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DE LA COMMISSION
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DOCUMENTS "COM"
COM (86) 129
Vol. 1986/0043
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KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
KOM(86) 129 endg.
Brüssel,den 17 März 1986·
DIE WISSENSCHAFTS- UND TECHNÖLOGIEGEME
Leitlinien für ein neues Rahmenprogramm der Gemeinschaften
für Forschung und technologische Entwicklung
1987-1991
(Mitteilung der Kommission an den Rat und an das Europäischen Parlament)
KOM(86) 129 endg.
- I -
Die Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft:
Leitlinien für das neue Rahmenprogramm für Forschung
und technologische Entwicklung 1987 - 1991
ZUSAMMENFASSUNG
1. Ein neuer Impuls für Europa
Europa nimmt die Herausforderung an.
Europa organisiert sich in einer Welt, die durch die Beschleunigung des
Innovationsprozesses, durch die Internationalisierung der
Produktionstätigkeiten, die Entwicklung der Dienste und schließlich das
Anschwellen der Verteidigungsprogramme und den Stellenwert der Raumfahrt in
der technologischen Entwicklung der Nationen gekennzeichnet ist. Das Jahr
1985 zeichnete sich durch die Einführung der Technologiegemeinschaft, die
Initiative EUREKA und die Bestätigung der Tätigkeiten auf dem Gebiet der
Forschung und der technologischen Entwicklung in der Einheitlichen
Europäischen Akte aus.
Heute legt die Kommission ihre Leitlinien für das neue Rahmenprogramm für
Forschung und technologische Entwicklung 1987-1991 vor.
2. Was bietet die Gemeinschaftsdimension der Forschung und der technologischen
Entwicklung Europas ? ~ '
Erfolg und Ansehen von Programmen wie ESPRIT, RACE und BRITE stützen sich
auf das Bewußtwerden des Wertzuwachses, den die Gemeinschaftstätigkeiten
auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung mit sich
bringen.
Die Gemeinschaft ermöglicht eine Synergie der Anstrengungen und
Kompetenzen; sie begünstigt so das Erreichen von Kostendegression und
kritischer Masse und bietet das Potential für eine Diversifizierung, wie
sie eine rasche und kostspielige wissenschaftliche und technische
Entwicklung erfordert.
Die Gemeinschaftsaktion schafft einen fruchtbaren Boden für eine verstärkte
Kreativität und Zusammenarbeit der wissenschaftlichen und industriellen
Akteure in strategischen Programmen und prioritären und signifikanten
Vorhaben.
Der Gemeinschaftsrahmen verbindet technologische Anstrengung mit dem großen
europäischen Binnenmarkt. Er wird 1992 offene öffentliche Märkte mit sich
bringen, die sich auf gemeinsame Normen und eine gemeinsame Politik für
gewerblichen Rechtsschutz stützen.
Die Gemeinschaft stellt der Forschung Mittel aus ihren
Haushaltsinstrumenten zur Verfügung; in den nächsten Monaten werden
außerdem neue Finanzierungsinstrumente vorgelegt, die den spezifischen
Bedürfnissen der wissenschaftlichen und industriellen Akteure angepaßt
s i n d .
Der Gemeinschaftsrahmen stellt ferner die Verbindung zu einer dynamischen
Handelspolitik her, indem er die Anstrengungen der Forscher und der
Industriellen weiterführt und unterstützt.
Schließlich bildet die Gemeinschaft einen Zusammenhalt, in dem die
Anstrengungen der Mitgliedstaaten optimiert, ihre spezifischen
Möglichkeiten valorisiert und Doppelarbeit vermieden werden können, und
zwar zum Nutzen der gesamten Gemeinschaft und ihrer Regionen.
Eine neue institutionelle Rechtfertigung für Forschung und technologische
Entwi cklung
Mit der Einheitlichen Europäischen Akte findet die Entwicklung der
wissenschaftlichen und technischen Strategie der Gemeinchaft eine neue
politische und rechtliche Grundlage.
Die F, EuT-Aktion der Gemeinschaft bewegt sich auf drei Programmebenen :
- ein mehrjähriges Rahmenprogramm, das einstimmig angenommen wird und die
Grundlage für eine ausgeglichene und globale Entwicklung der Aktionen der
Gemeinschaft darstellt;
- spezifische Programme, die mit qualifizierter Mehrheit festgelegt werden
und spezifische Ziele definieren, um die Zusammenarbeit zwischen allen
betroffenen Partnern zu fördern und die der Beteiligung durch
Drittländern offenstehen;
- ergänzende Programme, an denen sich nur die Mitgliedstaaten beteiligen,
die dies wünschen.
Welche Prioritäten für die Gemeinschaftsaktion ?
Das Dokument über die Leitlinien schlägt sieben den neuen Anforderungen der
90er Jahre angepaßte Aktionslinien vor.
Im wesentlichen als Beitrag zur Verbesserung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit Europas, zur Erhöhung der Lebensqualität und zur
Verwirklichung eines tatsächlichen Europas der Forscher geplant, erstrecken
sich die Forschungsleitlinien auf sieben Themen :
- Ressourcenbewirtschaftung (insbesondere Agrarressourcen);
- Energiewirtschaft;
- Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Diensten
(Informationstechnologien, Telekommunikationen,...);
- Lebensqualität ("Europa gegen den Krebs", Bekämpfung von AIDS,
Sicherheit, Umweltschutz,...);
- Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung;
- Wissenschaftliches und technisches Potential in Europa;
- allgemeine Unterstützung der wissenschaftlichen und technischen
' Entwicklung (Innovation, wissenschaftliche Netze, automatische
Übersetzung...).
- I I I -
Die Kommission empfiehlt eine beträchtliche Steigerung der Tätigkeiten mit
Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und ihrer Dienste, nicht
nur wegen der Entwicklung des weltweiten wissenschaftlichen und
technologischen Kontextes, sondern auch des steigenden Drucks durch die
Herausforderung von außen, der sich unser Kontinent stellen muß.
Mit Bezug auf die Energiewirtschaft möchte die Kommission den ersten Platz
noch verstärken, den Europa auf dem Gebiet der thermonuklearen Fusion
einnimmt, die im übrigen einen der Bereiche darstellt, auf dem die
Integration der Anstrengungen auf der Ebene des gesamten Europas
verwirklicht wird.
Was die anderen Aspekte der Energieforschung anbelangt, so wird eine
relativ umfassende Umorientierung der Tätigkeiten empfohlen. Allerdings
vertritt die Kommission die Auffassung, daß die derzeitige und noch
unvorhersehbare Entwicklung des Minefalölpreises nicht zur Aufgabe dieser
Art von Forschung führen darf, die ein wichtiger Faktor für die
Diversifizierung der Versorgungsquellen der Gemeinschaft und die
Verringerung ihres Energieverbrauchs bleibt.
Die Kommission prüft ferner die Möglichkeit, in die Liste der im Rahmen des
nächsten Rahmenprogramms durchzuführenden Aktionen Tätigkeiten aufzunehmen,
die sich auf die Nutzung des Weltraums und die Entwicklung der Luftfahrt
beziehen.
Der Umfang der Herausforderung und die Fähigkeit der Gemeinschaft, sie
anzunehmen, erfordern eine beträchtliche Erhöhung der öffentlichen und
privaten, nationalen und gemeinschaftlichen finanziellen Mittel, die für
Forschung und Technologie zur Verfügung gestellt werden. Die Kommission
veranschlagt die Höhe der zur Durchführung des künftigen Rahmenprogramms
1987-1991 notwendigen Gesamtmittel auf etwa 10 Milliarden ECU. Wenngleich
dies eine bedeutende Steigerung gegenüber dem Etat des letzten
Rahmenprogramms darstellt, macht dieser Betrag weniger als 5 % der gesamten
Forschungsausgaben der Mitgliedstaaten im gleichen Zeitraum aus.
Neue Durchführungsmodalitäten für die Gemeinschaftsforschung
Die Kommission befürwortet für das künftige Rahmenprogramm eine bedeutende
Erhöhung des Anteils der Aktionen auf der Basis der Kostenteilung vom Typ
ESPRIT im Gegensatz zu den in ihrer Gemeinsamen Forschungsstelle
durchgeführten direkten Aktionen, deren Rolle und Aufgabe neu bewertet und
in einer künftigen Mitteilung dargestellt werden sollen.
Neben den bisherigen Modalitäten für Forschung und technologische
Entwicklung in der Gemeinschaft sollen neue Durchführungsmodalitäten
ausgearbeitet werden, die die Schaffung gemeinsamer Unternehmen oder die
Inangriffnahme ergänzender Programme, wie sie in der Einheitlichen
Europäischen Akte vorgesehen sind.
- IV -
Die Kommission ist bereit, Möglichkeiten zu prüfen, um flexible Strukturen
in der Art von "Agenturen" zu schaffen, die die Schnittstelle zwischen den
Prioritäten und Politiken der Gemeinschaft einerseits und den spezifischen
Bedürfnissen der Akteure andererseits gewährleisten. Schließlich werden die
haushaltlichen Zuwendungen der Gemeinschaft durch eine Reihe von
Möglichkeiten ergänzt, die aus den neuen Initiativen der Kommission im
Bereich der neuen Finanzierungstechniken hervorgehen, vor allem für
technologische, marktnahe FuE-Projekte mit industriel lern Endzweck, wie zum
Beispiel die EUREKA-Projekte.
6. Eine Gemeinschaft der Technologie offen und ohne Komplexe
Die Technologiegemeinschaft kann sich in ihren geografischen und
institutionellen Grenzen nicht absondern.
Durch ihre Öffnung nach außen verstärkt sie ihre internationale
Zusammenarbeit nach dem Beispiel der Arbeiten auf dem Gebiet der
thermonuklearen Fusion.
Auf streng europäischer Ebene empfiehlt die Kommission die Vertiefung der
Beziehungen zur Europäischen Raumfahrtorganisation, zum CERN, zur
Europäischen Wissenschaftsstiftung und zum Europarat.
Die bilaterale Zusammenarbeit mit den EFTA-Ländern nimmt mit der
Verwirklichung der bereits Unterzeichneten oder zur Unterzeichnung
anstehenden Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technische
Zusammenarbeit eine neue Dimension an.
Bei der Verwirklichung des Rahmenprogramms wird der Entwicklung der
Zusammenarbeit im Rahmen von COST, an der sich zahlreiche Drittländer
beteiligen, große Bedeutung beigemessen.
Schließlich unterstützt die Kommission die Initiative EUREKA. Sie vertritt
die Auffassung, daß die Gemeinschaftsprogramme und die EUREKA-Vorhaben
dadurch, daß sie einander ergänzen, eine Einheit darstellen, die das
gleiche Ziel anstrebt, nämlich die Verstärkung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, die Entwicklung der Beschäftigung und
den Wohlstand in Europa.
Daher können die Gemeinschaft, und insbesondere die Kommission, EUREKA
mehrere Arten von Beiträgen liefern, damit diese Initiative gute Ergebnisse
bringt :
- Zusammenarbeit an EUREKA-Vorhaben,
- Abstellung von qualifiziertem Personal zum EUREKA-Sekretariat,
- Organisation von Industrieforen,
- Bereitstellung eines im Rahmen von ESPRIT entwickelten
Informationssystems,
- Einbringen des großen Binnemarktes
- Geeignete neue Institutions- und Finanzrahmen.
- V -
7. Nächster Schritt das Rahmenprogramm 1987-1991
Nach den Debatten der nächsten Wochen über diese Leitlinien im Rat und im
Parlament wird die Kommission im kommenden Juli ihren formellen Vorschlag
für ein Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung 1987-
1991 vorlegen.
- 1 -
INHALT
I. Einleitung
II. Gegenstand dieses Dokuments
III. Stand und Aussichten : Europa vor dem internationalen
Hintergrund
IV. Die Herausforderung von Innen : Verwirklichung der Europäischen
Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft
1. Kriterien für die Wahl der Aktionen
2. Aktionslinien
3. Finanzielles Gleichgewicht
V. Gründung der Europäischen Wissenschafts- und Technologie-
gemeinschaft
1. Allgemeiner Rahmen
2. Einzelheiten der Vorbereitung, Ausführung, Finanzierung und
Bewertung
A. Gegenwärtige Ausführungsbestimmungen, die Rolle der GFS
B. Die neuen Bestimmungen
C. Bewertung der Ergebnisse
3. Begleitende Massnahmen
4. Eine Europäische Gemeinschaft der Technologie offen und ohne
Komplexe
- EUREKA
- COST
VI. Schlussfolgerungen
Anhang I
Anhang II
Zusammenfassende
Beschreibung der
Tabelle der Gemeinschaftsaktionen
Gemeinschaftsaktionen
- 2 -
Die Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft
I. Einleitung
Die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft sehen sich heute vor
eine Aufgabe von großer Wichtigkeit gestellt : die konkrete Schaffung
einer Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft.
Hierbei kann es sich gewiß nicht darum handeln, die Gelegenheiten oder
fruchtbringenden Möglichkeiten für eine außergemeinschaftliche
Zusammenarbeit auszuschlagen. Im Gegenteil, in den Leitgedanken dieser
Vorschläge der Kommission sind die Öffnung der Gemeinschaftsaktionen für
europäische Drittländer und die Vertiefung der Kooperationsmöglichkeiten
- auf einer Grundlage der Gleichberechtigung - mit den bedeutenden
nichteuropäischen Partnern enthalten.
Denn die Gemeinschaft ist in der Lage, eine Strategie für Forschung und
technologische Entwicklung von kontinentalem Ausmaß zu definieren. ~
Die europäische Dimension ist schon deswegen notwendig, um die
beträchtlichen und wachsenden F, EuT-Kosten in den Griff zu bekomen, den
mengenbedingten Rationalisierungseffekt und die damit verbundenen
Diversifizierungsmöglichkeiten zu nutzen, sowie um eine bessere Synergie
der Anstrengungen und Kompetenzen auf den in rascher Entwicklung
befindlichen Gebie'ten sicherzustellen.
Durch den Gjemeinschaftsrahmen können in einen strategischen Gesamtrahmen
die verschiedenen erforderlichen Maßnahmen zur weitgehend komplementären
Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und der
wissenschaftlichen und technologischen Grundlage Europas optimal
gestaltet werden,$.d.h. :
- die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen und industriellen Akteure in
strategischen Programmen und prioritären und signifikanten Vorhaben,
deren Ergebnisse sie mit geringen Kosten erhalten.
- d i e Schaffung eines großräumigen und bahnbrechendenen Binnenmarktes
durch eine kohärente Politik der Normung, Marktöffnung des gewerblichen
Rechtsschutzes, des Wettbewerbs usw.
- Die Bereitstellung geeigneter finanzieller Mittel durch Nutzung der
vorhandenen und neuen Finanzinstrumente.
- Die Zusammenarbeit, um komplexe und kostspielige Infrastrukturen
.(Telekommunikationen, Werkzeuge und Großforschungseinrichtungen) zu
entwerfen, schaffen und nutzen.
- Die Verwirklichung einer verstärkten Kohäsion zugunsten der am
stärksten benachteiligten Gebiete oder Bevölkerungsgruppen durch
Verwendung der mit der Realisierung der wirtschaftlichen und sozialen
Ziele der Gemeinschaft verbundenen Strukturfonds.
- Die Nutzung der gemeinsamen Außen- und Handelspolitik, um bei den
großen internationalen Diskussionen gemeinsame Standpunkte zu
vertreten.
- Die Entwicklung von Erziehung und Ausbildung durch eine enge
Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Industrie auf
Gemeinschaftsebene und durch die Entwicklung neuer Ausrüstungen und
Systeme, um die Anpassung an die zu erwartenden Veränderungen der
beruflichen Qualifikation zu erleichtern und über die höhe Sachkenntnis
zu verfügen, die zur Beherrschung der neuen Technologien notwendig ist.
So kann die bisher noch schwierige, wenn nicht sogar illusorische
Verwirklichung der Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft nunmehr
sichergestellt werden.
Die Gemeinschaft hat sich in der Tat auf 12 Mitgliedstaaten vergrößert
und damit eine neue politische wirtschaftliche und kommerzielle Grundlage
erhalten.
Auf dem Mailänder Gipfel vom 28. und 29. Juni 1985 hat der Europäische
Rat das Memorandum der Kommission "Für eine Technologiegemeinschaft"
"gebilligt und sich zu eigen gemacht".
Mit der im November 1985 in Hannover gebilligten Grundsatzerklärung wurde
der EUREKA-Gedanke und die sich aus ihm ergebenden Vorhaben eindeutig in
den Rahmen einer Verlängerung der gemeinschaftlichen und multilateralen
europäischen F, EuD-Aktionen gestellt mit dem Ziel, diese Aktionen auf
industrieller Ebene aufzuwerten.
Ferner wurden oder werden in Kürze Rahmenabkommen für die
wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und
mehreren europäischen Drittländern (Finnland, Norwegen, Österreich,
Schweden und Schweiz) geschlossen.
Die Kapitel "Binnenmarkt" und "Forschung und technologische Entwicklung"
in der Einheitlichen Europäischen Akte haben außerdem den Weg für die
gleichzeitige und koordinierte Entwicklung der Gemeinschaftsmaßnahmen auf
den Gebieten Wissenschaft, Technologie, Industrie und Handel geöffnet.
Die sowohl im Bereich der Wirtschaft wie auch in den Bereichen der
Wissenschaft und Technologie auf internationaler Ebene festgestellten
Entwicklungen (Luftfahrt, Raumfahrt, große militärische Programme) (1)
bestätigen schließlich in den Augen der Kommission, daß eine erneute und
ehrgeizige europäische Strategie für Wissenschaft und Technik nunmehr
erforderlich und möglich ist.
Erforderlich, weil die Fähigkeit der wirtschaftlichen Großmächte,
Wachstum und Beschäftigung zu gewährleisten, in diesem Jahrzehnt in sehr
starkem Maße von ihren wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten
bestimmt wird.
(1) Siehe Kapitel III dieses Dokuments.
- 4 -
Möglich dank der engen Zusammenarbeit und de# Klimas des Vertrauens, die
in den letzen Jahren zwischen den Unternehmen und wissenschaftlichen
Organisationen in der Gemeinschaft, sowie zwischen letzteren und der
Kommission, insbesondere im Rahmen der Programme ESPRIT, RACE und BRITE
entstanden sind. Möglich, weil die Gemeinschaft den organisierten Rahmen
bildet, der die Vereinigung und den Einsatz der erforderlichen Mittel
begünstigt : koordinierte Verwendung der menschlichen und finanziellen
Mittel, koordinierte und gezielte Erhöhung der einzelstaatlichen und der
Gemeinschaftsmittel.
- 5 -
II. Gegenstand dieses Dokuments
In seiner Eni Schließung vom 25. Juli 1983, in welcher der Rat das
Rahmenprogramm für die W/T-Tätigkeiten der Gemeinschaft im Zeitraum von
1984 bis 1987 - in seinen Grundsätzen, Zielen und Kriterien zur Auswahl
der Aktionen - billigt, ist eine Überarbeitung dieses Programms bis
spätestens 1985 vorgesehen.
Im Laufe des Jahres 1985 war das "Thema Forschung" Gegenstand vielfacher
Debatten und Initiativen auf Europäischer Ebene : Europäischer Rat von
Mailand, Ministerkonferenzen EUREKA, Regierungskonferenz von Luxemburg.
Davon ausgehend ist die Kommission der Auffassung, die sie insbesondere
Tn ihrer Mitteilung "Für eine europäische Technologie-Gemeinschaft" zum
Ausdruck gebracht hat (2), daß diese Revision "rasch durchgeführt werden
muß, damit unverzüglich ein zweites Rahmenprogramm für die Jahre 1987-
1991 ausgearbeitet und beschlossen werden kann".
Ziel dieses Dokumentes ist es, die allgemeinen Leitlinien dieses
Rahmenprogramms für die Jahre 1987 bis 1991 zu umreißen sowie die
geeigneten Mittel und Wege zu seiner Durchführung aufzuzeigen.
Die Kommission wünscht, aufgrund dieses ersten Dokumentes die
Auffassungen und Stellungnahmen der Europäischen Organe kennenzulernen,
insbesondere über :
- die auszuwählenden wissenschaftlichen und technischen Leitlinien,
- die einzuhaltenden Prioritäten und Gleichgewichte,
- die Höhe der für den Zeitraum 1987-1991 vorzusehenden Mittel.
Unter Berücksichtigung dieser Erörterungen und ihrer Schlußfolgerungen
wird die Kommission ihren förmlichen Vorschlag für das Rahmenprogramm
1987-1991 ausarbeiten und im Juli 1986 dem Rat und dem Parlament
unterbreiten.
(2) K0MC85)530 endg. vom 30.9.1985
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***■ Stand und Aussichten : Europa vor dem internationalen
Hintergrund ~ ~ — —
In den vergangenen Jahren haben die europäischen Staaten trotz der
fortbestehenden und besorgniserrengden Schwächen, von denen später noch
zu sprechen sein wird, nicht nur gezeigt, daß sie eine schwere
Krisensituation überstehen können, sondern auch, daß sie in der Lage
sind, durch Einigkeit und/oder Zusammenarbeitsformen eine Kraft zu
entwickeln, die in der Welt ihresgleichen sucht.
Europa konnte seine Stellung als Haupthandelsmacht der Welt halten, denn
mehr als ein Drittel des internationalen Handels wird hier abgewickelt.
Die Europäische Gemeinschaft, die vor allem die liberalste
Wirtschaftsordnung der Welt darstellt, hat ein Außenhandelsvolumen von
40 % seiner Industrieproduktion aufzuweisen, das sind 25 % bis 30 %
seines Bruttoinlandsprodukts gegenüber 10 bis 12 % im Falle der
Vereinigten Staaten und Japans.
Europa konnte sich dank des EWS eine sehr beachtliche Stabilität
gegenüber der Instabilität des Dollars und zahlreicher ausländischer
Wahrungen erhalten.
Neben einer wachsenden Beherrschung der Inflation haben die europäischen
Länder durch eine verbesserte Verteilung des Wertzuwachses zugunsten der
Unternehmen einen^langsamen aber realen Anstieg der Investitionen und des
Produktivitätsgewinns erzielt, der beispielsweise höher ist als in den
Vereinigten Staaten. Auf verschiedenen Weltmärkten hat Europa Leistungen
erzielt, die mit denjenigen eines so gefürchteten Konkurrenten, wie es
Japan ist, durchaus vergleichbar sind (insbesondere im Gebiet der OPEC).
Im Energiebereich haben es die erheblichen Anstrengungen Europas in 10
Jahren möglich gemacht, seine Abhängigkeit vom Erdöl von 65 % auf 45 % zu
senken, während vergleichsweise Japan immer noch über 60 % Liegt.
Ferner heben die Erfolge auf den Gebieten der Wissenschaft und
Technologie (Airbus, Ariane, CERN, JET, ESPRIT, BRITE, RACE usw.) Wert
und Leistungsfähigkeit des F, EuD-Potentials Europas hervor.
Diese sehr knappe Aufzählung einiger positiver europäischer Daten kann
natürlich nicht über die negativen Tatsachen hinwegtäuschen, die
ihrerseits auch und sogar in verstärktem Maße die Notwendigkeit einer
offensiven, auf das Ziel der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und
über dieses Ziel seine Umsetzung in die Beschäftigung ausgerichteten
europäischen Strategie auf den Gebieten der Forschung und Innovation
bestätigen.
Iln Konzert der großen Industriestaaten müssen es die Mitgliedsländer der
Gemeinschaft nämlich mit Partnern aufnehmen, die ein erhebliches
wissenschaftlich-technisches Potential besitzen und eine Dynamik
entwickeln, wie dies zuweilen im eigenen Lande ganz ungewöhnlich ist.
Diese bis in die 70er Jahre vorherrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse
prägen immer noch spürbar die W/T-Politiken der europäischen Länder, auch
wenn sich ein gewisser wirtschaftlicher Aufschwung bemerkbar macht. In
- 7 -
einem Klima, wo die Arbeitslosigkeit die Hauptsorge der meisten
europäischen Regierungen war und ist, hatte die W/T-Politik kaum Vorrang,
und ihre Finanzierung unterlag trotz der engen Verknüpfung zwischen
Technologie, Wachstum und Beschäftigung strengen Sachzwängen.
Diese Tendenz hat sich Ende der 70er Jahre glücklicherweise gewendet,
nachdem die meisten Regierungen die Bedeutung einer starken Forschung und
Entwicklung für ein Wirtschaftswachstum erkannt hatten. Insbesondere ist
die Tendenz zu bemerken, in erster Linie Arbeiten der angewandten und auf
wirtschaftliche Zwecke gerichteten Forschung zu unterstützen; diese W/T-
Politik der meisten europäischen Länder zielt somit auf eine immer
stärkere Förderung der Innovation und eine bessere Verknüpfung zwischen
Grundlagenforschung und Industrie ab.
Das Ausmaß der zu entfaltenden, d.h. für die Zukunft zu planenden,
Bemühungen darf jedoch nicht unterschätzt werden. In der Tat gibt es
keinen europäischen Staat, gleich welcher Größe, der in der Lage wäre,
alleine die derzeitige technologische Herausforderung zu meistern. Denn
wenn man sich ein Bild vom Umfang der zu bewältigenden Aufgabe machen
will, muß man fünf markante Fakten der letzten Jahre richtig beurteilen.
Diese sind :
- die Beschleunigung des Innovationsprozesses, d.h. des Wettbewerbs durch
Innovation auf internationaler Ebene. Die Intensität dieser Tendenz
bewirkt das Auftreten neuer Technologien, Erzeugnisse und Verfahren,
die durch Forschungsprogramme beträchtlichen Ausmaßes unterstützt
werden. Deshalb müssen die europäischen Staaten ihre finanziellen
Anstrengungen auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung spürbar
verstärken, wenn sie nicht im derzeitigen Wettlauf nach der Innovation
unwiderruflich zurückfallen wollen;
- die Verbreitung neuer einem sehr raschen Entwicklungsrythmus
ausgesetzter Technologien (Informationstechnik, Biotechnologie,
Werkstoffe) in allen wirtschaftlichen und sozialen Tätigkeiten;
- die beschleunigt vor sich gehende weltweite Verflechtung der
Produktionstätigkeiten, eine folgenschwere Tendenz, die auch in der
Welt der Wissenschaft und der Technologie zu beobachten ist und die
gegen den Willen der Mitgliedstaaten zu einer Verwässerung des
europäischen Gedankens führen kann;
- der Anstieg der "immateriellen" Tätigkeiten, der sich in einem raschen
Anstieg der Stellen im Dienstleistungssektor ausdrückt. Der Reichtum
der Nationen fußt und wird in absehbarer Zukunft immer mehr auf
Dienstleistungstätigkeiten beruhen : Produktionsdienste, Finanzdienste,
Kommunikations- und Informationsdienste, Dienste im Bereich der
Verteilung, der Ausbildung, der Forschung usw.;
- 8 -
- und schließlich, aber vielleicht in der Haupsache, kurz- und
mittelfristig der Schub der Verteidigungsprogramme und ihrer weltweiten
Auswirkungen auf Forschung, Wissenschaft und Technologie. Da sich die
traditionelle Grenze zwischen ziviler und militärischer Forschung immer
mehr verwischt, werden die großen Verteidigungsprogramme
wissenschaftlich und technisch doppelt verwertbar.
Mit diesen großen Verteidigungsprogrammen werden die FuE-Bemühungen auf
einige Schlüsselbereiche wie Telekommunikation, Hochenergie,
Großrechner, fortgeschrittene Werkstoffe, Raumfahrt usw. konzentriert.
Sie finden in nicht wenigen Ländern in bedeutenden Verträgen mit großen
Industriegruppen (die häufig eine auf militärische Anwendungen
spezialisierte FuE-Struktur haben) ihren Niederschlag. Dementsprechend
absorbieren sie auch einen erheblichen und steigenden Teil des
Forschungspotentials an Menschen und Kapital.
Dieser Punkt verdient, insbesondere am Beispiel der USA, eine nähere
Betrachtung. Der Staat spielt heutzutage über die FuE-Haushaltsmittel des
Verteidigungsministeriums (DOD) eine immer wichtigere Rolle.
Die bedeutende Steigerung der FuE-Ausgaben in den USA ist nämlich in
unmittelbarem Zusammenhang mit den militärischen Programmen dieses Landes
zu sehen; der jüngste Schub von beachtlicher Intensität ist mit dem SDI-
Programm verknüpft. Der Anteil der Haushaltsmittel für militärische FuE
an den öffentlichen Ausgaben der USA, d.h. 1986 40 Mrd. Dollar von
57 Mrd. Dollar, ist in wenigen Jahren von 50 % auf 70 % in 1986
gewachsen.
Außer der allgemeinen Beschleunigungswirkung, die solche Finanzspritzen
auf die Entwicklung der Technologie haben, erstrecken sich diese
Programme häufig auf ganz neue und originelle Forschungslinien mit sowohl
zivilen als auch militärischen Anwendungsbereichen, auf neue
Produktionsgrundlagen und Dienste von morgen. Sie sind außerdem so
konzipiert, daß sie in die Entwicklung von Systemen und nicht nur von
Bauteilen oder einzelnen Erzeugnissen münden, was einen bedeutenden
kommerziellen Faktor für die Zukunft darstellt. Im übrigen stellen die
diesen Programmen zugeteilten Mittel eine direkte Subvention für die
ausführenden Industrien dar.
Schließlich gehören die jüngsten Anstrengungen der USA in den Rahmen
einer kontrollierten weltumspannenden Forschung, da sie zur Schaffung
eines Kooperationsnetzes sowohl für die Forschung als auch für die
technologische Entwicklung führen.
Diese Fakten sind bei der Einrichtung eines FuE-Systems der Gemeinschaft
zu berücksichtigen. Die Zersplitterung der einzelstaatlichen Bemühungen
bringt die Gefahr mit sich, der Gemeinschaft auf lange Zeit die Mittel
vorzuenthalten, die für bedeutende Durchbrüche auf Gebieten, die in den
Augen der Europäer die gleiche Bedeutung haben, erforderlich sind; sie
bringt ferner die Gefahr mit sich, daß die Europäer in die untergeordnete
Rolle von Zulieferern bei Vorhaben gedrängt werden, die sie aus Mangel an
Mitteln nicht auf ihre eigenen Interessen ausrichten können.
- 9 -
So ist es denn auch in Erweiterung des Vergleichs zwischen den Staaten
der Gemeinschaft und der übrigen Welt - auch wenn sich die Entwicklung
der W/T-Politiken der Industriestaaten mittel- und langfristig nur schwer
vorausschätzen läßt - möglich, näher auf einige Trends einzugehen.
Die Analyse dieser in den Letzten Jahren beobachteten Tendenzen bei den
öffentlichen FuE-Ausgaben gestattet es, die von den zwölf Mitgliedstaaten
der Gemeinschaft im Laufe des Zeitraums von 1987 bis 1991 aufzubringenden
öffentlichen Mittel für Forschung, Entwicklung und Demonstration auf etwa
230 Milliarden ECU (3) und die Bruttoinlandsausgaben (4) für FuE dieser
Staaten auf 460 Milliarden ECU einzuschätzen. (Diese Globalschätzung
erstreckt sich faktisch auf eine Summe von Bemühungen, an denen die
Staaten der Gemeinschaft in sehr unterschiedlicher Weise beteiligt sind).
Die öffentlichen und privaten Ausgaben der USA für denselben Zeitraum
dürften sich auf 1.000 Milliarden ECU und diejenigen Japans auf 330
Milliarden ECU belaufen (nach einer auf einer Hochrechnung der von der
OECD für die vergangenen zehn Jahre gelieferten Daten fußenden
Schätzung). Die Aufwendungen der Gemeinschaft für Forschung und
Entwicklung lägen demnach zwischen denen Japans (dessen Leistungen auf
dem Gebiet der Technologie hier nicht noch einmal erwähnt zu werden
brauchen) und denen der USA.
Diese Feststellung muß weiter auch noch dadurch nuanciert werden, daß das
ökonomische Gewicht dieser drei Gebiete miteinander verglichen wird.
Betrachtet man das 8IP, so stellt man fest, daß dieses in den letzten
zehn Jahren bei Europa und den USA nahezu gleich ist, während Japan um
etwa 50 % darunter liegt. Wenn man davon ausgeht, daß dieser Trend bis
1991 anhält, müßten die 460 Milliarden ECU des Europas der Zwölf (bei
vergleichbarem BIP) mit 660 Milliarden ECU, die auf Japan entfielen,
verglichen werden.
Diese Argumentation erhebt nicht den Anspruch, perfekt zu sein, sie
gestattet aber, die von Japan und den USA künftig auf dem Gebiet der FuE
geplante dynamische Strategie zu bestätigen.
Deutlich ist auch, daß die Gemeinschaft im Vergleich zu den übrigen
Partnern keine klare Machtposition mehr hat. In der UdSSR insbesondere
betrugen die Gesamtausgaben für FuE 1983 26 Milliarden Rubel, das sind 38
Milliarden ECU, im Vergleich zu den 55 Milliarden ECU, die vom Europa der
Zwölf ausgegefcen wurden. Geht man davon aus, daß sich die Trends
bestätigen, so müßten für den Zeitraum 87-91 den 460 Milliarden ECU des
Europas der Zwölf etwa 320 Milliarden ECU der UdSSR entsprechen; wenn man
von den Dokumenten über den 26. Parteitag ausgeht, ist es durchaus
möglich, daß diese Bemühungen noch gesteigert werden, und man kann in
dieser Hinsicht eine erhebliche Vergrößerung des Forschungspersonals
feststellen, das sich seit 1965 mehr als verdreifacht hat und 1987 den
Stand der Amerikaner erreichen dürfte. In diesem Zusammenhang ist an die
am 18. Dezember 1985 erfolgte Unterzeichnung des umfangreichen und
ehrgeizigen "Rahmenprogramms für den wissenschaftlichen und technischen
Fortschritt der RGWW-Mitgliedstaaten bis zum Jahre 2000" zu erinnern.
Im übrigen treten immer mehr Nationen auf den Gebieten Wissenschaft und
Technik in Erscheinung : China, Brasilien, Indien, Mexiko, Korea usw.,
was die "internationale Konkurrenz durch Innovation" weiter intensiviert.
(3) Sämtliche Schätzungen beruhen auf jeweiligen Preisen
(4) Bruttoinlandsausgaben=Öffentliche und private Ausgaben.
Der Anteil der öffentlichen Mittel an den gesamten FuE-Mitteln beläuft sich
beim Europa der Zwölf auf 50%, im Falle Japans auf 22% und im Falle der
USA auf 52%.
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So ist es denn in den Augen der Kommission ein Ziel von fundamentaler
Bedeutung, Europa Macht, Präsenz und Wettberwerbsfähigkeit auf
internationaler Ebene zu geben, um eine Grundlage, ein wissenschaftlich-
technisches System zu schaffen, das in der Lage ist, auf die
Herausforderungen von außen und von innen zu reagieren.
Die Kommission hält es folglich für unerläßlich, in der Gesamtheit der
Tätigkeiten der Gemeinschaft der technologischen Forschung und
Entwicklung eine erste Vorrangstufe einzuräumen und für diese Tätigkeiten
in einem bevorzugten Wachstumsrythmus Haushaltsmittel bereitzustellen.
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IV. Die Herausforderung von Innen: die Verwirklichung der Europäischen
Missenschafts- und Technologiegemeinschaft
Angesichts der W/T-Konkurrenz von aussen Läuft Europa - dieses heterogene
Gebilde aus "alternden Ländern in einer sich verjüngenden Welt" - trotz
beachtlicher Trümpfe, die es besitzt, Gefahr, allmählich von der Welt
bühne zu verschwinden, wenn es seine Trumpfkarten, und hier insbesonders
die der ihr aus der Gemeinschaft erwachsende Dimension und Dynamik, nicht
ausspielt.
Sämtliche Analysen der Kommission, deren Schlussfolgerungen weitgehend
nicht nur vom Europäischen Parlament und dem Wirtschafts- und Sozial
ausschuss, sondern auch von den Verantwortlichen für die
einzelstaatlichen FuE-Politiken sowie von den Vertretern aus Wissenschaft
und Industrie geteilt werden, weisen der Europäischen Gemeinschaft die
Aufgabe zu, als Grundlage und Kern für ein solches Unterfangen zu dienen.
Die Kommission vertritt die Auffassung, daß sie ihre Aktion gleichzeitig
auf drei Ebenen führen muß :
a) Vollendung des Binnenmarkts bis 1992. Die Verwirklichung des Binnen
markts auf dem Gebiet der fortschrittlichen Technologien hängt davon
ab, dass alle Staaten, die ihre öffentlichen Ausschreibungen auf
diesem Gebiet öffnen, Zugang zu den entsprechenden wissenschaftlichen
und technischen Kenntnissen haben. Innovative Politik des öffentlichen
Beschaffungswesens und gemeinsame, F, EuD-Strategie sind daher
gemeinsam zu berücksichtigen;
b) Anwendung neuer Finanzierungstechniken, aufgrund der eine Synergie
zwischen öffentlicher und privater Finanzierung geschaffen werden
kann;
c) Weiterführung und Entwicklung einer Strategie für Forschung und
technologische Entwicklung, die in den kommenden Jahren folgende
wichtige Ziele erreichen soll :
- Festigung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der
europäischen Industrie und Ausbau ihrer internationalen
Wettbewerbsfähigkeit (Abschnitt V, Titel VI der Einheitlichen Akte).
- Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion der
Gemeinschaft. Allen Mitgliedstaaten und allen Regionen der
Gemeinschaft müssen die Ergebnisse des Rahmenprogramms und der
hervorgegangenen spezifischen Programme zugute kommen, und sie
müssen sich an der auf dieses Substrat gestützte Entwicklung
beitragen.
In dieser Dynamik können auch der EFRE, die IMP, die Koordinierung
der anderen Finanzinstrumente (Sozialfonds, EAGFL Abteilung
Ausrichtung), die Definition der neuen Darlehensinstrumente als
Mittel kombiniert eingesetzt werden.
- die allgemeine Anhebung der Lebensqualität im Rahmen der
Gemeinschaft (dieses Ziel, auf das vielfache Aktionen auf den
Gebieten des Gesundheitswesens, der Sicherheit, des Umweltschutzes
usw. gerichtet sind, muß sowohl eine Ergänzung als auch ein
Gegengewicht für die Option "technologische und industrielle
Wettbewerbsfähigkeit" darstellen).
- 12 -
Wenn dieses Ziel erreicht werden soll, lat es unerlässlich, dass bei den
Mitgliedstaaten für eine merkliche Aufstockung der öffentlichen und
privaten Mittel und für ein nenenswertes Wachstum der W/T-Mittel der
Gemeinschaft gesorgt wird, die eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den
verschiedenen Akteuren der wissenschaftlich-technischen Entwicklung
(Industrie, Hochschule,..) begleiten.
Die Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Demonstration auf natio
naler Ebene sind noch relativ gering, erreichen sie doch durchschnittlich
Mittel von nur 2 % des BSP, wogegen sie in den USA schon 2,8 % betragen
(5) und in Japan bis Ende des Jahrzehnts 3 % erreichen dürften.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass zwischen den Mitgliedstaaten der
Gemeinschaft beträchtliche Unterschiede bestehen. Die 2 % des BSP, die
durchschnittlich für die Forschung aufgewendet werden, entsprechen
einzelstaatlichen Aufwendungen die sich von 0,35 % bis 2,4 % erstrecken.
Die Staaten sollen bestimmen, in welcher Form sie diese Mittelaufstockung
vornehmen wollen - durch Erhöhung der öffentlichen Mittel oder durch An
reize zu einer Intensivierung der Forschungsanstrengungen der Industrie.
Auch auf Gemeinschaftsebene bleiben die vereinbarten Bemühungen sowohl in
absoluten Werten als auch als prozentualer Anteil des Gemeinschaftshaus
halts bescheiden (-3 % des Gesamthaushaltsplans der Gemeinschaften und
2,5 % der Summe der für FuE bereitgestellten Mittel aus den einzelstaat
lichen öffentlichen Haushalten). Ir, Anbetracht der Impuls- und Koordina
tionswirkung, die von den finanziellen Massnahmen der Gemeinschaft auf
dem Gebiet von Forschung und Entwicklung ausgeht, müssten diese Mittel
merklich vergrössert und auf diese Weise eine optimale Nutzung der
Ressourcen der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten angestrebt werden.
Die Verwirklichung der hier genannten Hauptziele sollten bestimmend sein
für die Förderung eines W/T-Systems im Rahmen der Zwölfergemeinschaft,
das dieser Gemeinschaft eine ausgewogene, aber selektive Entwicklung in
allen lebenswichtigen Bereichen gestattet. Dieses Selektivität dürfte
jedoch nicht zum Ausschluss bestimmter Gebiete führen, für die die
Gemeinschaft zuständig ist. (Aus- und Fortbildung, Schaffung eines
Europas der Forscher, Landwirtschaft, Industrie, Erhaltung und Verbes
serung der menschlichen Umwelt, Gesundheit, Sicherheit usw.).
Diese Entwicklung müsste im übrigen auf einer Auswahl von Aktionen be
ruhen, durch die der in der Gemeinschaftsdimension gegebene Wertzuwachs,
maximal genutzt werden. Dieser gemeinschaftliche Wertzuwachs führt
konkret zu folgenden Vorteilen :
(5) Zu bemerken ist hier, daß der Vorschlag des Federal-Haushalts
für FuE in den USA für 1987 sich auf 63 Milliarden $ gegenüber
57 Milliarden für 1986 beläuft (davon gehen 42 Milliarden an das
DoD und 4,8 Milliarden davon allein an das Programm SDI.
