mit entsprechender Kraftlosigkeit und fortschreitender Arthrose,
die sich nachteilig ausgewirkt haben. Eine allenfalls dadurch reduziert er-
brachte Leistung ist für sich allein gesehen in aller Regel jedoch nicht aus-
reichend für die Bejahung einer erheblichen Beeinträchtigung der Arbeits-
fähigkeit von mindestens 20 % (vgl. hierzu AHI 1998 S. 124 E. 3c). Viel-
mehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medi-
zinischen Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist (SVR
2010 IV Nr. 17 S. 54 E. 5). Aufgrund der aktenkundigen, vorstehend zu-
sammengefasst wiedergegebenen ärztlichen Berichte ergibt sich denn
auch, dass der Beschwerdeführer zwischen den Phasen der attestierten
100%igen Arbeitsunfähigkeit jeweils wieder zu 100 % arbeitsfähig war. Da
sich während der attestierten vollen Arbeitsfähigkeit keine erhebliche Be-
einträchtigung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 20 % manifestiert hatte
resp. in dieser Zeit keine aus dem Rahmen fallende gesundheitlich be-
dingte Arbeitsausfälle zu verzeichnen waren (vgl. hierzu SVR 2008 IV
Nr. 11 S. 33 E. 5.1), wurde die einjährige gesetzliche Wartezeit nicht vor
Mai 2011 eröffnet. Ergänzend ist festzuhalten, dass die Umstände, dass
auch dem Arbeitgeber keine Leiden oder eine Krankheit aufgefallen waren
(IV-act. 5) und eine rentenausschliessende Eingliederung beim diesem er-
folgreich gewesen war (IV-act. 24), schlussendlich auch auf den grossen
und lobenswerten Willen des Beschwerdeführers zurückzuführen ist.
5.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenfassend,
dass sich die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2014 als richtig erweist,
weshalb die dagegen erhobene Beschwerde vom 7. August 2014, soweit
darauf einzutreten ist, abzuweisen ist.
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Seite 20
6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
6.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Gemäss Praxis der
Abteilung III des Bundesverwaltungsgerichts betrugen die Verfahrenskos-
ten für die im Jahr 2014 eingereichten IV-Beschwerdeverfahren grundsätz-
lich Fr. 400.-. Da vorliegend keine Ausnahme von diesem Grundsatz er-
sichtlich ist, sind die Verfahrenskosten auf Fr. 400.- festzusetzen. Der ein-
bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ist zur Bezahlung der
Verfahrenskosten zu verwenden und die Restanz von Fr. 400.- ist dem Be-
schwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu-
rückzuerstatten.
6.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren
eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig
hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bundesbe-
hörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist ent-
sprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschädigung zuzuspre-
chen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).
(Das Urteilsdispositiv folgt auf der nächsten Seite)
C-7614/2014
Seite 21
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 400.- werden dem Beschwerdeführer aufer-
legt und dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ent-
nommen. Die Restanz von Fr. 400.- wird dem Beschwerdeführer nach Ein-
tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.
3.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
4.
Dieses Urteil geht an:
– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben)
– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)
– die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Einschreiben)
– die REVOR Sammelstiftung (Einschreiben)
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:
Franziska Schneider Roger Stalder
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100
BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe
der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Hän-
den hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
Versand: