Abtei lung IV
D-204/2007
{T 0/2}
U r t e i l v o m 3 1 . O k t o b e r 2 0 0 7
Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Maurice Brodard, Richter Robert Galliker,
Gerichtsschreiberin Corinne Krüger.
X._______, geboren _______, Vietnam,
_______,
Beschwerdeführer,
gegen
Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.
Verfügung vom 5. Dezember 2006 i.S. Widerruf Asyl /
N _______.
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
D-204/2007
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFM mit Verfügung vom 5. Dezember 2006 - eröffnet am
6. Dezember 2006 - dem Beschwerdeführer die am 11. Juni 1991 in
der Schweiz zuerkannte Flüchtlingseigenschaft aberkannte und das
ihm gewährte Asyl widerrief,
dass der Beschwerdeführer mit an das BFM adressierter Eingabe vom
5. Januar 2007 (Poststempel) gegen diesen Entscheid Beschwerde er-
hob und sinngemäss beantragte, die angefochtene Verfügung des
BFM sei aufzuheben,
dass das BFM am 9. Januar 2007 die Eingabe des Beschwerdeführers
vom 5. Januar 2007 mit den vorinstanzlichen Akten dem Bundesver-
waltungsgericht zustellte,
dass der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts den Be-
schwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 16. Februar 2007 auffor-
derte, bis zum 5. März 2007 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ein-
zuzahlen,
dass der Beschwerdeführer den verlangten Kostenvorschuss am
5. März 2007 einzahlte,
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM ent-
scheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG,
SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass der einverlangte Kostenvorschuss fristgerecht entrichtet wurde,
weshalb und auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1
AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einem verein-
fachten Verfahren entschieden wird und die vorliegende Beschwerde,
wie nachfolgend aufgezeigt, offensichtlich unbegründet ist, weshalb
auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der Beschwer-
deentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3
AsylG),
dass das BFM unter anderem aus Gründen nach Art. 1 C Ziffn. 1 - 6
des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (FK, SR 0.142.30) das Asyl widerruft und die Flüchtlingseigen-
schaft aberkennt (vgl. Art. 63 Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass im vorliegenden Fall das BFM zur Begründung des Asylwiderrufs
und der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft die Bestimmung von
Art. 1 C Ziff. 1 FK herangezogen hat, der zufolge eine die Bedingungen
von Art. 1 A FK erfüllende Person nicht mehr unter das Abkommen
fällt, wenn sie sich freiwillig wieder unter den Schutz des Landes, des-
sen Staatsangehörigkeit sie besitzt, gestellt hat,
dass gemäss Rechtsprechung die Anwendung von Art. 1 C Ziff. 1 FK
kumulativ voraussetzt, dass der Flüchtling freiwillig in Kontakt mit sei-
nem Heimatstaat getreten ist, er mit der Absicht gehandelt hat, von
seinem Heimatstaat Schutz in Anspruch zu nehmen, und er diesen
Schutz auch tatsächlich erhalten hat (vgl. Entscheidungen und Mittei-
lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002
Nr. 8 E. 8 S. 65; 1998 Nr. 29 E. 3a S. 241 f.),
dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen an-
führt, gemäss Grenzkontrollrapport der Kantonspolizei Zürich (Flugha-
fenpolizei) vom 13. August 2006, habe sich der Beschwerdeführer vom
23. Juli 2006 bis zum 13. August 2006 in seinem Heimatland Vietnam
aufgehalten,
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dass der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 29. Novem-
ber 2006 diesen Sachverhalt bestätigt und erklärt habe, er habe in
Saigon Sommerferien verbracht,
dass deshalb davon auszugehen sei, der Beschwerdeführer habe sich
freiwillig nach Vietnam begeben, habe sich während seines Aufent-
halts zumindest indirekt unter den Schutz der vietnamesischen Behör-
den gestellt, und dieser Schutz sei ihm mindestens indirekt auch ge-
währt worden,
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, sich im fraglichen Zeit-
raum in Vietnam aufgehalten zu haben,
dass der Beschwerdeführer über den Flughafen von Ho Chi Minh City
(Saigon) in Vietnam einreiste und auf gleichem Weg aus Vietnam wie-
der ausreiste,
dass er durch die dergestalt erfolgte Ein- und Ausreise den Schutz des
Heimatstaates absichtlich in Anspruch genommen und diesen Schutz
auch erhalten hat,
dass der Beschwerdeführer jedoch geltend macht, er habe sich nach
Saigon begeben, um ein letztes Mal seine Cousine zu sehen, welche
an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung leide,
dass am Wahrheitsgehalt dieser auf Beschwerdeebene erstmals erho-
benen und nicht weiter belegten Behauptung überwiegende Zweifel
bestehen, nachdem der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme
vom 29. November 2006 erklärte, er habe in Saigon Sommerferien ver-
bracht,
dass selbst für den Fall, dass tatsächlich eine Cousine des Beschwer-
deführers schwer erkrankt sein sollte, nicht davon ausgegangen wer-
den könnte, beim Aufenthalt in Vietnam vom 23. Juli 2006 bis zum
13. August 2006 habe es sich um einen bloss kurzzeitigen Aufenthalt
ausschliesslich zum Zweck des Besuchs der Cousine gehandelt,
dass somit kein Grund für die Annahme besteht, die Reise in den Hei-
matstaat sei ausschliesslich aus einer moralischen Verpflichtung ge-
genüber einer engen Angehörigen erfolgt, womit allenfalls noch kein
genügender Grund vorliegen würde, um die Flüchtlingseigenschaft ab-
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zuerkennen (vgl. EMARK 1996 Nr. 12 E. 9 S. 105 f.; 1996 Nr. 11 E. 6
S. 89 f.; 1996 Nr. 7 E. 11 S. 63 ff.),
dass vielmehr davon ausgegegangen werden muss, der Beschwerde-
führer sei durch seine Reise nach Vietnam freiwillig mit dem Heimat-
staat in Kontakt getreten,
dass somit die von Art. 1 C Ziff. 1 FK respektive Art. 63 Abs. 1 Bst. b
AsylG statuierten Voraussetzungen für die Aberkennung der Flücht-
lingseigenschaft beziehungsweise den Widerruf des Asyls in Bezug
auf den Beschwerdeführer erfüllt sind,
dass das BFM dem Beschwerdeführer demnach zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft aberkannt und ihm das gewährte Asyl widerrufen hat,
dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist darzutun, inwiefern
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserhebli-
chen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unange-
messen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.--
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 - 3 des Reglements über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom
11. Dezember 2006 [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG),
dass die Verfahrenskosten durch den am 5. März 2007 in gleicher
Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrech-
nen sind.
(Dispositiv nächste Seite)
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer
auferlegt. Sie sind durch den bezahlten Kostenvorschuss in gleicher
Höhe gedeckt und werden mit diesem verrechnet.
3.
Dieses Urteil geht an:
- den Beschwerdeführer (eingeschrieben)
- die Vorinstanz (Kopie), Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung,
mit den Akten (Ref.-Nr. N _______)
- _______ (Kopie)
Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Walter Lang Corinne Krüger
Versand:
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