- 13 -
- KostenteiLung '
- Teilung der wissenschaftlichen Risiken (Konzertierung über die Ziele
und Methoden, Vervielfältigung der wissenschaftlichen Konzepte)
- Ausweitung der Kompetenzen und Sachkenntnis
- Erreichen der kritischen Masse mit Bezug auf die finanziellen und
personellen Reserven
- Größere Effizienz der FuE-Arbeiten (ehrgeizigere Vorhaben, rascher
erzielte Ergebnisse, daher Vorteile im wissenschaftlichen und
industriellen Wettbewerb)
- Bereitstellung der für den Erfolg unverzichtbaren zusätzlichen Mittel.
1. Kriterien für die Wahl der Aktionen
Bei der Auswahl der spezifischen Aktionen und Programme, die diesen Wert
zuwachs^ aufgrund der Gemeinschaftsdimension bieten (und sich damit von
Aktionen unterscheiden, die auf regionaler, nationaler oder innerhalb
internationaler oder multilateraler Einrichtungen durchgeführt werden
können), sind nach Ansicht der Kommission eine ganze Reihe präziser
Kriterien anzuwenden:
- Der Umfang muss so gross sein, dass die einzelnen Mitgliedstaaten die
erforderlichen Mittel nicht oder nur schwer allein aufbringen können.
- Die Forschungstätigkeiten müssen durch Verbesserung der Effizienz, Sen
kung der Kosten infolge von Aufgabenteilung und Bereitstellung des
entsprechenden Personals und der benötigten Finanzmittel offensicht
liche Vorteile bieten.
- Sie müssen in Anbetracht der Komplementarität der auf nationaler Ebene
durchgeführten Arbeiten und des Umfangs der - vor allem in geograf
ischer Hinsicht - anstehenden Probleme wichtige Ergebnisse für die
gesamte Gemeinschaft liefern können.
- Sie müssen einen fruchtbaren Boden für den grenzüberschreitenden Handel
und die Kreativität schaffen.
- Sie müssen entweder durch ihr finanzielles Volumen oder ihre Anreiz
oder Stimulierungswirkung die ausreichende "kritische Masse" gegenüber
den derzeitigen oder künftigen nationalen oder multilateralen
Tätigkeiten darstellen.
- Sie müssen zur Verwirklichung der Gemeinschaftspolitik und zur
Vollendung des weiträumigen Marktes beitragen.
Diese sechs grundlegenden Kriterien überschneiden sich im allgemeinen
oder ergänzen sich, schliessen einander aber in keinem Fall aus.
2. Aktionslinien
Ausgehend von diesen allgemeinen Überlegungen und unter Berücksichtigung
der genannten Kriterien schlägt die Kommission für die wissenschaftlich-
technische Strategie der Gemeinschaft sieben grundlegende Aktionslinien
vor, in deren Rahmen Prioritäten gesetzt und Programme ausgewahlt werden
sollen. Die Auswahl ist nach Ansicht der Kommission so zu treffen, daß
Tätigkeiten bevorzugt werden, die zu folgenden Zielen beitragen:
- internationale Wettbewerbsfähigkeit
- Lebensqualität
- Schaffung eines Europas der Forscher.
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GEMEINSCHAFTSAKTIONEN
1. Ressourcenbewirtschaftung
1.1. Agrar- und Fischereiressourcen
1.2. Rohstoffe
2. Energiewirtschaft
2.1. Kernfusion
2.2. Kernspaltung
2.3. Fossile, neue une erneuerbare Energiequellen, rationelle Energie
nutzung
3. Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Diensten
3.1. Informationstechnologien
3.2. Telekommunikationstechnologie
3.3. Integration der Informations- und Telekommunikationstechnologien in
neuen Anwendungen und Dienste von gemeinsamem Interesse
3.4. Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der
Informationstechnologien
3.5. Technologie für die Fertigungsindustrie und Sondertechnologien
3.6. Biotechnologien, Agrarwirtschaft liche Technologien
3.7. Werkstoffkunde und -technologie
3.9. Verkehrswesen
3.10. Wissenschaftliche Normen, Referenzmaterialien und -methoden
4. Lebensqualität
4.1. Gesundheit
4.2. Sicherheit
4.3. Umweltschutz
5. Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung
6. Wissenschaftliches und technisches Potential in Europa - das Europa
der Forscher
7. Allgemeine Unterstützung der wissenschaftlichen und technischen
Entwicklung
7.1. Innovation
7.2. Kommunikations- und Informationsnetze und wissenschaftliche Daten
basen
7.3. Sprachprobleme
7.4. Vorausschau, Bewertung und statistische Werkzeuge
7.5. Internationale Zusammenarbeit
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Ein erster Entwurf der wissenschaftlichen und technischen Leitlinien für
die einzelnen Aktionen in dem Zeitraum 1987-1991, der auch die Mittel
umfasst, die dafür bereitgestellt werden sollten, ist in Form von
Beschreibungen in Anhang I enthalten. Während der gesamten Vorbereitung
des formellen Vorschlags für das neue Rahmenprogramm werden die Über
legungen und die Vertiefungsarbeiten hinsichtlich dieser Leitlinien
fortgesetzt werden.
Als Synthese der in den Beschreibungen enthaltenen wissenschaftlichen und
technischen Leitlinien lässt sich zu diesem Zeitpunkt folgendes Bild
skizzieren:
Aktionslinie 1 : Ressourcenbewi rtschaftung
Hinsichtlich der Agrarressourcen geht es - entsprechend den durch das
"Grünbuch" der Kommission eröffneten Perspektiven - darum, die bisher
durchgeführte FuE-Aktion zu verstärken. Es handelt sich hier um einen
Sektor, in dem die Koordinierung der nationalen Tätigkeiten besonders
wichtig ist. Sichergestellt werden muss dabei eine enge Verbindung mit
den auf dem Gebiet der Biotechnologie und der agrarwirtschaftlichen
Technologien durchgeführten Aktionen (3.6.).
Für die Fischerei ressourcen muss nun endlich, nachdem es lange verschoben
worden ist, ein gemeinschaftliches Vorgehen in Verbindung mit den neuen
Aktivitäten aufdem Gebiet der Meereswissenschaften und
-technologien eingeleitet werden.
Bei den Rohstoffen ist die Aktion, für die der Rat im Dezember 1985 eine
gemeinsame Orientierung vorgegeben hat, wesentliche Grundlage der
vorgeschlagenen Aktionen und wird zum Teil durch diese gestärkt.
Aktionslinie 2 : Energiewi rtschaft
Die kontrollierte Kernfusion ist eines der Gebiete, auf denen die
Integration der europäischen Anstrengungen am weitesten gediehen ist. Es
handelt sich um sehr langwierige Forschungsarbeiten, deren Ergebnisse
über die Energieversorgung der Gemeinschaft entscheiden und
diese sichern können. Daher erfordern sie eine ständige, intensive
Unterstützung aus öffentlichen Mitteln, denn der derzeitige Erfolg darf
auf keinen Fall durch eine nicht ausreichende Finanzierung aufs Spiel
gesetzt werden.
Im Bereich der Kernspaltung soll das Schwergewicht auf die sicherheits
technischen Aspekte der Nutzung dieser Energiequellen gelegt werden. Die
Bewirtschaftung und Lagerung der radioaktiven Abfälle, die
Reaktorsicherheit unter normativen Aspekten und die Sicherheitsüber
wachung von Spaltstoffen sind Themen, bei denen die Arbeit auf Gemein
schaftsebene wirklich wertvoll wird.
Bei den fossilen, neuen und erneuerbaren Energiequellen und der ratio
nellen Energienutzung müssen die Entwicklung der entsprechenden Ver-
fahren, vor allem die Ausgereiftheit einiger Techniken, sowie die
Erweiterung berücksichtigt werden, woraus sich eine relativ starke
Neuausrichtung der Tätigkeiten ergibt. Die derzeitige Entwicklung der
Erdölpreise kann jedoch nicht zu einer vollständigen Aufgabe dieses
Themas führen, das weiterhin ein wichtiger Faktor für die Streuung
unserer Versorgungsquellen und die Senkung unseres Energieverbrauchs
bleibt.
- 16 -
Aktionslinie 3 : Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und der Dienste
In Anbetracht der sozio-ökonomisehen Lage der Gemeinschaft, der Ent
wicklung des internationalen wissenschaftlichen und technologischen
Hintergrundes und der immer stärker werdenden Herausforderung von aussen
ist dies ganz offenbar ein vorrangiges Ziel. Die Rolle der Gemeinschaft
kann sich hier als entscheidend herausstellen, indem sie alle Arten von
Zusammenarbeit zwischen Staaten und Industrien anregt, fördert oder
unterstützt.
Die Informationstechnologien haben mit der Durchführung von ESPRIT einen
bemerkenswerten Aufschwung in der FuE der Gemeinschaft erfahren. Es geht
nun darum, die Bemühungen unter Berücksichtigung der mit dem ersten
Programm gesammelten wertvollen Erfahrungen sowie der auf diesem Gebiet
in Japan und in den Vereinigten Staaten unternommenen Anstrengungen zu
verstärken. Besondere Beachtung wird der Programmentwicklung geschenkt
werden, welche sowohl eine allgemeine Technologie des TIT als auch eine
Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Anwendungen darstellt.
Auch in bezug auf die Telekommunikation hat man inzwischen erkannt, dass
in Anbetracht der grenzubergreifenden Dimension dieses Themas und der
Bedeutung der durch die Entwicklung der fortgeschrittenen
Telekommunikationsnetze und -endgeräte angebotenen neuen Dienste
Gemeinschaftsanstrengungen notwendig sind. Mit RACE will Europa den
derzeitigen Bedürfnissen entsprechen und sich den heutigen Heraus
forderungen stellen. Uber die eher technologisch begründeten Tätigkeiten
hinaus ist es wichtig, dass sich Europa der Integration der Informations-
und Telekommunikationstechnologien in neue Anwendungen und Dienste von
gemeinsamen Interesse zuwendet. Ausbildung und Verkehrswesen sind
Beispiele für solche Anwendungen von gemeinsamen Interesse, bei denen
sich im übrigen auch das soziale Anliegen, wie es in der IRIS-Initiative
zum Ausdruck kommt, stellt. Es wird hier vor allem darum gehen, für eine
Koordinierung zwischen den einzelstaatlichen Aktivitäten zu sorgen.
Überdies wird vorgeschlagen, in dem der Technologie vorgelagerten Bereich
für eine Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der
Informationstechnologien zu sorgen, um den konstanten Zufluss neuer
Kenntnisse in einem sich rasch entwickelnden Sektor sicherzustellen.
Besonderes Gewicht ist in Europa auf die Wiederankurbelung der tradi
tionellen Industriezweige mit Hilfe der neuen Technologien gelegt worden.
Der Erfolg des BRITE-Programms zeigt, dass die Gemeinschaftsinitiative
hier einem echten Bedürfnis entspricht. Gestützt auf die gesammelten
Erfahrungen werden neue Leitlinien für Aktionen festgelegt, die die
Technologien für die Fertigungsindustrien und die Sondertechnologien
betreffen.
Auch die Biotechnologien haben schon gezeigt, dass sie über enormes
Potential verfügen, um die Aktivitäten mehrerer traditioneller Wirt
schaftszweige, wie der Chemie oder der Pharmazie, umzusetzen. Dies ist
der Grund für den Vorschlag der Kommission, die Aktionen auf dem Gebiet
der Biotechnologien zu verstärken und neue Aktionen auf dem Gebiet der
aararwirtschaftliehen Technologien einzuleiten, die in enger Verbindung
mit dem Agr'a rforschungs- und -entwicklungsprogramm durchgefuhrt werden
sollten, damit dieses von den Beiträgen der Biotechnologie profitieren
kann.
- 17 -
Unsere technologische Zukunft hängt weitgehend davon ab, ob wir den
Werkstoffbereich beherrschen. Es handelt sich um einen Bereich, in dem
die Herausforderung durch die amerikanischen und japanischen Entwick
lungen besonders stark ist. Koordinierte Anstrengungen und die Errichtung
von Gemeinschaftsnetzen erscheinen dringend erforderlich. Aufgrund dessen
wurden für die Aktion Werkstoffkunde und -technologien neue Aktivitäten
vorgeschlagen.
Die Meereswissenschaft und -technologie sind Gegenstand einer Reihe
verschiedenartiger Arbeiten in den meisten unserer Mitgliedstaaten. Die
Kommission ist der Ansicht, dass eine Aktion der Gemeinschaft auf diesem
umfassenden Bereich gerechtfertigt ist durch die Verwendung großer und
kostspieliger Ausrüstungen, die die finanziellen Mittel eines einzelnen
Landes stark belasten, eine optimale Auslastung der vorhandenen
Ausrüstungen (ozeanografisehe Schiffe, Tauchfahrzeuge, usw.), die
Zusammenlegung der in den Mitgliedstaaten verfügbaren komplementären
Kompetenzen, die Anwendung der Forschungsergebnisse auf die
Verwirklichung der gemeinsamen Politik, die Entwicklungshilfe, den mit
der Annahme gemeinsamer Normen verbundenen Betrag zur Vollendung des
Binnenmarktes.
Der Bereich des Verkehrswesens stellt ein bevorzugtes Gebiet für
grenzübergreifende Aktionen dar. Der FuF-Aufwand der Gemeinschaft, der
sich bisher auf einige COST-Aktionen von anerkanntem Wert beschränkt,
müßte verstärkt werden.
Die Vollendung des Binnenmarktes ist eines der wesentlichen Ziele der
Gemeinschaft für die kommenden Jahre. Um dieses Ziel zu erreichen, sind
zahlreiche Initiativen erforderlich, unter denen vor allem der
Aufstellung und Verabschiedung gemeinsamer Normen besondere Bedeutung
beigemessen werden muss. Denn der Aufstellung von Normen und Standards
gehen häufig Forschungsarbeiten voraus, die, wenn sie gemeinsam durch
geführt werden, die Verabschiedung allseits anerkannter Normen und
Standards vereinfachen. Aus diesem Grund werden neue Vorschläge für die
Fortsetzung und Verstärkung der Gemeinschaftsaktion auf dem Gebiet der
wissenschaftlichen Normen, Referenzmaterialien une -met hod en, vor allem
im Rahmen der GFS gemacht.
Aktionslinie 4 : Lebensqualität
Der Nachdruck, der auf die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die
Dienstleistungen gelegt wird, darf die Gemeinschaft nicht von der Ziel
setzung einer Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger ablenken.
Die Kommission ist - wie oben ausgeführt - der Auffassung, dass es erfoi
derlich ist, der Realisierung dieser Zielsetzung sowohl infolge ihrer
unmittelbaren sozio-ökonomischen Bedeutung als auch aufgrund ihrer
Auswirkungen auf die gesellschaftliche Akzeptanz der neuen Technologien
und der Auswirkungen der Forschungsarbeiten auf das Wohlergehen der
Bürger besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Drei wesentliche Aktionslinienen werden vorgeschlagen:
- Gesundheit: mit einer Intensivierung der Arbeiten auf dem Gebiet der
Epidemiologie und der Erstellung gemeinsamer Normen. Sonderaktionen im
Zusammenhang mit Krebs (Europa gegen den Krebs) und AIDS sind ebenfalls
durchzuführen;
- Sicherheit: Mehrere vor kurzem erfolgte Unfälle in industriellen An-
Lagen haben gezeigt, wie wichtig es ist, die Sicherheit von Anlagen
mit hohem Gefährdungspotential durch eine eingehendere
wissenschaftliche Analyse zu verbessern;
- 18 -
- Umweltschutz : In diesen Bereichen tritt der grenzüberschreitende
Charakter der Probleme klar zutage, und die Aktion der Gemeinschaft
erweist sich, vor allem im Rahmen der durch die Politik der
Gemeinschaft auf dem Gebiet des Umweltschutzes eröffneten
Perspektiven, als besonders zweckmässig.
Aktionslinie 5 : Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung
Europa muss die Probleme der Dritten Welt auch weiterhin aufmerksam
verfolgen; Wissenschaft und Technologie stellen einen wichtigen Bestand
teil der Entwicklung dar. Die Gemeinschaftsaktionen auf diesem Gebiet
müssen unter Berücksichtigung der spezifischen Interessen der
Gemeinschaft und der begünstigten Länder fortgesetzt und intensiviert
werden.
Es kommt vor allem darauf an, eine enge Zusammenarbeit zwischen den
europäischen Laboratorien und den Instituten der fortgeschrittensten
Entwicklungsländer aufzubauen, die spezifische oder regionale Aktionen
zugunsten der am stärksten benachteiligten Entwicklungsländer (gegebe
nenfalls durch Verstärkung oder Schaffung lokaler wissenschaftlich-
technischer Strukturen) ermöglicht.
Aktionslinie 6 : Das Europa der Forscher
Vitalität und Kreativität von Wissenschaft und Technologie beruhen in
erster Linie auf der Qualität der Menschen und der Teams, die für die
Forschung und für die technologische Entwicklung zuständig sind und diese
durchführen. Mobilität der Forscher, Verstärkung von wissenschaftlichen
und technischen Netzen, Aus- und Fortbildung sowie optimale Nutzung der
vorhandenen oder neu zu schaffenden grossen wissenschaftlichen
Instrumente sind Themen, die künftig einer Unterstützung durch
Initiativen auf Gemeinschaftebene bedürfen. Die vorgeschlagenen neuen
Leitlinien tragen dem Rechnung.
Aktionslinie 7 : Allgemeine Unterstützung der wissenschaftlichen und
technischen Entwicklung
Die gemeinschaftliche Forschung, Entwicklung und Demonstration kann sich
nur in einem Rahmen und in einem Umfeld entwickeln, die ihre volle
Entfaltung gewährleisten. Dies veranlasst die Kommission, die
Einbeziehung von Aktionen, die diese Entfaltung sicherstellen sollen, in
das neue Rahmenprogramm zu prüfen.
Es handelt sich um:
- Aktionen auf dem Gebiet der Innovation und der Nutzung der Ergebnisse
der Gemeinschaftstätigkeiten: die FuE-Arbeiten der Gemeinschaft sollten
in den Genuss eines verbesserten Innovationsmechanismus kommen, der die
Nutzung der FuE-Ergebnisse auf der Ebene der sozialen und
wirtschaftlichen Einrichtungen sicherstellt;
- Aktionen auf dem Gebiet der Kommunikations- und Informationsnetze sowie
der wissenschaftlichen Datenbanken, die eine unbedingt erforderliche
Inf rastükTur für das Europa der Forscher darstellen: Die Synergie
zwischen geographisch zersplitterten FuE-Organisationen una damit die
Steigerung der Qualität und Wirksamkeit der FuE sowie die
Beschleunigung der Umsetzungsprozesse ist dank der Entwicklung der
Techniken nunmehr möglich.
- 19 -
Besonders verdient hervorgehoben zu werden, dass die Kommission die Mö
glichkeit geprüft hat, die Themen Nutzung des Weltraums und Entwicklung
der Luftfahrt in die Liste der im nächsten Rahmenprogramm durchzuführen
den Aktionen aufzunehmen.
Beim Weltraum handelt es sich darum zu prüfen, inwieweit die Gemeinschaft
unter Berücksichtigung der Zuständigkeitsbereiche der europäischen und
einzelstaatlichen Organisationen auf dem Gebiet der Raumfahrt - und hier
vor allem der Europäischen Weltraumorganisation - eine wachsende Rolle
auf wissenschaftlicher, technischer und industrieller Ebene spielen
könnte. Hierbei könnte die Nutzung der mit so grossem Erfolg auf
europäischer Ebene entwickelten Techniken auf sozio-ökonomischer Ebene
berücksichtigt werden. Im Rahmen der Aktionen in den Bereichen
Telekommunikation, Fernerkundung von Agrarressourcen, Entwicklung und
Umweltschutz ist diese Nutzung schon jetzt in die Wege geleitet worden.
Die Kommission setzt ihre Bemühungen zur Ermittlung anderer weltraum
orientierter Bereiche fort, in denen eine Aktion auf Gemeinschaftsebene
einen Mehrwert zur Folge haben könnte.
Bei der Luftfahrt werden die Überlegungen hinsichtlich der Zweckmässig
keit, eine spezifische Aktion auf Gemeinschaftebene vorzulegen, weiter
fortgesetzt. Ein erstes Informationsblatt zu diesem Punkt wurde im Anhang
I der Rubrik Verkehrswesen beigefügt.
Bei der Wahl der wissenschaftlichen und technischen Orientierungen wie
bei der Billigung der zur Durchführung innerhalb eines Zeitraums von fünf
Jahren (siehe oben) veranschlagten finanziellen Mittel muß sich die
Kommission selbstverständlich Anpassungsmöglichkeiten Vorbehalten, die
durch veränderte Bedingungen der politischen, wirtschaftlichen,
wissenschaftlichen und technologischen Konjunktur notwendig würden.
Insbesondere müssen unbedingt Anstrengungen zur Beschleunigung des
Erfindungs- und Innovationsprozesses berücksichtigt werden können.
Ferner ist in jedem Fall in dem Text des Beschlusses über ein
Rahmenprogramm 1987-1991 eine Revisionsklausel vorzusehen, die diese Art
der Anpassung zuläßt.
3. Finanzielles Gleichgewicht
» 3.1. Für jede der F,EuT-Aktionen wird in der Tabelle im Anhang I eine
Bandbreitefinanzieller Schätzwerte angegeben, die unterschiedlichen
Intensitätsgraden bei der Verwirklichung der umrissenen Ziele
entsprechen. Verschiedene Kombinationen dieser Bandbreiten ergeben
in Abhängigkeit von den Prioritäten, die den Aktionen eingeräumt
werden, einen Gesamtbetrag von 9 Milliarden ECU zu laufenden Preisen
für die fünf Jahre des Rahmenprogramms. Hinzu kommt eine Rücklage
von 15 %, so daß sich ein Gesamtbetrag von 10,35 Milliarden ECU
ergibt.
Die Rücklage ist dazu bestimmt, Aktionen zu finanzieren, die die
Kommission gegebenenfalls aufgrund der Entwicklung der Lage auf
politischem, wissenschaftlichem und technologischem Gebiet
vorschlagen soll und die im derzeitigen Stadium nicht festgelegt
werden können. Die Kommission ist sich darüber im klaren, daß es
- 20 -
notwendig ist, eine schrittweise Erhöhung der F, EuT-Ausgaben
vorzunehmen; diese Anforderung wird bei der Festlegung des Profils
für die Entwicklung der Verpflichtungs- und Zahlungsermächtigungen
für den Zeitraum 1987-1991 in Betracht gezogen.
3.2. Ein unmittelbarer Vergleich der großen Mengen und des für 1987-1991
umrissenen finanziellen Gleichgewichts mit dem vorangegangenen
Rahmenprogramm ist angesichts des auf die Struktur des
Rahmenprogramms angepaßten unterschiedlichen Konzepts kaum möglich.
Im Rahmenprogramm 1984-1987 bezogen sich das finanzielle
Gleichgewicht auf die Ziele, zu denen die F, EuD-Aktionen nach
variablen Vorschlägen beitragen. So trug das Programm nichtnukleare
Energie sowohl zum Ziel "Verbesserung der Bewirtschaftung der
Energieressourcen" (74%) als auch zum Ziel "Förderung der
industriellen Wettbewerbsfähigkeit" (16%) sowie in geringem Maße
(weniger als 5%) zu anderen Zielen des ersten Rahmenprogramms bei.
In der neuen Struktur gilt das finan zielle G l e i c h g e w i c h t u n m i t telbar
für Aktio nen, die ein oder mehrere FuE-P r o g r a m m e z u sam menfasse n.
G l e i c h w o h l zeigt die folgende Tabelle global die E ntwi cklung, der
die relat iven P r i o r i t ä t e n der v e r s c h i e d e n e n T h eme n folgen könnten,
die di e G e m e i n s c h a f t s a k t i o n beeinflussen.
Themen Situation Rahmen- Durchführung Rahmen-
1982 Programm Rahmenprogramm Programm
Dezember 1985 1984 - 87 1984 - 87 1987 - 91
- Agrarressourcen,
Fischerei, Rohstoffe 3,3 % 5,6 % 2,6 % 2 %
- Energie 65,4 % 47,2 % 47,3 % 21 %
- Industrielle Wett-
bewerbsfähigkei t 16,9 % 28,2 % 35,7 % 60 %
- Lebensqualität 9,7 % 10,3 % 10,5 % 7,5 %
- Wissensch.u.Technik
im Dienst d.Entwickl. 0.7 % 4 % 1,7 % 1,5 %
- Wissensch.u.techn.
Potential in Europa 0 2,3 % 1,6 % 5 %
- Allg.Unterstützung
der wiss.u.techn.
Entwicklung 4 % 2,4 % 0,6 % 3 %
1 Ö Ö % " 100 % 100 % T Ö Ö T
- 21 -
V. Gründung der Europäischen Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft
1. Allgemeiner Rahmen
Mit der Einheitlichen Europäischen Akte finden die Entwicklungen der
wissenschaftlichen und technischen Strategie eine neue politische und
rechtliche Grundlage.
Die einheitliche Akte hat der Gemeinschaft das Ziel gesetzt, die
wissenschaftliche und technologische Grundlage der europäischen
Industrie zu verstärken und die Entwicklung ihrer internationalen
Wettbewerbsfähigkeit zu begünstigen.
Die Aktion der Gemeinschaft auf dem Gebiet der technologischen
Forschung und Entwicklung sollte sich um drei Programmebenen bewegen :
- Ein einstimmig angenommenes mehrjähriges Rahmenprogramm, das die
Grundlage für eine ausgeglichene und globale Entwicklung der
Aktionen der Gemeinschaft bildet ;
- mit qualifizierter Mehrheit angenommene spezifische Programme, die
die spezifischen Ziele festlegen, die Zusammenarbeit zwischen allen
betroffenen Partnern (Unternehmen, Forschungszentren) fördern und
das Drittländern zur Beteiligung offensteht ;
- ergänzende Programme, an denen sich lediglich bestimmte
Mitgliedstaaten beteiligen.
In Erwartung der Ratifizierung der Einheitlichen Europäischen Akte
durch die Mitgliedstaaten stützt sich der Vorschlag der Kommission für
ein Rahmenprogramm 1987-1991 auf die Artikel 235 EWGV und 7 EAGV.
Die dem EWG-Vertrag unterliegenden spezifischen Programme werden nach
den in der Einheitlichen Europäischen Akte festgelegten Verfahren
angenommen; Beschluß des. Rates mit qualifzierter Mehrheit auf
Vorschlag der Kommission in Zusammenarbeit mit dem Europäischen
Parlament; die dem EURATOM-Vertrag unterliegenden Programme werden
nach dem gleichen Verfahren angenommen mit der Ausnahme, daß das
Parlament lediglich konsultiert wird.
Die Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationstätigkeiten werden
insgesamt im Rahmenprogramm dargestellt oder erwähnt. Der Text des vom
Rat einstimmig anzunehmenden Beschlusses wird jedoch nicht enthalten :
- die dem EGKS-Vertrag unterliegenden spezifischen Programme, da diese
von einer Entscheidung der Kommission abhängen.
- Die Demonstrationsvorhaben im Bereich "Energie", da diese die
wirtschaftliche Demonstration der entwickelten Produkte oder
Verfahren in dem den F,DuT-Aktionen nachgelagerten Bereich anstreben
und so die Forschungsaktion der Gemeinschaft fortführen.
- 22 -
2. Einzelheiten der Vorbereitung, Ausführung/ Finanzierung und Bewertung
Bei der Vorbereitung des Rahmenprogramms beabsichtigt die Kommission, sich
neben den grundlegenden Konsultationen des Europäischen Parlaments, des
Wirtschafts- und Sozialausschusses und des CREST weitgehend auf die
Stellungnahme der verschiedenen beratenden Ausschüsse zu stützen (AWT,
CODEST, IRDAC, ESPRIT-Ausschuß, usw...)
Diese Ausschüsse setzen sich aus den Vertretern der wissenschaftlichen und
technischen Kreise der Industrie, der Gewerkschaften, der
Verbraucherverbände zusammen. Die Kommission hält die Beteiligung aller
interessierten Aktoren für wichtig, um die für die zum Ausdruck gebrachten
Bedürfnisse und Anforderungen am besten geeignete wissenschaftlich-
technische Strategie der Gemeinschaft zu definieren.
A. Bestehende Durchführungsmodalitäten - Rolle der GFS
Im Hinblick auf die Gewährleistung der Durchführung der im Rahmenprogramm
zugrundegelegten Aktionen beabsichtigt die Kommission sowohl das gesamte
Spektrum der vorhandenen Modalitäten zu nutzen als auch"eine Serie neueT
T ^ ä T T t a t e n fësTzuTëgënT'die sich für sie insbesondere durch die
einheitliche europäische Akte eröffnen.
Für die zur Zeit verwendeten Modalitäten (direkte Aktionen, Aktionen mit
Kostenteilung, konzertierte Aktionen, Demonstrationsvorhaben) gibt die
beigefügte Tabelle einen Überblick über die für jede Aktion vorzugsweise
vorgeschlagenen Modalitäten.
Die Modalitäten der Aktionen mit Kostenteilung stellen eindeutig die meist
angewandte Modalität dar; das Zusammenbringen der in der Industrie oder
nationalen Einrichtungen vorhandenen Ressourcen mit denen der Gemeinschaft,
erlaubt eine optimale Nutzung der in Europa vorhandenen beschränkten
Kredite.
Die direkte Aktion verlangt eine Bemerkung über die künftige Rolle der GFS:
Bei der Durchführung des Rahmenprogramms wird sich die Kommission mit Bezug
auf die für diese Modalität am besten geeigneten Aktionen an die GFS
wenden. Aufgrund der vorliegenden allgemeinen Orientierungen des
Rahmenprogramms bereitet die Kommission gegenwärtig das neue Programm der
GFS für den Zeitraum 1987-1991 vor, zu dem sie parallel ein Dokument über
die "Orientierungen für die künftige Entwicklung der GFS" vorlegt.
Selbstverständlich besteht der Auftrag der GFS hauptsächlich in der
Forschung zur Erstellung von Normen und Standards, d.h. in der Erlangung
der notwendigen wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse, die es den
damit befaßten Behörden ermöglicht, die Normen und Standards auf einer
soliden und neutralen Grundlage festzulegen. Es handelt sich hierbei um ein
wichtiges Element beim Ausbau des Binnenmarktes. Der Auftrag der GFS
besteht ebenfalls in der Forschung auf dem Gebiet der technologischen
Sicherheit und des Umweltschutzes, Gebiete, auf denen die GFS eine
besondere Rolle spielt, die mit den erworbenen Kompetenzen und den
vorhandenen Forschungseinrichtungen zusammenhängt.
- 23 -
Die gegenwärtige Forschung der GFS umfaßt bereits eine gewisse Anzahl von
Projekten, die ihrem Auftrag entsprechen, die aber im zukünftigen Programm
ausgebaut werden müssen. Im Vergleich mit der gegenwärtigen Situation ist
ein Ausbau der Programme vorgesehen, die Bestandteil der Aktionen der
Gemeinschaft werden, die in Zusammenhang mit der "Wettbewerbsfähigkeit der
Industrie und der Dienste" sowie der "Lebensqualität" stehen. Die
Bemühungen der GFS auf dem Gebiet der "Energiebewirtschaftung" hingegen
müssen eingeschränkt werden. Diese Änderungen stellen einen bedeutenden
Einschnitt gegenüber dem gegenwärtigen Programm dar. Aus dem neuen
Bewertungsbericht des wissenschaftlichen Rates geht hervor, daß die GFS in
der Lage ist, sich diesen Änderungen anzupassen.
Um das angestrebte Ziel zu erreichen, muß der GFS ein fester Platz
innerhalb der gemeinschaftlichen Forschung zugewiesen werden. In Erwägung
der Folgerungen aus dem Beurteilungsbericht hat die Kommission einerseits
die Absicht, Maßnahmen zu ergreifen, um eine bessere Integration der
einzelnen Forschungsmethoden zu sichern und andererseits den Kontakt
zwischen der GFS, der Industrie und den nationalen Forschungseinrichtungen
zu verbessern. Sie sieht ebenfalls eine verstärkte Mobilität der
Wissenschaftler der GFS sowie eine Verstärkung der Strukturen vor, die zur
Erhöhung der Anzahl der Gastwissenschaftler und Sipendiaten der
Mitgliedstaaten erforderlich sind.
B. Die neuen Bestimmungen
Neben der Anwendung der bisherigen Verwaltungs- und
Finanzierungsmodalitäten möchte die Kommission auf einen ganzen Komplex von
sowohl flexibleren als auch besser für die neu vorgeschlagenen Aktionen
geeigneten Methoden zurückgreifen. Ein neuartiges Angebot von Modalitäten
ist innerhalb der Dienststellen der Kommission bereits vorgesehen oder wird
noch geprüft.
In erster Linie sind die beiden neuen Modalitäten zu nennen, die im Text
der einheitlichen europäischen Akte formell angegeben sind und rasch in
Kraft gesetzt werden könnten :
1. Gemeinsame Unterne hm en. Es handelt sich hier um die Ausweitung des im
EGKS-Vertrag vorgesehenen Systems nach Anpassung und Vereinfachung auf
den EWG-Vertrag (mit oder ohne Beteiligung der Gemeinschaft, aller oder
einzelner Mitgliedstaaten und gegebenenfalls der Drittländer).
2. Ergänzende Prog ram me. Solche Programme - wie sie bereits im EURATOM-
Rahmen bestanden oder noch bestehen - können jetzt aufgrund des EWG-
Vertrages ausgearbeitet werden. Diese Programme - mit oder ohne
Beteiligung aus dem Gemeinschaftshaushalt - würden nur von den
interessierten Mitgliedstaaten definiert und realisiert und mit
einzelstaatlichen Beiträgen finanziert.
K o n z e r t i e r t e
Aktionen
Aktionen mit
Kosten te i lung
Gemeinsame
fo r s c h u n g s s t e l l e
Ergänzende
Programme Bemerkungen
GEMEINSCHAFTSAKTIONEN
1 ftessourcenbewi r t scha f tung
l ’ l . Agr a r - und F isehe re i ressourcen
1 .2 . Rohstoffe
X X X
X
X X
XXX
x x ( 1 ) (1) Teil fernerkundung
2. E n e rg iew ir tsc h a f t
2 .1 . Kernfusion
2 .2 . Kernspaltung
2 3 F o s s i l e , neue und e rn e u e rb a re E n e rg t eq u e l le n ,
r a t i o n e l l e Energienutzung
X
X X
X X X
X X X
X X X
X X
X X X
X
X X
X X
3. W et tbew erbsfäh igke i t von I n d u s t r i e und Diensten
3 .1 . m fo r» a t io n s te c h n o L o g ie n
3 2 TelekommninikatSonstechnologie
3 3 In t e g ra t i o n der In fo rm a t io n s - und Telekonmumkations-
technolog ien in neue Anwendungen und D ie n s te von
gemeinsame« In t e r e s s e
3.A. ZusaM enarbe i t in der Grundlagenforschung auf d e ·
Gebiet d e r In fo rm a tik
3 .5 . Technologie fü r d ie F e r t i g u n g s in d u s t r i e und Sonder
technotog ien _ , ,
3 . 6 . B io techno log ien , a g r a r w i r t s c h a f t l i c h e Technologien
3 .7 . Werkstoffkunde und - t e c h n o to g ie
3 . 8 . Meereswissenschaft und - t e c h n o lo g ie
3 .9 . Verkehrswesen .
3 .1 0 . W issenscha f t l iche Normen, R e f e r e n z m a te n a l i e n uno
-»ethoden
X
X
X X
X X
X X
X X
x
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
(2)
X X X
(2) Teil M a te r i a l i e n der
GfS in 3.10
wird s p ä te r e r l ä u t e r t .
4 . Leb en sq u a l i t ä t
4 .1 . Gesundheit
4 .2 . S ic h e rh e i t
4 .3 . Umweltschutz und K lim ato log ie
X X X
X
X X
X X
X X X
X X X
X X X
X X X
5. Wissenschaft und Technik im D ienste der Entwicklung X X X
6 . W issenscha f t l iches und te c h n isc h e s P o t e n t i a l in
Europa - Das Europa der Forscher XXX
7. Allgemeine U n te rs tü t tu n g der w i s s e n s c h a f t l i c h e n und
technischen Entwicklung
7 .1 . Innovât ion
7 2 Konounikations- und In fo rm a tionsne tze und w issen
s c h a f t l i c h e Datenbasen
7 3 Sprachprobleme
7 .1. '. Vorausschau, Bewertung und s t a t i s t i s c h e Werkzeuge
7 .5 . I n te rn a t io n a le Zusammenarbeit
X X
X X
X
X X
X X
X X X
XXX
X
- 25 -
3. Minderheitsbeteiligungen der Gemeinschaft an nationalen oder
multinationalen Aktionen oder Vorhaben. Auf diese Weise könnte die
Gemeinschaft gegen eine gewisse finanzielle Unterstützung an Aktionen
oder Vorhaben von Gemeinschaftsinteresse beteiligt werden.
4. Die finanziellen Beiträge der Gemeinschaft werden durch eine Reihe von
Möglichkeiten ergänzt, die aus den neuen Initiativen der Kommission im
Bereich der neuen Finanzierungstechniken hervorgehen, vor allem für
technologische, marktnahe FuE-Projekte mit industriellem Endzweck, wie
zum Beispiel die EUREKA-Projekte.
5. Schließlich, und in der gleichen Optik einer Ergänzung der gegenwärtigen
Modalitäten, ist die Kommission bereit, die Möglichkeit der Schaffung
flexibler Strukturen in der Art einer Agentur zu erwägen, die die
Schnittstelle zwischen den Prioritäten und den Politiken der
Gemeinschaft einerseits und dem spezifischen Bedarf der Akteure
andererseits bilden.
C. Bewertung der Ergebnisse
Zusätzlich zu diesen Modalitäten will die Kommission - aufgrund der in den
letzten Jahren gewonnenen Erfahrungen - das System zur Bewertung ihrer
Forschungsprogramme und deren Ergebnisse verstärken.
Insbesondere werden die Bewertungsmaßnahmen durch unabhängige
Sachverständige, die bereits auf zahlreichen Gemeinschaftstätigkeiten (GFS,
Programm erneuerbare Energie, Zwischenbewertung ESPRIT...) angewandt
wurden, systematisch durchgeführt und in regelmäßigen Abständen für alle
FuE-Programme obligatorisch.
3. Begleitende Maßnahmen
Zur Unterstützung der Durchführung der F, EuD-Programme könnte ferner eine
Reihe von flankierenden Maßnahmen ergriffen werden. So können bereits jetzt
als Beispiel genannt werden :
- Alle geeigneten Initiativen zur Organisation des großen Binnenmarktes
(Normen und Standards, freier Verkehr von Produkten und Kapital,
Harmonisierung von Steuermaßnahmen). Die Kommission will insbesondere im
Rahmen ihrer Wettbewerbspolitik die interindustrielle FuE-Abkommen und
die Nutzung ihrer Ergebnisse erleichtern. Sie wird bei der Anwendung der
gemeinschaftlichen Wettbewerbsregeln insbesondere Staatliche Beihilfen
für F, EuT fördern.
- Bestimmte Initiativen, die insbesonders die Staaten oder Regionen der
Gemeinschaft interessieren, deren wissenschaftliche und technische
Entwicklung besonderer Anstrengung bedarf.
Wie oben erwähnt wird eine ausgeglichene Entwicklung aller
Mitgliedstaaten und Regionen der Gemeinschaft, vor allem durch die
konkrete Übertragung des Rahmenprogramms in eine Reihe geeigneter
spezifischer Programme sichergestellt.
- 26 -
Zusätzlich können auch Beiträge aus dem EFRE und den IMP für bestimmte
Infrastrukturvorhaben vorgesehen werden sowie die Schaffung neuer
Finanzierungstechniken, die sowohl zur Unterstützung von
Infrastrukturvorhaben als auch für den Eigenbedarf der kleinen und
mittleren Unternehmen eingesetzt werden können.
Die Kommission hat bereits Vorschläge vorgelegt, wie das Programm zur
Entwicklung bestimmer benachteiligter Regionen der Gemeinschaft durch
einen besseren Zugang zu den fortgeschrittenen Telekommunikationsdiensten
(Programm STAR, K0M(85)836 endg.).
Im übrigen prüfen die Dienststellen der Kommission im Rahmen der FuE-
Aktionsprogramme auf der Basis der Kostenteilung Modalitäten einer
Beteiligung der Laboratorien oder Unternehmen aus benachteiligten
Regionen an Vertragsaktionen, die den FuE-Instituten der auf
wissenschaftlich-technischer Ebene am weitesten fortgeschrittenen Länder
der Gemeinschaft übertragen werden, und zwar auf Gebieten, wo diese Art
der Beteiligung nützliche gegenseitige Valorisierungen erlaubt.
- Verwirklichung von Maßnahmen für die kleinen und mittleren Unternehmen,
um sie in die Gemeinschaftsdynamik zu integrieren und ihnen die Dimension
des großen Binnenmarktes zugute kommen zu lassen.
So muß die Wissenschafts- und Technologiegemeinschaft berücksichtigen,
daß die fortgeschrittenen Industriegesellschaften eine Phase intensiver
technologischer Veränderungen durchmachen, in der die KMB häufig am
besten in der Lage sind, Innovationspolitik zu betreiben und durch
Innovation ein hohes Wettbewerbsniveau zu halten. Innovative KMB sind für
Europa eine Garantie für die positive Einfügung in die neue
internationale Arbeitsteilung und für eine wettbewerbsfähige
technologische Verbreitung. Ferner wird die Gemeinschaft für ein
angemessenes Umfeld zur Entwicklung einer Struktur gesunder, dynamischer
und innovativer europäischer KMB sorgen. Die Kommission wird dem Rat
demnächst eine Mitteilung über diese Art von Aktionen vorlegen.
- Schließlich eine verstärkte Unterstützung der Ausbildung und Umschulung
von Wissenschaftlern. Es muß darauf hingewiesen werden, daß im
Rahmenprogramm über wissenschaftliche und technische Tätigkeiten der
Gemeinschaft nur die Initiativen berücksichtigt werden, die zugunsten
graduierter Forscher und Wissenschaftler getroffen werden. Diese
Initiativen gehen über den Anwendungsbereich des Programms COMETT
(Community Programme for Education und Training in Technology) hinaus,
das hauptsächlich eine ergänzende Ausbildung für Studenten, Lehrer,
Ingenieure und Techniker im Rahmen der Entwicklung der neuen Technologien
anstrebt. Dieses Programm stellt eine notwendige Ergänzung zu den im F,
EuT-Rahmenprogramm vorgesehenen Aktionen dar.
- 27 -
4. Eine Europäische Gemeinschaft der Technologie offen und ohne Komplexe
Die Verstärkung der Gemeinschaftsaktion für F, EuT bedeutet in keiner
Weise, daß sich Europa auf wissenschaftlich-technischer Ebene innerhalb
seiner geografischen und institutionellen Grenzen isoliert. Sie soll
vielmals gleichzeitig eine Auswertung der Zusammenarbeit auf
internationaler Ebene mit sich bringen, vor allem auf einem Gebiet wie der
thermonuklearen Fusion und insbesondere auf europäischer Ebene.
- Die enge Verbindung zur Europäischen Wissenschaftsstiftung, zur
Europäischen Weltraumorganisation, zum CERN und zum Europarat muß
aufrechterhalten, bzw. mit der Durchführung von gemeinsamen Vorhaben
sogar noch verstärkt werden.
- Die bilaterale Zusammenarbeit mit den EFTA-Ländern wird mit der
Durchführung der bereits Unterzeichneten oder zur Unterzeichnung
vorliegenden Rahmenabkommen über wissenschaftlich-technische
Zusammenarbeit eine neue Dimension gewinnen. Nachdem sie bereits an
mehreren Gemeinschaftsprogrammen sowohl im Rahmen des EURATOM-Vertrags
(Fusion, radioaktive Abfälle) als auch im Rahmen des EWG-Vertrages
(Umweltschutz, Rohstoffe) beteiligt waren, dürften die EFTA-Länder ihre
Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft in Zukunft auf mehreren Sektoren, wie
Telekommunikationen, Informationstechnologien, Technologien für die
Fertigungsindustrien, Werkstoffe, noch verstärken.
- Schließlich ist den "Verbindungen zu zwei Initiativen multilateraler
Zusammenarbeit, von denen die eine erst kürzlich angelaufen ist - EUREKA
- und die andere seit langem besteht - COST - bei der Ausarbeitung des
neuen Rahmenprogramms besondere Bedeutung beizumessen. Beim derzeitigen
Stand der Überlegungen zeichnen sich folgende Verbindungen zwischen der
Gemeinschaftsaktion und den beiden Initiativen ab.
a. EUREKA
Die Initiative EUREKA bringt die politische Absicht von achtzehn
europäischen Staaten und der Gemeinschaft zum Ausdruck, gemeinsam die
Herausforderung durch die Entwicklung der neuen Technologien und ihre
Einfügung in den industriellen Innovationsprozeß anzunehmen.
Seit Annahme der Grundsatzerklärung durch die Europäischen Außen- und
Forschungsminister in Hannover am 5. und 6. November 1985, in der
insbesondere die Ziele und Bedingungen zur Durchführung dieser Initiative
definiert wurden, diese selbst auf dem EUREKA-Treffen in Paris am 17. Juli
1985 eingebracht, nachdem sie auf der Tagung des Europäischen Rates vom 28.
und 29. Juni 1985 hervorgehoben worden war, sind 26 Vorhaben über
Zusammenarbeit zwischen Industriezweigen mehrerer Länder, an denen die
Gemeinschaft zum Teil mitwirkt, angelaufen.
- 28 -
In dieser Grundsatzerklärung heißt es : "Eureka-Projekte sollen bestehende
technologische Zusammenarbeit in Europa, wie Programme der Europäischen
Gemeinschaften ... und ihre Weiterentwicklung nicht ersetzen, sondern
soweit wie möglich auf ihr aufbauen oder sie ergänzen".
Während die Gemeinschaft die wissenschaftlichen und technologischen
Programme, die nach Zielen, Kriterien und Prioritäten gegliedert sind, wie
sie die Regierungen und die Industrievertreter der Mitgliedstaaten
gemeinsam definiert haben, weiter ausbaut, sollen die EUREKA-Vorhaben vor
allem aufgrund von Eigeninitiativen der beteiligten Unternehmen
durchgeführt werden. Diese Unternehmen sind bei den Vorhaben und häufig
auch bei der Finanzierung federführend. Diese Vorhaben betreffen im
wesentlichen die gemeinsame Entwicklung von fortgeschrittenen marktnahen
Technologien oder Infrastrukturen von grenzübergreifender Bedeutung.
Die Kommission hat diese Initiative von Anfang an unterstützt, da ihres
Erachtens die kohärent und in Symbiose durchgeführten
Gemeinschaftsprogramme und die daraus hervorgegangenen Vorhaben sowie die
EUREKA-Vorhaben, die einander ergänzen, eine Einheit bilden könnten, mit
der die diesen beiden Tätigkeitsgruppen gemeinsamen Ziele erreicht würden -
d.h. eine Erhöhung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der
einzelstaatlichen Industrie und Wirtschaft Europas auf dem Weltmarkt - und
so zur Entwicklung der Beschäftigungslage beitragen könnten.
Das ist der Grund, warum die Kommission davon ausgeht, daß die Gemeinschaft
der EUREKA-Aktion mehrere Arten von Beiträgen leisten muß, damit diese
Initiative voll gedeihen kann.
- Es betrifft bereits die aktive Teilnahme ihrer Sachverständigen bei der
Erarbeitung der zur Zeit diskutierten Verfahren zur Erstellung von
Projekten und ihrer prinzipiellen Bereitschaft, qualifiziertes Personal
an das EUREKA-Sekretariat abzustellen.
Es betrifft außerdem eine Zurverfügungstellung, in Assoziierung mit
Irland, eines Datenübermittlungssystems, EUROKOM, das im Rahmen von
ESPRIT erstellt wurde.
- Es betrifft ihre Mitwirkung bei der Organisation industrieller Foren, wie
schon für Gallium Arsenide Gallium und Biotechnologien erfolgt.
- Es betrifft die direkte Teilnahme der Gemeinschaft an bestimmten ein
Gemeinschaftsinteresse darstellenden EUREKA-Projekten.
- Es betrifft außerdem die Mitwirkung der Gemeinschaft an den EUREKA-
Projekten, die sich an die direkten Arbeiten der Gemeinschaftsprojekte
anschließen (z.B. amorphes Silizium, Software-Portabilität, Membrane,
Umwelt, Forschungsnetze, usw.)
- 29 -
- Es betrifft den Beitrag der Gemeinschaft am Gelingen der Zusammenarbeit
in der Forschung durch die Bildung ihres Großen Innemarktes, der nicht
nur Gemeinschaftsprogrammen, sondern auch den EUREKA-Projekten die besten
Bedingungen für ihre wirtschaftliche Valorisierung erschafft.
- Es betrifft schließlich,die künftige M ö gl ich ke it.flexibler institutioneller
und finanzieller Rahmen, wie Schon weiten oben erwähnt, die für EUREKA-
Projekt'e geeignet sind und desen Durchführung den Gemeinschaftsinteressen
entspricht: .
b. Verbindungen zu COST
Immer wieder hat die Kommission betont, wie hoch sie die Entwicklung der
Zusammenarbeit im Rahmen von COST einschätzt. Diese Zusammenarbeit besteht
seit 1971 und hat zahlreiche Aktionen in wissenschaftlichen und technischen
Sektoren aller Art ermöglicht, wobei die Vorteile eines flexiblen
Verfahrens, einer wechselnden Zusammenführung von Staaten mit jeweils
eigenen Interessen und der Beteiligung von europäischen
Nichtmitgliedstaaten außerhalb der Gemeinschaft mit den Vorzügen
wissenschaftlicher und technischer Arbeiten in einem erweiterten Europa
verbunden wurden.
Natürlich hat sich seit der Schaffung von COST der Rahmen zur Entwicklung
dieser Zusammenarbeit "erheblich gewandelt. Die Erweiterung der Gemeinschaft
von sechs auf zwölf Staaten, die Ausweitung der Skala der
Gemeinschaftsprogramme in FuE, die zunehmende Öffnung dieser Programme für
Drittländer, die Stärkung der Bindungen zwischen Ländern der EFTA und der
Gemeinschaft aufgrund der Luxemburger Erklärung von April 1984 und die 1985
erfolgte Initiative EUREKA bilden insgesamt Faktoren, die bei der
Betrachtung der Zukunft von COST nicht außer acht gelassen werden dürfen.
Auch in Zukunft ist die Symbiose zwischen Gemeinschaftsprogrammen, COST-
Aktionen und EUREKA-Vorhaben zu gewährleisten; in diesem Katalog der Europa
sich bietenden Aktionsmöglichkeiten erscheint COST besonders für folgende
Aktionen geeignet :
- zeitlich begrenzte Sonderaktionen, die sich schwerlich in die großen
strategischen Programme der Gemeinschaft einordnen lassen und die trotz
ihrer gleichartigen Konzeption des Aufbaus von unten her (bottom-up) wie
bei EUREKA aufgrund ihrer Art, etwa durch die entfernte Lage der Märkte,
nicht in diesen Rahmen passen.
- Maßnahmen in den von den Gemeinschaftsprogrammen unzureichend oder gar
nicht abgedeckten Sektoren wie Verkehrswesen oder Aquakultur.
Die Kommission wird mit den Mitgliedstaaten und den übrigen COST-
TeiInehmerstaaten den Dialog über die Ausrichtungen von COST für die
kommenden Jahre weiter pflegen. Ein wichtiger Platz kommt ihr dabei für die
Aufstellung des neuen RahmenprograrüsTiS zu.
VI. Schlußfolgerungen
Alle befragten beratenden Gremien (CREST, CODEST, IRDAC, BVKA, EPRIT-Ausschuß)
bestärkten in ihren ersten Stellungnahmen, auch wenn sie inoffiziell waren,
die Kommission in ihrer Überzeugung, daß der Aufbau einer europäischen
Wissenschafts und Technologie-Gemeinschaft notwendig und möglich ist.
Große Anstrengungen unter Beteiligung aller betroffenen Akteure (Öffentliches
FuE-Zentrum, Großunternehmen, KMB, nationale und Gemeinschaftsverwaltungen,
die zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen können) sind erforderlich.
In dieser Vielfalt durchzuführender Tätigkeiten und zu ergreifender
Initiativen muß in den kommenden Monaten die Gemeinschaftsaktion festgelegt
werden, d.h. welcher Teil dieses Unternehmens gemeinsam in Angriff genommen
werden sollte.
Als Grundlage der europäischen wissenschaftlichen und technischen Strategie
muß das "Rahmenprogramm für die wissenschaftlichen und technischen Tätigkeiten
der Gemeinschaft 1987-1991" das Instrument für dieses Unternehmen bilden.
Ausgehend von dieser Unterlage - die nicht den formellen Vorschlag der
Kommission darstellt und dessen Inhalt nicht vorwegnehmen will - möchte die
Kommission mit den Gemeinschaftsorganen folgende Punkte erörtern und ihre
Stellungnahme dazu erhalten :
- allgemeine wissenschaftliche und technische Ausrichtung
- einzuhaltende Prioritäten und Ausgewogenheit
- finanzielle Mittel sowie zu erwartender allmählicher Anstieg in den
Verpflichtung- und Zahlungsermächtigungen.
Aufgrund der Ergebnisse dieser Erörterungen wird die Kommission die
wissenschaftlichen und haushaltstechnischen Aspekte ihres Vorschlags
ausarbeiten und ihn dem Rat und dem Parlament im Juli 1986 vorlegen.
ANHANG I
GEMEINSCHAFTSAKTIONEN
1. Ressourcenbewirtschaftung
1.1. Agrar- und Fischereiressourcen
1.2. Rohstoffe
2. Energiewirtschaft
2.1. Kernfusion
2.2. Kernspaltung
2.3. Fossile, neue und erneuerbare
rationelle Energienutzung
Energiequellen,
3.
3.1.
3.2.
3.3.
3.4.
3.5.
3.6.
3.7.
3.8.
3.9.
3.10.
4.
4.1.
4.2.
4.3.
6.
7.1.
7.2.
7.3.
7.4.
7.5.
Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Diensten
Informationstechnologi en
Te Iekommunik a t ionstechnologie
Integration der Informations- und Telekommunikations
technologien in neue Anwendungen und Dienste von
gemeinsamem Interesse
Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung auf dem
Gebiet der Informatik *
Technologie für die Fertigungsindustrie und Sonder
technologien
Biotechnologien, agrarwirtschaftliche Technologien
Werkstoffkunde und -technologie
Meereswissenschaft und -technologie
Verkehrswesen *
Wissenschaftliche Normen, Referenzmaterialien und
-methoden
Lebensqualität
Gesundheit
Sicherheit - - -
Umweltschutz
Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung
Wissenschaftliches und technisches Potential in
Europa - Das Europa der Forscher
Allgemeine Unterstützung der wissenschaftlichen und
technischen Entwicklung
Innovation
Kommunikations- und Informationsnetze und wissen
schaftliche Datenbasen
Sprachprobleme
Vorausscharu, Bewertung und statistische Werkzeuge
Internationale Zusammenarbeit
Bisher bekannte Zusatzprogramme (ohne Eigenmittel) : HFR
* Die Kommission wird im Juli 1986 nach den Debatten mit den Gemein
schaftsorganen einen formellen Vorschlag mit wissenschaftlichen und
haushaltstechnischen Aspekten vorlegen.
** Der zu einem späteren Zeitpunkt festgelegte Betrag wird der Rücklage
entritÄfn.
***- Beinhaltet nicht eine mögliche Aktion auf dem Gebiet der Aeronautik,
füT*“"i31e der Betrag der Reserve zu entnehmen wäre.
Spannen
Mio ECU
90- 180
60- 90
1060-1200
600- 700
250- 350
2200
1000
7 00- 9 00
40- 50
600- 900
350- 460
200- 300
z . E . **
50- 80
300- 350
140- 160
230- 280
285- 320
100 - 200
400- 500
80- 150
20
80- 100
30- 35
50- 60
***
100
ANHANG II
BESCHREIBUNG DER GEMEINSCHAFTSAKTIONEN
INHALTSVERZEICHNIS
GEHEINSCHAFTSAKTIONEN Seite
1. Ressourcenbewirtschaftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.1-1
1.1 Agrar- und Fischerei ressourcen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.1-1
1.2 Rohstoffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.2-1
2. Energiewirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.1-1
2.1 Kernfusion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.1-1
2.2 Kernspaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.2-1
2.3 Fossile/, neue und erneuerbare Energiequellen, rationelle
Energienutzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2.3-1
3. Wettbewerbsfähigkeit von Industrie und Diensten . . . . . . . . 3 - 1
3.1 Informationstechnologien .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.1-1
3.2 Telekommunikationstechnologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.2-1
3.3 Integration der Informations- und Telekommunikations
technologien in neue Anwendungen und Dienste von
gemeinsamem Interesse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.3-1
3.4 Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der
Informationstechnologien .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.4-1
*
3.5 Technologie für die Fertigungsindustrie und
Sondertechnologien . ...T.. . . . . . . V . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.5-1
3.6 Biotechnologien, agrarwirtschaftliche Technologien . . . . . . . . 3.6-1
3.7 Werkstoffkunde und -technologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.7-1
3.8 Meereswissenschaft und -technologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.8-1
★
3.9 Verkehrswesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ........ 3.9-1
★
3.10 Wissenschaftliche Normen, Referenzmaterialien und -methoden . 3.10-1
4. Lebensqualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1-1
4.1 Gesundheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.1-1
4.2 Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.2-1
4.3 Umweltschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4.3-1
5. Wissenschaft und Technik im Dienste der Entwicklung . . . . . . . 5 - 1
6. Wissenschaftliches und technisches Potential in Europa
- das Europa der Forscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 - 1
7. Allgemeine Unterstützung der wissenschafft liehen und
technischen Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.1-1
7.1 Innovation .... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.1-1
7.2 Kommunikations- und Informationsnetze und wissenschaftliche
Datenbasen . ..... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.2-1
7.3 Sprachprobleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.3-1
7.4 Vorausschau, Bewertung und statistische Werkzeuge ......... 7.4-1
7.5 Internationale Zusammenarbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7.5-1
1.1-1
1. RESSOURCENBEWIRTSCHAFTUNG
1.1 Agrar- und Fischereiressourcen
1.1.1 Agrarressourcen
a. Wesentlicher Grund und allgemeines Anliegen von Gemeinschaftsaktionen auf
dem Gebiet der Agrarforschung ist das Ziel, das für die Landwirtschaft
bereitgestelIte menschliche Potential und die finanziellen Mittel
wirksamer zu nutzen:
Vermeidung unnötiger Doppelarbeit durch bessere Koordination,
Schaffung eines Anreizes für den Aufbau einer agrarwissenschaftlichen
Gemeinschaft in Europa,
Ausrichtung der Forschung nach den Erfordernissen der Gemeinsamen
Agrarpolitik.
Diese Politik sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die
ihre künftige Entwicklung beeinflussen werden: der Überschußproduktion
bei den wichtigsten Agrarerzeugnissen mit entsprechendem Druck auf die
Preise, dem Bedarf an hochwertigen Nahrungsmitteln, der Notwendigkeit,
andere Verwendungszwecke als Nahrungsmittel zu finden, der Notwendigkeit,
die Zahl der Landbevölkerung in bestimmten Regionen durch Einkünfte aus
nicht-landwirtschaftlichen Quellen zu stabilisieren, der Besorgnis wegen
der Umweltgefährdung durch bestimmte Verfahren der modernen
Landwirtschaft usw-,
Die Agrarforschung der Gemeinschaft muß diese Herausforderungen berück
sichtigen und bestrebt sein, Forschungsaktionen durchzuführen, bei denen
die Schwierigkeiten, die sie unweigerlich für die Landwirtschaft und die
Gemeinsame Agrarpolitik mit sich bringen werden, im voraus berücksichtigt
werden können.
b. Die Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationstätigkeiten der
Gemeinschaft stützen sich auf die folgenden vier wichtigsten Leitlinien:
1. Effizienz der Produktionsverfahren: zur Verbesserung der Produktivität
pflanzlicher und tierischer (einschließlich forstwirtschaftlicher
Erzeugnisse - Verflechtung mit vor- und nachgeschalteten industriellen
Tätigkeiten (s. entsprechende Hinweise unter "agrarwirtschaftlich ,
Enerqienutzung, integrierte biologische Schädlingsbekämpfung, neue
Technologien in der Agrartechnik, und in allen Bereichen die Anwendung
der Informationstechnologien.
2. Nutzung von Boden und Wasser: Bodenverschlechterung und Fruchtbarkeit,
alternative Nutzung, Wasserbewirtschaftung und Entwicklung
fortgeschrittener Technologien (insbesondere Fernerkundung und damit
verbundene Informationstechnologien).
3 Regionales Gleichgewicht: integrierte Entwicklung des ländlichen
Raumes (insbesondere in den Mittelmeerregionen), spezifische
Produktionsprobleme der benachteiligten Regionen, Diversifizierung.
4 Verwendung und Qualität der Agrarerzeugnisse: Forschung über
licie Erzeugnisse, neue Produkte und Derivate für Nahrungsmittel oder
industrielle Verwendungszwecke, Verbesserung des Nährwertes der
Erzeugni sse.
1 .1 -2
Diese Leitlinien, die weitgehend die vom CPRA (Ständiger Agrar-
forschurgsausschuß) erörterten Alternativen für die Koordinierung der
Agrarforschung in der Europäischen Gemeinschaft widerspiegeln, müssen
auch in engem Zusammenhang mit den Aktionen "Biotechnolgie und
agrarwirtschaftliche Technologien" (s. Abschnitt 3.6) gesehen werden.
In all diesen Bereichen bietet die Gemeinschaftsdimension besondere
Vorteile dadurch, daß die Kosten der vorwettbewerblichen, allgemeinen
Forschung geteilt und der Nutzen gestreut werden kann, d.h. es können
Forschungsarbeiten auf Gebieten durchgeführt werden, auf denen die
nationalen Anstrengungen nicht ausreichen. In Bereichen wie der
Harmonisierung der Methodik und der analytischen Verfahren ist sie für
eine einheitliche Standardisierung von wesentlicher Bedeutung.
c. Die vorgeschlagenen Arbeiten berücksichtigen die Erfahrungen früherer
Jahre (das dritte Programm läuft von 1984 bis 1988 mit einem Volumen von
30 Mio ECU), spiegeln jedoch sowohl die Auswirkung neuer technologischer
Werkzeuge als auch die entstehenden neuen politischen Prioritäten wider.
So hat zum Beispiel die Arbeit an der Bodenkarte erneut den wachsenden
Bedarf an neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Land gezeigt, und die
regionalen Bedürfnisse der mediterranen Landwirtschaft erreichen
angesichts der neuen Mitgliedstaaten erhöhte Bedeutung.
d. Es ist geplant, bei den meisten der vorgeschlagenen Aktionen, einschließ
lich der wissenschaftlichen Stimulierung, die Kosten zu teilen.
Unerläßlich sind auch Demonstrationsvorhaben, um die zweckmäßige
Verwertung und Verbreitung der Ergebnisse sicherzustellen. Auf einigen
Gebieten könnten konzertierte Aktionen durchgeführt werden. Die GFS wird
mit ihren Tätigkeiten auf dem Gebiet der Fernerkundung ebenfalls einen
Beitrag leisten.
e. Die Mittel, die notwendig sind, um ein Minimum an Effizienz zu erreichen,
werden für den Zeitraum 1987-1991 auf 60 bis 150 Mio ECU veranschlagt.
Einige der Ziele fallen unter die in Artikel 41 EWGV genannten
Forschungsarbeiten. Sie entsprechen einem Betrag von 100 Mio ECU.
1-1.2 Fischereiressourcen
a. Die Fischproduktion ist eine wichtige Quelle hochwertigen Proteins für
die Gemeinschaft. Aber obwohl sich der derzeitige Ertrag in der EWG auf
etwa 6 Millionen Tonnen beläuft, mangelt es der Gemeinschaft an Fisch.
Ziel der gemeinsamen Fischereipolitik der EWG ist es daher, die
Produktion überall zu erhöhen, wo dies ohne Schaden für die Fischbestände
möglich ist, und die angelandeten Fische besser zu verwerten. Für die
Anwendung neuer Verfahren zur Ressourcenbewirtschaftung,
Abfallreduzierung und zur Steigerung der Produktion in bestimmten
Gebieten, denen bisher relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden ist,
ist ein erhebliches Potential vorhanden.
b. Seit Festlegung der gemeinsamen Fischereipolitik ist die
Fischereiforschung ein wesentlicher Bestandteil der
Gemeinschaftsstrategie. Eine Herauslösung der Forschung aus dem
Gesamtkomplex der Fischerpolitik der Gemeinschaft steht nicht zur
Diskussion. Abgesehen davon gibt es Grund genug, der Fischereiforschung
im Rahmen der gemeinsamen Fischereipolitik Vorrang einzuräumen. Dies ist
seit der Erweiterung der Gemeinschaft durch Spanien und Portugal, wo der
Fischerei besondere Bedeutung zukommt, noch wichtiger geworden. Natürlich
muß die Forschung über sozio-ökonomische Aspekte der Fischerei eines der
1 . 1-3
wichtigsten Anliegen sein, wenn der Fischereiaufwand der Gemeinschaft auf
eine vernünftige Basis gestellt werden soll. Gleichzeitig gibt es eine
Reihe von Forschungsgebieten, die für die Gemeinschaft von erheblichem
Interesse sind, insbesondere über
- Bewirtschaftung der Fischerei ressourcen: Abschätzung der Bestände mit
Hilfe moderner Verfahren (einschließlich der Fernerfassung),
biologische Modelle, die die Wechselwirkung der Arten berücksichtigen,
disziplinübergreifendes (biologisches, technisches und sozio-
ökonomisches) Konzept für die Fangtätigkeit
Fangtechniken: Verbesserung der Fischfanggeräte und -methoden
- Aquakultur: Wachstum, überleben und Fütterung gezüchteter Arten
(Fische, Weich- und Krustentiere), Krankheitsdiagnose und -behandlung,
Genforschung zur Entwicklung von zur Aufzucht geeigneten Arten
- Produktverarbeitung: Kühlung, Sterilisierung, Lagerung, optimale
Verwendung von Kleinfischen und Abfällen, Kontrolle und Verbesserung
der Speisequalität.
Die wichtigsten Kriterien, die bei der Auswahl der ^qrschungsthemen
berücksichtigt werden müssen, sind, wie bereits obeq^festgestellt, die
Bedürfnisse des Gemeinschaftsmarkts und die notwendige Erhaltung der
Fischbestände für die Zukunft.
Bisher hat die Gemeinschaft noch keine größere A k t i _ im
Forschungsbereich unternommen, aber diese Situatior>|^)ll sich mit der
geplanten Durchführung eines mehrjährigen Forschungsprogramms, das von
der Kommission aufgestellt worden ist und zur Zeit tny Rat erörtert wird,
ändern. Das Programm soll auf zweierlei Weise durchgejführt werden. Zum
einen wird die Gemeinschaft Forschungsarbeiten unterstützen, die von
mehreren Mitgliedstaaten auf kooperativer Basis durchgeführt werden, und
zum anderen wird sie den Austausch von Forschern, die Veröffentlichung
von Daten und die Veranstaltung von Symposien und Seminaren fördern und
koordinieren. Außerdem kann eine Zusammenarbeit mit Drittländern im
Rahmen der COST-Verfahren, vor allem auf dem Gebiet der Aquakultur, ins
Auge gefaßt werden.
Diese Tätigkeiten erfordern eine Finanzierung durch die Gemeinschaft in
Höhe von rund 30 Mio ECU in fünf Jahren.
1 .2 -1
1.2 Rohstoffe
1.2.1 Mineralische Stoffe außer Brennstoffen
(ausschließlich Stahl, der in den Bereich der EGKS-Tätigkeiten fällt)
a. Trotz des Beitritts Spaniens und Portugals zur Gemeinschaft, die
beträchtliche Bodenschätze mitbringen, wird das Handelsbilanzdefizit der
EWG für mineralische Rohstoffe (12 Mrd. ECU im Jahre 1984) bei einer
Reihe strategisch entscheidender Metalle weiterhin sehr hoch bleiben (für
unedle Metalle allerdings sinken). Angesichts dieser Situation muß die
Erschliessung einheimischer Primär- und Sekundär(Recycling)-Ressourcen
vorangetrieben und ihre Rentabilität gesteigert werden, überdies müssen
der Bergbau- und der Eisenhüttensektor weltweit konkurrenzfähig bleiben.
Diese Ziele lassen sich nicht erreichen ohne einen angemessenen
Forschungsaufwand.
Der Rohstoffmarkt unterliegt konjunkturellen Schwankungen, öffentlich
geförderte Forschungsarbeiten sollten weitgehend antizyklisch
durchgeführt werden, insbesondere da die Experten langfristig einen
Aufschwung aus der derzeitigen Krise Vorhersagen.
b. Im Mittelpunkt der Forschung über mineralische Rohstoffe stehen Probleme
von gemeinsamem Interesse bei der Prospektierung (Entwickung von
Konzepten und Methoden im Hinblick auf eine künftige Wiederaufnahme der
Prospektierungstätigkeiten), in der Bergbautechnologie (Verbesserung der
wirtschaftlichen Lebensfähigkeit bestehender Gruben und Entwicklung
fortgeschrittener Technologien für künftige Gruben sowie bei der
Erzaufbereitung (Behandlung, Magererze und nicht amalgamierbare Erze
sowie solche, die Metalle für fortgeschrittene Werkstofftechnologien
enthalten). Oberstes Ziel ist eine Senkung der I n v e s t i r o n s - und
Betriebskosten.
Die Forschungsarbeiten über diese Themen können erheblich von einem
koordinierten, multinationalen Konzept profitieren. Die Hauptgründe für
diese Annahme sind:
- in der ganzen Gemeinschaft finden sich die gleichen Arten von
Lagerstätten und Gruben;
- die modernen Prospektierungsmethoden stützen sieh mehr und mehr auf
die kombinierte Verarbeitung von Daten verschiedener Fachrichtungen
und insbesondere auf Entwicklungen in Bereichen der Spitzen
technologie; dies mag über das in einem Mitgliedstaat vorhandene
Sachwissen hinausgehen;
- eine Modernisierung der Aufbereitungsanlagen und Gruben läßt sich nur
durch gemeinsame Forschung erzielen, die eine entsprechende Skala von
Arbeiten und die Weitergabe der Ergebnisse an die Industrie
einschließt.
Sonstige Ausrichtungsmöglichkeiten:
Erforschung der Meeresbodenschätze, vor allem innerhalb der 200-
Mei len-AWZ
- Untersuchung der Kontinentallitosphäre zur grundlegenden Erforschung
der Erzanreicherungsprozesse (hier sind Verbindungen zu den nationalen
und internationalen Programmen zu knüpfen). Der Umfang dieser
Untersuchungen überschreitet ganz klar die Möglichkeiten irgendeines
Mitgliedstaates.
1 .2 - 2
1
Auf dem Gebiet der Sekundärrohstoffe ergibt sich die
Gemeinschaftsdimension der Forschungsarbeiten
- aus der Ähnlichkeit der Probleme, denen alle Mitgliedstaaten
gegenüberstehen,
- aus der Notwendigkeit, die Forschungsergebnisse in der Industrie zu
verbreiten und so die Innovation in einem sich rasch entwickelnden
Bereich zu fördern,
aus Überlegungen im Zusammenhang mit dem Umweltschutz.
Zum Beispiel werden neue Werkstoffe wie Sonderlegierungen und
Verbundstoffe immer mehr in Industriezweigen mit einem hohen technolo
gischen Entwicklungsstand eingesetzt und müssen zurückgewonnen werden.
Die Forschungsarbeiten über die Rückführung kommunaler und industrieller
Abfälle (Kunststoffe, Glas, Papier und organische Stoffe) werden sich auf
die wirtschaftliche Rückgewinnung von Materialien konzentrieren, die am
Markt mit Primärrohstoffen konkurrieren können.
c. Hinsichtlich der derzeitigen Anstrengungen, die zu ermutigenden
Ergebnissen im Bewertungsbericht geführt haben, verläuft die Forschung in
absehbarer Zeit in folgende Richtung:
- bei der Prospektion rücken statt der unedlen Metalle in stärkerem Maße
die für neue Werkstoffe und Technologien benötigten Mineralien in den
Mittelpunkt,
in der Bergbautechnologie liegt das Schwergewicht auf der Roboter
technik, der Gesteinsaufbrechung, dem Förderwesen und der Sicherheit
unter Tage,
in der Mineralaufbereitung liegt das Schwergewicht auf der Entwicklung
moderner Verfahren und auf neuen Flotationsreagenzien.
d. Die meisten der von der EG unterstützten Forschungsarbeiten sollen auf
der Basis von Kostenteilungsverträgen und im Rahmen von Vorhaben
durchgeführt werden, an denen Unternehmen und/oder Forschungsanstalten in
mindestens zwei Mitgliedstaaten beteiligt sind.
Mit einem Teit der Mittel soll die Koordinierung von Forschungsthemen,
die bereits im Rahmen nationaler Programme untersucht werden oder zu
gemeinsamen Verfahren oder Normen führen sollen, finanziert werden.
1.2.2 Holz
a. Wie vor kurzem auf der SILVA-Konferenz (Paris, 1986) festgestellt wurde,
beläuft sich das Handelsbilanzdefizit der EG für Holz und Holzerzeugnisse
auf 17 Mrd. ECU im Jahr, die damit an zweiter Stelle hinter den
Erdölprodukten stehen. Die zwölf Mitgliedstaaten verfügen zwar über einen
reichen Waldbestand, mindestens 53 Mio. ha, dessen tatsächliches
Potential aus verschiedenen technischen, sozialen und wirtschaftlichen
Gründen jedoch bei weitem nicht ausgenutzt wird.
Der Wald erfüllt auch andere nützliche Aufgaben. Neben der Holzproduktion
reguliert er die Wasserressourcen, verhindert Bodenerosionen, mindert die
Luftverschmutzung und bietet nahe den Ballungsgebieten oder in
entfernteren Regionen der Bevölkerung unschätzbare Annehmlichkeiten. Doch
er wird von Feinden, die der Mensch erzeugt hat (Luftverschmutzung,
Feuer), Schädlingen (Insekten, Pilzen, Viren), Witterungserscheinungen
(Trockenheit, Wind) und heranrückenden Städten bedroht.
1 . 2-3
Die Aufforstung des Landes, das eventuell in naher Zukunft von der
Landwirtschaft aufgegeben wird, erfordert viel Überlegung, damit es
Ertrag bringt und größere finanzielle Verluste vermieden werden.
Die Forschung kann zur Bewältigung der zahlreichen Probleme der
europäischen Forstwirtschaft erheblich beitragen.
Auch die holzverarbeitende Industrie muß ermutigt werden, verfeinerte
Techniken zu entwickeln und anzuwenden, um die häufig ziemlich
minderwertigen Ausgangsprodukte optimal zu verwerten und mit ihren
größeren, vertikal strukturierten Gegenspielern in den USA und in
Skandinavien erfolgreicher konkurrieren zu können.
b. Von der Gemeinschaft unterstützte Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet
sind gerechtfertigt und notwendig, um die gemeinsamen Probleme
anzupacken. Ähnliches Klima und ähnliche Böden finden sich in allen
Mitgliedstaaten, man stößt auf die gleichen Baumsorten und Ökotypen oder
muß diese einführen. Krankheiten breiten sich ungehindert über nationale
Grenzen aus, ebenso wie Schadstoffe und Windstürme oder Trockenheiten.
Die Probleme der Nutzung der Forsterzeugnisse sind überall gleich.
Durch die Gemeinschaft koordinierte Forschungsarbeiten sind auch insofern
gerechtfertigt, als sie eine gesunde technische Grundlage für die
Gemeinschaftspolitik liefern können (Umweltschutz, Regelungen für den
Binnenmarkt, Bodennutzungsverordnungen, Förderung benachteiligter
Regionen, integrierte Mittelmeerprogramme, forstspezifische Aktionen
u s w .).
Zur Steigerung ihrer Effizienz sollten diese Forschungsarbeiten die
gesamte "Holzkette" umfassen, von der Saatguterzeugung bis zur
Endverwendung von Holz und anderen Forsterzeugnissen, einschließlich von
Problemen wie genetische Verbesserungen, Baumphysiologie, Schutz gegen
Krankheiten und Verschmutzung, Nutzung von Holz als Faserquelle und
chemisches Ausgangsmaterial.
c. Die seit 1982 durchgeführten Forschungsarbeiten der EG haben es den
europäischen Fachleuten ermöglicht, eng zusammenzuarbeiten und eine
Vielzahl von Patenten und industriellen Anwendungsmöglichkeiten auf
Gebieten wie Sägetechnik, ZelIstoffherstellung, Papierrecycling usw.
hervorzubringen (bemerkenswert mag sein, daß sich Schweden und die
Schweiz an diesem Programm beteiligt haben). Die künftige Forschung wird
von den erzielten Ergebnissen profitieren und das Schwergewicht mehr auf
gemeinsame Projekte von allgemeinem Interesse legen. Während sich in der
technologischen Entwicklung ziemlich schnell Ergebnisse erzielen lassen,
geht dies in der Forstproduktion als solcher sehr viel langsamer. Hier
ist die Kontinuität der Bemühungen von wesentlicher Bedeutung.
1 . 2 -4
d. Oie Forschungsarbeiten der Gemeinschaft auf diesem Gebiet werden
hauptsächlich auf der Basis von Kostenteilungsverträgen mit
Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen durchgeführt. Die
Koordinierung der nationalen Programme muß jedoch im Vergleich zu dem,
was bisher geschehen ist, in erheblichem Umfang verstärkt werden.
* *
*
e. Aufgrund der Bedeutung, die diese Aktion für viele Mitgliedstaaten,
insbesondere die neuen, hat, und in Anbetracht des Zieles, eine spürbare
Wirkung zu erzielen, werden die Mittel zur Finanzierung dieser Aktion auf
60 bis 90 Mio. ECU für die Zeit von 1987 bis 1991 veranschlagt.
Dieser Aufwand würde 5 bis 7 % der Mittel ausmachen, die in den
Mitgliedstaaten für diesen Forschungsbereich ausgegeben werden.
2 . 1 - 1
2. ENERGIEWIRTSCHAFT
2.1 Kernfusion
a. Das Langfristige Potential der Fusion, die insbesondere eine neue
umweltfreundliche Möglichkeit der Stromerzeugung unter Einsatz eines
praktisch unverschöpflichen Brennstoffs eröffnet, ist nach wie vor ein
stichhaltiges und schlagkräftiges Argument für die entschlossene
Fortsetzung dieser Aktion. Die Fusion könnte in wenigen Jahrzehnten dazu
beitragen, die wirtschaftliche, ökologische und politische Verwundbarkeit
Europas erheblich abzubauen.
Der Weg zum Prototypreaktor (DEMO, mit dem die wirtschaftliche
Durchführbarkeit der Fusion bewiesen werden soll) führt zunächst über den
Nachweis der wissenschaftlichen Durchführbarkeit der Kernfusion (der dem
JET und gleichen Anlagen in Drittländern hoffentlich Anfang der neunziger
Jahre gelingen wird) und dann über den Nachweis der technischen
Durchführbarkeit der Fusion (der vom NET, dem Next European Torus, und
ähnlichen Anlagen erbracht werden soll; NET befindet sich zur Zeit in der
Definitionsphase).
Spitzentechnologie gehört bereits heute zu einem großen Teil der
Kernfusion. Sowohl JET als auch die im Bau oder in Betrieb befindlichen
Spezialeinrichtungen in den assoziierten Laboratorien wie auch die
Entwicklung der Komponenten für NET sind für sich betrachtet bereits eine
Demonstration von Spitzentechnologie mit "Abfallprodukten" (insbesondere
in den Bereichen der Technik supraleitender Magnete, der Robotertechnik
und der Hochleistungsmikrowellensysteme), die wiederum andere Zweige der
Wissenschaft und der europäischen Industrie zugute kommen werden. Die
Industrie wird voraussichtlich eine wesentlich größere Rolle spielen,
wenn für NET die Konzeptionsphase beginnt.
b. Wie es in den Beschlüssen des Rates wiederholt heißt, ist das
Fusionsprogramm der Gemeinschaft ein langfristiges kooperatives Projekt,
das sämtliche Tätigkeiten der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der
kontrollierten Kernfusion umfaßt. Es soll zu gegebener Zeit zum
gemeinsamen Bau von Prototypreaktoren führen, die dann bis zur
Serienreife entwickelt und vertrieben werden sollen.
Die Schwierigkeiten und die Länge des Weges bis zum kommerziellen
Kernfusionsstrom sowie die damit verbundenen hohen Kosten und
wissenschaftlichen Unsicherheiten erfordern ein breit angelegtes, voll
integriertes Programm. In Europa sind alle Tätigkeiten der
Mitgliedstaaten (dazu noch Schwedens und der Schweiz) in einem einzigen
Programm zusammengeschlossen, das von der Kommission unterstützt wird.
Das Gemeinschaftskonzept macht Europa zu einem attraktiven Partner für
die internationale Zusammenarbeit (mit den USA, Japan, der UdSSR, Kanada
usw.) und hat nicht nur zur Erhöhung des Wertes, sondern auch zur
Neuschöpfung von Werten wie JET, Einsetzung des NET-Teams und Mobilität
des Personals geführt.
*
2 .1 - 2
Hauptziele der Tätigkeiten auf dem Gebiet der Kernfusion im Zeitraum
1987-91 sind:
. Schaffung der für den dataillierten Entwurf von NET erforderlichen
physikalischen und technologischen Grundlagen. Dies setzt voraus, daß
sowohl JET als auch mehrere bestehende oder im Bau befindliche mittlere
Spezialtokamaks voll in Betrieb sind und das Technologieprogramm
verstärkt wird;
. Beginn mit dem detaillierten Entwurf von NET möglichst schon 1989/90;
. Erforschung des Reaktorpotentials einiger alternativer
Entwicklungslinien (Stellarator und Reversed Field Pinch).
c. Durch die wissenschaftlichen und technischen Erfolge des europäischen
Programms hat sich Europa einen vorderen Platz in der weltweiten
Magnetfusionsforschung erobert. JET gilt als das führende
Fusionsexperiment in der Welt, das seine ersten, für den
Grundparameterbereich festgelegten Ziele zeitlich und finanziell gesehen
erreicht und damit einen beachtlichen Fortschritt in Richtung auf die
Demonstration der wissenschaftlichen Durchführbarkeit der Kernfusion
ermöglicht hat. Die in Europa betriebenen mittelgroßen Maschinen haben
einen entscheidenden Beitrag zum Fortschritt der Kernfusion und zum
künftigen Erfolg von JET geleistet. Europa nimmt auch in der Forschung
auf dem Gebiet der Stellaratoren und der Reversed Field Pinches -
alternative Konfigurationen zum Tokamak - eine führende Rolle ein. Alle
diese Anlagen wurden von der europäischen Industrie gebaut (um ein
Beispiel zu nennen, über 98 % der JET-Verträge - an den Kosten gemessen -
wurden zur Durchführung innerhalb Europas vergeben). Ihr wurde bereits
auch die langfristige Entwicklung einiger fortgeschrittener Technologien
anvertraut (z.B. HF-Hochleistungsgeneratoren). Die Beteiligung der
Industrie sollte bis 1989/90, wenn möglicherweise eine Entscheidung über
den Start der Konzeption von NET getroffen werden Kann, sowohl qualitativ
als auch quantitativ verstärkt werden.
d. Das Fusionsprogramm ist so aufgebaut, daß es von den nationalen
Einrichtungen durchgeführt und von der Kommission im Rahmen von
Assoziationen koordiniert wird. Alle Aktivitäten in den Mitgliedstaaten
(sowie in Schweden und in der Schweiz) und der GFS auf dem Gebiet der
Kernfusion sind in "dem europäischen Programm" zusammengefaßt.
Die Tätigkeiten auf dem Gebiet der Kernfusion werden im Rahmen von
dreierlei Aktionen durchgeführt, davon die ersten zwei auf
Kostenteilungsbasis:
- JET (ein Gemeinsames Unternehmen)
- das Allgemeine Programm (Assoziationen, NET und Technologie)
- die GFS (Technologie, die auf die Fusionssicherheit, einschließlich des
Tritiumlabors, Werkstoffe und die Unterstützung von NET konzentriert
ist).
e. Bei einer analytischen Kostenabschätzung der verschiedenen Teile der oben
beschriebenen Aktivitäten sind zur Abdeckung des eigentlichen
Fusionsprogramms und der Tätigkeiten der GFS auf dem Gebiet der
Kernfusion rund 1060 bis 1200 Mio ECU an Gemeinschaftsmitteln
erforderlich. Das Fusionsprogramm schließt die gleichen Aktivitäten ein,
die Gegenstand des Ratsbeschlusses vom März 1985 waren.
2 .2 -1
2.2 Kernspaltung
a. Die Entwicklung der Kernspaltungsenergie stellt eines der wichtigsten
Mittel dar, um durch Streuung der Energiequellen die Abhängigkeit der
Gemeinschaft von der Einfuhr fossiler Brennstoffe wie Erdöl zu
verringern. Langfristig gesehen, kann die Kernspaltungsenergie, die sich
auf fortgeschrittene Technologien, vor allem schnelle Brutreaktoren,
stützt, praktisch als eine erneuerbare Energiequelle betrachtet werden.
Aus diesem Grund ist die Fortsetzung massiver Anstrengungen auf dem
Gebiet der Kernenergie nach wie vor ein wesentlicher Aspekt der
europäischen Energiepolitik.
Das strategische Ziel, die Energiequellen stärker zu streuen und die
energiewirtschaftliche Abhängigkeit von Importen zu verringern, muß mit
dem Ziel des Bevölkerungs- und Umweltschutzes zu vereinbaren sein. Dies
erfordert ein zweigleisiges Vorgehen.
- Während die Sicherheit und die günstige Auswirkung der derzeitigen
Generation nuklearer Technologien auf die Umwelt erhalten und verstärkt
werden muß,
- sollte durch merkliche technologische Verbesserungen für weitere
Fortschritte und Innovationen im Hinblick auf leistungsstärkere Systeme
gesorgt werden.
b. Die vorgeschlagene F,EuD wird nach folgenden Leitlinien durchgeführt:
Reaktorsicherheitsprobleme - einschließlich jener, die von der Industrie
fur ausgereifte Leichtwasserreaktoren aufgeworfen werden - erstrecken
sich über alle Grenzen. Die Harmonisierung der Sicherheitsbestimmungen
und -kriterien muß auf Gemeinschaftsebene weiter vorangetrieben und
aufrechterhalten werden, um für die Bevölkerung/Beschäftigten/Umwelt ein
entsprechendes ausreichendes Maß an Sicherheit zu erreichen und um den
Ausbau des Handels zu fördern. Der Hauptvorstoß wird auf die Sicherheit
und Zuverlässigkeit von Leichtwasserreaktoren (einschließlich des
Feedbacks aus alternden Anlagen), auf die StörfalIprogressionsanalyse bei
schnellen Brutreaktoren und auf die Integrität der Kreisläufe sowie auf
eine Annäherung der Codes und Standards gerichtet sein.
Besondere Aufmerksamkeit wird den Arbeiten über die Behandlung
radioaktiver Abfälle gewidmet. Probleme, die sich aus der Behandlung
radioaktiver Abfalle ergeben, schließen ein Bündel sozialer/rechtlicher/
verwaltungstechnischer/finanzieller/technischer Fragen ein, die in ein
und demselben Zusammenhang gelöst werden müssen. Die Anstrengungen werden
sich immer mehr auf die Demonstration von Lösungen für eine sichere
Abfallbeseitigung konzentrieren mit dem Ziel, einen europäischen Konsens
zu erreichen und die Politik innerhalb der Gemeinschaft zu harmonisieren.
Andere, eher technische Probleme werden bei der S t i lLegung von Anlagen
aufgeworfen. Auf diesem Gebiet werden sich die Anstrengungen auf die
Demonstration der relevanten Technologien konzentrieren mit dem Ziel,
Konzept und Politik innerhalb der Gemeinschaft zu harmonisieren.
Die Kommission ist eine Überwachungsbehörde aus eigenem Recht (Kapitel
VII des Euratom-Vertrags) und hat in Erfüllung dieser ihr auferlegten
Aufgabe F,EuD betrieben. In Zukunft wird der Transport und die
Verarbeitung von Kernmaterial an Umfang zunehmen, sobald die zur Zeit im
Bau befindlichen Reaktoren und anderen kerntechnischen Anlagen in Betrieb
2 .2-2
gehen. Aus diesem Grund muß die Kommission Methoden und Verfahren
weiterentwickeln, um mit der zunehmenden Zahl und Vielfalt der zu
überwachenden Anlagen fertig zu werden.
Schließlich können die Anstrengungen der Gemeinschaft auch der
Unterstützung von Mitgliedstaaten dienen, die sich der Aufgabe widmen,
fortgeschrittene Reaktoren und Systeme einschließlich ihrer
Brennstoffzyklen zu entwickeln.
c. FuE auf dem Gebiet der Kernspaltungsenergie erfordert von Natur aus
Kontinuität. Allerdings sind folgende Gewichtsverlagerungen vorgesehen:
Die FuE auf dem Gebiet der Reaktorsicherheit wird insgesamt reduziert,
vor allem in dem Bereich der Leichtwasserreaktoren. Die Kommission will
die Übertragung der auf diesem Gebiet gewonnen Erfahrungen und Methoden
auf andere industrielle und potentiell gefährliche Tätigkeiten fördern.
Was die Behandlung radioaktiver Abfälle betrifft, so wird die
Grundlagenforschung und -entwicklung zwar zurückgehen, aber die FuE zur
Demonstration von Lösungen für eine sichere Abfallbeseitigung wird
erheblich zunehmen und damit zu einer Gesamtsteigerung der Anstrengungen
führen.
Für die Stillegung kerntechnischer Anlagen gilt ein ähnlicher Trend wie
für die Behandlung radioaktiver Abfälle.
Die FuE auf dem Gebiet der Sicherheitsüberwachung wird leicht verstärkt
werden.
Flankierende Aktionen zur Entwicklung von Reaktorsystemen und
Brennstoffkreisläufen stellen wirklich eine neue Art von Tätigkeit dar,
die sich im wesentlichen auf die Demonstration konzentrieren wird.
d. Bei der Durchführung von Aktionen auf den Gebieten Reaktorsicherheit,
radioaktive Abfälle und Sicherheitsüberwachung wird man sowohl auf die
Tätigkeiten der GFS als auch auf Verträge auf Kostenteilungsbasis
zurückgreifen.
Uber die Stillegung kerntechnischer Anlagen werden ausschließlich
Aktionen auf Kostenteilungsbasis durchgeführt.
Die flankierenden Aktionen zur Entwicklung von Reaktorsystemen und
Brennstoffkreisläufen werden im wesentlichen im Rahmen von
Ergänzungsprogrammen und/oder gemeinsamen Unternehmen durchgeführt.
e. Im Hinblick auf eine spürbare Wirkung der Gemeinschaftsaktion werden die
Mittel, die zur Unterstützung von F,EuD in den genannten Bereichen in der
Zeit von 1987 bis 1991 benötigt werden, auf 600 bis 700 Mio. ECU
veranschlagt. Dies entspricht 5 bis 1ö % des Gesamtaufwandes der
Mitgliedstaaten. Da die Gemeinschaftsaktion jedoch selektiv vorgeht (d.h.
auf die sicherheitsrelevanten Fragen konzentriert ist und nicht das
gesamte Spektrum der Tätigkeiten der Mitgliedstaaten umfaßt), liegt der
Prozentsatz der Gemeinschaftsfinanzierung bei den vorgeschlagenen
Tätigkeiten höher.
Hinzu kämen Ergänzungsprogramme zur Unterstützung der Entwicklung von
Reaktorsystemen und Brennstoffkreisläufen.
2 . 3-1
2.3 Fossile, neue und erneuerbare Energiequellen und rationelle
Energienutzung
a. Die Bedeutung der Energietechnologien, die Gegenstand d i e s e r ^ t i o n sind,
leiten sich direkt von der Energiestrategie der Gemeinschaft und ihren
Zielsetzungen ab, die dem obersten Ziel, nämlich bessere Sicherung der
Versorgung und Senkung der Energieeinfuhren, dienen. Hinsichtlich der
betroffenen Technologien erfordern diese Zielsetzungen einen erhöhten
Beitrag der festen Brennstoffe und der neuen und erneuerbaren
Energiequellen bis zum Ende dieses Jahrhunderts und eine Senkung des
Energiebedarfs um 20 bis 25 % bis Mitte der neunziger Jahre. Um diese
mittelfristigen Ziele zu erreichen und ihre langfristige Energiestrategie
zu stützen sollte die Gemeinschaft - unabhängig von kurzfristigen
Entwicklungen auf dem Energiemarkt - entsprechende Anstrengungen machen.
Eine Voraussetzung für die Erreichung dieser Ziele ist die Entwicklung
einer breiten Skala innovativer Energietechnologien, die in allen Zweigen
unserer Wirtschaft eingesetzt werden sollen. Dies stellt für die Wissen
schaft und Industrie eine große Herausforderung dar, da die Energie
technologien der Zukunft nicht nur hinsichtlich ihrer direkten Kosten
sondern auch in bezug auf die damit verbundenen Umweltfolgen, vor allem
was die fossilen Brennstoffe betrifft, wettbewerbsfähig sein müssen.
Die derzeitige Ölmarktlage wird, auch wenn sie voraussichtlich nicht sehr
lange andauern wird, wahrscheinlich dazu führen, daß die staatlichen und
privaten Mittel für die Energieforschung auf Gebieten, die unter diese
Aktion fallen, gekürzt werden. Hiervon würden Industrie- und andere
Labors betroffen, bei denen die Energieaspekte als Antriebskräfte für die
Innovation betrachtet werden. Die künftigen Absatzmöglichkeiten für die
entsprechenden Technologien belaufen sich auf mehrere Milliarden ECU im
Jahr.
b. Die Kommission vertritt die Auffassung, die europäischen Forschungslabors
und die Industrie sollten weiterhin dazu angespornt werden, sich einen
beträchtlichen Anteil an diesem Markt - sowohl innerhalb der EG als auch
in anderen Industrieländern und in den Entwicklungsländern - zu erobern.
Voraussetzung hierfür ist, daß die Gemeinschaft weiterhin die gemeinsame
Finanzierung von Kooperationsprojekten, die Koordinierung von Forschung
und Erprobung sowie die Ausarbeitung von Normen und Standards
unterstützt. Dies gilt nicht nur für eine Reihe bekannter traditioneller
Energiebereiche, sondern auch - und vielleicht noch mehr - für eine ganze
Reihe "horizontaler" Gebiete, auf denen ein spezieller Bedarf
festgestellt worden ist. Beispiele für diese horizontalen Gebiete sind
die Verbrennungswissenschaft, die Sensorentechniken, die Phototronik, die
Energietechnik usw.
Der erhöhte Wert dieser Gemeinschaftsaktion besteht in erster Linie in
einem koordinierten Konzept für die Verwirklichung der Energiestrategie
der Gemeinschaft, in der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen Industrie durch optimale Nutzung der Fachkenntnisse und
Finanzmittel und in dem Beitrag zur Schaffung eines wirklichen
Binnenmarktes für Energietechnologien. Die jüngste Erweiterung der
Gemeinschaft und die besonderen Bedürfnisse einiger Mitgliedstaaten nach
Unterstützung ihrer FuE müssen gebührend berücksichtigt werden.
die zur Zeit vom Rat erörtert wird
2.3-2
c. Wahrend das Bild der Gemeinschaftsforschung und -entwickLung des Jahres
1987 durch die heutigen Tätigkeiten bestimmt wird, wird die
Gemeinschaftsforschung in der zweiten Hälfte des Zeitraums 1987-1991
folgende Richtung einschlagen:
Fortsetzung der Akionen auf folgenden Gebieten (allerdings mit neuer
Orientierung, um die Ergebnisse und ihre Bewertung zu berücksichtigen):
- Sonnenenergie (möglichst zusammen mit einem Programm über
Bautechnologien)
- Energie aus Biomasse
- Energieeinsparung
- Einsatz fester Brennstoffe
- Gewinnung und Nutzung von Kohlenwasserstoffen
neue Energieträger (möglichst zusammen mit dem Teilprogramm über
Kohlenwasserstoffe)
- Analyse der Energiesysteme
Je nach den Bedürfnissen der Mitgliedstaaten sollen die laufenden FuE-
Arbeiten auf dem Gebiet der geothermische schrittweise abgeschlossen
werden, während Arbeiten und der Spitzentechnologie auf den Gebieten der
Prospektion und Instrumentierung und über Heißtrockengesteinstechnologie
werden im Rahmen anderer, neuer getrennter Aktivitäten durchgeführt
werden sollen. Der Abschnitt Solarenergie könnte sich eventuell auf die
passive Solartechnologie, die Datenerfassung und die Erprobung
konzentrieren. Die Windenergieforschung sollte zu Ende geführt werden. Im
Mittelpunkt der Energieeinsparung könnten bestimmte weit fortgeschrittene
Technologien (Batterien, umweltfreundliches Auto, Brennstoffzellen) und
wichtige horizontale Gebiete (Verbrennungswissenschaft, Sensorentechniken
usw.) stehen.
Wie bereits dargelegt wurde, werden viele der genannten Aktionen (mit
Unterstützung durch den BVKA) so umgruppiert werden, daß das
Schwergewicht auf sehr spezifischen Zielen der fortgeschrittenen
Technologie (z.B. sauberer Einsatz von Kohle im Bereich der festen
Brennstoffe) und auf den horizontalen Gebieten liegt. Die Umgruppierung
kann durchaus dazu führen, daß folgenden Gebiete getrennte Abschnitte
gewidmet werden:
- photovoltaisehe Technologie und Systeme
- Bioäthanol
- fortgeschrittene Bautechnologien (Energieeinsparung, Solararchitektur).
Außerdem sollte ein vollständig neues Gebiet im Rahmen einer Tätigkeit
erforscht werden:
- Tiefengas und Tiefengeologie (möglichst einschließlich der
Heißtrockengesteinstechnologie).
Es muß darauf hingewiesen werden, daß die Entscheidungen über die Auswahl
zwischen den verschiedenen genannten Alternativen sowie über den
detaillierteren Inhalt jeder Aktion zusammen mit dem BVKA und in
Anbetracht der ersten Ergebnisse des Dritten FuE-Programms über
nichtnukleare Energie und der entsprechenden GFS-Aktionen, die nach und
nach zur Verfügung stehen, getroffen werden sollten.
2 . 3 -3
d. Die meisten der im Rahmen dieser Aktion vorgesehenen Arbeiten werden auf
der Basis von Forschungsverträgen durchgeführt. Die spezifischen Arbeiten
über Normen und Prüfungsverfahren (Sonnenenergie, Wohnungsbau,
Energieeinsparung) sollen innerhalb (oder unter der Aufsicht) der GFS
durchgeführt werden, während einige andere Aktivitäten im Rahmen
(verstärkter) konzertierter Aktionen unternommen werden könnten.
e. Die Mittel der Gemeinschaft, die zur Finanzierung der Forschungsarbeiten
im Rahmen dieser Aktion erforderlich sind, werden für den Zeitraum 1987-
1991 auf 250 bis 350 Mio. ECU veranschlagt. Dieser Betrag entspricht 7
bis 12 % der Gesamtausgaben der Mitgliedstaaten in den gleichen
Bereichen.
Neben diesen Aktivitäten sollten auch die Energiedemonstrationsvorhaben
und die im Rahmen des EGKS-Vertrages durchgeführte Kohleforschung erwähnt
werden.
3 - 1
3. WETTBEWERBSFÄHIGKEIT VON INDUSTRIE UND DIENSTEN
Informations- und TeLekommunikationstechnologien
und deren Anwendungen
(Einführung zu den Punkten 3.1, 3.2, 3.3 und 3.4)
1. Infolge ihrer grundlegenden Wesensmerkmale und ihrer weiten Verbreitung
spielen die Informations- und Telekommunikationstechnologien (ITuT) in
sämtlichen wissenschaftlichen, wirtschafliehen und sozialen Bereichen
eine Schlüsselrolle. Das Leistungsvermögen in diesen Bereichen wird die
sozio-ökonomischen Optionen Europas entscheidend beeinflussen.
Schon jetzt geht man davon aus, daß zwei Drittel des BSP oder 55 % der
Erwerbsbevölkerung auf Informationstätigkeiten (Erwerb, Verarbeitung,
Übertragung, Speicherung und Vertrieb) entfallen und damit vom
Leistungsvermögen im Bereich der ITuT abhängen. Der internationale
Wettbewerb zwischen Wirtschaftsregionen wird weitgehend von deren
Fähigkeit abhängen, die ITuT in einer wirksamen und zeitgemäßen Weise zu
nutzen, um wirtschaftlichen und sozialen Zielen gerecht zu werden.
Da der Einsatz der ITuT die Eigenbefähigung und damit die Wirksamkeit
aller Produktionsfaktoren steigert, sind diese Technologien besonders gut
für Europa geeignet, das sowohl die Nutzung seiner knappen natürlichen
Ressourcen optimieren und die kumulativen negativen Auswirkungen der
Industrieproduktion ausgleichen als auch seine relativ bedeutenden
wissenschaftlichen Aktiva und Fähigkeiten maximieren muß.
Die ITuT bietet ein enormes Potential für die Schaffung neuer Produkte,
Verfahren und Dienste, die sich mit wirtschaftlichen Problemen befassen,
und - was vielleicht noch wichtiger ist - neue Wege zur Behandlung
dringender gesellschaftlicher Probleme in Bereichen wie der
Gesundheitsfürsorge, der Verkehrssicherheit, der Erwachsenenbildung und
anderen.
Die Vereinigten Staaten und Japan, aber auch andere Länder intensivieren
und konzentrieren ihre Bemühungen im Bereich der ITuT, indem sie große
Projekte wie das INS, die fünfte Computergeneration und die SDI
finanzieren oder günstige Rahmenbedingungen zur Stimulierung der
kooperativen FuE zwischen Hochschulen und Unternehmen schaffen.
2. Gemeinschaftsdimension, Gemeinschaftsrahmen und Gemeinschaftsinstrumente
eignen sich besonders gut für die Intensivierung von FuE-Tätigkeiten auf
dem Gebiet der IT.
Die forschungsorientierten und technologischen Entwicklungen auf diesem
Gebiet zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- die Bedeutung der FuE-Ausgaben, die aufzuwenden sind, um Schritt zu
halten. Die europäische oder amerikanische Halbleiterindustrie muß 7
bis 10 % ihres jährlichen Umsatzes für die FuE aufbringen;
- die wachsende Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung (mit
einer Verkürzung der Innovationszyklen zwischen zwei technologischen
Generationen auf etwa zwei Jahre);
3 - 2
- die relative Knappheit der menschlichen Ressourcen (begrenzte Zahl von
Fachleuten in Bereichen, die sich durch sehr rasche Veränderungen
auszei chnen);
- die immer stärker zutage tretende Notwendigkeit eines inter
disziplinären Vorgehens;
den Nutzen von Innovationen, die duch Arbeiten kleinerer Gruppen, wie
Hochschulwissenschaftler, KMU usw. erbracht werden.
Die durch diese Situation bedingten Sachzwänge (Schwierigkeiten bei der
Deckung der FuE-Ausgaben unterhalb einer Mindestschwelle von etwa 5 bis
10 % des Weltmarktes; harter Wettbewerb zwischen Unternehmen; große
technologische und finanzielle Risiken) können auf Gemeinschaftsebene
durch gemeinsame Aktionen überwunden werden, die folgende Möglichkeiten
bieten:
-■ Festlegung gemeinsamer Ziele und Strategien;
- Zusammenfassung knapper menschlicher und finanzieller Ressourcen und
entsprechende Arbeitsteilung;
- mengenbedingter Rationalisierungseffekt (europäische Unternehmen im
IT-Sektor müssen bezogen auf ihren Umsatz - bei sehr viel schlechteren
Ergebnissen - zwei- bis dreimal soviel wie ihre amerikanischen oder
japanischen Mitbewerber für die FuE aufwenden);
- Ausweitung der Forschungsbereiche und der untersuchten technologischen
Optionen;
- konzertiertes und in sich geschlossenes Konzept auf dem Gebiet der
Normung und der flankierenden Maßnahmen;
Stimulierung der überall in Europa existierenden Fähigkeiten und
Hochleistungszentren, wie sie durch die Beteiligung aller
Mitgliedstaaten an ESPRIT demonstriert wird.
3. Um diese Herausforderung zu beantworten und den durch die Gemeinschaft
gebotenen Vorteil zu nutzen, ist es notwendig, die in den letzten Jahren
auf der Ebene der technologischen Grundlage initiierten Aktionen
fortzusetzen, zu verstärken und zu ergänzen, um eine Synergie und
günstige Bedingungen für ihre Umsetzung in Anwendungen zu schaffen.
Dieses Verfahren weist auf ein Bündel spezifischer konzertierter Aktionen
hin, die sich mit einer Reihe eng miteinander verwandter
Schlüsselfaktoren oder Themen befassen:
- weitere Stärkung der technologischen Grundlage;
- Verbesserung des Einsatzes industrieller FuE-Kapazitäten durch
Zusammenarbeit und Arbeitsteilung;
- Beitrag zum Aufbau eines gemeinschaftsweiten Marktes für ITuT-
Produkte, Einrichtungen und Anwendungen durch Verstärkung der
Bemühungen im Bereich der Normung, Zertifizierung und Öffnung des
öffentlichen Beschaffungswesens;
3-3
- Stimulierung der Nachfrage durch Infrastrukturvorhaben, Pilotprojekte
und Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für den breiten Einsatz und
die umfassende Verbreitung neuer Anwendungen;
- Verbreitung der Technologie in weniger privilegierten Regionen;
- Verbesserung des Standes der Aus- und Weiterbildung.
4. Was die Technologieaspekte angeht, werden der Themenkreis und die
Zielsetzungen der mit der ITuT und ihren Anwendungen verbundenen Aktionen
gemäß dem folgenden Muster festgelegt:
- erste Analyse der strategischen Bedeutung der geplanten Aktion für
Europa;
- Definition der Schlüsselfaktoren und der im Anschluß daran
festzulegenden Aktionslinien mit den interessierten Partnern;
Festlegung einer Definitionsphase zur Verdeutlichung der detaillierten
Ziele und der zu sammelnden menschlichen und finanziellen Ressourcen;
ständige Bewertung der Aktionen und jährliche Überprüfung des
Arbeitsplans.
Die im Rahmenprogramm 1987-1991 vorgeschlagenen Aktionen werden auf
früheren Aktionen aufbauen, vor allem auf
- dem Programm Mikroelektronik,
- dem Mehrjahresprogramm auf dem Gebiet der Datenverarbeitung,
- ESPRIT Phase I (eingeleitet 1984) und
- RACE-Definitionsphase (initiiert 1985)
Aufgrund der Bewertungen der oben erwähnten Programme und im Benehmen mit
der Industrie, der Wissenschaftlern und den einzelstaatlichen
Verwaltungen sollte das neue Rahmenprogramm folgende Fortschreibungen
umfassen:
- ESPRIT I mit ESPRIT II in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des
Rates, der Zwischenbewertung (Herbst 1985) und der Industrie. ESPRIT
II wird den Nachdruck auf die technologische Integration und
ehrgeizigere sowie stärker orientierte Vorhaben legen und auch den
generischen Technologieanforderungen fortgeschrittener Anwendungen
größere Bedeutung beimessen.
- RACE-Definitionsphase mit RACE-Hauptprogramm. Die Hauptphase von RACE
(die 1987 anlaufen soll) wird die technologische Grundlage, die
vorwettbewerblichen Entwicklungen und die erforderlichen Arbeiten für
gemeinsame Spezifikationen und Normen festlegen, die im Hinblick auf
die schrittweise Einführung der Infrastruktur und Dienste für die
integrierte Breitbandkommunikation notwendig sind.
- erste akademische Forschungsarbeiten zur Stärkung der europäischen
Zusammenarbeit im Bereich der mit der ITuT verbundenen
Grundlagenforschung.
3 - 4
Darüber hinaus wird ein stärkerer Nachdruck auf die Entwicklung neuer
Anwendungen in Übereinstimmung mit den jeweiligen Benutzern und unter
Nutzung der Synergie paralleler Entwicklungen gelegt.
Flankierende Maßnahmen, die sich mit den wichtigsten Zielen von
gemeinsamem Interesse befassen (und sich auf einige der sieben in der
IRIS-Initiative erwähnten Bereiche erstrecken), umfassen den Einsatz der
ITuT zur Unterstützung der
- Lern-, Lehr- und Ausbildungsprozesse, die es ermöglichen werden,
einige der Distanz- und Zugangsprobleme beim Lernen zu überwinden
(DELTA);
- Sicherheit im Straßenverkehr, Verkehrsführung und Mobilfunk, die durch
Nutzung der Synergie zwischen parallelen technologischen Entwicklungen
behandelt werden und zu einer integralen Lösung führen könnten, die
entscheidende Vorteile in bezug auf die Kosten und die Erfordernisse
der Infrastruktur bieten würde (DRIVE);
- Bioinformatik und medizinische Datenverarbeitung, die in bezug auf die
Kostenwirksamkeit von einer systematischen und rechtzeitigen
Einführung und Einbeziehung fortgeschrittener ITuT profitieren können
(BICEPS).
Andere Bereiche, die gegebenenfalls Möglichkeiten für eine Aktion der
Gemeinschaft bieten, werden zur Zeit eingehend untersucht und können in
den nächsten beiden Jahren zu Aktionsvorschlägen führen. Hierzu gehören:
- das Gebiet der Laborausrüstungstechnologie (zur Verbesserung der FuE-
Produktivität) und der Finanztechnik, die finanzielle Transaktionen
beschleunigen und sicherer machen würde;
- sonstige Gebiete, die zu gesellschaftlichen Zielsetzungen in Europa
beitragen
Die Fortschreibung der Programme Mikroelektronik und Datenverarbeitung
soll im Rahmen von ESPRIT erfolgen.
Die vorgeschlagenen Aktionen sollen in Form von Kostenteilungsprogrammen
erstellt und in enger Abstimmung mit einzel- und zwischenstaatlichen
Aktivitäten durchgeführt werden.
Die erforderlichen Mittel sollen im Benehmen mit den jeweiligen Akteuren
und den Verwaltungen der Mitgliedstaaten veranschlagt werden. In diesem
noch sehr vorläufigen Stadium und unter der Voraussetzung, daß die
derzeitigen Modalitäten angewandt würden, dürften sich die Arbeiten auf
etwa 3.940 bis 4.150 Mio ECU über fünf Jahre erstrecken.
Dieser Betrag entspricht einigen Prozentpunkten der von den
Mitgliedstaaten auf einzelstaatlicher Ebene unternommenen
Gesamtbemühungen. Da sich dieses Gemeinschaftsprogramm auf
Schlüsselbereiche von strategischer Bedeutung und auf die Intensivierung
der technologischen Zusammenarbeit konzentriert, wird es eine
Multiplikatorwirkung ausüben und Ergebnisse zeitigen, die weit über die
verhältnismäßig begrenzten Mittelbindungen hinausgehen, die im Rahmen des
EWG-Haushalts beantragt werden.
3.1-1
3.1 Informationstechno Logi en
a. Diese Aktion erstreckt sich auf das Programm ESPRIT, das die
Gemeinschaftsdimension dazu nutzen soll
- die technologische Grundlage der IT auf vorwettbewerblicher Ebene zu
stärken, den Themenkreis zu erweitern und mengenbedingte
Rationalisierungseffekte anzuwenden, um die Erfordernisse des
Weltmarktes der neunziger Jahre erfolgreich zu meistern;
- die Nutzung der wissenschaftlichen und industriellen FuE-Kapazitäten
durch gemeinsame Anstrengungen zu verbessern;
- den Weg für weitgehend akzeptierte internationale IT-Normen zu
bereiten und
den Technologietransfer im IT-Sektor unter besonderer Berücksichtigung
der Bedürfnisse von KMU zu fördern.
b. Das Programm wurde vor kurzem durch ein unbabhängiges hochrangiges
Gremium (ESPRIT-Bewertungsausschuß) bewertet. Die Ergebnisse dieser
Bewertung, die zeigen, daß sich ESPRIT erfolgreich durchgesetzt hat und
auf dem besten Wege ist, seine Ziele zu erreichen, wurden dem Rat und dem
Parlament übermittelt (K0M(85) 616 endg.). Darüber hinaus weist das
jährliche Arbeitsprogramm von ESPRIT einmalige Wesensmerkmale auf, die
sicherstellen, daß das Programm kontinuierlich bewertet wird.
In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des ESPRIT-Bewertungsausschusses
und als Ergebnis eines umfassenden Konsultationsverfahrens mit
industriellen Sachverständigen kristallisiert sich ein Konsens
hinsichtlich des Themenkreises und des Inhalts des Programms ab 1987
gemäß den folgenden Leitlinien heraus:
1. Mikroelektronik und periphere Technologien:
- Siliziumtechnologie. Die Siliziumtechnologie ist die Grundlage der
IC-Industrie, und Bauelemente auf Siliziumbasis sind verantwortlich
für die in den vergangenen Jahren eingetretene dramatische Senkung
der Kosten elektronischer Geräte, die auch in Zukunft anhalten
dürfte. Spezifische technologische Ziele wären unter anderem 4
Millionen Transistoren auf einem Chip unter Verwendung der 0,5-
Mikrometer-Technologien sowie 3D-Integration.
- Verbindungshalbleiter. Die Verwendung von Verbindungshalbleitern
für Hochgeschwindigkeitsschaltkreise dürfte für die künftigen
Computer und Kommunikationssysteme sowie andere Anwendungen von
wachsender Bedeutung sein. Europa hat die potentielle Möglichkeit,
ein signifikanter Lieferant von Verbindungshalbleiter-Bauelementen
zu werden. Um eine ausrechende europäische Kapazität in diesem
Bereich sicherzustellen, ist eine signifikante Steigerung des
derzeitigen FuE-Niveaus erforderlich.
- Rechnerunterstützter Entwurf (CAD). Die Verfügbarkeit des CAD für
die Höchstintegration (VLSI) ist für den Gesamterfolg der
Bemühungen im Bereich der Mikroelektronik auch weiterhin von
entscheidender Bedeutung. Künftige CAD-Projekte werden aus den
bisherigen Ergebnissen von ESPRIT Nutzen ziehen und sich vor allem
auf Höchstleistungssysteme sowie Prüf- und Normungsaspekte
konzentrieren.
J
3 . 1 -2
- Peripheriegeräte. Auf Peripheriegeräte entfällt ein ständig
wachsender Anteil der Gesamtkosten von IT-Systemen. Ein größerer
Technologieschub zur Deckung der künftigen Marktbedürfnisse
erfordert vor allem signifikante FuE-Anstrengungen in folgenden
Bereichen: magnetische, optische und magneto-optische Speicherung,
Drucker, Sensoren und Displays.
2. Informationsverarbeitungssysteme:
- Systementwurf und Architekturen. Es soll sichergestellt werden, daß
die IT-Industrie über die erforderlichen Anlagen verfügt, um rasch
und zu wirtschaftlichen Bedingungen qualitativ hochwertige
Systeme herzustellen. Systeme mit ähnlicher Komplexität, wie sie
1985 entwickelt wurden, sollten innerhalb von zehn Jahren mit 10 %
der Mittel entwickelt werden, die für die Entwicklung der heutigen
Systeme erforderlich sind. Darüber hinaus sollen neuartige
Archtitekturen für IT-Systeme entwickelt und im Hinblick auf ihre
Zuverlässigkeit und Leistungskennwerte analysiert werden.
Wissenstechnik. Der Einsatz von wissensbasierten Systemen dürfte
einen qualitativen Sprung bei künftigen IT-Anwendungen ermöglichen.
Die gemeinsamen generischen Forschungsarbeiten in diesem Bereich
müssen auch weiterhin in einem Umfang weitergeführt werden, der
gewährleistet, daß die im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit der
neunziger Jahre gestellten Anforderungen erfolgreich bestanden
werden.
- Signalverarbeitung. Die Fähigkeit, Sprache und komplexe Bilder zu
verarbeiten durfte zu den wichtigen neuen Merkmalen künftiger IT-
Systeme gehören. Demgemäß wird sich die FuE in diesem Bereich mit
der kontinuierlichen Spracherkennung mit großem Wortschatz und
fortgeschrittenen Bildverarbeitungssystemen befassen.
3. Integration der IT in Anwendungssysteme:
- IT-UnterStützungssysteme· Dieser Bereich befaßt sich mit den
grundlegenden IT-Technologien, die für das Büro, die Fertigung,
sonstige professionelle Anwendungen und den Heimbereich von
Bedeutung sind. Er umfaßt unter anderem FuE-Arbeiten über
Arbeitsstationen, E/A-TeiIsysteme für ein breites Spektrum von
Anwendungen, Mensch-Maschine-Schnittstellen und Schnittstellen mit
der physischen Umgebung. Seine potentiellen Auswirkungen auf den
mittelfristigen Marktbedarf dürften besonders wichtig sein.
- Fertigungsautomatisierung. IT-Anwendungen in Produktionsumgebungen
sind für die europäische Volkswirtschaft von ausschlaggebender
Bedeutung. Schlüsselziele sind die Festlegung von Architekturen für
offene Systeme sowie die Förderung von CAD/CAM-Systemen und
Prozeßsteuersystemen . Das Volumen der FuE-Arbeiten in diesem
Bereich muß beträchtlich gesteigert werden.
- Integrierte IT-Systeme. Hierzu gehören technologische
Integrationsvorhaben, die auf verschiedenen Technologien aufbauen
und auf ausgewählte Anwendungen ausgerichtet sind.
4. Maßnahmen hinsichtlich der Verbreitung der Ergebnisse von FuE-Vorhaben
spielen bei den künftigen Fortschritten der Aktion eine wachsende
Rolle.
3 . 1-3
5. Eine breit angelegte Beteiligung von KMU an der Aktion wird als
entscheidend angesehen, um ihren innovativen Charakter, der eine
Voraussetzung für die Erreichung ihrer Gesamtziele ist,
aufrechtzuerhalten und zu stimulieren.
c. Erwartete Ergebnisse:
- Befähigung der europäischen informationstechnischen Industrie zur
erfolgreichen Meisterung des Wettbewerbs auf dem Weltmarkt der
neunziger Jahre;
Verbreitung dieser Technologien in verschiedenen Sektoren unserer
Volkswirtschaft im Hinblick auf Produkt-, Prozeß- und
Dienstinnovationen.
d. Begründung der EG-Aktion:
Die Zusammenfassung der Ressourcen und die Arbeitsteilung sind
notwendig, um mit den massiven öffentlichen Programmen in den USA und
Japan konkurrieren zu können;
ein koordiniertes Konzept ist ferner notwendig, um gemeinsame Normen
zu entwickeln und die industrielle Zusammenarbeit in Europa zu
fördern.
e. Die Vertreter der Industrie veranschlagen den erforderlichen
Gesamtaufwand zur Durchführung der vorstehend beschriebenen Arbeiten auf
30.000 Mannjahre, die ab 1987 schrittweise investiert werden sollen.
Diese Schätzungen müssen in den kommenden Monaten konsolidiert werden.
Die Arbeiten würden einem Beitrag der Gemeinschaft in Höhe von etwa 2.200
Mio ECU entsprechen.
a>
3 . 2-1
3.2 TelekommunikationstechnoLogie
a. Für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften spielt
das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Fernmeldedienste eine entscheidende
Rolle auf dem sich bildenden globalen Markt. Um eine starke Position und
einen Vorsprung beim Übergang zu einem vollständig digitalen Betrieb zu
behaupten, wird es sich als notwendig erweisen, daß Europa rechtzeitig
Investitionen im Bereich der fortgeschrittenen
Telekommunikationstechnologien tätigt und seine Mittel optimal nutzt.
Die Telematikindustrie der EG und die Forschungsanstalten der
Fernmeldebetreiber haben 1984 einen breiten Konsens über das Ziel
Gemeinschaftsweite Einführung der integrierten Breitbandkommunikation
(IBC) bis 1995 unter Berücksichtigung des zur Zeit entstehenden
Diensteintegrierenden digitalen Netzes (ISDN)
erreicht und gemeinsame Anforderungen erarbeitet für ein
FuE-Programm auf dem Gebiet der fortgeschrittenen
Kommunikationstechnologien in Europa (RAGE),
das darauf abzielt, die technologische Grundlage für eine schrittweise
Einführung der IBC-Infrastruktur und IBC-Dienste der Gemeinschaft zu
schaffen.
RACE unterscheidet mehrere Phasen oder Stadien von Engagements, die einer
schrittweise verbesserten Festlegung der Ziele und Anforderungen
en tsprechen:
Definitionsphase (beschlossen 1985) zur Durchführung der notwendigen
ersten Arbeiten, um das FuE-Hauptprogramm genau auf die künftigen
funktionellen Anforderungen des Netzes, den Bereich der Endgeräte und
künftige Anwendungen auszurichten und Bewertung grundlegender
technologischer Optionen.
Für Phase I (1987-1991) sind folgende Zielsetzungen vorgesehen:
die technologische Grundlage der IBC
die für die Bereitstellung der Versuchseinrichtungen und Dienste
für die IBC-Demonstration erforderlichen vorwettbewerblichen
Entwicklungen
die Unterstützung der Arbeiten der CEPT und aer CCITT bei der
Ausarbeitung gemeinsamer Vorschläge für Spezifikationen und
Normen.
Gesamtziel der Phase II (1991-1996) wäre es, in Abhängigkeit von dem
Ergebnis der Phase I die technologische Grundlage für verbesserte IBC-
Einrichtungen und Dienste über 1995 hinaus zu entwickeln.
b. Programmbereich (Phase I):
1. Spezifische Systemaspekte:
Teil 1 befaßt sich mit dem systemtechnischen Aspekt der IBC und wird
Fragen der Systemarchitektur, Teilnehmerumgebungen, Teilsysteme von
Netzen und Überlegungen im Zusammenhang mit Betrieb und Wartung
untersuchen. Dabei sollen ISDN und alternative Trägerkonzepte und -
kombinationen berücksichtigt werden.
3 . 2-2
Die Arbeiten befassen sich mit drei eng verwandten, aber
unterschiedlichen Zielen:
- Untersuchung und Ermittlung der Entwicklung von IBC-Systemen,
Ermittlung und Spezifikation der funktionellen Anforderungen, die als
Ziele für die FuE über die Teilsysteme und die grundlegenden
technologischen Ebenen dienen und
- Spezifikation der erforderlichen Verifikation und Prüfung, bevor eine
vollmaßstäbliche Entwicklung in Betracht gezogen wird, d.h. Festlegung
der Anforderungen an Demonstrationen und Versuche.
2. Untersuchungen über die Anforderungen der Benutzer und Anbieter von
Diensten:
Das Verständnis der Anforderungen der Benutzer und Anbieter von Diensten
ist eine entscheidende Voraussetzung für die Auslegung und den Entwurf
der künftigen Infrastruktur und Dienste. Einige Anforderungen können auf
der Grundlage der früheren Erfahrungen hinreichend genau bewertet werden,
um als Richtschnur für die technologische Entwicklung zu dienen. Dennoch
erfordern neue Dienste und operationelle Konzepte für Benutzer und
Anbieter von Diensten sorgfältige Forschungsarbeiten. Dies ist schon für
sich genommen eine signifikante multidisziplinäre FuE-Anstrengung.
Die bisherigen Erfahrungen bei der Einführung neuer Kommunikationsdienste
zeigen eindeutig die Gefahren einer Trennung der technischen
Forschungsarbeiten von marktbezogenen, anwendungs- und
benutzerorientierten Forschungsarbeiten. Teil 2 wurde daher so
konzipiert, daß die Verbindung zwischen den Benutzern und den Anbietern
von Diensten einerseits und den sich herauskristallisierenden
technologischen Optionen andererseits behandelt wird.
3. Grundlagen- und Unterstützungstechnologien:
Dieser Teil befaßt sich mit den drei Hauptfamilien von Technologien, auf
die sich die sukzessiven Generationen der IBC-Ausführung stützen werden:
- elektronische Bauelemente, die im Kommunikationsbereich eingesetzt
werden,
- Optik und Optoelektronik und
- Entwicklungswerkzeuge für Kommunikationssysteme.
Ziel der FuE in diesen Bereichen wird es sein, die Leistungsmerkmale im
Hinblick auf ihre Anwendungen im Telekommunikationsbereich zu fördern,
d.h.
- Leistung in bezug auf Bandbreite und Komplexität,
- Systemkompatibilität, d.h. Eignung zur Normung,
- Lebenszykluskosten, einschließlich Qualität, Zuverlässigkeit und
Normung.
3.2-3
Obwohl der Hauptentwicklungsschub von Teil 3 auf der grundlegenden
technologischen Ebene angesiedelt ist, sind implizit auch einige
Überlegungen zu Teilsystemen enthalten, da einige Komponenten (z.B.
Mikroprozessoren) in bezug auf die Komplexität Teilsysteme ihrer selbst
darstellen.
4. Kommunikationsspezifische Software:
Dieser Teil befaßt sich mit den anwendungsspezifisehen FuE-Fragen der
Software im Bereich der Telekommunikation. Hierbei wird davon
ausgegangen, daß der in einzelstaatlichen Programmen und ESPRIT
angestrebte Fortschritt im Bereich der Softwaretechnologie erreicht wird
und daß die Arbeiten im Rahmen von RACE davon profitieren können.
Zur Entwicklung geeigneter Werkzeuge, die sowohl die operationellen als
auch die verwaltungstechnischen Spezifikationen der Telekommunikation
erfüllen, sind erhebliche Anstrengungen erforderlich. Dies gilt vor allem
für die IBC, die eine sehr große, komplexe und funktionell reiche
Softwareausführung erfordern wird.
5. Endgerätetechnologien:
Eine leistungsfähige und kostengünstige IBC-Technologie ist eine
entscheidende Voraussetzung für die Einführung von Breitbanddiensten,
aber unzureichend, wenn nicht parallel dazu Fortschritte bei der
Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses in der Technologie der
Endgeräte erzielt werden.
Die IBC zielt letzten Endes darauf ab, der breiten Öffentlichkeit zu
dienen, d.h., daß sie nicht nur unter dem Aspekt von Sonderdiensten für
die Geschäftswelt gesehen werden kann, die bereit sein dürfte,
verhältnismäßig hohe Systemkosten zu bezahlen. Wenn die IBC hohe
Marktdurchdringungsraten und eine breite Akzeptanz erzielen soll, müssen
die Kosten beträchtlich gesenkt werden.
Endgeräte mit den richtigen Merkmalen, die einen einfachen und
benutzerfreundlichen Einsatz und das richtige Kosten-Nutzen-Verhältnis
ermöglichen, werden große technologische Fortschritte und kontinuierliche
Bemühungen in einem beträchtlichen Umfang erforderlich machen. Es ist
nicht zu erwarten, daß diese Art von Technologie automatisch aus
Geschäftsanwendungen hervorgehen wird.
Teil 5 legt die FuE-Arbeiten fest, die angemessene Leistungen für die
Benutzung durch die breite Öffentlichkeit bei hinreichend niederen Kosten
zu bieten versprechen.
c. Der Innovationsschub von RACE würde darin bestehen, auf dem Weltmarkt
eine starke, wenn nicht gar führende Position der gemeinschaftlichen
Fertigungsindustrie und Dienste im Bereich der Breitbandkommunikation zu
schaffen und die Bildung eines starken und wettbewerbsfähigen
Gemeinschaftsmarktes für Telekommunikationseinrichtungen und -dienste zu
beschleunigen. Phase I wird eine gemeinsame technologische Grundlage
schaffen und einen Beitrag zum Zusammenwachsen der technischen und
funktionellen Spezifikationen leisten, der von entscheidender Bedeutung
für die Herauskristallisierung eines gemeinschaftsweiten Marktes für die
Breitbandinfrastruktur, -einrichtungen und -dienste ist.
3.2-4
d. Das Ziel, den europäischen Volkswirtschaften in den neunziger Jahren in
bezug auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis führende Telekommunikationsdienste
zur Verfügung zu stellen, kann nur dadurch erreicht werden, daß die
gesamten europäischen Aktiva im Bereich der Technologie, der
industriellen Kapazitäten, der menschlichen Ressourcen, der Märkte und
der Finanzen voll ausgeschöpft werden. Ein konzertiertes Konzept bietet
mengenbedingte Rationalisierungseffekte und Programmbereiche, die mit
denen vergleichbar sind, die den wichtigsten Konkurrenten Europas zur
Verfügung stehen. Die mit den Entwicklungen verbunden Investitionen sind
so hoch, daß sie weit über das hinausgehen, was Betreiber und Industrie
aufgrund der einzelstaatlichen Märkte investieren können.
Das unter Mitwirkung aller Mitgliedstaaten durchgeführte Programm RACE
wird einen Beitrag dazu leisten, den beträchtlichen technologischen
Sachverstand in Bereichen wie der Optoelektronik, der fortgeschrittene
Halbleiter und der Software für Multi-Service-Breitband—
Telekommunikationssysteme nutzbar zu machen. Dies wird dem gemeinschafts-
weiten Bedarf der Geschäftswelt an einer kostengünstigen, zuverlässigen
und sicheren Daten-, Sprach- und Bildkommunikation zugute kommen und ein
breites Spektrum von Kommunikations- und Unterhaltungsdiensten für
private Benutzer bereitstellen.
e. 1984 haben Telekommunikationsindustrie und -betreiber ein Planungsprojekt
durchgeführt, bei dem die vorwettbewerblichen Arbeiten ermittelt wurden,
die auf Gemeinschaftsebene signifikante Vorteile bieten. Dieses
Planungsprojekt ergab einen Bedarf von etwa 14.000 Mannjahren für eine
Dauer von fünf Jahren. Der Ministerrat beschloß im Juli 1985 eine
Definitionsphase, die das Ausmaß und den Bereich der im Rahmen der
Hauptphase durchzuführenden Arbeiten abstecken soll. Auf dieser Grundlage
und bei Zugrundelegung einer 50 %igen Finanzierung von seiten der
Gemeinschaft ergibt sich ein Schätzwert von 1000 Mio ECU.
Der Ministerrat beschloß im Juli 1985 eine auf 18 Monate angelegte
Definitionsphase, in der der Umfang und der Themenkreis der im Rahmen
dieser Aktion durchzuführenden Arbeiten näher festgelegt werden sollen.
3 . 3-1
3.3 Integration der Informations- und TeLekommunikationstechnologien in
neue Anwendungen und Dienste von gemeinsamem Interesse
Der Fortschritt auf dem Gebiet der Informationstechnologien und der
Telekommunikation (ITuT) hat eine rasche Veränderung der
sozioökonomischen Bedingungen sowie der Grundlage der Weltwirtschaft zur
Folge. Dadurch bieten sich neue Möglichkeiten zur Lösung derzeitiger und
künftiger gesellschaftlicher Probleme in allen Lebensbereichen. Die
Vorteile dieser Veränderung werden von der Beherrschung dieser
Technologien und ihrer durch gesellschaftliche Erfordernisse und
Aspirationen diktierten bewußten Anwendung abhängen. Die erfolgreiche
Nutzung dieser neuen Anwendungen erfordert eine gut durchdachtes und
systematisches Konzept unter Einbeziehung der wichtigsten Akteure, da die
traditionellen Sektoren in diesem Zusammenhang in den meisten Fällen
tiefgreifende Veränderungen durchmachen.
Abgesehen von der direkten Anwendung der ITuT eröffnet die
Systemintegration mit anderen Technologien, die neue Anwendungen und
Dienste zur Folge haben, sowohl in bezug auf die wirtschaftlichen Chancen
als auch den Beitrag zu gesellschaftlichen Zielsetzungen in Europa ein
besonders wichtiges Potential für die Zukunft.
A. Die Systemintegration der ITuT mit
Lern- und Lehrprozessen ermöglicht die Realisierung fortge
schrittener Fernlernkonzepte, die nicht nur die Ausbildenden mit
besseren Werkzeugen ausrüsten, sondern auch Probleme beim Zugang
zum Lernen aus dem Weg räumen wird (DELTA);
Sicherheit im Straßenverkehr und Mobilfunk sind leistungsfähige
Möglichkeiten, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken und die
Verkehrsleitung und damit die rationelle Gestaltung des
Verkehrsgeschehens zu verbessern (DRIVE);
Bioinformatik und medizinische Datenverarbeitung, die im Hinblick
auf eine Verbesserung von Forschung, Diagnose und
Gesundheitsfürsorge in beträchtlichem Maße weiterentwickelt werden
können (BICEPS);
Labortechnologie n , die entscheidende Verbesserungen in der
Produktivität von Forschung, Entwicklung und Experimenten bieten
(PERT);
moderne Finanzierungssysteme, die Fortschritte auf dem Gebiet der
Realisierung gemeinschaftsweiter Finanzdienste Märkte und eine
Zurückdrängung von Straftaten ermöglichen (DIME).
Vor- und Entstehungsgeschichte der Aktionen:
Die Identifikation dieser Aktionen ergab sich aus der Konsultation der
jeweiligen Akteure. In den Dokumenten (K0M(85) 350 und K0M(85) 530
über eine "europäische Technologiegemeinschaft" wurden Bereiche
angegeben, in denen die Kommission Aktionsvorschläge erarbeitet.
Einige ihrer Zielsetzungen wurden im Rahmen von IRIS als auch den
gesellschaftspolitischen Prioritäten der Gemeinschaft gemäß bestätigt.
Die Erarbeitung dieser Aktionen erfolgt gemäß einer konsequenten Folge
von Schritten:
3 . 3-2
1) eine erste hausinterne Analyse der Bedeutung und des
voraussichtlichen "Mehrwerts" eines Gemeinschaftskonzepts, die
zur Identifizierung von Gesamtzielen und Aktionslinien führt;
2) erste Untersuchung und Festlegung der detaillierten Ziele sowie
des optimalen Konzepts für eine effektive Nutzung der gesamten
Gemeinschaftsressourcen mit den jeweiligen Hauptakteuren;
3) Ausarbeitung von Vorschlägen für konzertierte Aktionen unter
Einbeziehung von Gemeinschaftsmaßnahmen im Rahmen nationaler und
internationaler Aktivitäten;
4) Initiierung einer Definitionsphase zur Unterstützung der
systematischen Entwicklung der Aktion durch die jeweiligen
Hauptakteure;
5) Durchführung, einschließlich regelmäßiger Überprüfungen und
Bewertungen von Entwicklungen, die eine Anpassung von
Zielsetzungen und Konzepten erfordern können;
6 ) taufende kritische Bewertung und Anpassung im Lichte der bei der
Durchführung gesammelten Erfahrungen.
Der erste Schritt wird durch die Prioritäten der Gemeinschaft und die
politischen Leitlinien des Rates und des Parlaments im Bereich der
ITuT bestimmt.
Beim zweiten Schritt ist jede Aktion Gegenstand systematischer
Untersuchungen, die sich auch auf externe Gutachten abstützen. Die am
besten geeigneten Organisationen werden in einer offenen Ausschreibung
im Amtsblatt ermittelt.
Schritt 3 wird als "Planungsprojekt" bezeichnet; er besteht aus einer
systematischen Einbeziehung der wichtigsten Akteure bei der
Entwicklung der Aktionsvorschläge.
Die Definitionsphase stellt den letzten Schritt vor der Durchführung
einer Aktion dar. Sie besteht aus den ersten Arbeiten, die notwendig
sein können, um die Zielsetzungen, das Konzept und die Bewertung der
für ihre Realisierung erforderlichen Anforderungen zu überprüfen.
Bei der Durchführung werden Bewertungen vorgenommen, die sich sowohl
auf externe Veränderungen, d.h. Anforderungen, Stand der Technik usw.
als auch auf Fortschritte der Projekte erstrecken, aus denen die
Aktion besteht. Das Arbeitsprogramm und die Mittelzuweisung werden in
jährlichen Intervallen systematisch überprüft.
Zu einem geeigneten Zeitpunkt der Durchführung ist eine unabhängige
Überprüfung dem Rat und dem Parlament dabei behilflich, die Aktion
unter Berücksichtigung ihrer Zielsetzungen zu bewerten.
Bei jedem der nachstehend beschriebenen Themen wird angegeben, in
welchem Stadium es sich befindet.
3 . 3-3
B. Sonstige Aktionen, die insbesondere auf gesellschaftliche
Zielsetzungen gerichtet sind, werden in den kommenden Monaten gemäß
den Leitlinien des Forschungsrates vom Dezember 1985 in seiner
Aussprache über IRIS ermittelt. In diesem Zusammenhang sollen
Voruntersuchungen in Angriff genommen werden, um
Gemeinschaftsinitiativen in Prioritätsbereichen zu untersuchen, die
sich u.a. mit folgenden Zielsetzungen befassen:
- bessere Gesundheit,
- sichereres Leben,
- Anwendungen im Heimbereich,
- Verbesserung der Dienste und Einrichtungen für Menschen, die in
ländlichen Gebieten leben.
* *
*
Die Schätzungen der Mittel ergeben sich aus den detaillierten
Arbeitsplänen. Insofern ist es in diesem ersten Stadium nicht möglich,
zuverlässige Zahlen vorzulegen. Aufgrund der ersten Bewertungen kommen
Gemeinschaftsbeiträge zwischen 700 und 900 Mio ECU in Frage.
DELTA (Cieveloping European J_earning through Techno Logical Advance)
(Förderung der Lernprozesse in Europa durch technologischen Fortschritt)
Fachkräfte können zurecht als das wichtigste Kapital angesehen werden,
über das Europa verfügt. Im Zuge der raschen Veränderungen im Bereich der
menschlichen Aktivitäten gewinnt die lebenslange Ausbildung und
Weiterbildung mehr und mehr an Bedeutung, wodurch auch die Notwendigkeit
einer Erweiterung der formalen Ausbildung zunimmt, um so größere
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die Anforderungen der Lernenden
und der Lehrer zu gewährleisten. Die Fortschritte in der Informations
und Telekommunikationstechnologie eröffnen neue Möglichkeiten zur
Überwindung von Distanz- und Zugangsproblemen und zur wirtschaftlichen
Realisierung fortgeschrittener Fernlernkonzepte (ein Lernkonzept, bei dem
Barrieren in bezug auf Formalitäten, Standort und Zeit abgebaut werden).
Die Lerntechnologie stellt in erster Linie eine entscheidende,
zukunftsorientierte Entfaltungsmöglichkeit auf Weltmarktebene für die
Ausrüstungs- und Dienstleistungsindustrie und für das Lehrpersonal der
Gemeinschaft dar.
Ziel von DELTA ist es, die von der Industrie und den
Hochschuleinrichtungen der Gemeinschaft entwickelten Anlagen, Systeme und
Werkzeuge für fortgeschrittenes Fernlernen aufeinander abzustimmen. Diese
Aktion soll auf Gemeinschaftsebene die Verbindung zwischen potentiellen
Benutzern und Herstellern von Fernlernsystemen und zugehörigen
Einrichtungen herstellen und damit der Gemeinschaft die Nutzung von
Größenvorteilen und von Parallelentwicklungen in verwandten technischen
Bereichen, die gegenwärtig nicht erfolgt, ermöglichen. DELTA wird von der
Synergie mit laufenden Aktionen im Bereich der Informationstechnologien
(ESPRIT) und der Telekommunikation (RACE) profitieren.
In dem Programm werden die technologischen Anforderungen festgelegt, die
notwendig sind, um folgende Ziele zu erreichen:
1988-90: Überwindung der Distanz- und Zugangsprobleme durch die
Anpassung der bestehenden Infrastrukturen, Systeme, Anlagen
und Technologie
1990-95: verbesserter Zugang zu den und Handhabung der Informationen
auf der Grundlage einer schrittweisen Digitalisierung der
ITuT und unter Berücksichtigung spezifischer lernrelevanter
Faktoren
1995-2000: intelligente Lernhilfen auf der Grundlage der Merkmale der
"fünften Computergeneration" und der integrierten
Breitbandkommunikation (IBC).
Programmbereich:
1. Interdisziplinäre Konzertierung über die derzeitigen und künftigen
Le m u n t e r st üt zungser f orde rn i sse:
Durch die frühzeitige Feststellung der Erfordernisse und Möglichkeiten
wird es möglich sein, Synergie, Arbeitsteilung und Zusammenarbeit in der
gesamten Gemeinschaft und damit einen effizienteren Einsatz der
verfügbaren Ressourcen zu gewährleisten.
3 . 3 -5
Um diesen Prozeß zu fördern und den optimalen Einsatz der
Gemeinschaftsressourcen und die Konzentration der Forschungsbemühungen zu
gewährleisten, muß eine systematische Analyse durchgeführt und Systeme
für die Bewertung des Lernsystems und seiner Funktionen entwickelt
werden. Dies soll durch die Schaffung eines Referenzmodells für
Lernsysteme erreicht werden.
2. Lerntechnologie und System - FuE:
Hier geht es um eine systematische Weiterentwicklung der Merkmale, die
speziell auf die Anforderungen des Lernenden und des Programmautors/-
lehrers abgestimmt sind. Schwerpunkt des Programms ist insbesondere die
Verbesserung der Informationsübermittlung an den Lernenden, der
Kommunikation zwischen Lernenden und Betreuer/Lehrer, der
Autorentätigkeit, sowie der Wirtschaftlichkeit und der Verwaltung des
gesamten Systems.
3. Prüfung und Validation:
Wegen der Bedeutung des "menschlichen Faktors" auf diesem Gebiet ist eine
gründliche Prüfung der Lerntechnologie und der Lernkonzepte in allen
Phasen der Entwicklung erforderlich. Das Programm sieht die Schaffung
einer satellitengestützten offenen Testeinrichtung vor, die überall in
der Gemeinschaft in Anspruch genommen werden kann.
4. Förderung der Kommunikationsfähigkeit:
Um bei der Anwendung angemesssene Wirtschaftlichkeit und Flexibilität zu
erzielen, muß für eine Kommunikationsfähigkeit der verschiedenen Medien
gesorgt werden. Dies erfordert über die laufenden Normungsarbeiten im
ITuT-Bereich hinaus die Entwicklung anwendungsspezifischer Normen und
Vereinbarungen zur Erleichterung des Fortschritts auf diesem Gebiet.
5. Schaffung günstiger Voraussetzungen:
Die Lerntechnologie bietet zwar potentiell sehr attraktive und
vorteilhafte Lösungen, dieser Prozeß wird jedoch verzögert, wenn nicht
gezielte flankierende Maßnahmen zur Verringerung der
"Einstiegshindernisse" getroffen werden.
c. DELTA wird zu einer rascheren Entwicklung neuer Techniken, Einrichtungen
und Werkzeuge für die Lernunterstützung, sowie insbesondere zur
Verwirklichung neuer Fernlernkonzepte beitragen. Es wird den Pädagogen
und den Lernenden Technologien zur Verringerung der Distanz- und
Zugangsprobleme zur Verfügung stellen.
3.3-6
d. Für dieses neue, sich gerade erst entwickelnde Gebiet gibt es in der
gesamten Gemeinschaft nur wenige Fachkräfte. Neben verstärkten
Bemühungen, die Möglichkeiten für einen zum Einsatz der Lerntechnologie
effektiv zu nutzen, wird es vor allem auch darum gehen, durch
Konzertierung und Arbeitsteilung die Anstrengungen auf klar festgelegte
Ziele und Maßnahmen hin auszurichten. Die Möglichkeiten für die Industrie
werden von vernünftigen Marktgrößen abhängen, wie sie im
Gemeinschaftsrahmen angeboten werden können. DELTA wird die Voraussetzung
für eine bessere Nutzung der Ressourcen schaffen und Unterstützung von
der Industrie erhalten.
e. Die voraussichtlich erforderlichen Mittel werden zu einem späteren
Zeitpunkt angegeben werden.
3.3-7
DRIVE (Dedicated Road Safety System and Intelligent Vehicles in Europe)
(Spezielle Sicherïïeltssysteme für den Straßenverkehr und intelligente
Fahrzeuge in Europa)
a. Jedes Jahr werden auf den Straßen in der Gemeinschaft 55.000 Menschen
getötet und 1,8 Millionen Menschen verletzt. Diese Unfälle verursachen
hohe volkswirtschaftliche Kosten, und Schätzungen zufolge könnten 3,2
Milliarden ECU jährlich eingespart werden, wenn Informations- und
Telekommunikationstechnologien zur Verhinderung von Verkehrsunfällen
eingesetzt würden.
Außerdem ist die Sicherheit im Straßenverkehr mit zahlreichen indirekten.
Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Wirtschaft verbunden und
spielt beispielsweise hinsichtlich der Überlastung von Straßen eine
wichtige Rolle.
Die jüngsten Fortschritte im Bereich der ITuT eröffnen in zunehmendem
Maße neue und kostengünstigere Möglichkeiten zur Verbesserung der
Sicherheit im Straßenverkehr und der Verkehrssteuerung im allgemeinen.
b. Programmbereich:
DRIVE beinhaltet anwendungsspezifische F,E,DuT, die insbesondere auf die
Aspekte der Systementwicklung und der Systemintegration ausgerichtet
sind.
1. Systeme zur Unfallverhütung:
Dieser Bereich betrifft die Integration verschiedener
"sicherheitsbezogener" elektronischer Subsysteme in ein integriertes
System für Fahrzeugkontrolle und -Verwaltung.
2. Kommunikationssysteme im Fahrzeug:
In den kommenden zehn Jahren wird das Autotelefon mehr und mehr zur
Standardeinrichtung in Fahrzeugen werden. Die für diesen Dienst
bereitgestelLte Infrastruktur kann gleichzeitig die Aufgaben der
Verkehrssicherheit und der Verkehrssteuerung unterstützen.
3. Verkehrssteuerung und -beeinfLussung:
Der Einsatz der ITuT als Bestandteil einer integrierten Anwendung wird
erhebliche Fortschritte bei der Vermeidung von Staus, bei der
Verkehrsführung in Städten, der Umleitung im Falle der Sperrung und
Räumung von Straßen in Notfällen ermöglichen.
c. DRIVE soll den Rahmen für eine europaweite Entwicklung von
technologischen Möglichkeiten durch Industrie und Verwaltung schaffen, um
- die Zahl der schweren Verkehrsunfälle drastisch zu verringern, sowie
- die Kostendegression und die Nutzung von Parallelentwicklungen zu
ermöglichen, was für eine frühzeitige Entwicklung und Einführung dieser
Techniken Voraussetzung ist.
d. Die Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr ist ein allen
Mitgliedstaaten gemeinsames Ziel, und die Aufgabenteilung bei der
Entwicklung neuer Methoden zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und
der Kommunikation bringt sowohl für die Bürger als auch für die
3.3-8
betroffenen Industriezweig# eindeutige Vorteil# mit sich. Der Weg für
eine solche Entwicklung soll durch F,E,DuT-Maßnahmen geebnet werden, so
wie sie im Rahmen von den DRIVE vorgesehen sind.
e. Eine für 1987 vorgesehene Definitionsphase dient der Vorbereitung des
Hauptprogramms, dessen Durchführung für 1988 geplant ist. Dadurch wird
eine eindeutige Festlegung der Arbeiten ermöglicht, die auf
Gemeinschaftsebene den größtmöglichen Nutzen gewährleisten und die auf
einzelstaatlicher Ebene durchgeführten Arbeiten ergänzen.
Die Mittelschätzung soll zu einem späteren Zeitpunkt im Laufe der
weiteren Entwicklung dieser Aktion erfolgen.
3.3-9
BICEPS (Bio-Informatics J)ollaborative JEuropean Programme and Strategy)
(Europäisches Kooperationsprogramms und Strategie für Bioinformatik)
Der ständige Ansteig der Kosten im Gesundheitswesen ist zu einem
zentralen Diskussionsthema geworden. In der Europäischen Gemeinschaft
sind die Gesamtausgaben für Sozial Leistungen real gesehen seit 1975 um
27 % angestiegen und machen inzwischen mehr als ein Viertel des BSP aus.
Von den insgesamt 720 Milliarden ECU werden mehr als 75 %, das sind 540
Milliarden ECU, für die medizinische Versorgung älterer Menschen
ausgegeben. Mit zunehmendem Anstieg der Lebenserwartung wächst
voraussichtlich auch der Bedarf an weiteren Verbesserungen der Qualität
und des Kosten-Nutzen-Verhältnisses.
Mit BICEPS wird die ITuT entwickelt, die speziell auf die Erfordernisse
der Gesundheitsdienste und auf die Anwendung in der medizinischen und
biotechnologischen F,E,DuT zugeschnitten ist.
Programmbereich:
1. Datenverarbeitung in der Medizin:
Eine weitere Verbesserung der Gesundheitsvorsorge und eine erhöhte
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hängen von Fortschritten in
zahlreichen Bereichen ab. Ein Bereich, in dem Fortschritte möglich wären,
betrifft die konsequente Nutzung des ITuT-Potentials. Der Einsatz der
ITuT für verschiedene Zwecke kann zu erheblichen Verbesserungen von
Qualität, Verfügbarkeit und Kosten-Nutzen-Verhältnis in der medizinischen
Versorgung führen.
2. Bioinformatik:
Ein großer Teil der Ausgaben im Gesundheitswesen fällt für Arzneimittel
und für die medizinische Forschung an. Hier hängt der Fortschritt der
biotechnologischen und medizinischen Forschung entscheidend von der
Bioinformatik ab.
Aus diesem Grund berücksichtigt BICEPS sowohl die Erfordernisse in der
medizinischen Datenverarbeitung als auch in der Bioinformatik.
Darüber hinaus bestehen Querverbindungen zu den Gemeinschaftsaktionen
ESPRIT, RACE und zum Aktionsprogramm Biotechnologie, sowie zu Aktionen
auf einzelstaatlicher Ebene.
Es wird davon ausgegangen, daß die Ergebnisse von BICEPS die
Voraussetzung für eine rasche Entwicklung fortgeschrittener Technologien
für die Gesundheitsdienste und für die medizinisch/biotechnologische
F,E,DuT schaffen.
Ziel von ESPRIT ist die Schaffung einer allgemeinen Informationstechnolo
gie, die die Grundlage für spezifische Anstrengungen in der Bioinformatik
und der medizinischen Datenverarbeitung darstellen kann. In der IT-
Industrie ist bereits eine Zusammenarbeit auf Gemeinschaftsebene erreicht
worden. Dies eröffnet insbesondere die Möglichkeit, die Kenntnisse und
industriellen Fähigkeiten zu verbinden, um so die Arbeiten auf diesem
Gebiet zu unterstützen. Darüber hinaus leisten Arbeitsteilung und
Zusammenarbeit einen entscheidenden Beitrag zur Beschleunigung der
Entwicklung und zur Sammlung von Erfahrungen, was wiederum Voraussetzung
für die Stärkung des Vertrauens der ärztlichen Berufe in die neuen
Techniken ist.
3 . 3 -1 0
e. Eine für 1987 vorg e s e h e n Defin itionsph ase dient der Vo r b e r e i t u n g des
Haupt p r o g r a m m s , d e sse n Durch führung für 1988 geplant ist. Dadurch wird
eine eind e u t i g e Festlegung der Arbeiten ermög licht, die auf
G e m e i n s c h a f t s e b e n e den größt m ö g l i c h e n Nutzen g e w ä h r l e i s t e n und die auf
e i n z e l s t a a t l i c h e r Ebene durch g e f ü h r t e n Arbei ten ergänzen.
Die M i t t e l s c h ä t z u n g soll zu einem späteren Zeitpunkt im Laufe der
w e i t e r e n Entwi ckung dieser Aktion erfolgen.
3 . 3 -1 1
PERT (Professional Ele c t r o n i c s and Re s e a r c h Technology)
( p rof essionel le Elekt r o n i k und Fo r s c h u n g s t e c h n o l o g i e )
a. Die P r o d u ktivität der G e m e i n s c h a f t in der FuE und in s b e s o n d e r e in den
S p i t z e n t e c h n o l o g i e b e r e i c h e n liegt d e u t l i c h n i e d r i g e r als in den
V e r e i n i g t e n Staaten und Japan, wo in den letzten Jahre n in d i e s e m Berei ch
d u rch k o n s e quente N u t z u n g der f o r t g e s c h r i t t e n e n ITuT g r oße Forts chritte
erzielt werde n konnten.
Ziel von PERT ist es, die P r o d u k t i v i t ä t in der FuE der Ge m e i n s c h a f t so
weit zu steigern, da ß sie der P r o d u k t i v i t ä t ihrer H a u p t k o n k u r r e n t e n
entsp r i c h t oder sie sogar übert rifft.
b. P r o g r ammberei ch:
1. V e r w a l t u n g der I n f o r m a t i o n s q u e l l e n in der L a b o r umgebung :
Die V e r w a l t u n g der I n f o r m a t i o n s q u e l l e n ist eines der H a u p t p r o b l e m e im
L a b o r bereich. Mit Hilfe von f o r t g e s c h r i t t e n e n Techn i k e n und unter Einsatz
der jüngs ten Fo r t s c h r i t t e im I T u T - B e r e i c h lassen sich s u b s t a n t i e l l e
V e r b e s s e r u n g e n erzielen. Wegen der im Labor h e r r s c h e n d e n B e d i n g u n g e n und
der V e r s c h i e d e n a r t i g k e i t der A n f o r d e r u n g e n ist jedoch ein s y s t e m a t i s c h e s
Vo r g e h e n n otwe ndig, um kom p a t i b l e , k o m m u n i k a t i o n s f ä h i g e K o m p o n e n t e n und
S u b s y s t e m e zu e n t w i c k e l n , die z a h l r e i c h e v e r s c h i e d e n e B e d i n g u n g e n
e r f ü l l e n können. Dies ist eine der z e n t r a l e n Au f g a b e n der S y s t e m-FuE, der
S y s t e m e n t w i c k l u n g und der S y s t e m i n t e g r a t i o n .
2. Daten erfassun g:
Eine rasche D a t e n e r f a s s u n g und - a u f b e r e i t u n g ist eine w e s e n t l i c h e
V o r a u s s e t z u n g für die B e s c h l e u n i g u n g der t e c h n o l o g i s c h e n Analysen. Durch
die V e r w e n d u n g der Forts c h r i t t e in der Se n s o r i k und der ITuT e r m ö g l i c h e n
die n e uen T e c h n iken die E n t w i c k l u n g von v e r s t ä r k t a n p a s s u n g s f ä h i g e n
Anl a g e n für diese Anfor d e r u n g e n .
3. I n f o r m a t i o n s i n t e r p r e t a t i o n :
Für die Ü b e r p r ü f u n g und für a l t e r n a t i v e M e t h o d e n der I n t e r p r e t a t i o n von
t e c h n i s c h e n Daten, K o n z e p t e n und B e d i n g u n g e n sind in z u n e h m e n d e m Maße
a n s p r u c h s v o l l e I n t e r p r e t a t i o n s - und S i m u l a t i o n s w e r k z e u g e erfor d e r l i c h .
Diese W e r k z e u g e sind für K o n s t r u k t i o n s z w e c k e ber e i t s e n t w i c k e l t worden,
w e rde n jedoch bei E n t w i c k l u n g s - und I n t e r p r e t a t i o n s v o r g ä n g e n bishe r nur
w e n i g genutzt. Im R a hme n von P E R T solle n a l l g e m e i n e labor sp e z i f i s c h e /
w i s s e n s c h a f t l i c h e W e r k z e u g e für d i ese F u nkt ionen e n t w i c k e l t werden. Dies
schli eßt die S c h a f f u n g w i s s e n s g e s t ü t z t e r , b e n u t z e r f r e u n d l i c h e r
A n w e n d u n g s m ö g l i c h k e i t e n für die I n f o r m a t i o n s i n t e r p r e t a t i o n mit ein.
c. P E R T soll zu einer d e u t l i c h e n S t e i g e r u n g der P r o d u k t i v i t ä t in der
t e c h n o l o g i s c h e n FuE b e i t r a g e n und h o c h l e i s t u n g s f ä h i g e W e r k z e u g e für die
B e s c h l e u n i g u n g i n d u s t r i e l l e r E n t w i c k l u n g s p r o z e s s e b e r e i t s t e l l e n .
d. A b g e s e h e n von der Tatsa che, da ß es sich um ein a llen M i t g l i e d s t a a t e n
g e m e i n s a m e s Pro b l e m h a nde lt, sind die I n v e s t i t i o n e n und die Zahl der
E x per ten auf d i e s e m Gebiet v e r g l e i c h s w e i s e niedrig. Durch A r b e i t s t e i l u n g
und k o o p e r a t i v e s V o r g e h e n w e r d e n zum e inen die A u s s i c h t e n für jedes
e i n z e l n e V o r h a b e n v e r b e s s e r t , zum a n d e r e n aber auch au f g r u n d der
W e c h s e l b e z i e h u n g e n z w i s c h e n den S y s t e m e n w e i t r e i c h e n d e S y n e r g i e e f f e k t e
3 . 3 -1 2
und eine g e g e n s e i t i g e B e f r u chtung ermöglicht. Dies kann im Rahmen einer
G e m e i n s c h a f t s a k t i o n , die g e m e i nsam mit den H a u p t a k t e u r e n festzulegen ist,
v e r w i r k l i c h t werden.
e. Eine für 1987 v o r g e sehene D e f i n itionsph ase dient der V o r b e r e i t u n g des
H a u p t p r o g r a m m s , desse n Durchführung für 1988 geplant ist. Dadurch wird
eine e i n d e u t i g e Festlegung der Arbeiten ermög licht, die auf
G e m e i n s c h a f t s e b e n e den größt m ö g l i c h e n Nutzen g e w ä h r l e i s t e n und die auf
e i n z e l s t a a t l i c h e r Ebene durch g e f ü h r t e n Arbeiten ergänzen.
Die M i t t e l s c h ä t z u n g soll zu e i nem späte ren Zeitpunkt der V o r b e reitung
d i e s e r Aktion erfolgen.
3 . 3 -1 3
DIME (Development of Inte g r a t e d M o n e t a r y Electronics)
( Entw icklung der in t e g r i e r t e n m o n e t ä r e n Elektronik)
Die m e i s t e n f i n a n z i e l l e n T r a n s a k t i o n e n w e r d e n heute mit Hilfe
e l e k t r o n i s c h e r U b e r t r a g u n g s m e t h o d e n g e t ä t i g t , und die Fälle von
e l e k t r o n i s c h e m Diebstahl sind weit h ä u fi ger als b e w a f f n e t e R a u b ü berfälle .
Diese Tatsache, sowie die j ü ngs ten E n t w i c k l u n g e n im Berei ch der Nutzu ng
der ITuT zur E i n f ü h r u n g s p e z i e l l e r T e c h n o l o g i e n im Z a h l u n g s v e r k e h r - wie
b e i s p i e l s w e i s e der "Ch i p k a r t e " (Bankkarte mit M i k r o p r o z e s s o r ) d e ute n auf
die a l l m ä h l i c h e E i n f ü h r u n g von " e l e k t r o n i s c h e m Geld" und auf g r u n d l e g e n d e
V e r ä n d e r u n g e n der Art und Weise hin, wie der B ü rge r Geld abhebt und
a u s g i b t .
Da g e g e n w ä r t i g eine k o n s e q u e n t e W e i t e r e n t w i c k l u n g der T e c h n o l o g i e n zu
e r w a r t e n ist, könnte ein " p e r s o n e n b e z o g e n e s e l e k t r o n i s c h e s
Z a h l u n g s m i t t e l " entst e h e n , das nur von s e ine m Eigen t ü m e r benut zt werde n
kann und somit die G e f a h r des u n r e c h t m ä ß i g e n G e b r a u c h s oder des
Dieb s t a h l s a u s s c hließt. B a n k ü b e r f ä l l e im h e r k ö m m l i c h e n Sinne könnten
damit bald der V e r g a n g e n h e i t angehören.
Die " C h i p k a r t e " kann auch z a h l r e i c h e wei t e r e F unkt ionen in all den
B e r e i c h e n m e n s c h l i c h e r Tätig keit ü b e r n e h m e n , in d enen ein Auswe i s e n der
Person e r f o r d e r l i c h ist.
DIME soll F u E - A rbeiten im Hi n b l i c k auf eine A n w e n d u n g der ITuT bei
f i n a n z i e l l e n T r a n s a k t i o n e n und ande r e n D i e n s t l e i s t u n g e n d u r c h f ü h r e n und
damit eine führe nde Rolle bei der E n t w i c k l u n g des " p e r s o n e n b e z o g e n e n
e l e k t r o n i s c h e n Z a h l u n g s m i t t e l s " und b'ei der E n t w i c k l u n g der " T e c h nologie
der C h ipk arte" übe r n e h m e n . Diese Karte kann als a l l g e m e i n e s We r k z e u g im
Z a h l u n g s v e r k e h r und für A u s w e i s z w e c k e e i n g e s e t z t werden.
Pro g r a m m b e r e i c h :
1. In t e l l i g e n t e A u s w e iskarten :
Die V e r w e n d u n g von Z a h l u n g s m i t t e l n ist g r u n d s ä t z l i c h die Fähigkeit
g e b u n den, " K r e d i t w ü r d i g k e i t " n a c h w e i s e n zu können. Bei h e r k ö m m l i c h e n
Z a h l u n g s m i t t e l n ist dies d u r c h die a u t o r i s i e r t e n B a n k n o t e n gewäh r l e i s t e t .
In den letzten Jahre n sind B ank- oder K r e d i t k a r t e n e i n g e f ü h r t worde n, die
als erste G e n e r a t i o n der p e r s o n e n b e z o g e n e n Z a h l u n g s m i t t e l betr a c h t e t
w e rde n können. Diese E n t w i c k l u n g ist jedoch n o c h lange nicht
abges c h l o s s e n . K e r n s t ü c k des " p e r s o n e n b e z o g e n e n e l e k t r o n i s c h e n
Z a h l u n g s m i t t e l s " könnte b e i s p i e l s w e i s e "ein mit e i n e m M i k r o c o m p u t e r
a u s g e s t a t t e t e s , k a r t e n ä h n l i c h e s G e rät " sein. Bei d i e s e m Gerät werden
p e r s ö n l i c h e K e n n z e i c h e n des Inhabers, z.B. Fing e r a b d r ü c k e , v e r w e n d e t , um
so den M i ß b r a u c h d u r c h ander e Pe r s o n e n a u s z u s c h l i e ß e n . Dieses Gerät
speic h e r t Bet r ä g e in jeder Höhe, wobei der K a r t e n i n h a b e r den von ihm
g e w ü n s c h t e n B e tra g ein g i b t und nach A u s z a h l u n g die jewei l i g e Summe von
der Karte ähn l i c h wie von e i n e m K o n t o a b g e z o g e n wird.
Die Gru n d s ä t z e , nach d e n e n dies e r f o l g e n kann, sind zwar relativ einfa ch,
aber die t e c h n i s c h e V e r w i r k l i c h u n g in V e r b i n d u n g mit dem für eine
a l l g e m e i n e A n w e n d u n g e r f o r d e r l i c h e n Ma ß an Z u v e r l ä s s i g k e i t erfordert
s y s t e m a t i s c h e FuEuD uT von b e t r ä c h t l i c h e m Umfang.
Diese T e c h n o l o g i e kann in ä h n l i c h e r Form auch für z a h l r e i c h e
A u s w e i s z w e c k e e i n g e s e t z t werden. Um eine ü b e r m ä ß i g stark e A n h ä u f u n g von
v e r s c h i e d e n e n K a r t e n s y s t e m e n und O p e r a t i o n e n zu v e r h i n d e r n , wird bei der
F o r s c h u n g ein o p t i m a l e s V o r g e h e n f e s t g e l e g t w e r d e n müssen.
3 . 3 -1 4
2. M a ß n a h m e n zum Schutze vor Fälschungen:
B a n k n o t e n und K r e d i tkarten sind in z u n e h mendem Maße fälsc hungsgefährdet.
Mit der Entwi cklung "neuer Formen von Zahlu ngs m i t t e l n " gewinnt dieses
P r o b l e m höchs te Aktualität. Die Leist u n g s f ä h i g k e i t einer "Karte mit
M i k r o c o m p u t e r " ist zwar voll zufri e d e n s t e l l e n d , doch muß bei der
D u r c h f ü h r u n g von S c hut zmaßnahm en K onsi stenz mit den Funktionen des
Gerät es g e w äh rleistet sein und von den zahlr eichen Mögli c h k e i t e n die am
e h e s t e n p r a k t ikable Lösung hera u s g e g r i f f e n und festg elegt werden.
DIME soll eine solide techn o l o g i s c h e Grund l a g e für die Einfü hrung eines
" p e r s o n e n b e z o g e n e n Zahlu ngsmitte ls" in Europa schaffen, das die
Mög l i c h k e i t von Diebstahl oder Fälschung soweit wie möglich aussc haltet.
Die Zahlu ngsmitte l und der Schutz von p e r s ö n l i c h e m Eigen tum und
Sich e r h e i t sind Ziele, die Bürgern und R e g i e rungen in der gesamten
G e m e i n s c h a f t g e m e i n s a m sind. Um einen b e s t m ö g l i c h e n Nutzen der neuen
T e c h n o l o g i e im Z a h l u ngsverke hr zu gewäh r l e i s t e n , mu ß die Möglichkeit
beste hen, sie in der gesamten Gemei nschaft anzuwenden. Angesichts der für
die G e r ä t e a u s s t a t t u n g erfor d e r l i c h e n Inves titionen und der a n g e s trebten
R e n t a bilität wird die Größe des g e m e i nsamen Marktes eine entsc h e i d e n d e
R olle spielen.
Eine für 1987 vorge sehene D e fin tionspha se dient der Vo r b e r e i t u n g des
H a u p t p r o g r a m m s , dessen D u rch führung für 1988 geplant ist. Dadurch wird
eine einde u t i g e Festlegung der Arbeiten ermög licht, die auf
G e m e i n s c h a f t s e b e n e den g r ö ß t m ö g l i c h e n Nutzen g e w ä h r l e i s t e n und die auf
e i n z e l s t a a t l i c h e r Ebene durch g e f ü h r t e n Arbeiten ergänzen.
Die M i t t e l s c h ä t z u n g soll zu einem späteren Zeitpunkt der V o r b e reitung
diese r Aktion erfolgen.
3.4 Z u s a m menarbei t in der G r u n d l a g e n f o r s c h u n g auf de m Gebiet der
I n f o r m a t i o n s t e c h n o l o g T i n
a. Diese Aktion umfaßt die g e m e i n s a m e n F o r s c h u n g s a r b e i t e n und ko n z e r t i e r t e
Aktio nen, die d a rau f a b z i e len, die A n w e n d u n g w i s s e n s c h a f t l i c h e r
Fähigkeiten in der Info r m a t i k d u rch k o o p e r a t i v e B e m ü h u n g e n zu
verbessern.
b. H o c h s c h u l e n und F o r s c h u n g s i n s t i t u t e w e rde n sich zwar v o r a u s s i c h t l i c h an
indus t r i e l l e n V o r h a b e n bet e i l i g e n , doch beste ht nach wie vor die
Notwe n d i g k e i t , die g e g e n w ä r t i g e n und k ü n f t igen A n s t r e n g u n g e n auf dem
Gebie t der auf k o m m e r z i e l l e A n w e n d u n g e n a u s g e r i c h t e t e n
v o r w e t t b e w e r b l i c h e n Forsc hung d urch M a ß n a h m e n zu ergän zen, die die
g r u n d l e g e n d e Forsc hung in der IT förd e r n und nicht u n m i t t e l b a r
a n w e n d u n g s o r i e n t i e r t sind. Die G r u n d l a g e n f o r s c h u n g ist darü b e r hinaus
ei n w i c h t i g e r B e s t a n d t e i l in der A u s b i l d u n g von h o c h q u a l i f i z i e r t e n
A r b e i t s k r ä f t e n , für die sowohl in der IT als auch in anderen
I n d u s t r i e z w e i g e n ein g r oße r B e dar f besteht. Diese Art von Forsc hung wird
n a t ü r l i c h ü b e r w i e g e n d in H o c h s c h u l e n und ö f f e n t l i c h e n oder pr i v a t e n
F o r s c h u n g s i n s t i t u t e n d u r c h g e f ü h r t .
Das B e w e r t u n g s g r e m i u m für ESPRI T hatte berei ts e inen m ö g l i c h e n Weg
a u f g e z e i g t und die Mei n u n g v e r t r e t e n , einer der V o r z ü g e des Progr a m m s
liege in der B e s e i t i g u n g der g e o g r a p h i s c h e n I s o l a tion besti m m t e r
Insti tutionen.
Ferner schlu g das B e w e r t u n g s g r e m i u m in seine r P r o g r a m m b e u r t e i l u n g vor,
e i nig e a u s g e w ä h l t e H o c h l e i s t u n g s z e n t r e n der IT in Europa b e s o n d e r s zu
fördern, um ihnen auf diese W eise eine i n t e r n a t i o n a l e D i m e n s i o n zu
geben.
Diese Zentren sollt en sich b e v o r z u g t auf die berei ts laufenden M a ß n a hmen
k o n z e n t r i e r e n und sich auf die in e u r o p ä i s c h e m Rahme n u n t e r n o m m e n e n
Aktio nen, die im Rahmen von COST auf dem Gebiet der I n for matik
d u r c h g e f ü h r t werd e n , stützen.
Die K o m m i s s i o n könnt e diese F o r s c hung in s t r a t e g i s c h w i c h t i g e n B e r e i c h e n
u n t e r s t ü t z e n , v o r a u s g e s e t z t , daß:
- die e u r o p ä i s c h e D i m e n sion d a d u r c h g e w ä h r l e i s t e t ist, da ß zusam men
mit e i n e m r a n g h ohen G r e m i u m b e s t e h e n d aus leitenden F a chl euten ein
a n s p r u c h s v o l l e s , g e m e i n s a m e s A r b e i t s p r o g r a m m erste llt wird;
- die beste O r g a n i s a t i o n auf d i e s e m Gebie t (maximal 4 oder 5) g e n ü g e n d
m o t i v iert ist, um e n t s c h l o s s e n und in a n g e m e s s e n e r Form an d i ese m
g e m e i n s a m e n A r b e i t s p r o g r a m m mi t z u w i r k e n .
Die B e m ü h u n g e n sol l t e n e i n d e u t i g auf z u k u n f t s w e i s e n d e , noch nicht voll
e n t w i c k e l t e F o r s c h u n g s b e r e i c h e k o n z e n t r i e r t werde n, in d e nen eine
G e m e i n s c h a f t s a k t i o n s p ürb are Anre i z e s c h a f f e n kann. Hierz u geh ö r e n unter
anderem:
- M o l e k u l a r e l e k t r o n i k ;
- b e s t i m m t e B e r e i c h e der kogn i t i v e n W i s s e n s c h a f t und der k ü n s t l i c h e n
Intelligenz;
- b e s t i m m t e B e r e i c h e der in der IT a n g e w a n d t e n F e s t k ö r p e r p h y s i k
(amorphes S i l i z i u m , m a g n e t o o p t i s c h e Forsc h u n g _ _ ).
3 . 4 -2
c. Erwar tete Ergebnisse:
- Die eur o p ä i s c h e IT-Wi ssenscha ft soll in die Lage versetzt werden,
durch Anstr e n g u n g e n zur Erreichung der k r iti schen Masse in den
str a t e g i s c h w i c h t igen Bereichen ein ausge z e i c h n e t e s Niveau zu
erzielen;
- die Anwen dung wisse n s c h a f t l i c h e r FuE-Kenntniss e in der IT soll durch
koope rative Anstr e n g u n g e n und k o n z e rtierte Aktio nen verbessert werden.
d. B e g r ü n d u n g für eine Aktion der EWG: Die knappen und über die gesamte
Ge m e i n s c h a f t v e r s t reuten Ressourcen müsse n koordiniert und zusammen bei
den B e müh ungen zur Errei chung der kritischen Masse eingesetzt werden.
e. Für einen Z e itr aum von fünf Jahren würde v o r a u s s i c h t l i c h ein
G e m e i n s c h a f t s b e i t r a g von 40 bis 50 Mio ECU e r f o r d e r l i c h sein.
3 . 5 -1
3.5 Te c h n o l o g i e n für die F e r t i g u n g s i n d u s t r i e und S o n d e r t e c h n o L o g i e n
a. In den letzten Jahre n war ein A u f s c h w u n g der e u r o p ä i s c h e n Industrie
festz u s t e l l e n , für den w e i t g e h e n d die T e c h n o l o g i e v e r a n t w o r t l i c h ist.
Dieser Faktor wird in den n e u n z i g e r Jahre n mit der Konk u r r e n z aus den
USA, Japan und and e r e n p a z i f i s c h e n Lände rn noch mehr an B e d e u t u n g
gewinnen. Alle S e k t o r e n br a u c h e n H o c h t e c h n o l o g i e , und zwar gilt das
i n s b e sondere für K r a f t f a h r z e u g e , Ch e m i k a l i e n , T e xti lien, B e k l e idung,
Schif fbau, Bau g e w e r b e , Möbel, die über 25 M i l l i o n e n Me n s c h e n b e s c h ä f t i g e n
- n a h e z u 70 % der A r b e i t s k r ä f t e der g e w e r b l i c h e n W i rts chaft in der
Ge m e i n s c h a f t -, und in alten Lände rn w e i t e r h i n den g r ö ß t e n Beitr ag zu dem
von der Industrie g e s t e l l t e n Teil des BIP leisten.
Die Tren n l i n i e w i r d z u n e h m e n d nicht mehr zw i s c h e n S e kto ren wie der
E l ekt ronik und den e t a b l i e r t e n I n d u s t r i e n liegen, sondern u n gea chtet des
Sektors zw i s c h e n d e n j e n i g e n , die die n e u e s t e n T e c h n o l o g i e n a n w e n d e n und
denj e n i g e n , die dies nicht tun. Das Poten tial für den Wandel ist auf den
S e kto ren am g r ößt en, die die neue T e c h n o l o g i e b i she r am langsamsten
a u f g e n o m m e n haben. Daher m ü s s e n die A n s t r e n g u n g e n gerad e auf sie
k o nze ntriert werde n, und bei ihnen w i r d die E r m u t i g u n g d urch die
G e m e i n s c h a f t s p r o g r a m m e Früchte tragen.
Das P r o b l e m beste ht nicht nur in der E n t w i c k l u n g g e e i g n e t e r neuer
T e c h n o l o g i e n ( i n s b esondere f a c h ü b e r g r e i f e n d e r Techn o l o g i e n ) im
v o r w e t t b e w e r b l i c h e n Stad i u m und ihrer Anwen d u n g , sonde rn auch in der
N o t w e n d i g k e i t , die F o r s c h u n g s r e s s o u r c e n d u r c h g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e
Z u s a m m e n a r b e i t w i r k s a m e r zu nutzen.
Zu den von den R e g i e r u n g e n in den USA und Japan u n t e r s t ü t z t e n größt en
P r i o r i t ä t e n g e h ö r e n i n t e r d i s z i p l i n ä r e F o r s c h u n g s v o r h a b e n über neue
P r o d u k t i o n s t e c h n o l o g i e n und die t e c h n i s c h e n Aspekte neuer Werks toffe. So
e r h a l t e n b e i s p i e l s w e i s e in den USA die von den H o c h s c h u l e n und der
Indus trie g e m e i n s a m e i n g e r i c h t e t e n F o r s c h u n g s z e n t r e n auf Ge b i e t e n wie
P o l y m e r v e r a r b e i t u n g , S c hwe ißen, P r o z e ß k o n t r o l l e und T r i b o l o g i e und in
Japan die Fu E - V o r h a b e n über G r u n d t e c h n o l o g i e n für k ü nft ige I n dus trien
jährlich m e h r e r e hundert M i l l i o n e n Dollar von den Z e n t r a l r e g i e r u n g e n .
A u ßer dem u n t e r s t ü t z e n b e k a n n t l i c h das V e r t e i d i g u n g s m i n i s t e r i u m der USA
und NASA For s c h u n g e n in g r ö ß e r e m M a ß s t a b auf d i ese n G e b i e t e n , was sich
rasch auf die I n d u s trie auswi rkt, und es herrs cht eine st ä n d i g e Flut
t e c h n i s c h e r I n f o r mationen . Diese P r o g r a m m e sind Bewei s g e n u g für die
s t r a t e g i s c h e B e d e u t u n g , die d iese Länder d i e s e n T e c h n o l o g i e n beimessen.
b. B R I T E entw i c k e l t sich w e i t e r h i n in s t ä n d i g e r und k o n t i n u i e r l i c h e r enger
K o n s u l t a t i o n mit der I n dus trie, und die Geb i e t e mit hö c h s t e r P r ior ität,
die jedoch auch s t ä n d i g zu s a m m e n mit der I n d u s trie ü b e r p r ü f t werden,
sind:
- die V e r b e s s e r u n g der D a u e r f e r t i g k e i t und Z u v e r l ä s s i g k e i t von
t e c h n i s c h e n W e r k s t o f f e n und K o m p o n e n t e n über lange Zeitr äume,
- eine V e r m i n d e r u n g der D e g e n e r i e r u n g von W e r k s t o f f e n d u r c h K o rro sion,
V e r s c hleiß, B i o d e g e n e r i e r u n g usw.
- die T r ibo logie m e c h a n i s c h e r Syste me
- L a s e r t e c h n o l o g i e in der Fertigung
- V e r b i n d u n g s t e c h n i k e n : neue und v e r b e s s e r t e S c h w e i ß t e c h n i k e n und
K l e b v e r b i n d u n g e n
- neue P r ü f v e r f a h r e n , e i n s c h l i e ß l i c h z e r s t ö r u n g s f r e i e r P r ü f v e r f a h r e n ,
O n - L i n e - P r ü f u n g und r e c h n e r g e s t ü t z t e Prü f u n g
3.5-2
- f o r t g e s c h r i t t e n e Entwurfs- und F e r t i gungstec hniken, insbesondere
solche, die für kleine und m i ttl ere Unte r n e h m e n und für spezi alisierte
i ndus trielle Zwecke geeignet sind
- M e n b r a n w i s s e n s c h a f t und -tech nologie
- K a tal yse und P a r t i k eltechn ologie
- s p e z i fische Anwen dungen fortg es c h r i t t e n e r Werks t o f f e (siehe auch 3.7
um FuE über W erks toffe zu ermög lichen
- A n w e n dungen neuer Techn ologien im Ferti gung s p r o z e s s e n mit spezifischen
Probl emen, z.B. P r o d u k t i onspr ozesse, die flexi ble Werkstoffe
einsetzen.
Die Reaktion der Ferti gungsind ustrie auf die erste A uffo rderung zur
Einr e i c h u n g von Vors c h l ä g e n hat ihr Interesse an kooperativer
v o r w e t t b e w e r b l i c h e r Forschung bestä tigt, die abzielt auf:
- eine v e r b e sserte K o o r d inierung der sonst u n a b h ä n g i g in v e r s c hiedenen
M i t g l i e d s t a a t e n von der Industrie und anderen Organ i s a t i o n e n
d u r c h g e f ü h r t e n Arbeiten,
- eine Förderung der g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e n Zusam menarbei t zwischen
v e r s c h i e d e n e n I n d u s t r iesekt oren und zwisc hen der Industrie und
Hochschulen.
Die T e i l n a h m e b e d i n g u n g e n (Partner aus mehr als einem Mitgl iedstaat mit
m i n d e s t e n s einem indus triellen Partner, 50 %ige i ndus trielle Betei ligung
an den Kosten) haben den industriellen Charakter der vorg e s c h l a g e n e n
V o r h a b e n und ihre insgesamt hohe Qualität sichergestellt.
Es sind 559 Vorhaben eingegangen, die nahez u alle von g r oße m Interesse
und hoher Qualität sind (mit dur c h s c h n i t t l i c h vier P a r tn ern je Vorhaben),
von denen aufgr und der H a u s h a l t s b e s c h r ä n k u n g e n nur 102 a n gen ommen werden
konnten. So mußte n relativ viele enttä uscht werden, wodur ch Firmen -
i n s b e sondere kleinere und mittl ere U n t e r nehmen - entmu tigt werden
könnten. Trotz intensiver Infor ma t i o n s k a m p a g n e n hatte n viele Unter nehmen
nicht recht zeitig von BRITE gehört, um sich auf die erste Runde
v o r z u b e r e i t e n , und der Beitritt von Spanien und Portu gal wird die Zahl
der p o t e n tiellen Teilnehmer noch erhöhen. Es wäre nicht ü b e r r aschend,
wenn die Zahl der V o r s c h l ä g e für die zweite Runde von BRITE mehrm als die
der ersten Runde ausmacht.
In Anbet racht der Notwendigkeit, für die Fert i g u n g s i n d u s t r i e eine
e u r o p ä i s c h e g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e K o o p e r a t i o n s i n f r a s t r u k t u r zu schaffen
und auf den inter national en W e ttb ewerb zu reagieren, ist eine Erhöhung
der Mittel für die zweite A u ffo rderung zur E i n r e ichung von V o r s c hlägen
n o t w e n d i g (IRDAC hat angeraten, da ß für die zweite Runde minde stens 300
Mio ECU zur V e r f ü gung stehen sollten).
c. S c h l i e ß l i c h sollten die Vorhaben des Typs BRITE sich selbst tragen und
die Zusam menarbei t innerhalb einer w i e d e r b e l e b t e n G emei nschaft ein
s e l b s t v e r s t ä n d l i c h e s und akzeptieres V e r f a hren ohne U n t e r s t ü t z u n g aus
G e m e i n s c h a f t s m i t t e l n werden. Aller dings d ü rft e noch bis weit in die
n e u n z i g e r Jahre ein Bedarf an BRITE bestehen.
F o l g e a r b e i t e n (revidiertes BRITE) sind daher geplant und sollen in enger
A b s t i m m u n g mit der Industrie entwickelt werden.
Nach den Erfah rungen der ersten und zweiten Runde von BRITE sollte sein
s t r a t e g i s c h e s Konzept noch vertieft und konzentriert werden, und zwar
d urch e i n g e h e n d e Bearb eitung neuer Berei che wie
3.5-3
- das Pro b l e m der Ü b e r t r a g u n g neuer T e c h n o l o g i e n aus viele n Sektoren auf
die H e r s t e l l u n g einer brei t e n Pale t t e n euer oder t e c h n o l o g i s c h
v e r b e s s e r t e r Produ kte, e i n s c h l i e ß l i c h Möbel, T e xti lien, Produ kte auf
der Basis von Papier, M a s c h i n e n w e r k z e u g e usw.,
- die V e r w e n d u n g neuer W e r k s t o f f e d u r c h E i n b e z i e h u n g aller s c h l i eßlich
für eine w i r t s c h a f t l i c h e L e i s t u n g n o t w e n d i g e n Aspek te wie Auslegung,
H a n d h abung, Fertigung, Inspe ktion, Norme n und Ausbildung.
Zu diese r Tätigkeit d ü r f t e eine Reihe von P i l o t - und D e m o n s t r a t i o n s
vo r h a b e n gehören. IRDAC hat ber e i t s die N o t w e n d i g k e i t koope r a t i v e r
V o r h a b e n auf der Basis des Ko n z e p t s der " P i l o t d e m o n s t r a t i o n s a n l a g e " oder
" D e m o n s t r a t i o n s f a b r i k " erlä u t e r t , um die br e i t e r e E i n f ü h r u n g der neuen
T e c h n o l o g i e n in der e u r o p ä i s c h e n I n d u s t r i e zu fördern. Au ß e r d e m werden
viele B R I T E - V o r h a b e n in eini g e n Jahre n Folge a k t i o n e n erfor d e r n , um in
g r ö ß e r e m oder i n d u s t r i e l l e m M a ß s t a b die t e c h n o l o g i s c h e und
w i r t s c h a f t l i c h e L e b e n s f ä h i g k e i t der e n t w i c k e l t e n P r o ze sse zu
demon strieren .
d. Die für diese T ä t i g k e i t e n n o t w e n d i g e n f i n a n z i e l l e n Mittel für den
Z e i t r a u m des R a h m e n p r o g r a m m s b e l a u f e n sich auf 600 bis 900 Mio ECU.
F o r s c h u n g s a r b e i t e n und P i l o t d e m o n s t r a t i o n e n z u g u n s t e n des S tahl sektors
(neue und v e r b e s s e r t e P r o d u k t i o n s p r o z e s s e und bess e r e S t a h l e i g e n s c h a f t e n
und F e r t i g u n g s v e r f a h r e n ) werde n w e i t e r h i n aus E G K S - M i t t e l n u n ter stützt.
3 . 6 -1
3.6 B i o t e c h n o l o g i e n und a g r a r w i r t s c h a f t l i c h e Techn ologien
3.6.1 B i o t e c h n o l o g i e
a. Wie im R a h m e n p r o g r a m m von 1984- 1987 ist die Anerk ennung der
B i o t e c h n o l o g i e als spe z i f i s c h e Aktio n durch die enorme Wirkung begründet,
die die A n w e n dungen m o der ner B i o t e c h n o l o g i e auf Landwirtschaft und
Indus trie auf die Tät i g k e i t e n v e r s c h i e d e n e r t r a d t i o n e l 1er W i r t s chafts
f a kto ren ausüben werden. Etwa 40 % des Produ k t i o n s e r t r a g s in einer
e n t w i c k e l t e n Wirt s c h a f t ist bi o l o g i s c h e r Herkunft, und es werden jetzt
z a h l r e i c h e Fortschritte von grund l e g e n d e r B e d e u tung (Entwicklung neuer
P f l a n z e n a r t e n , S y nth ese von Impfs toffen, Arzne i m i t t e l n und Chemikalien
mit hoher Werts c h ö p f u n g , Entwi cklung von Techniken zur Verar beitung,
Umw a n d l u n g , Extraktion, Entgi ftung _ _ ) erzielt oder bis zum Ende dieses
Ja h r h u n d e r t s erwartet.
b. Die Haupt gründe für die ge g e n w ä r t i g e relative Schwäche der Gemeinschaft
im Berei ch der m o d e r n e n B i o t e c h n o l o g i e wurde n festgestellt (K0MC83) 672)
und sind auf die Z e r s t ü c k e l u n g und Z e r s t reuung der F o rsc hungs
a n s t r e n g u n g e n , einen Mangel an Wi s s e n s c h a f t l e r n , die über die den
A n f o r d e r u n g e n der B i o t e c h n o l o g i e - F u E angepaßte fortg eschritt ene
A u s b i l d u n g ve r f ü g e n und den fehle nden stütz enden Kontext für die rasche
E n t w i c k l u n g der m o der nen B i o t e c h n o l o g i e in der Gemei nschaft
zurüc kzuführe n. Die Ziele der v o r g e s c h l a g e n e n T ä t i g keiten beste hen darin,
auf den w i c h t i g s t e n b i o t e c h n o l o g i s c h e n Gebieten eine grenz übe r s c h r e i t e n d e
D i m e n s i o n für die in jedem M i t g l iedstaat d u r c h g e f ü h r t e n getre nnten
A n s t r e n g u n g e n auf folgenden Gebieten zu schaffen:
Förderung a u f t r a g s o r i e n t e r Forschung und Ver s t ä r k u n g der FuE-
Infr a s t r u k t u r e n auf den Sektoren, auf denen b e deu tende Engpässe
f estg estellt wurden, die ohne eine Z u s a m menlegun g der K o m p e tenzen und
E i n ri chtungen in der gesam ten Gemei nschaft nicht rasch beseitigt
w e rde n können;
- Or g a n i s a t i o n dieser zerst reuten K o m p e tenzen und Einri chungen in ein
A u s b i l d u n g s n e t z der Gemei n s c h a f t von a u ß e r g e w ö h n l i c h e r Qualität, das
junge W i s s e n s c h a f t l e r in den einze lnen M i t g l i e d s t a a t e n voll nutzen
können.
Die Gebiete der B i o t e c h n o l o g i e - F u E , auf denen prioritär
g e m e i n s c h a f t l i c h e Anstr e n g u n g e n zur g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e n
Forschung und A u sbi ldung d u rch F o r s c h u ngsakt ionen auf der Basis
der K o s t e n t e i l u n g und A u s b i l d u n g s v e r t r ä g e d urch geführt werden
sollten, sind:
- Datenbanken: Mo d e l l i e r u n g b i o l o g i s c h e r Gefüge, Prozesse und
Systeme;
- biotische Sammlungen;
- Enzym technik und P r o t e i n ausleg ung;
- Gentechnik;
- Physiologie, Genetik und M o l e k u l a r b i o l o g i e von für
L a n d w irtschaf t und Industrie w i c h t i g e n Arten (Bereich,
w e sen tlich für langfristige I n n o v ationen in der Biote chnologi e,
die nicht durch das laufende FAP B i o t e c h n o l o g i e (1985-89)
abgedeckt sind;
- Zell t e c h n o l o g i e und G e w e b e k u l t u r in v i t r o ;
- Entwi cklung von In-vitro-V e r s u c h e n fur die P h a rm akologie und
Toxikologie;
- B e w e r tung der mit der m o d er nen B i o t e c h n o l o g i e v e r b u ndenen
Risiken.
3 . 6 -2
- Förde rung der K o n z e r t i e r u n g der M i t g L i e d s t a a t e n zur wirks a m e n
D u r c h f ü h r u n g der P r i o r i t ä t e n der G e m e i n s c h a f t s a k t i o n , die neben
der Forschung und A u s b i l d u n g und der K o n z e r t i e r u n g selbst auch
R o h s t offe l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n U rspr ungs, Regel werke,
i n t e l lektuell es Ei g e n t u m und D e m o n s t r a t i o n s t ä t i g k e i t e n
umfassen.
c. Die o b ige n V o r s c h l ä g e der K o m m i s s i o n stell en eine F o r t s etzung und
A u s w e i t u n g der im Rahme n des P r o g r a m m s m o l e k u l a r b i o l o g i s c h e Technik
(April 1982 - März 1986) und im FAP B i o t e c h n o l o g i e (1985-1989)
d u r c h g e f ü h r t e n Ar b e i t e n dar. Die mit de m P r o g r a m m m o l e k u l a r b i o l o g i s c h e
Technik und dem 1985 a n g e l a u f e n e n FAP B i o t e c h n o l o g i e e r z i e l t e n Ergeb nisse
haben die Mög l i c h k e i t und den N u tze n von G e m e i n s c h a f t s f o r s c h u n g und -
a u s b i l d u n g in der B i o t e c h n o l o g i e d e m o n s t r i e r t . Es wurde n in ganz Europa
g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e N etze von L a b o r a t o r i e n mit hoher w i s s e n s c h a f t l i c h e r
Q u ali tät e i n g e r i c h t e t , die g e m e i n s a m e Forsc hungen zur B e s e i t i g u n g
b e d e u t e n d e r Engpä sse für inno v a t i v e A n w e n d u n g e n d u r c h f ü h r e n und eine
Reihe von Diensten und A u s b i l d u n g s m ö g l i c h k e i t e n bieten, die an die
k o m p l e x e n A n f o r d e r u n g e n m o d e r n e r B i o t e c h n o l o g i e angep aßt sind. Durch
z u s ä t z l i c h e A n s t r e n g u n g e n w ä h r e n d des Zeitr aums 1987-1991 sollen die
T ä t i g k e i t e n diese s u m f a s s e n d e n m u l t i d i s z i p l i n ä r e n p o l y v a l e n t e n "Instituts
ohne Wände", das sich über das ges a m t e H o h e i t s g e b i e t der G e m e i nschaft
verte i l t , i nten siviert und, n a c h d e m die G r u n d l a g e n für ein g r e n z ü b e r
sc h r e i t e n d e s Netz g e s c h a f f e n sind, sehr viel akt i v e r als bisher
g e m e i n s a m e P a r t n e r s c h a f t e n auf G e m e i n s c h a f t s e b e n e z w isc hen U n i v e r s i t ä t e n
und der Industrie g e f ö r dert werden. Eine sehr w i c h t i g e Auf g a b e ist in
d i e s e m Z u s a m m e n h a n g die For t s e t z u n g und A u s w e i t u n g langf ristiger
G e m e i n s c h a f t s f o r s c h u n g e n , die zur E n t w i c k l u n g n e uer P f l a n z e n k u l t u r e n
führen, die an die i n d u s t r i e l l e n A n f o r d e r u n g e n der G e m e i n s c h a f t und die
Förde rung inn o v a t i v e r T e c h n o l o g i e n zur N u t z u n g der l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n
A u s g a n g s s t o f f e durch die I n d u s trie a n gep aßt sind.
d. Die Aktion umfaßt Ar b e i t e n auf der Basis der K o s t e n t e i l u n g (Forschung),
A u s b i l d u n g und k o n z e r t i e r t e Aktionen.
3 . 6 . 2 A g r a r w i r t s c h a f t l i c h e T e c h n o l o g i e n
a. Die Fo r t s c h r i t t e der m o d e r n e n B i o l o g i e und B i o t e c h n o l o g i e haben die
l a n d w i r t s c h a f t l i c h e P r o d u k t i v i t ä t erhöh t und werde n dies auch weite r h i n
tun; in der ganze n Welt w e rde n die e n t w i c k e l t e n W i r t s c h a f t s s y s t e m e mit
der Aussicht auf z u n e h m e n d e Ü b e r s c h ü s s e v e r b u n d e n mit s c h we ren
w i r t s c h a f t l i c h e n und p o l i t i s c h e n P r o b l e m e n ihrer B e s e i t i g u n g zu kämpfen
haben, wenn sie nicht neue N u t z u n g s m ö g l i c h k e i t e n für den Boden und neue
Wege der W e r t s c h ö p f u n g aus P r o d u k t e n der L a n d w i r t s c h a f t finden.
F o rts chritte in der Tier- und P f l a n z e n g e n e t i k , in A n w e n d u n g e n der
W i s s e n s c h a f t auf die L a n d w i r t s c h a f t und in der U m w a n d l u n g und
W e r t s c h ö p f u n g für l a n d w i r t s c h a f t l i c h e P r o d u k t i o n e n , in s b e s o n d e r e durch
B i o t e c h n o l o g i e , e r w e i t e r n den U m fan g m ö g l i c h e n A u s g a n g s m a t e r i a l s und
i n d u s t r i e l l e r Pr o d u k t e aus der L a n d w i r t s c h a f t . Wegen der v e r g a n g e n e n
P r o d u k t i v i t ä t s e r f o l g e ist der B e dar f in Europa b e s o n d e r s v o r d r i n g l i c h ;
die M ö g l i c h k e i t e n zur Innov a t i o n e r w e i t e r n sich in dem Maße, wie wir
unser V e r s t ä n d n i s für P f l a n z e n m o l e k u l a r g e n e t i k und - p h y s i o l o g i e ,
M i k r o b e n - und Z e l I s t o f f W e c h s e l und der E n z y m o l o g i e - und F e r m e n t a t i o n s
w i s s e n s c h a f t erhöhen. Die Zukunft der L a n d w i r t s c h a f t in der EG wird
z u n e h m e n d von der E n t w i c k l u n g von Q u e l l e n jenseits der N a h r u n g s m i t t e l
kette abhängen.
3 . 6 -3
b. Um diese neuen M ö g l i c h k e i t e n auszu schöpfen , ist ein Ansatz eines "totalen
Syste ms" n o twe ndig, und seine Durch führbark eit muß durch Explorations-,
P i lot - und D e m o n s t r a t i o n s t ä t i g k e i t e n ü b e r z e u g e n d demonstriert werden. Die
e i n g e h e n d e Auswahl von Aktiv itäten wird im allge meinen durch
M a r k t ü b e r l e g u n g e n bestimmt, doch müsse n sich die b e tre ffenden Indus trie
zweige in enger P a r t n erschaft mit den F o rsc hungslab oratorie n und
l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n S a c h v erstand abstimmen. Forschungsarbeiten,
E n t w i c k l u n g s - und P i l o t - / D e m o n s t r a t i o n s t ä t i g k e i t e n werden auf drei
B e r e i c h e n angestrebt:
- indus t r i e l l e r Einsatz in der L a ndw irtschaf t;
- neue Pr o d u k t - oder P r o d u k t i o n s m ö g l i c h k e i t e n durch
a g r a r i n d u s t r i e l l e Technologien;
- Q u ali tät und P r o d u k t i o n s w e t t b e w e r b s f ä h i g k e i t bei Nahrungsmitteln.
Der Ein f l u ß der G e m e i nschaft auf die Agrar politik, die Bedeutung eines
A n sat zes für ein "totales System" innerhalb dessen ein günstiger (oder
nicht hemmender) p o l i t i s c h e r Kontext auf e urop äischer Ebene notwendig
ist, und der Wunsc h nach einer Z u s a m m e n l e g u n g der Erfahrungen in ganz
Europa bewei sen, wie wich t i g der G e m e i n s c h a f t s r a h m e n für diese
I n i t i a t i v e n ist.
c. Das Pr o g r a m m m o l e k u l a r b i o l o g i s c h e Technik (1982-86) wurde auf
l a n d w i r t s c h a f t l i c h e und N a h r u n g s m i t t e l t h e m e n konzentriert und führte zu
w i c h t i g e n Forts chritten für Pf l a n z e n g e n e und Enzymologie; solche Arbeiten
w e r d e n im Rahme n des A k t i o n s p r o g r a m m s Biote c h n o l o g i e fortgesetzt. Aber
d iese und andere Dur c h b r ü c h e auf v o r w e t t b e w e r b l i c h e r Ebene erfordern
I n n o v a t i o n e n an der G r enz e zwisc hen L a n d w irtschaf t und Industrie, die zu
den s o z i a l - w i r t s c h a f t l i c h e n Zielen beitragen. Beweise aus anderen
B e r e i c h e n (z.B. E n e r g i e d e m o n s t r a t i o n s v o r h a b e n ) zeigen den Wert und die
Notwe n d i g k e i t einer A u s w e i t u n g der Innovation auf diese Art und Weise.
B i she r w u r d e n in den F o r s c h u n g s p r o g r a m m e n B i o t e c h n o l o g i e der Gemeinschaft
über keine solchen A k t i v itäten geplant, o b gle ich die Bedeu tung einer
solch en s y s t e m a t i s c h e n Förderung zuneh m e n d sowohl in den nationalen
P r o g r a m m e n der M i t g l i e d s t a a t e n als auch von unseren wicht igsten
i n d u s t r i e l l e n K o n k u r r e n t e n anerk annt wird.
d. Es ist geplant, da ß die in enger Z u s a m menarbei t mit den Aktionen der
l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n Forschung d u r c h z u f ü h r e n d e n v o r g e s c h l a g e n e n Aktionen
auf der Basis der K o s t e n t e i l u n g v o r g e n o m m e n werden (bis zu 50 % der
G e s a m t k o s t e n ) . I n dus trielle M i t f i n a n z i e r u n g und Zusam menarbei t werden
aktiv anges trebt.
* *
★
e. Der Bei t r a g der G e m e i nschaft zur fi n a n z i e l l e n U n t e r s t ü t z u n g dieser
T ä t i g k e i t e n sollte in der G r ö ß e n o r d n u n g von 350 bis 460 Mio ECU liegen.
So könnten die von den e i n z e lnen M i t g l i e d s t a a t e n auf den wicht igsten
G e b i e t e n der B i o t e c h n o l o g i e d u r c h g e f ü h r t e n Arbei ten eine g r e n z ü b e r
s c h r e i t e n d e Dimension e r h al ten und im Ber e i c h der agrar wi r t s c h a f t l i c h e n
T e c h n o l o g i e n in den letzten vier Jahren des g e p l a n t e n Zeitraums je
M i t g l i e d s t a a t drei Vorha ben im Jahr e i n g e leitet werden.
3 . 7 -1
3.7 W e r k s t o f f k u n d e und - t e c h n o l o g i e
a. F o r t g e s c h r i t t e n e W e r k s t o f f e sind ber e i t s w e s e n t l i c h e Eleme nte in fast
allen w i c h t i g e n F e r t i g u n g s i n d u s t r i e n und w e rde n dies auch in Zukunft
bleiben. Der mit W e r k s t o f f e n v e r b u n d e n e w i s s e n s c h a f t l i c h e und tech n i s c h e
Fortschritt wird sich m a ß g e b l i c h auf das Wa c h s t u m von S e kto ren wie
K r a f t f a h r z e u g e , R a umf ahrt, S c hif fbau, Ei s e n b a h n e n , Elekt ronik, T e lem atik,
Bau g e w e r b e , E n e r g i e e r z e u g u n g , B i o m e d i z i n und viele ander e Sektoren
auswirken.
Zu d i e s e m Ber e i c h gehört eine V i elz ahl von Faktoren wie Metal le,
Ku n s t s t o f f e , Keram ik, Beton, Glas, e l e k t r o n i s c h e s Mater ial und
V e r b u n d w e r k s t o f f e . Ebens o m u ß eine Reihe von E i g e n s c h a f t e n verb e s s e r t
werden: m e c h a n i s c h e Festi gkeit, L e i c h t i g k e i t , Steife, P r e i s g ü n s t i g k e i t ,
Flexi bilität, e l e k t r i s c h e und m a g n e t i s c h e E i g e n s c h a f t e n , auf hohe oder
ni e d r i g e Tempe r a t u r b e z o g e n e E i g e n s c h a f t e n usw.
Die b e t r ä c h t l i c h e w i r t s c h a f t l i c h e B e d e u t u n g diese s B e rei chs läßt sich am
b e ste n durch folge nde Zahlen demon s t r i e r e n : Die durch die
W e r k s toff Industrie für alle O E C D - M i t g l i e d s t a a t e n v e r u r s a c h t e
W e r t s c h ö p f u n g kann auf etwa 500 M i l l i a r d e n Dollar und e n t s p r e c h e n d auf
20 M i l l i o n e n A r b e i t s p l ä t z e v e r a n s c h l a g t werden.
Mit f o r t g e s c h r i t t e n e n W e r k s t o f f e n und ihrer r a t i o nellen V e r w e n d u n g kann
die F e r t i g u n g s i n d u s t r i e die L e i s t u n g ihrer Pr o d u k t e v e r b e s s e r n und sie
k o n k u r r e n z f ä h i g e r machen. F o r t g e s c h r i t t e n e W e r k s t o f f e w e r d e n auch zur
ratio nellen Nut z u n g von R o h s t o f f e n und Energie und zur K o n t r o l l e und
V e r r i n g e r u n g der V e r s c h m u t z u n g beitr agen.
b. Europa hat g e g e n ü b e r den V e r e i n i g t e n Staat en und Japan an Boden verloren.
W e n n g l e i c h es in Europa W e r k s t o f f La b o r a t o r i e n mit e i n e m g u ten Ruf gibt,
ist ihre innov a t i v e Fähigkeit rückläufig. Diese Un f ä h i g k e i t , auf dem
Gebie t der f o r t g e s c h r i t t e n e n W e r k z e u g e m i t z u h a l t e n , weist eine gewisse
Ä h n l i chkeit mit den Ere i g n i s s e n auf dem Gebiet der
I n f o r m a t i o n s t e c h n o l o g i e n auf. Europas K r e a t i v i t ä t läßt nach und seine
La b o r a t o r i e n sind wen i g e r e f f i z i e n t als ihre ü b e r s e e i s c h e n Partner. Vier
von fünf Pa t e n t e n über W e r k s t o f f e w e r d e n von a m e r i k a n i s c h e n und
j a p a n ischen U n t e r n e h m e n a n g e m e l d e t , und der größt e Teil der
h o c h t e c h n o l o g i s c h e n W e r k s t o f f e in Europa wird en t w e d e r unter Lizenz
her g e s t e l l t oder impor tiert (Karb onfasern , s p e z i f i s c h e Po l y m e r e usw.).
Kein e i n z e l n e r M i t g l i e d s t a a t kann sich die Mittel leisten, die für eine
W e t t b e w e r b s f ä h i g k e i t über das g e s a m t e Sp e k t r u m f o r t g e s c h r i t t e n e r
W e r k s t o f f e n o t w e n d i g sind. Eine G e m e i n s c h a f t s a k t i o n ist u n e r l ä ß l i c h , um
die A r b e i t s t e i l u n g und eine Z u s a m m e n l e g u n g der f i n a n z i e l l e n und
p e r s o n e l l e n Mitte l auf e u r o p ä i s c h e r Ebene zu fördern. Nur durch eine
V e r r i n g e r u n g von Do p p e l a r b e i t und g e m e i n s a m e B e t e i l i g u n g an großen
F o r s c h u n g s a n l a g e n und A u s r ü s t u n g e n kann Europ a mit s e ine n ü b e r s e e i s c h e n
K o n k u r r e n t e n Schritt halten. Der w i r k u n g s v o l l e Einsa tz f o r t s c h r i t t l i c h e r
W e r k s t o f f e ist für den Erfol g der E r z e u g n i s s e der e u r o p ä i s c h e n Industrie
w e s e n tlich. Die E n t w i c k l u n g b e s s e r e r W e r k s t o f f e und die E n t w i c k l u n g
b e s s e r e r V e r f a h r e n zum Einsa tz der W e r k s t o f f e ste l l e n e r g ä n z e n d e B e i tr äge
zur Errei c h u n g diese s Ziels dar. Obwoh l d iese T ä t i g k e i t e n im a l l g e m e i n e n
e i g e n s t ä n d i g sind, m ü s s e n sie in e n ger W e c h s e l w i r k u n g d u r c h g e f ü h r t
werden. Aus d i e s e m G rund w u rde n und w e rde n die Ar b e i t e n auf dem Gebiet
der W e r k s t o f f w i s s e n s c h a f t u nd - t e c h n o l o g i e und auf de m G e bie t der
T e c h n o l o g i e n der v e r a r b e i t e n d e n I n d u s trie (Abschnitt 3.5) in enger
B e r a t u n g durch g e f ü h r t .
3 .7 -2
c. Das b i s h e r i g e W e r k s t o f f o r s c h u n g s p r o g r a m m über Subst itution und technische
Keram ik war relativ unbedeutend. Es war auf die grund l e g e n d e n Aspekte der
S u b s t i t u t i o n s t r a t e g i s c h e r Metalle wie Chrom, Kobalt und Wolfram und die
U n t e r s u c h u n g der tec h n i s c h e n Keramik mit Bezug auf K e r a m i k p u l v e r
a u f b e r e i t u n g und B e s c h r e i b u n g beschränkt.
Eine den H e r a u s f o r d e r u n g e n a n g e m essene Aktion muß folgende breite Palette
f o r t g e s c h r i t t e n e r W e r k s t o f f e umfassen, die in bezug auf bessere oder neue
W i r k s a m k e i t , Funkt ionen und A n w e n dungen v i e l v e r s p r e c h e n d sind.
Zu den A r bei ten gehör en G r u n d l a g e n f o r s c h u n g (Verständnis der
E i g e n s c h a f t e n und Phänomene) sowie t e c h n ologisch e FuE über die Verfahren
zur Verar b e i t u n g , Prüfung, C h a r a k t e r i s i e r u n g und H e r s t ellung dieser
Werks toffe:
_ t e c h n i s c h e Keramik: Pulve rqualitä t und Verar beitung, Zuver lässigkeit,
S pröd igkeit, Formgebung;
- P o l y m e r e : i n s b e sondere U n t e r s u c h u n g neuer Arten von Polymeren mit
h ohen t h e r m o m e c h a n i s c h e n Eigen schaften , g r oße m Stabi litätsbe reich,
P o l y m e r m i s c h u n g e n und leitender Polymere;
- V e r b u n d w e r k s t o f f e und Fasern: W e i t e r e n t w i c k l u n g organ ischer
M a t r i x v e r b u n d w e r k s t o f f e und hoch f e s t e r Fasern; Optim ierung
m e t a l l i s c h e r M a t r i x v e r b u n d w e r k s t o f f e mit keram ischen Fasern;
s p e z i f i s c h e V e r b u n d w e r k s t o f f e mit amorphem, g l asi gem oder elast ischem
G r u n d m a t e r i a l ; S c h n i t t s t e l l e n p h ä n o m e n e Grund ma t e r i a l / F a s e r n ;
- f o r t g e s c h r i t t e n e M e tal legierun gen: leichte und harte M e tal legierun gen,
m a g n e t i s c h e L e g i e rungen; P u l v e r t e c h n i k e n (rasches Erstarren), fast
N e t z f o r m b i l d u n g ;
- W i s s e n s c h a f t e l e k t r o n i s c h e r Werkstoffe: e i n s c h l i e ß l i c h spezifische
H a l b l e i t e r n ( I I / V I , amorph, o r g a n i s c h usw. und Biowe r k s t o f f e
(ausführliche B e s c h r e i b u n g der A r bei ten im Z usam menhang mit den unter
Punkt 3.1 und 3.4 b e s c h r i e b e n e n T ä t i g keiten);
- amo r p h e und fehlg e o r d n e t e Werkstoffe: s p e z i fische W e rks toffe
e i n s c h l i e ß l i c h Glas, glasa r t i g e Werks t o f f e n , nicht - k r i s t a l l i n e n
Fests toffen wie amorp he M e t a l l e g i e r u n g e n , die durch rasches
A b s c h r e c k e n h e r g e stellt werden.
Andere Gebiete, die je nach den v e r f ü g b a r e n Mitte ln auch auf G e mei n
s c h a f t s e b e n e b e r ü c k s i c h t i g t werde n könnten, umfassen: supra leitfähi ge
Wer k s t o f f e , f o r t g e s c h r i t t e n e B a u s t o f f e und Biowerkstoffe.
In der GFS sollte ein P i l o t labor atorium der G emei nschaft mit Ausrü stungen
für die Synthese f o r t g e s c h r i t t e n e r W e r k s t o f f e und V e r a r b e i t u n g s f o r s c h u n g
e i n g e r i c h t e t werden. Diese Io n e n / L a s e r / E l e k t r o n e n g i e ß e r e i würde als
D e m o n s t r a t i o n s p r o j e k t betri eben, das indus t r i e l l e B e t e i ligung und
Forsc hern aus allen M i t g l i e d s t a a t e n offensteht.
G e n a u e r e O r i e n t i e r u n g e n und die V e r t e i l u n g von G e m e i n s c h a f t s m i t t e l n auf
G r u n d l a g e n f o r s c h u n g und t e c h n o l o g i s c h e FuE und unter den versc hiedenen
W e r k s t o f f a m i l i e n , W e r k s t o f f e n für spe z i f i s c h e f u nkt ionelle Anwendungen
und P r o z e s s e n w e r d e n a u fgr und w i r t s c h a f t l i c h e r Studien und Übersichten
über neue M ö g l i c h k e i t e n und in d u s t r i e l l e A n f o r d e r u n g e n und unter
B e r ü c k s i c h t i g u n g der e i n z e l s t a a t l i c h e n T ä t i g k e i t e n defin i e r t und
ü b e r p r ü f t .
Die m e i s t e n F o r s c h u n g s a r b e i t e n w e r d e n durch V o r h a b e n auf der Basis der
K o s t e n t e i l u n g mit e i ner d u r c h s c h n i t t l i c h e n B e t e i l i g u n g der G e m e i nschaft
von 50 % durch g e f ü h r t .
G e g e b e n e n f a l l s werde n auch kon z e r t i e r e Vo r h a b e n in B e t ra cht gezog en, um
die V e r t e i l u n g von Inf o r m a t i o n und E r f a h rung zw i s c h e n e i n g e a r b e i t e t e n
Teams aus v e r s c h i e d e n e n M i t g l i e d s t a a t e n zu fördern.
Die Ge m e i n s c h a f t wird ferner die E n t w i c k l u n g von D a t e n basen, die
A u s b i l d u n g von W i s s e n s c h a f t l e r n und die Ü b e r t r a g u n g von K e n n t n i s s e n durch
K o n f e r e n z e n und S y m p o s i e n fördern.
In Anbe t r a c h t der s t r a t e g i s c h e n B e d e u t u n g der W e r k s t o f f o r s c h u n g für die
e u r o p ä i s c h e Indus trie sollt en die F u E - A n s t r e n g u n g e n der Ge m e i n s c h a f t
b e d e u t e n d v e r s t ärkt werde n, um die s t r a t e g i s c h e Ko h ä r e n z der
e i n z e l s t a a t l i c h e n A r b e i t e n zu v e r b e s s e r n , die noch zu b r u c h s t ü c k h a f t
sind, und um mit den m a s s i v e n A n s t r e n g u n g e n in den V e r e i n i g t e n Staaten
und Japan m i tzu halten.
Die für den Ze i t r a u m 1987-1991 v e r a n s c h l a g t e n Mittel b e l a u f e n sich auf
zw i s c h e n 200 und 30 0 ECU. Das e n t s p r i c h t etwa 20 % der A n s t r e n g u n g e n der
g e g e n w ä r t i g e n M i t g l i e d s t a a t e n ( a u s s c h l i e ß l i c h m i l i t ä r i s c h e Forschung).
3 . 8 -1
3.8 M e e r e s w i s s e n s c h a f t und -tech nologie
a. O z ean e sind die Letzte Grenze, der am wenig sten bekannte Teil unseres
Planeten. Sie b e dec ken 70 % seiner Oberf läche und wurden vom Menschen
seit u n d e n k l i c h e n Zeiten benutzt, um andere Konti nente zu erreichen und
ihn mit N a h r u n g s m i t t e l n und anderen Ressourcen zu versorgen. Ihre
m a n n i g f a l t i g e Rolle ist jedoch erst in jüngerer Zeit voll erfaßt worden.
Sie er f ü l l e n eine g r u n d legende Funktion im K l ima mechanis mus, liefern
lebende Resso u r c e n für Nahrung, Futter, Dünge mittel, Arzneimittel; ihre
K o n t i n e n t a l s o c k e l b e rge n große Reserven von K o h l e nwassers toffen, der
T i e f s e e b o d e n ist eine pot e n t i e l l e Quell e von Mineralien. Seewasser ist
eine Lösun g vieler Chemikalien, die dem Menschen n ü tzl ich sind. Der Ozean
ist auch die E n dde ponie von Abfäl len aus m e n s c hlichen Tätigkeiten, die
sein Gleic h g e w i c h t b e d ro hen könnten. Seine Kapazität, Kohlendioxid aus
der A t m o s p h ä r e zu a bsor bieren, kann den Ausschlag dafür geben, ob der
Mensc h s c h l i eßlich eine u n w i d e r r u f l i c h e und u n gün stige Klima änderung
v e r u r s a c h e n wird.
Das z u neh mende Bewuß t s e i n der B e d e u tung der M e e r e s u m g e b u n g für den
M e n s c h e n führte zur A u s a r beitung und Billi gung des Seerechts durch viele
Länder.
Die EG mu ß unbedingt bessere K ennt nisse über die sie umgeb enden Meere
erwer b e n , um sie besse r zu schützen und nutzen. So werden bereits auf
zivil er und m i l i t ä r i s c h e r Ebene eine Reihe von Forschungsarb eiten über
M e e r e s w i s s e n s c h a f t und -t e c h n o l o g i e durchgeführt. Die nicht zur
V e r t e i d i g u n g v o r g e s e h e n e n ö f f e n t l i c h e n FuE-Ausgaben in diese m Bereich
w e r d e n g e g e n w ä r t i g auf etwa 400 bis 500 Mio ECU im Jahr veranschlagt.
Dies ist v e r g l e i c h b a r mit den U S -Mi tteln für n i c h t - m i l i t ä r i s c h e
Forschung, wäh r e n d Japan etwa 200 Mio ECU ausgibt.
In d i e s e m Sta d i u m werde n offen bar viele e i n z e l s t a a t l i c h e Forschungs
p r o g r a m m e neu bewer tet oder verlä ngert oder neue integrierte Programme in
die Wege geleitet. Eine K o o r d i n i e r u n g auf Gemei n s c h a f t s e b e n e erscheint
d a h e r beson d e r s angebracht.
Eine s p e z i f i s c h e EG-Aktion auf d i ese m umf a s s e n d e n Gebiet ist aus
m e h r e r e n Gründ en g e rec htfertig t: V e r w e n d u n g große r oder kostspieliger
A u s r ü stung, um die R e sso urcen eines e i n z e lnen Landes festz ustellen, die
o p t i m a l e Nutzu ng v o r h a n d e n e r Anlag en (Fors chungssc hiffe, Tauchfahrzeuge
usw.), e i nan der ergän z e n d e Fähig keiten und Kom p e t e n z e n in den
v e r s c h i e d e n e n M i t g l i e d s t a a t e n , die Anwen d u n g von F orsc hungserg ebnissen
auf die Du r c h f ü h r u n g der G e m e i n s c h a f t s p o l i t i k , B e i h i l f e n an
E n t w i c k l u n g s l ä n d e r , ein Beitrag zur E n t w i cklung des B inne nmarkts durch
Ann a h m e gem e i n s a m e r Normen und Standards, usw.
Es besteht e f f e k t i v ein breiter Rahmen für eine Z u s a m menarbei t auf EG-
Ebene.
Es gibt zur Zeit mehre re Laufende oder v o r g e s c h l a g e n e EG-Forschungs-
prog r a m m e , die sich zum Teil auf m e e r e s t e c h n i s c h e P r obl eme beziehen:
U m w e l t s c h u t z , Fernerkundung, Schif fahrt, W e r k s toffe, Energie, Fischerei,
S t r a h l e n s c h u t z , B e s e i t i g u n g radio aktiver Abfäl le usw., aber keine
inte g r i e r t e Aktion.
3.8-2
. In der M e e r e s w i s s e n s c h a f t w ü rde n die Ziele fo l g e n d e sein:
1. eine bes s e r e Ke n n t n i s und ein be s s e r e s V e r s t ä n d n i s für die
a u s s c h l i e ß l i c h e W i r t s c h a f t s z o n e (EEZ) der M i t g l i e d s t a a t e n
(physikalisch , chemi sch, b i o l o g i s c h , ge o l o g i s c h ) . Regio nale
o z e a n o g r a p h i s c h e Pr o j e k t e w ü rde n jeweils das M i t t e lmeer, den
O s tat lantik, den Ä r mel kanal und die N o r d s e e sowie die Ostsee
behandeln. E n t w i c k l u n g s l ä n d e r könnten bei ä h n l i c h e n U n t e r s u c h u n g e n
ihrer a u s s c h l i e ß l i c h e n W i r t s c h a f t s z o n e u n t e r s t ü t z t werden;
2. die w i s s e n s c h a f t l i c h e Basis für K ü s t e n v e r w a l t u n g und -s c h ü t z , für die
die M i t g l i e d s t a a t e n g e m e i n s a m e P r o b l e m e und Sorge n teilen;
3. ein B e i t r a g zum V e r s t ä n d n i s der a r k t i s c h e n und a n t a r k t i s c h e n Gebiete.
In der M e e r e s t e c h n o l o g i e (die u.a. zur L ö s u n g der o b ige n P r obl eme
b e i t r a g e n würde) w a r e n die Ziele:
1. die g e m e i n s a m e E n t w i c k l u n g der n ä c h s t e n G e n e r a t i o n m e e r e s t e c h n i s c h e r
A u s r ü s t u n g (Bojensysteme , U n t e r w a s s e r a k u s t i k , u n b e m a n n t e
T a u c h f a h r z e u g e , a u t o n o m e V e r s c h m u t z u n g s k o n t r o l l g e r ä t e usw.);
2. die Förderung des Baus eines T i e f s e e b o h r s c h i f f s , das auf d i ese m Gebiet
eine e u r o p ä i s c h e K a p a z i t ä t b i e t e n würde.
Ferner könnte eine Reihe u n t e r s t ü t z e n d e r und wenig er k o s t s p i e l i g e r
I n i t i ativen als B e i t r a g zur W e i t e r e n t w i c k l u n g der e u r o p ä i s c h e n
M e e r e s w i s s e n s c h a f t und - t e c h n o l o g i e d u r c h g e f ü h r t werden, wie zum
B e isp iel :
1. die S c h a f f u n g eines " C l e a r i n g h a u s e s " zur o p t i m a l e n N u t z u n g der
o z e a n o g r a p h i s e h e n H o c h s e e s c h i f f e und and e r e r k o s t s p i e l i g e r A u s r ü s t u n g
wie die v o r h a n d e n e n E x p l o r a t i o n s u n t e r s e e b o o t e und E i n r i c h t u n g e n zur
U n t e r s u c h u n g g r o ß e r M e e r e s ö k o s y s t e m e ("Mesokosmos") usw.;
2. die A u s b i l d u n g des w i s s e n s c h a f t l i c h e n P e r s o n a l s in o z e a n o l o g i s e h e n
Di s z i p l i n e n , e i n s c h l i e ß l i c h W i s s e n s c h a f t l e r n aus E n t w i c k l u n g s l ä n d e r n ;
3. die E n t w i c k l u n g von Date n b a s e n über M e e r e s w i s s e n s c h a f t und -
te c h n o l o g i e ;
4. der Erwer b einer M i n d e r h e i t s b e t e i l i g u n g an g r oße n m o b i l e n oder festen
E i n r i c h t u n g e n , um für die M i t g l i e d s t a a t e n Z u gan g zu ihnen zu erhal ten,
die nicht an ihrer u r s p r ü n g l i c h e n M i t t e l a u s s t a t t u n g b e t e i l i g t waren.
Eine g e n a u e r e D e f i n i t i o n der E G - T ä t i g k e i t e n e r f o r d e r t w e i t e r e K o n s u l t a
t i one n mit R e g i e r u n g s b e h ö r d e n , der Indus trie und der W i s s e n s c h a f t s
g e m e i n s c h a f t , g e g e b e n e n f a l l s d u rch die " A n k ü n d i g u n g von M ö g l i c h k e i t e n " .
A n g e s i c h t s der von den M i t g l i e d s t a a t e n d u r c h g e f ü h r t e n u m f a n g r e i c h e n
T ä t i g k e i t e n d ü rft e die Aktion als (vers tärkte) k o n z e r t i e r t e Aktion,
A k t i o n auf der Basis der K o s t e n t e i l u n g und g e g e b e n e n f a l l s
M i n d e r h e i t s b e t e i l i g u n g und g e m e i n s a m e s U n t e r n e h m e n d u r c h g e f ü h r t werden.
3.8-3
d. Die für eine s i g n i fikante Aktion auf G e m e i n s chafts ebene e r f o r derliche n
Mitte l sollten zu e inem späteren Termin festgelegt werden, bevor der
f o r me lle V o r s c h l a g der Kommission vorgelegt wird. Der entsp rechende
B e t r a g w i r d aus der in der zusam menfasse nden Tabelle erwähnten
f i n a n z i e l l e n Reserve entnommen.
3.9-1
3.9 V e r k e h r s w e s e n
3.9.1 Allgemeine Aktion
a. In den M i t g l i e d s t a a t e n e r b r a c h t e die F o r s c h u n g s t ä t i g k e i t Ergeb nisse, die
die Ge m e i n s c h a f t auf dem Gebie t der n e u e n V e r k e h r s t e c h n i k e n auf die
gle i c h e Stufe stell en wie die f o r t g e s c h r i t t e n s t e n i n d u s t r i a l i s i e r t e n
Länder.
Diese E r geb nisse w u rde n a l l e r d i n g s h ä ufi g aus m i t e i n a n d e r k o n k u r r i e r e n d e n
und damit viel l e i c h t sogar s t i m u l i e r e n d e n F o r s c h u n g s p r o g r a m m e n erzielt,
die jedoch in A n w e n d u n g zu n a c h t e i l i g e n S i t u a t i o n e n führen:
- Die für den ö f f e n t l i c h e n Ver k e h r oder für relevante M ä rkt e b e s t i m m t e n
Vo r h a b e n kämpfen mit große n S c h w i e r i g k e i t e n , auf der Ebene der
G e m e i n s c h a f t oder in der ü b r i g e n Welt A n w e n d u n g finden. Dies gilt
b e i s p i e l s w e i s e für den s p u r g e b u n d e n e n S c h n e l l v e r k e h r und den
s t ä d t i s c h e n Verkehr.
- Die Vo r h a b e n mit n o r m a l e r k o m m e r z i e l l e r Z w e c k b e s t i m m u n g haben zwar in
den letzten Jahre n w e ltw eit zu w e t t b e w e r b s f ä h i g e n E r fol gen gefüh rt,
leiden aber zur Zeit unter den A u s w i r k u n g e n der Krise und werde n sich
mit einer z u n e h m e n d e n i n t e r n a t i o n a l e n K o n k u r r e n z a u s e i n a n d e r s e t z e n
müssen. Das trifft i n s b e s o n d e r e für den S t r a ß e n v e r k e h r und den
S e e v e r k e h r zu.
De m g e g e n ü b e r haben die in i n t e r n a t i o n a l e r Z u s a m m e n a r b e i t d u r c h g e f ü h r t e n
V o r h a b e n nach den k o m m e r z i e l l e n E n t t ä u s c h u n g e n b e s t i m m t e r schlecht an den
Markt a n g e p a ß t e r t e c h n i s c h e r Erfol ge den V e r k e h r s u n t e r n e h m e n sch l i e ß l i c h
P r o d u k t e liefert, die ihrem B e dar f e n t s p rechen. Das gilt i n s b e s o n d e r e für
das P r o g r a m m AIRBUS.
Es e r s c h eint daher n o t w e n d i g , da ß das t e c h n o l o g i s c h e Kapital der
G e m e i n s c h a f t auf dem Gebie t des V e r k e h r s w e s e n s aus dem Zusta nd der
n a t i o n a l e n A b k a p s e l u n g h e r a u skommt, in de m es sich gener ell befindet. Es
geht um die P r o d u k t i v i t ä t der F o r s c hung und die N u t z u n g ihrer Ergebnisse.
Auf dem Spiel steht die Fähigkeit des V e r k e h r s w e s e n s der G e m ei nschaft:
- sich den n euen A n f o r d e r u n g e n der N a c h f r a g e im i n n e r g e m e i n s c h a f t l i c h e n
Handel und mit der rest l i c h e n Welt a n z u p a s s e n (Netz v e r ä n d e r u n g e n ,
A u s w i r k u n g e n neuer T echn iken, q u a l i t a t i v e und q u a n t i t a t i v e
V e r ä n d e r u n g e n der V e r k e h r s s t r ö m e ) ;
- auf die Zwäng e der W i r t s c h a f t s k o n j u n k t u r und der so z i a l e n U m g e b u n g zu
reagieren;
- e i nen w e t t b e w e r b s f ä h i g e n Sektor in der W i r t s c h a f t der G e m e i n s c h a f t und
g e g e n ü b e r der a u ß e r e u r o p ä i s c h e n K o n k u r r e n z zu b i l d e n und damit einen
Absat z für die G e m e i n s c h a f t s i n d u s t r i e n für V e r k e h r s m i t t e l und -
a u s r ü s t u n g e n zu vert r e t e n ;
b. Mit der g e m e i n s a m e n V e r k e h r s p o l i t i k soll er r e i c h t werden, da ß das
V e r k e h r s s y s t e m der G e m e i n s c h a f t seine Funk t i o n e n durch U n t e r s t ü t z u n g
a ller V e r k e h r s m i t t e l ohne B e v o r z u g u n g oder B e n a c h t e i l i g u n g erfüllt. Die
aus dem V e r t r a g h e r v o r g e g a n g e n R e gel n sind in d i e s e m Sinne abgefaßt.
Aber es ist Sache der Forschung, die la n g f r i s t i g e A n p a s s u n g des
V e r k e h r s s y s t e m s an den Bedar f zu g e w ä h r l e i s t e n .
In d i e s e m Z u s a m m e n h a n g sind die V e r ä n d e r u n g e n der N a c h f r a g e und der
K o n j u n k t u r , die Zwänge, die d u rch a n d e r e Se k t o r e n v e r u r s a c h t e n
A u s w i r k u n g e n b e t r ä c h t l i c h und w e r d e n noch weite r an B e d e u t u n g zunehmen.
3 . 9 -2
Die F o r s c h u n g s a r b e i t e n sollten sich daher auf folgende Elemente
konzentrieren :
. beim s p u r e n g e b u n d e n e n Verkehr:
- A u t o m a t i s i e r u n g des Verke hrsablaufs, der Signa lsteueru ng und der
Weichen;
- S i m u l i e r u n g der Zugsteuerung;
- K o n z e p t i o n der Erleichterung, Lärmm inderung und Aerodynamik der
Wagen;
- L i nea rmotor;
- Au s w i r k u n g e n auf die Fahrgäste (z.B. Tunne ldurchfahrten) und auf die
Umwelt (z.B. Lärm, optis che Störung).
. beim Straßenverkehr:
- Ana l y s e der Verke hrsunfäl le;
- V e r b e s s e r u n g der Sicherheit schwerer Fahrzeuge für den Güter- und
Pa s s a g i e r v e r k e h r ;
- O p t i m i e r u n g des Elektrofahrzeugs.
. b e i m Seeverkehr:
- Ver w a l t u n g , Wartung, Funktionen, Zustand des Schiffs, wirt s c h a f t l i c h e
Route;
- Me t h o d o l o g i e der Konfi guration und des Verhaltens des Schiffs,
Rauheit des Rumpfes, Fahrwiderstands;
- Konz e p t i o n neuer Schif fstypen und nicht konventionell er
Antr i e b s g e r ä t e , die komme rziellen B e dür fnissen entsprechen;
- V e r w a l t u n g des Seeve rkehrs;
- Syste m Mensch-Schiff.
. beim Luftv erkehr:
- B renn barkeit und Toxizität der in der Kabine v e r w e ndeten Werkstoffe;
- R a t i o n a l i s i e r u n g und Moder nisierun g der Luftfahrtkont rolle.
Die Aktion der Gemei nschaft erfolgt:
- e n t w e d e r ergän z e n d zu der Aktion der Mitgl iedstaat en, sofern bereits
n a t i o n a l e Programme bestehen und eine K onze rtation zwecks besserer
W i r k s a m k e i t und zur Erleichterung der V e r b r eitung der Ergebnisse und
g e g e b e n e n f a l l s ihrer Normung notwe n d i g ist;
- oder wenn Themen wegen der e r f o r derliche n Mittel, des u ngen ügenden
Anrei zes durch komme rzielle Regelungen oder Aussichten oder der
E n d v e r w e n d u n g im Interesse der Gemei nschaft eine G e m e i n s c h a f t s d i m e n s i o n
e r f o r d e r n .
c. W e n n g l e i c h die Gemei nschaft auf dem Gebiet des Verke hrswesen s kein FuE-
P r o g r a m m d u r c h geführt hat, konnte dennoch eine Reihe von Aktio nen im
V e r k e h r s w e s e n Informationen liefern:
- Aktio n COST "Verkehr";
- ko n z e r t i e r t e Aktion der Gemeinschaft COST 301 auf dem Gebiet der
Sys t e m e zur Übe r w a c h u n g des Seeverkehrs; _
- Vo r h a b e n "Verkehr" der Programme über "nich tnuklear e Energie" oder aber
D é m o n s t r a t i o n s p r o g r a m m e " E n e r g i e e i n s p a r u n g " .
Daraus ergibt sich die Notwendigkeit:
- von Fall zu Fall entweder Aktionen auf der Basis der K o s t e n t e i l u n g oder
Fall ko n z e r t i e r t e Aktionen verwenden zu können;
- g e g e b e n e n f a l l s Drittländer von COST zu beteiligen;
- die Mög l i c h k e i t eines ergän zenden Programms für eine Reihe von Aktionen
zu u n ter suchen.
Die F o r s c h u n g s a r b e i t e n auf dem Verke hrssekto r stellen von einem Land zum
a n d e r e n ein sehr unter s c h i e d l i c h e s Interesse dar, sind de m g e g e n ü b e r in
den für das V e r k e h r s w e s e n der Gemeinschaft ge o g r a p h i s c h wichtigen
3 . 9 -3
Dr i t t l ä n d e r n wie der Schweiz, Ö s t e r r e i c h oder den n o r d i s c h e n Ländern
aktiv, e r f o r d e r n m i t u n t e r b e d e u t e n d e Mittel, b r a u c h e n jedoch in vielen
Fällen h a u p t s ä c h l i c h neue Anr e g u n g e n , S t i m u l i e r u n g oder lediglich
Konze rtierung .
d. Eine a l l g e m e i n e F o r s c h u n g s a k t i o n mit e i n e m Etat von 50 bis 80 Mio ECU
w ü rde dem V e r k e h r s s e k t o r einen b e s o n d e r s n ü t z l i c h e n Au f t r i e b geben. Diese
Aktio n wird auf d em Gebiet der S t r a ß e n s i c h e r h e i t d urch eine spez i f i s c h e
Tätigkeit zur A n w e n d u n g der I n f o r m a t i o n s - und T e l e k o m m u n i k a t i o n s t e c h n i k e n
(siehe "DRIVE", das unter Ziff. 3.3 b e s c h r i e b e n wird) ergänzt.
3 . 9 . 2 L u f t f a h r t t e c h n o l o g i e
a. Die e u r o p ä i s c h e L u f t f a h r t i n d u s t r i e ist für die Länder der Gemei n s c h a f t
eine wi c h t i g e Q u ell e ihrer Stärke. Sie e n twi rft und stellt eine
v o l l s t ä n d i g e Palet te von S t a r r f l ü g l e r n und Dr e h f l ü g l e r n her. Bedeu t e n d e
M e n g e n von Flugzeugen, Mot o r e n und A u s r ü s t u n g w e rde n e x p o r tiert. Die
Industrie ist ein t e c h n o l o g i s c h f ü h r e n d e r K o n s t r u k t e u r und benutzt
f o r t g e s c h r i t t e n e E n t w u r f s t e c h n i k e n , W e r k s t o f f e und Ferti gun g s v e r f a h r e n .
Uber die u n m i t t e l b a r e n V o r te ile f o r t g e s c h r i t t e n e r T e c h n o l o g i e in ihrer
eig e n e n Branc he hinaus ü b e r t r ä g t die Indus trie w i c h t i g e t e c h n o l o g i s c h e
V o rte ile auf andere I ndus trien - auf Ge b i e t e n wie V e r b u n d w e r k s t o f f e ,
V e r b i n d u n g s t e c h n i k e n usw.
Der ko m m e r z i e l l e Erfolg eines L u f t f a h r t p r o d u k t s hängt im w e s e n t l i c h e n von
der Q u a li tät der A u s l e g u n g s - und F e r t i g u n g s t e c h n o l o g i e ab, die es
enthält. So wird jede v e r f ü g b a r e f o r t g e s c h r i t t e n e T e c h n o l o g i e
r o u t i n e m ä ß i g genutzt. Jede W e i t e r e n t w i c k l u n g des Stands der Technik ist
nicht nur wegen der k o m p l i z i e r t e n T e c h n o l o g i e n k o s t s pielig, sonde rn auch
w e g e n der ä u ß e r s t e n Sorgf alt, die auf die Ü b e r p r ü f u n g der Eignung neuer
T e c h n o l o g i e n vom Stand p u n k t der Flugs i c h e r h e i t verwe n d e t wird.
Trotz der hohen K o ste n einer W e i t e r e n t w i c k l u n g der T e c h n o l o g i e w e rde n auf
dem W e l t m arkt rasche F o r t s chritte erzielt. W e n n g l e i c h die e u r o p ä i s c h e
Forschung w e i t e r h i n b e d e u t e n d e B e i t r ä g e zur L u f t f a h r t t e c h n o l o g i e leistet,
ist der d e r z e i t i g e Stand der Techn ik ü b e r w ä l t i g e n d d urch die u m f a n g r e i c h e
L u f t f a h r t f o r s c h u n g in den USA bestimmt. Diese wird zum Teil von der US-
Industrie fin a n z i e r t , doch kommt ihr a u ß e r d e m die b e d e u t e n d e
U n t e r s t ü t z u n g der R e g i e r u n g im R a hme n von P r o g r a m m e n der Nasa und DOD
zugute. Der U m fan g der U S - F o r s c h u n g s a r b e i t e n sowohl g e ner ell als auch in
w i c h t i g e n P r o g r a m m e n wie SDI und t r a n s a t m o s p h ä r i s c h e H y p e r s c h a l l f l u g z e u g
ist so groß, da ß der t e c h n o l o g i s c h e Fortschritt die Fähigkeit der
e u r o p ä i s c h e n L u f t f a h r t i n d u s t r i e ü b e r t r i f f t , mit U n t e r s t ü t z u n g n a t i o n a l e r
R e g i e r u n g s p r o g r a m m e mit dem d e r z e i t i g e n t e c h n o l o g i s c h e n Stand
mitzu halten.
b. Die K o m m i s s i o n glaubt, da ß diese S i t u a t i o n A b h i l f e m a ß n a h m e n auf
e u r o p ä i s c h e r Ebene verlangt. V e r t r a u e n auf L i z e n z e n oder Einfuhr von
T e c h n o l o g i e aus den V e r e i n i g t e n Staa t e n scheint keine a k z e p t a b l e Basis
für den langf r i s t i g e n Erfol g der I n d u s t r i e zu sein. Ebens o stellt die
L ö sun g des Probl ems d u r c h st ä r k e r e e i n z e l n e n a t i o n a l e
U n t e r s t ü t z u n g s p r o g r a m m e keine w i r k s a m e Abh i l f e dar. Aus diese n Grü n d e n
glaub t die K o m m i s s i o n , das jetzt Sc h r i t t e e i n g e l e i t e t werde n müsse n, um
den l ä n g e r f r i s t i g e n F o r s c h u n g s b e d a r f der g e s a m t e n e u r o p ä i s c h e n
L u f t f a h r t i n d u s t r i e im Hi n b l i c k auf die E n t w i c k l u n g e ines h a r m o n i s i e r t e n
P r o g r a m m s für m i t t e l - bis l a n g f ristige F o r s c h u n g s a n f o r d e r u n g e n zu
ü b e r p r ü f e n . Dabei sollt en ihres Erach t e n s die sehr g ü n s t i g e n Erf a h r u n g e n
mit dem bei den P r o g r a m m e n E S PRI T und B R ITE a n g e w e n d e t e n
3.9-4
M a n a g e m e n t k o n z e p t e n , die eine größere Bet e i l i g u n g der Industrien bei der
Defi n i t i o n und Lenk u n g der Programme vorsehen, b e r ü c ksichtig t werden.
S p e z i f i s c h e V o r s c h l ä g e für die K o nze ption einer Aktion sind noch nicht
mö g l i c h , da wei t e r e Konsu l t a t i o n e n mit der Industrie und den V e rwa ltungen
der M i t g l i e d s t a a t e n n o t w e n d i g sind.
c. Was das in Frage kommende Ausmaß der Tätigkeit anbelangt, so wäre eine
b e d e u t e n d e Wir k u n g nur dann zu erreichen, wenn sie einen meßbaren
B r u c h teil des d e r z e i t i g e n Stands der L u f t f a h r t f o r s c h u n g behandelt. Dies
w ü rde für die G emei nschaft insgesamt Arbeiten in einer Größe n o r d n u n g von
etwa 100 Mio ECU im Jahr voraussetzen. Der entsp rechende
G e m e i n s c h a f t s b e i t r a g würde aus der in der z u s a m m e nfasse nden Tabelle
e r w ä h n t e n fi n a n z i e l l e n Reserve entnommen.
3 . 1 0 -1
3 . 1 0 W i s s e n s c h a f t l i c h e Normen, R e f e r e n z m a t e r i a l i e n und - m e t h oden
a. Die wei t e r e H a r m o n i s i e r u n g und N o r m u n g ist mu ß eines der H a u p t z i e l e einer
Reihe von G e m e i n s c h a f t s p o l i t i k e n : V o l l e n d u n g des B i n n e n m a r k t e s , Energie,
V e r b r a u c h e r s c h u t z , L a n d w i r t s c h a f t , U m w e l t s c h u t z und Gesun dheit.
N e ben der N o t w e n d i g k e i t einer H a r m o n i s i e r u n g g e s c h r i e b e n e r Norme n mu ß die
Q u a li tät eines P r odu kts aufg e z e i g t und n a c h g e w i e s e n werden, da ß es
e n t w e d e r einer Norm oder V e r o r d n u n g entsp r i c h t (dies erfordert Prüfung,
M e s s u n g e n und Analyse). Ferner m ü s s e n Forsc hung und D a ten basen die
S c h a f f u n g g e s c h r i e b e n e r N o rme n förde rn und erlei chtern.
Jeder M i t g l i e d s t a a t besitzt einen M e t r o l o g i e d i e n s t . Dieser f u nkt ioniert
als w i s s e n s c h a f t l i c h e s G r e m i u m auf hoher Ebene, das die N o r m u n g der
g r u n d l e g e n d e n E i n h e iten und die Ü b e r e i n s t i m m u n g aller M e s s u n g e n im ganze n
L a n d s i c h e rstellt.
Die B e r e i t s t e l l u n g einer solch en g r u n d l e g e n d e n m e t r o l o g i s c h e n
Infra s t r u k t u r , die für in d u s t r i e l l e E n t w i c k l u n g e n n o t w e n d i g ist, wird in
jedem Land - auch in den USA und Japan - als g e m e i n n ü t z i g angesehen.
P r o b l e m e dieser Art sind jedoc h h ä ufi g von g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e m
Chara kter, und die G e m e i n s c h a f t kann wegen ihrer N e u t r a l i t ä t eine
w i c h t i g e Rolle bei der Ü b e r w i n d u n g von D i f f e r e n z e n spielen, i n s b e sondere
d urch A n w e n d u n g des in ihren L a b o r a t o r i e n e n t w i c k e l t e n K n o w h o w und durch
K o o r d i n i e r u n g der A n s t r e n g u n g e n n a t i o n a l e r , ö f f e n t l i c h e r und
i n d u s t r i e l l e r L a b o r atorien.
b. Auf d i e s e m Gebiet ve r f o l g t die G e m e i n s c h a f t drei Aktionen:
- Das R B G - P r o g r a m m hat w i r k s a m e Mitte l der Z u s a m m e n a r b e i t zwisc hen
m e t r o l o g i s c h e n Inst i t u t e n i n n e r h a l b der G e m e i n s c h a f t ges c h a f f e n , die
d a für gesor gt haben, d aß eine g r o ß e Zahl von M e ß p r o b l e m e n über die mehr
als 80 b i she r d u r c h g e f ü h r t e n Z u s a m m e n a r b e i t s v o r h a b e n gelöst wurden.
Diese Z u s a m m e n a r b e i t w i r d i n s b e s o n d e r e mit B e z u g auf die Ent w i c k l u n g
der d urch die n euen T e c h n o l o g i e n e r f o r d e r l i c h e n M e ß v e r f a h r e n
a u s g e w e i t e t .
Das R B G - P r o g r a m m wird auch für die nicht von den n a t i o n a l e n B e hör den
er f a ß t e n G e b i e t e eine Z u s a m m e n a r b e i t schaffen, die vor allem
V e r b e s s e r u n g e n in den A n a l y s e t e c h n i k e n und der P r o d u k t i o n von auf
G e m e i n s c h a f t s e b e n e a n e r k a n n t e n z u s ä t z l i c h e n M e ß v e r f a h r e n führen. Auf
diese Weise können A n aly sen und P r ü f u n g e n auf so s c h w i e r i g e n und
v e T s c h i e d e n a r t i g e n G e b i e t e n wie G e s u n d h e i t , U m w e l t s c h u t z und Nah r u n g
v e rfo lgt werden, wobei der B e dar f der Indus t r i e nicht außer acht
ge l a s s e n werde n darf.
Der N a c h d r u c k auf N o r m u n g für die V o l l e n d u n g des B i n n e n m a r k t e s und
a n der e P o l i t i k e n und die E i n f ü h r u n g n euer T e c h n o l o g i e n w e rde n die
N a c h f r a g e nach solc h e n T ä t i g k e i t e n steigern.
- Das P r o g r a m m von R e f e r e n z m e s s u n g e n und - m a t e r i a l wird in u n s e r e n in
e i n z i g a r t i g e r Weise q u a l i f i z i e r t e n L a b o r a t o r i e n in Geel und in
Z u s a m m e n a r b e i t mit ä h n l i c h e n g r o ß e n I n s t i t u t e n sowohl i n n e r h a l b der
G e m e i n s c h a f t als auch in der r e s t l i c h e n Welt f o r t g e s e t z t , um nu k l e a r e
Daten h a u p t s ä c h l i c h für n e u t r o n e n i n d u z i e r t e R e a k t i o n e n b e r e i t z u s t e l l e n ,
wo dies für A n w e n d u n g e n im Z u s a m m e n h a n g mit der K e r n f u s i o n und -
3 .1 0 -2
S p a lt ung n o t w e n d i g ist. Außer dem wird sich ein bedeu tender Teil der
M e s s u ngen und der Tätigkeit über Refe r e n z m a t e r i a l i e n auf radioaktive
Qu e l l e n , N e u t r o n e n f l u ß und -dosen, Zielmaterial und die Analyse von
S p a l t s t o f f e n und isoto pischen Zusam m e n s e t z u n g e n beziehen. Geel wird
auch seine Erf a h r u n g e n auf dem nukle aren Sektor nutzen, um zunehmend
mit RBG auf ander en Gebieten zusammenzuarb eiten.
Die G F S - T ä t i g k e i t e n über Werks t o f f e und Strukturen, die in Petten und
Ispra d u r c h g e f ü h r t werden, werden verst ärkt, um dem wachs enden Bedarf
an höher Zuve r l ä s s i g k e i t und Normu ng gerecht zu werden. Nachdruck wird
auf der E n t w i c k l u n g von Zuv e r l ä s s i g k e i t s m e t h o d e n , Modellen und
R e g e l w e r k e n für indus trielle Stru k t u r e n und auf Forschung und
D aten basen über das Verha lten von Wer k s t o f f e n unter extremen
L e i s t u n g s b e d i n g u n g e n mit dem Ziel der Förderung von Norme n liegen.
Es wird z u n e h mend eine Zusammenarbei t mit den Aktionen der Gemeinschaft
auf der Basis der K o s t e n t e i l u n g (z.B. BRITE und EURAM) und mit
n a t i o n a l e n La b o r a t o r i e n hergestellt.
c. Die für die Du r c h f ü h r u n g dieser A k tio n n o t w e n d i g e n f i n a n ziellen Mittel
werde n auf z w isc hen 300 und 350 Mio ECU veranschlagt.
4 . 1 -1
4. LEBENSQUALITÄT
4.1 Gesun dheit
a. Jeder ei n z e l n e M i t g l i e d s t a a t ist mit seine r langen E r f a h rung und seinen
u m f a n g r e i c h e n R e s s o u r c e n ist in e r ste r L inie selbst für die Förderung und
die Erhal tung der G e sun dheit seine r B ü rge r v e r a n t w o r t l i c h , wird jedoch in
zun e h m e n d e m Maße durch die ständ ig s t e i g e n d e n und der e i n z e l s t a a t l i c h e n
K o n t r o l l e e n t g l e i t e n d e n Koste n für das G e s u n d h e i t s w e s e n überf ordert.
Die G e s a m t k o s t e n im G e s u n d h e i t s w e s e n ü b e r s t e i g e n nach der z e i t i g e n
S c h ä t z u n g e n in der G e m e i n s c h a f t jährl ich 150 M i l l i a r d e n ECU, von denen
w e n i g e r als 1 % (etwa 1,2 M i l l i a r d e n ECU) für m e d i z i n i s c h e Forschung und
Forsc hung im G e s u n d h e i t s w e s e n v e r w e ndet werden. Die F o r s c h u n g s b e m ü h u n g e n
a l l e i n auf n a t i o n a l e r Ebene e r w e i s e n sich jedoch als unzur eichend.
Da die meis t e n n a t i o n a l e n P r o g r amme aus einer g r oße n Anzahl relativ
kleiner V o r h a b e n b e s t e hen, die von zi e m l i c h klein en und verst reut
a r b e i t e n d e n F o r s c h u n g s g r u p p e n d u r c h g e f ü h r t werden, ist eine K o o r d i n i e r u n g
der Z u s a m m e n a r b e i t u n e r l ä s s l i c h . In s b e s o n d e r e eine G e m e i n s c h a f t s “
a n s t r e n g u n g bei der Z u s a m m e n f a s s u n g der mehr oder wenig er spär l i c h e n
n a t i o n a l e n S a c h k e n n t n i s s e in f o r t g e s c h r i t t e n e n B e r e i c h e n ( b e i s pielswei se
A n w e n d u n g der m o d e r n e n B i o t e c h n o l o g i e n , I n for matik und f o r t g e s c h r i t t e n e
T e c h n o l o g i e n in der Medizin) sowie eine g e m e i n s a m e Suche nach n euen Wegen
in F, EuD werde n zur B i l d u n g eines e c hte n I n n o v a t i o n s p o t e n t i a l s führen,
mit dem die w i c h t i g s t e n Pr o b l e m e der G e s u n d h e i t s f ü r s o r g e gelös t und die
damit z u s a m m e n h ä n g e n d e n A u sga ben e f f i z i e n t verri n g e r t werde n können;
a u ß e r d e m t r a g e n sie zur i n d u s t r i e l l e n E n t w i c k l u n g bei.
b. Die G e m e i n s c h a f t s a n s t r e n g u n g wird sich auf drei H a u p t b e r e i c h e der F, EuD
konze ntrieren :
K o o r d i n i e r u n g der Forsc hung in M e d i z i n und G e s u n d h e i t s w e s e n , a u s g e r i c h t e t
a u f :
. größe re und s ä m t l i c h e M i t g l i e d s t a a t e n b e t r e f f e n d e G e s u n d h e i t s p r o b l e m e
durch E i n s c h l u ß der n e uen Ziele K R E B S (im N a c h g a n g zum G i p f e l t r e f f e n
in Luxemburg) und AIDS (auf E r suc hen des E u r o p ä i s c h e n Parla ments) und
d u rch For t s e t z u n g der F o r s c hung sowohl auf dem Gebie t der a l t e r s
b e d i n g t e n ( e i n s c h l i e ß l i c h I n v a l idität) als auch der u m w e i t - und
l e b e n s s t i I b e d i n g t e n G e s u n d h e i t s p r o b l e m e .
. V e r b e s s e r u n g und g e m e i n s a m e N u t z u n g der Resso u r c e n im G e s u n d h e i t s w e s e n
e i n s c h l i e ß l i c h F, EuD auf dem G e bie t der m e d i z i n i s c h e n T e c h n o l o g i e und
Forschung im G e s u n d h e i t s w e s e n ( F ors chung über die D u r c h f ü h r u n g und die
O r g a n i s a t i o n der G e s u n d h e i t s v e r s o r g u n g ) .
Eine d e r a r t i g e A n s t r e n g u n g wird bei n i e d r i g e n I n v e s t i t i o n s k o s t e n auf
G e m e i n s c h a f t s e b e n e von g r o ß e m N u t z e n sein ( b e i s p i e l s w e i s e bei der
E l e k t r o k a r d i o g r a p h i e : eine V e r b e s s e r u n g der V e r f a h r e n s t e c h n i k bei
g l e i c h z e i t i g e r K o s t e n v e r r i n g e r u n g von nur 10 % führt zu einer E i n s p a r u n g
von 100 Milli o n e n ECU im Jahr!).
E n t w i c k l u n g der V o r s o r g e m e d i z i n und n e u a r t i g e r T h e r a p i e n : diese s neue
Ziel w i r d die A n w e n d u n g m o d e r n e r B i o t e c h n o l o g i e n in ihren f o r t s c h r i t t
lichsten Formen im m e d i z i n i s c h e n B e r e i c h und i n s b e s o n d e r e bei der sehr
f r ühe n D i agn ose von K r a n k h e i t e n und bei n e uen B e h a n d l u n g s v e r f a h r e n
fördern. Hierbei wird die F, EuD h a u p t s ä c h l i c h auf besse re K e n n t n i s s e der
m e n s c h l i c h e n Erbmasse, I m m u n i t ä t s t e c h n o l o g i e ( a nwe ndbar bei Krebs,
4.1-2
A u t o i m m u n k r a n k h e i t e n , Infektionen), G e n t e c h n i k v e r f a h r e n zur Reparatur von
D N S - F e h l e r n (beis pielswei se bei a n g e b orenen K r a n k heiten genet ischen
Urspr ungs) sowie die indus trielle Her s t e l l u n g von Prüfa usrüstun gen für
D i a g n o s e z w e c k e (beispielswei se bei AIDS) a usge richtet sein.
Ein d e r a r t i g e r Versu ch der G e mei nschaft wird einige im Bereich der
w i s s e n s c h a f t l i c h e n und tech n o l o g i s c h e n K e nnt nisse b e ste hende Lücken
fülle n (Lücken, die die vo l l s t ä n d i g e Nutzung moder ner B i ote chnologi en im
m e d i z i n i s c h e n Berei ch verhi ndern), eine europ äische trans national e
Zusam m e n a r b e i t fördern, den Einsatz bereits anwen dbarer Technologien
b e s c h l e u n i g e n und g l e i c h z e i t i g ein e urop äisches wisse n s c h a f t l i c h e s Milieu
f ö rde rn, welches ein großes I n n o v a t i onspo tential mit v i e l v e r s prech enden
w i r t s c h a f t l i c h e n Au s w i r k u n g e n hervorbringt.
Die V e r b e s s e r u n g der Arbei t s m e d i z i n als eine kont i n u i e r l i c h e Aufgabe der
I n s t i t u t i o n e n wird im Rahmen des EGKS- Vertrags durchgeführt. Die damit
z u s a m m e n h ä n g e n d e n T ä t i g keiten sind darauf ausge richtet, G e s u n d h e i t s
p r o b l e m e und B e r u f s k r a n k h e i t e n im Z u s a m menhang mit dem spezi fischen
U m f e l d der Kohle- und Stah l i n d u s t r i e n aufzuzeigen. Sie werden U n ter
s u c h u n g e n über chro n i s c h e E r k r a nkungen (beispielswei se des Atemsystems),
P h y s i o p a t h o l o g i e sowie ander e E r k a n kungen von Arbei tern in Stahlwerken,
K o k e r e i e n , Kohle - und E i s e n b e r g w e r k e n (beispielswei se Rückenpobleme,
H a u t e r k r a n k u n g e n ...) umfas sen und auf eine weitere V e r b e s s e r u n g der
G e s u n d h e i t s n o r m e n in den E G K S - I n d u s t r i e n durch Hers t e l l e n von Zu s a m m e n
h ä nge n zwisc hen B e r u f s k r a n k h e i t e n und Bel a s t u n g e n am Arbeitsplatz,
E n t w i c k l u n g von V o r s o r g e m a ß n a h m e n , Verfa h r e n zur Frühe rkennung und
E r l e i c h t e r u n g s m a ß n a h m e n a u s g e richtet sein.
Die B e r u f s k r a n k h e i t e n geh ö r e n zu den H a u p t u r s a c h e n für die Erk r a n k u n g s
ziffe rn, sowohl bei B e r g l e u t e n als auch bei Arbeitern in Kokereien und in
der Eisen - und S t a h l i n d u s t r i e , und stellen daher ein allge meines Problem
in der Ge m e i n s c h a f t dar.
c. Die Forsc hung in Mediz in und G e s u n d h e i t s w e s e n schließt zwei neue Ziele
ei n (KREBS und AIDS)> an den w e i t e r h i n verf o l g t e n Zielen werden
Ä n d e r u n g e n ihres w i s s e n s c h a f t l i c h e n und t e c h n o l o g i s c h e n Inhalts v o r g e
n o m m e n w e rde n (durch Ab s c h l u ß v e r s c h i e d e n e r Vorha ben, N e u o r ientieru ng
and e r e r Vorha ben und H i n z u f ü g u n g neuer Vorhaben). Dadurch wird die
G e s a m t z a h l der V o r h a b e n von derzeit 30 auf mehr als 70 ansteigen. Die
E r f a h r u n g e n in der Verga n g e n h e i t haben die B e d e u t u n g einer schrittweisen
K o o d i n i e r u n g bestä t i g t , und s ä m t l iche B e u r t e i l u n g s b e r i c h t e haben deren
w i s s e n s c h a f t l i c h e n , m e d i z i n i s c h - s o z i a l e n und w i r t s c h a f t l i c h e n Wert
bewiesen.
Die V o r s o r g e m e d i z i n und die neuen Thera pien sind neue Maßnahmen, die auf
den in der V e r g a n g e n h e i t g e m a c h t e n E r f a h rungen aus den B i o t e c h n o l o g i e
p r o g r a m m e n beruh en, wodu r c h die t a t s ä c h l i c h e Effizienz solcher Maßnahmen
mit Z u ver sicht a n g e n o m m e n werde n kann.
Der d r itt e Berei ch umfaßt laufende T ä t i g keiten im Rahmen des EGKS-
V e r t r ags.
d. Die Forsc hung in Mediz in und G e s u n d h e i t s w e s e n wird über das Verfahren der
k o n z e r t i e r t e n Aktio n bei vers t ä r k t e r U n t e r s t ü t z u n g z e n t r alisiert er
E i n r i c h t u n g e n durch g e f ü h r t . Die Forschung für Vorso r g e m e d z i n und neue
T h e r a p i e n wird über M a ß n a h m e n auf K o s t e n t e i l u n g s b a s i s (oder M i n d e s t
koste nbasis) und die Forschung für Arbei t s m e d i z i n über Vertr äge
durch g e f ü h r t .
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1(
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4 . 1-3
e. Die zur F i n a n zierung von F, EuD in den o b e n g e n a n n t e n B e r e i c h e n e r f o r d e r
lichen Mittel der G e m e i n s c h a f t für den Ze i t r a u m 1987 bis 1991 werde n auf
etwa 140— 160 Mio ECU v e r a n s c h l a g t . Hierz u kommt der Betra g für die
Forschung auf dem Gebiet der A r b e i t s m e d i z i n , der aus dem E G K S- Haushalt
finan ziert wird.
Als V e r g l e i c h w e rde n a l lei n im Ber e i c h der Forsc hung in Mediz in und
G e s u n d h e i t s w e s e n die j ä hrl ichen A u s g a b e n für in den M i t g l i e d s t a a t e n
d u r c h g e f ü h r t e Forsc h u n g auf mehr als 200 M i l l i o n e n ECU im Jahre 1987 und
auf mehr als 40 0 M i l l i o n e n ECU im Jahre 1990 v e r a n s c h l a g t , was einer
K o o r d i n i e r u n g von 25 % der g e s a m t e n n a t i o n a l e n T ä t i g k e i t e n entsp richt.
4 .2-1
4.2 Sicherheit
a. Keine m e n s c h l i c h e Tätigkeit ist frei von Risiken. Die Mensc hen werden in
jedem Teil b e r e i c h des Lebens einer Vielzahl von Gefah ren ausgesetzt:
p h y s i s c h e n G e f ah ren durch v e r s c h i e d e n e men s c h l i c h e Tätigkeiten und die
K r äft e der Natur, c h emi schen G e fah ren durch u n m i t telbar und chronisch
w i r k e n d e Gifte oder sogar bi o l o g i s c h e n Gefahren. Mit dem Fortschreiten
der Tec h n i k kommen neue Risik o f a k t o r e n hinzu, deren Kontrolle schwieriger
wird. Vor d i e s e m Hin t e r g r u n d nehme n das Interesse und die Besorgnis der
Ö f f e n t l i c h k e i t im Zu s a m m e n h a n g mit der Erhaltung einer sicheren Umwelt
z u .
G r u n d s ä t z l i c h ähneln sich z a hlr eiche in der gesam ten Gemeinschaft
a u f t r e t e n d e S i c h e r h e i t s p r o b l e m e , wodur ch die wirt s c h a f t l i c h e Entwicklung
und A n w e n d u n g g e m e i n s a m e r Lösun gen ermög l i c h wird. Wenn ein erheb licher
A u f w a n d an Zeit, Geld und A n s t r e n g u n g e n e r f o r derlich wird, ist ein
V o r g e h e n der Ge m e i n s c h a f t oft die beste Lösung, und die durch Forschung
e r w o r b e n e n Kenn t n i s s e können effiz ient zur Anwen dung gebracht werden.
b. Die v o r g e s c h l a g e n e n A n s t r e n g u n g e n werden auf a u s g e wählte S i c h e r h e i t s
aspek te wie b e i s p i e l s w e i s e i n d u s trielle und andere m e n s c hliche
Tä t i g k e i t e n , Brände, S o n d e r t e c h n o l o g i e n für g e f ä h r l i c h e Umgeb ungen und
N a t u r k a t a s t r o p h e n au s g e r i c h t e t sein. Hierbei kommt der unmit telbaren
V o r b e u g u n g hohe Prior ität zu.
1. K e n n z e i c h n e n d für viele i n d u s trielle Tät i g k e i t e n ist, daß sie
zahl r e i c h e S i c h e r h e i t s p r o b l e m e mit sich bringen, deren Lösungen
e r h e b l i c h e A n s t r e n g u n g e n , große S achk enntnis und in zahlr eichen Fällen
eine e n t s p r e c h e n d e B e r ü c k s i c h t i g u n g von Fragen sozialer, rechtlicher
usw. ... Art e r f o r d e r l i c h machen. Ein einhe i t l i c h e s V o r ge hen im
Ber e i c h der Siche rheit, bei dem u m w e l t b e d i n g t e und andere Ein
s c h r ä n k u n g e n sowie t e c h n o l o g i s c h e Fortschritte, so bald sie bekannt
werde n, du r c h a u s b e r ü c k s i c h t i g t werde n können, bekommt zunehmende
Bedeu tung.
Die Arbeiten werde n sich auf t e c h n o l o g i s c h e Risiken von potentiell
g r oße r B e deu tung, auf B e r u f s g r u p p e n , die einem höheren U n fal lrisiko
als die übrig e B e v ö l k e r u n g ausg e s e t z t sind und auf v e r sc hiedenen
Indus t r i e n g e m e i n s a m e grö ß e r e R i s i k o f a k t o r e n konzentrieren:
Die Forschung auf dem Gebiet der gr ö ß e r e n t e c h n o l o g i s c h e n Risiken
wird auf das V e r s t ändnis, die V e r h ü t u n g und die Bes e i t i g u n g der
Folgen große r c h emi scher und p e t r o c h e m i s c h e r Unfälle ausgerichtet
sein. Das Pro b l e m der V e r h ü t u n g und der B e s e i t i g u n g der Folgen
solcher Ereig n i s s e betrifft den ge s a m t e n chemi s c h e n und petro-
chemi s c h e n Sektor. Es besteht d aher ein Bedar f nach entsp rechende n
Regel u n g e n auf G e m e i n s c h a f t s e b e n e und nach u n t e r s t ü t z e n d e r
Forschung. Die E G - Ri chtlinie über "größere Risiken bei bestimmten
indus t r i e l l e n T ä tig keiten" ist ein erster Schritt in diese
Richtung.
Die V e r b e s s e r u n g der A r b e i t s s i c h e r h e i t im Bergb au und in der Eisen-
und Stahl i n d u s t r i e als eine kont i n u i e r l i c h e i n sti tutionel le Aufgabe
erfolgt im Rahme n des EGKS- Vertrags. Zur U n t e r s t ü t z u n g der
A n w e n d u n g von F o r s c h u n g s e r g e b n i s s e n sind in d i ese m Bereich weitere
k o o r d i n i e r t e A r bei ten auf G e m e i n s c h a f t s e b e n e erforderlich.
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4 . 2 -2
. Das G r u n d p r i n z i p für die T ä t i g k e i t e n im Ber e i c h des
S t r a h l e n s c h u t z e s läßt sich auf die im E U R A T O M - V e r t r a g und den
R i c h t l i n i e n f e s t g e l e g t e n V e r p f l i c h t u n g e n der K o m m i s s i o n zur Wah r u n g
w i c h t i g e r B e f u g n i s s e z u r ü c k f ü h r e n . Die w i s s e n s c h a f t l i c h e U n t e r
s t ütz ung ist für die B e w e r t u n g , das M a n a g e m e n t und die p o l i t i s c h e
B e u r t e i l u n g der S t r a h l e n r i s i k o p r o b l e m e wicht ig, da d i ese r Berei ch
die A l l g e m e i n h e i t in der g e s a m t e n G e m e i n s c h a f t betrifft.
2. Bei n a h e 80 % s ä m t l i c h e r U n f ä l l e e r e i g n e n sich im p r i v a t e n B e r e i c h ,
d.h. im Z u s a m m e n h a n g mit T ä t i g k e i t e n im h ä u s l i c h e n Berei ch, in der
Freizeit, beim Sport usw. Die e n t s p r e c h e n d e n K o ste n für V e r s i c h e
rungen, m e d i z i n i s c h e V e r s o r g u n g usw. b e l a u f e n sich jedes Jahr auf
etl i c h e Dutze nd B i l l i o n e n ECU. Z u s ä t z l i c h e n t s t e h e n e r h e b l i c h e
P r o d u k t ionsVerluste.
Auf G e m e i n s c h a f t s e b e n e wurde bishe r keine g e m e i n s a m e A n s t r e n g u n g zur
V e r r i n g e r u n g der o b e n g e n a n n t e n Au s g a b e n gemac ht, w ä h r e n d e n t s p r e c h e n d e
Tät i g k e i t e n in den V e r e i n i g t e n Staat en und Japan berei ts du r c h g e f ü h r t
werden.
Die v o r g e s c h l a g e n e Forsc hung wird sich auf die B e s e i t i g u n g der Risiken
im pr i v a t e n Ber e i c h k o n z e n t r i e r e n , und sie wird i n s b e s o n d e r e auf
Unfäl le d urch E i n f ü h r u n g n e u a r t i g e r H a u s h a l t s g e r ä t e , sowie auf
w i c h t i g e D a t e n banken, auf den S c hut z der V e r b r a u c h e r vor g e f ä h r l i c h e n
E r z e u gnissen, auf b e s o n d e r e E r z e u g n i s s e für älter e und behin d e r t e
Me n s c h e n sowie K i nde r usw. a u s g e r i c h t e t sein.
3. Die G e s a m t k o s t e n für Brände wurde n i n n e r halb der G e m e i n s c h a f t
d u r c h s c h n i t t l i c h auf bei n a h e 1 % des B r u t t o s o z i a l p r o d u k t e s
v e r a n s c h l a g t . W ä h r e n d T e c h n i k e n zur F e u e r b e k ä m p f u n g im a l l g e m e i n e n gut
e n t w i c k e l t sind, b e f i n d e n sich die V e r f a h r e n zur O p t i m i e r u n g der
S c h u t z n i v e a u s immer noch im e m p i r i s c h e n Stadium.
Die v o r g e s c h l a g e n e n A n s t r e n g u n g e n auf dem Gebiet des B r a n d s c h u t z e s
sollten zu e i n e m w i s s e n s c h a f t l i c h b e g r ü n d e t e n Ansat z sowie zur
E n t w i c k l u n g a n w e n d b a r e r q u a n t i t a t i v e r V e r f a h r e n s t e c h n i k e n führen. Die
Arbeit wird auf drei B e r e i c h e a u s g e r i c h t e t sein: Forsc h u n g im
Z u s a m m e n h a n g mit H a r m o n i s i e r u n g und R e g l e m e n t i e r u n g , B r a n d - G r u n d l a g e n
f o r s c h u n g und a n g e w a n d t e Forschung.
4. In der F e r n b e d i e n u n g s t e c h n o l o g i e steck t ein P o ten tial, das den Zugang
des M e n s c h e n zu den n a t ü r l i c h e n R e i c h t ü m e r n der Welt e r w e i t e r n und die
R e i c h w e i t e s e ine r p r o d u k t i v e n T ä t i g k e i t e n auf f e i n d l i c h e oder
g e f ä h r l i c h e U m g e b u n g e n a u s d e h n e n kann. Zu d i e s e n l e b e n s g e f ä h r l i c h e n
B e r e i c h e n g e h ö r e n Anl a g e n in den S c h l ü s s e l i n d u s t r i e n (Umgang mit
radio a k t i v e n , b i o l o g i s c h ak t i v e n , g i f t i g e n oder b r e n n b a r e n Stoffen),
der W e l t r a u m und die W e ltm eere. W e i t e r h i n ist ein für die B r a n d
b e k ä m p f u n g usw. z u s t ä n d i g e r ö f f e n t l i c h e r V'ersorgungsbereich vorha nden.
Für diese T e c h n o l o g i e ist ein g e s c h ä t z t e r G e m e i n s c h a f t s m a r k t von 500
M i l l i o n e n ECU im Jahr ab 1990 v o r h a n d e n , von dem die Kernk r a f t zu
d i e s e m Zeitp unkt ein Drittel a u s m a c h e n w ürde und der g r o ß g enug ist,
um als S p r u n gbrett zum W e l t m a r k t zu dienen. Dies ist jedoch nur
m ö gli ch, wenn die F u E - A n s t r e n g u n g e n k o n z e n t r i e r t und v e r b r a u c h e r
o r i e n t i e r t e D e m o n s t r a t i o n e n k o o r d i n i e r t w e rde n können.
4.2-3
Die v o r g e s c h l a g e n e n Anstr engungen werden auf die drei wicht igsten
P r o b l e m b e r e i c h e ausgerichtet sein: D e m on stration en von Prototypen
(wobei jeder kennz e i c h n e n d für eine Kategorie von Anwendungen ist),
A u s b i l d u n g von Benut zern und Techn ikern sowie Grund lagenforschung.
5. Obwohl sich in b esti mmten Gebie ten N a t u r k a t a s t r o p h e n ereignen können,
w e rde n deren w i r t s c h a f t l i c h e A u swi rkungen von der gesamten
Ge m e i n s c h a f t g e m e i n s a m getragen. A u ßer dem können v ersc hiedene EG-
Staaten durch Katas t r o p h e n wie beisp i e l s w e i s e Erdbeben betroffen
werden, so daß die Mittel und M ö g l i c h k e i t e n der Frühw arnung, der
e f f i z i e n t e n V o r b e u g u n g und der Bes e i t i g u n g der Folgen Gegenstand einer
Zusam m e n a r b e i t der G e mei nschaft in Form eines m u l t i d i s z i p l i n ä r e n
Vorge h e n s und einer k o o r d inierten Anwen dung von K o r r e k t urmaßn ahmen
werden. Eine G e m e i n s c h a f t s z u s a m m e n a r b e i t ist daher beson ders in
B e r e i c h e n zweck d i e n l i c h , in denen die Einri chtung effiz ienter
M ö g l i c h k e i t e n zum raschen I n f o r m a tionsa ustausch , sorgfältige
D a t e n s p e i c h e r u n g und die g r e n z ü b e r s c h r e i t e n d e Einri chtung von
U b e r w a c h u n g s n e t z e n e r f o r derlich ist.
Die E r f o r schung der N a t u r k a t a s t r o p h e n in der EWG wird auf ausgewählte
jedoch t y pis che und häufige Erzeu gnisse wie Erdbeben, Stürme,
Ü b e r s c h w e m m u n g e n und W aldb rände ausge richtet sein, die in d i c h t b e
siede lten Ge b i e t e n w a h r s c h e i n l i c h größe re Verlu ste und Schäden
verur sachen. Die Ve r ö d u n g von Landr e s s o u r c e n aufgrund von Trockenheit
in e m p f i n d l i c h e n ö k o l o g i s c h e n und g e s e l l s c h a f t l i c h e n Umgeb ungen sollte
ebenf a l l s b e r ü c k s i c h t i g t werden.
c. F, EuD auf dem Gebiet der Siche rheit sind ihrem Wesen nach auf
K o n t i n u i t ä t angew iesen. Es wird mit folgender Entwicklung gerechnet:
Das Ziel des laufenden P r o g r amms über techn o l o g i s c h e Gefah ren und
i n d u s trielle Risiken wird erweitert.
Die B e m ü h u n g e n auf dem Gebiet der Arbei ts s i c h e r h e i t schließen
fo r t l a u f e n d e Täti g k e i t e n im Rahmen des EGKS- Vertrags ein.
Im Z u s a m m e n h a n g mit den Arbei ten über Strah l e n s c h u t z werden Vorhaben mit
eher g r u n d l e g e n d e m Charakter sc h r i t t w e i s e verri ngert werden. Größerer
N a c h d r u c k soll auf M ö g l i c h k e i t e n Unf a l l - und u m w e l t b e d i n g t e r Bestrahlung,
ihre Folgen für Mensc h und Ge s e l l s c h a f t sowie auf die V e r r i ngerung der
S t r a h l e n b e l a s t u n g mit Hilfe der R i s i k o b e u r t e i l u n g und - O p t i mierung gelegt
werde n, was eine St ä r k u n g der E G - S i c h e r h e i t s g r u n d n o r m e n einschließt.
Die k o o r d i n i e r t e n A n s t r e n g u n g e n auf dem Gebiet der p r iva ten Umwelt, des
B r a n d s c h u t z e s und der S o n d e r t e c h n o l o g i e n für g e f ä h r l i c h e Umgebungen sind
G e g e n s t a n d neuer Initiativen.
Das b e s t e h e n d e Forsc h u n g s p r o g r a m m über K l i m a tologie und N a t u r k atastro phen
schließt U n t e r s u c h u n g e n der M e c h a n i s m e n und A u s w i rkungen einiger extremer
kl i m a t i s c h e r Ereig nisse und Erdbeben ein. Die Mi t t e l z u w e i s u n g e n liegen
b i she r jedoch weit unter h a l b des t a t s ä c h l i c h e n Bedarfs.
d. Die A r b ei ten sollen in Abhängigkeit von der b e s t m ö g l i c h e n Verfügbarkeit
der K o m p e t e n z e n und im Hinblick auf den g r ö ß t m ö g l i c h e n Nutzen verteilt
werden:
4 . 2 - 4
Die H a u p t a n s t r e n g u n g e n auf dem Gebiet der t e c h n o l o g i s c h e n G e f a h r e n sollen
in Form von internen und k o n z e r t i e r t e n Ak t i o n e n sowie Ak t i o n e n auf
K o s t e n t e i l u n g s b a s i s , auf dem Gebiet der A r b e i t s s i c h e r h e i t über V e rtr äge
und auf dem Gebiet des S t r a h l e n s c h u t z e s über Ak t i o n e n auf K o s t e n t e i l u n g s
basis du r c h g e f ü h r t werden. Die A r bei ten über Risiken im häusl i c h e n
Berei ch sollen h a u p t s ä c h l i c h über Ak t i o n e n auf K o s t e n t e i l u n g s b a s i s und in
g e r i n g e r e m Umfan g d u r c h die GFS d u r c h g e f ü h r t werden. Die A r bei ten über
B r a n d s c h u t z hi n g e g e n sollen über k o n z e r t i e r t e und A k tio nen auf K o s t e n
t e i l u n g s b a s i s und die A r b ei ten über S o n d e r t e c h n o l o g i e n für g e f ä h r l i c h e
U m g e b u n g e n und über N a t u r k a t a s t r o p h e n durch Ak t i o n e n auf K o s t e n t e i l u n g s
basis d u r c h g e f ü h r t werden.
e. Die zur F i n a n zierung der F, EuD in den o b e n g e n a n n t e n s i c h e r h e i t s b e z o g e n e n
B e r e i c h e n e r f o r d e r l i c h e n Mittel der G e m e i n s c h a f t w e r d e n für den Z e itr aum
1987-1991 auf 230 bis 280 M i l l i o n e n ECU v e r a n s c h l a g t . Hierz u kommt ein
B e tra g für die Forsc hung auf dem Gebie t der A r b e i t s s i c h e r h e i t , der vom
E G K S - Haushalt a b g e d eckt wird.
Es wird a n g e n ommen, da ß die A r bei ten auf dem Gebiet des S t r a h l e n s c h u t z e s
einen e r h e b l i c h e n Anteil (35 bis 45 %) an der g e s a m t e n e n t s p r e c h e n d e n
n a t i o n a l e n Forschung (die im Europa der Zwölf auf 80 bis 100 M i l l i onen
ECU im Jahr v e r a n s c h l a g t wird) in Z u s a m m e n a r b e i t mit fast sämt l i c h e n
n a t i o n a l e n F o r s c h u n g s z e n t r e n haben. Die B e m ü h u n g e n auf den G e b ie ten der
S o n d e r t e c h n o l o g i e n für g e f ä h r l i c h e U m g e b u n g e n und der N a t u r k a t a s t r o p h e n
könnten 5 bis 10 % der d i e s b e z ü g l i c h e n Ausga ben der M i t g l i e d s t a a t e n
betreffen.
4 . 3 -1
4.3 U m w e l t s c h u t z
a. Die Erhal tung und Ve r b e s s e r u n g der Umwelt gilt heute weltweit als
absol utes Muß, wenn der Mensch ü b e r l eben und seinen mater iellen und
p s y c h o l o g i s c h e n Leben s s t a n d a r d wahren will. Die langf ristige w i r t
s c h a f tliche E n t w i cklung hängt eng mit der Erhaltung und der rationellen
N u t z u n g der nat ü r l i c h e n Ressourcen zusammen. Äußerst wichtig sind auch
die m ö g l i c h e n K l i m a ä n d e r u n g e n und ihre Folgen. Das besondere Augenmerk
gilt auch dem Schutz und der Erhaltung unseres kulturellen Erbes.
Die dabei a u f t r e t e n d e n Probl eme sind vor allem grenz üb e r s c h r e i t e n d e r Art.
Die w i r t s c h a f t l i c h e n A u swi rkungen der Umwel t p o l i t i k machen die G e mei n
s c h a f t s d i m e n s i o n z w ing end erforderlich. W isse nschaft und Technologie
b i ete n eine solide G r u n d l a g e für V e r o r dnungen und für Techniken zur
K o r r e k t u r oder V e r h i n d e r u n g von Umwel tschäden . Der Einsatz hoher u m w e l t
q u a l i t a t i v e r Ziele geht der t e c h n ischen Innovation voraus. Die Industrie
ist a u f g e rufen, u m w e l t v e r t r ä g l i c h e r e Te c h n o l o g i e n zu entwickeln, die im
In- und Ausland ihren Markt finden.
b. B e s o n d e r s geeignet ist somit die Z u s a m menarbei t der Gemei nschaft in der
Umw e l t f o r s c h u n g , weil sie eine der wic h t i g s t e n Politiken der Gemeinschaft
u n t e r s t ü t z t , die auf kompl e x e m und e i n w a n d f r e i e m w i s s e n s c h a f t l i c h e n und
t e c h n i s c h e n K e n n t n i s s t a n d beruht. Die EG-F o r s c h u n g s a k t i o n auf diesem
u m f a n g r e i c h e n und v e r s c h i e d e n a r t i g g e s t a l t e t e n Gebiet soll und kann die
h ä ufi g sehr großen e i n z e l s t a a t l i c h e n B e müh ungen nicht ersetzen, sondern
k o o r d i n i e r e n , er g ä n z e n und die Ergeb nisse auswerten. Gl e i c h z e i t i g kann
sie in großen inte r n a t i o n a l e n Vorha ben (wie epide m i o l o g i s c h e n
Forschungen) das Fachwissen, die Q u a l i f i k a t i o n e n und die Einrichtungen
eins e t z e n , die über das ganze Gebiet der Gemei nschaft verstreut vorhanden
si nd.
Die E G - F o r s c h u n g auf dem Gebiet des Umwel t s c h u t z e s muß somit drei Ziele
verfolgen:
- L ö s u n g der u n m i t t e l b a r e n Probl eme zur Vo r b e r e i t u n g oder Durchführung
der b e s t e h e n d e n Akte in der EG-Um weltpoli tik.
F e s t s tellung und U n t e r s u c h u n g der U m w e l tfragen, die sich in absehbarer
Zukunft ergeben, weil häufig eine lange Vo r b e r e i t u n g s z e i t erforderlich
ist, bevor Ergeb nisse erzielt werde n können.
- Ent w i c k l u n g des g r u n d l e g e n d e n V e r s t ä n d n i s s e s der ök o l o g i s c h e n Abläufe
und des Klimasystems.
Hier ist darauf hinzu w e i s e n , daß die U m w e l t p r o b l e m e nicht nur fa c h ü b e r
g r e i f e n d (also häufig international) im Sinne ihrer Lösung angegangen
werde n müssen, sondern auch a u fgr und ihrer starken wirts cha f t l i c h e n
Folgen beson ders wich t i g für die R e s s o u r c e n p l a n u n g in einer integrierten
W i r t s c h a f t s e i n h e i t wie der EG sind.
c. Die U m w e l t f o r s c h u n g der EG began n 1972 und führte zu zahlr eichen
b r a u c h b a r e n Ergeb nissen, wie ein B e w e r t u n g s g r e m i u m noch vor kurzem
b e s c h e i n i g t e . (For s c h u n g s b e w e r t u n g s b e r i c h t Nr. 14, 1985). Diese
E r geb nisse wurde n bei der Formu lierung der Maßna hmen in der Umwel tpolitik
b e r ü c k s i c h t i g t .
4 .3 - 2
Im Laufe der Jahre e n t w i c k e l t e sich die Forschung von einer Korre k t u r zur
V o r b e u g u n g und im Sinne g r u n d l e g e n d e r B edür fnisse. Folglich w u rde n die
F o r s c h u n g s b e m ü h u n g e n über die d i r e k t e n A u s w i r k u n g e n der w i c h t i g s t e n
Sc h a d s t o f f e , über die nun u m f a n g r e i c h e s Wisse n vorli egt, e i n s c h n e i d e n d
v e rri ngert und sind auf e i nig e w e n i g e u n g e l ö s t e P r obl eme begrenzt.
Für den Ze i t r a u m 1987-1991 wird v o r g e s c h l a g e n , Forschung zu d i ese m
T h e m e n b e r e i c h auf den G e bie ten der e i g e n t l i c h e n U m w e l t f o r s c h u n g , der
K l i m a t o l o g i e und der K u l t u r g ü t e r zu betreiben.
1. Die U m w e l t f o r s c h u n g wird vor a llem f o lge nde Be r e i c h e betreffen:
- Erfassung, Messu ng, Analy se und U b e r w a c h u n g s t e c h n i k e n für
zahlr e i c h e S c h a d s t o f f e und U m w e l t b e d i n g u n g e n ( e i n s chließli ch der
F e r n e r k u n d u n g im Weltraum).
- W i r k u ngen von S c h a d s t o f f e n auf Gesun d h e i t und Ö k o s y s t e m (etwa
Folgen des sauren Regens) und auf das kult u r e l l e Erbe (Gebäude,
D e n k m ä l e r ).
- B e w e r t u n g der m e n s c h l i c h e n T ä t i g k e i t e n h i n s i c h t l i c h der
U m w e l t q u a l i t ä t , etwa P r ü f v e r s u c h e und B e w e r t u n g von Chemikalien.
- E r h e l lung der G r u n d p r i n z i p i e n der U m w e l t v o r g ä n g e (Forschung über
Ö k o s y s t e m e , b i o - g e o c h e m i s c h e Kreis läufe).
- E n t w i c k l u n g von T e c h n o l o g i e n zur V e r r i n g e r u n g und V e r h ü t u n g der
V e r s c h m u t z u n g und A b f a l l w i r t s c h a f t .
- R e n a t u r i e r u n g der g e s c h ä d i g t e n Umwelt, vor a llem bei
g e s c h ä d i g t e n Ö k o s y stemen.
2. Die k l i m a t o l o g i s c h e Forsc hung be t r i f f t eine w e s e n t l i c h e K o m p o n e n t e
der m e n s c h l i c h e n U m g e b u n g , von der u n ser e Ernten, u n ser e
W a s s e r v o r r ä t e , unser e G e s u n d h e i t und unser E n e r g i e b e d a r f a b h ä n g e n .
Ziel soll eine g r u n d l e g e n d e E r k e n n u n g des K l i m a s y s t e m s sein,
g l e i c h z e i t i g sind T e c h n i k e n zur W e t t e r v o r h e r s a g e und zur B e w e r tung
der ö k o l o g i s c h e n und g e s e l l s c h a f t l i c h e n Folgen einer K l i m a v e r ä n d e r u n g
zu e n t w i c k e l n , wie sie v e r m u t l i c h im Laufe des n ä c h s t e n J a h r h u n d e r t s
er f o l g e n wird, weil eine E r w ä r m u n g durch das C02 in der Luft a u fgr und
der V e r b r e n n u n g f o ssi ler Stoff e erfolgt.
In jedem Fall bring t die Au f n a h m e Spani ens und Portu g a l s in die
G e m e i n s c h a f t neue bzw. v e r s t ä r k t e U m w e l t p r o b l e m e mit sich (etwa 1
W a s s e r h a u s h a l t , W ü s t e n b i l d u n g ) , die auch zu b e r ü c k s i c h t i g e n sind.
3. Die Forschung über die E r h a l t u n g und den Schutz der K u l t u r g ü t e r
b e s c h r ä n k t sich nicht auf die B e w e r t u n g der Folgen der V e r s c h m u t z u n g
auf die bere i t s e r w ä h n t e n W e r k s t o f f e , sonde rn muß auch auf Me t h o d e n
a b z i e len, um Schäd en zu v e r h ü t e n , um die von Me n s c h e n z u s ä t z l i c h zum
n a t ü r l i c h e n Zerfall h i n z u g e f ü g t e n S c h ä d i g u n g e n zu b e s e i t i g e n und
M e t h o d e n zur R e s t a u r i e r u n g u n e r s e t z l i c h e r K u l t u r g ü t e r zu prüfen.
B i s h e r lag der S c h w e r p u n k t bei h i s t o r i s c h e n G e b ä u d e n und frei
z u g ä n g l i c h e n D e n k m älern, doch m uß er auch auf ö f f e n t l i c h e Kunst,
G e m ä l d e - und B ü c h e r s a m m l u n g e n sowie a r c h e o l o g i s c h e Güter erwei tert
werden.
i.
4 .3 -3
d. Die Forsc hung der EG zum U mwel tschutz umfaßt Aktionen innerhalb der
eig e n e n I n s t i tutionen sowie V e r t r a g s f o r s c h u n g e n und konzertierte
Aktionen. Zu den Aufga ben der GFS gehört hierbei die Zentr alisieru ng
d urch S t ell ung von Daten banken (etwa ECDIN über Umweltchemika lien),
R e f e r e n z m e s s u n g e n für die U m w e l t ü b e r w a c h u n g (etwa im Zentral Laboratorium
für L u f t v e r s c h m u t z u n g s m e s s u n g e n ) und die O r gan isation gemeinsamer
F e l d v ersuche usw. K o n z e rtierte Aktionen, an denen mehrere europ äische
N i c h t m i t g l i e d s t a a t e n im Rahmen des COST-Systems teiln ehmen, werden über
Theme n d u r c h g e f ü h r t , für die auch auf e i n z e l s t a a t l i c h e r Ebene größere
Progr a m m e bestehen. K o s t e n t e i l u n g s v e r t r ä g e sind möglich, um
F o r s c h u n g s l ü c k e n zu füllen und die Zusam menarbei t zwischen
F o r s c h u n g s o r g a n i s a t i o n e n in den Mitg l i e d s t a a t e n zu fördern.
e. Finanziell muß die EG-Arbeit einen w e s e n tlichen Anteil an den G e s a m t
a u sga ben inner halb der G e mei nschaft haben (EG plus ein z e l s t a a t l i c h e
Pro g r a m m e ) , damit eine leistungsfähig K o o r d i n i e r u n g auf europäischer
Ebene durch sich e r gän zende und lückenfülllen de V e r t r a g s f o r s c h u n g und
ko n z e r t i e r t e A k tio nen erfolgt. Ein Anteil von rund 15 % der gesamten
ö f f e n t l i c h e n Ausgaben in der G e mei nschaft für die U m w e l t f o r s c h u n g scheint
zur E r rei chung dieses Ziels angemessen.
A u fgr und diese r Üb e r l e g u n g e n darf man annehmen, daß die EG-Fi nanzieru ng
für die U m w e l t f o r s c h u n g zwischen 285 und 320 Mio ECU für den Zeitraum
1987-1991 b e tra gen müßte.
WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE IN DIENSTE DER ENTWICKLUNG
Die ge p l a n t e Aktio n h i n s i c h t l i c h der w i s s e n s c h a f t l i c h e n und tec h n i s c h e n
E n t w i c k l u n g s h i l f e für den Z e i t r a u m 1987-1991 hält sich an das erste
G e m e i n s c h a f t s p r o g r a m m " W i s s e n s c h a f t und Techn ik im Dienste der
En t w i c k l u n g " 1 9 8 3 - 1 9 8 6 . Dies war die a l l e r e r s t e I niti ative zur A n w e n d u n g
von Wi s s e n s c h a f t und T e c h n o l o g i e für die Lösun g der P r o b l e m e der Dritten
Welt im Rahmen eines gut g e g l i e d e r t e n M e h r j a h r e s - F u E - P r o g r a m m s .
Auch die neue G e m e i n s c h a f t s a k t i o n wird eine wi c h t i g e Rolle bei der
W i e d e r b e l e b u n g der e u r o p ä i s c h e n T r o p e n f o r s c h u n g spielen, die nach der
Entl a s s u n g frühe rer K o l o n i e n in die U n a b h ä n g i g k e i t im R ü ckg ang b e g r i f f e n
war. Außer dem bietet die neue Aktion sicher M ö g l i c h k e i t e n für eine
u m f a n g r e i c h e r e und e r f o l g r e i c h e B e t e i l i g u n g der F o r s c h u n g s i n s t i t u t e in
der Dritten Welt an den sie i n t e r e s s i e r e n d e n Forsc hung s v o r h a b e n .
Die Aktio n betri fft zwei H a u p t f o r s c h u n g s b e r e i c h e :
1. T r o p i sche und s u b t r o p i s c h e L a n d w i r t s c h a f t mit f o l g e n d e n Theme nkreisen :
- N a h r u n g s e r z e u g u n g : E n t w i c k l u n g von N a h r u n g s p f l a n z e n , die gegen
e r s c h w e r t e U m w e l t b e d i n g u n g e n resistent sind (Dürre, Kr a n k h e i t e n ,
Seuchen usw.), v e r b e s s e r t e s M a n a g e m e n t der F u t t e r r e s s o u r c e n , der
Fischerei und des V i e h b e s t a n d e s (Tiergenetik, V e t e r i n ä r m e d i z i n ) .
- H o l z e r z e u g u n g : für feu c h t e und tr o c k e n e Zonen g e e i g n e t e Arten.
- L a n d e r h a l t u n g und R e n a t urierung : Schutz gegen die W ü s t e n b i l d u n g ,
V e r b e s s e r u n g der W a s s e r r e s s o u r c e n .
- V e r b e s s e r u n g der l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n B e a r b e i t u n g s s y s t e m e unter
B e r ü c k s i c h t i g u n g des Bed a r f s der L a n d b e v ö l k e r u n g und E r h a l tung der
n a t ü r l i c h e n Resso urcen.
- T e c h n o l o g i e n a c h der A b e r n t u n g und E r z e u g n i s v e r a r b e i t u n g im
Z u s a m m e n h a n g mit der m e n s c h l i c h e n E r n ä h r u n g und der T i e r f ütterung .
Zur U n t e r s t ü t z u n g d i e s e r T ä t i g k e i t e n sollen m o d e r n e T e c h n i k e n wie
F e r n e r k u n d u n g oder auf lokalen B e dar f a b g e s t i m m t e T e c h n i k e n (vor allem
für die E n e r g i e v e r s o r g u n g in l ä ndl ichen Räumen) A n w e n d u n g finden.
2. T r o p e n m e d i z i n , G e s u n d h e i t und Ernährung:
- a n s t e c k e n d e T r o p e n k r a n k h e i t e n (Verhütung, Diagn ose und Behan dlung)
und n i c h t a n s t e c k e n d e t r o p i s c h e K r a n k h e i t e n (etwa H ä m o g l o b i n o s e ) .
- G e s u n d h e i t s s y s t e m e und die Be v ö l k e r u n g : s o z i o - m e d i z i n i s c h e
Forsc hung mit H ilfe der B e v ö l k e r u n g , um G e s u n d h e i t s s y s t e m e
auf z u b a u e n ; d e m o g r a p h i s c h e U n t e r s u c h u n g e n und Übe r b l i c k e ,
a n g e w a n d t e F o r s c hung auf B e v ö l k e r u n g im V e r h ä l t n i s zu den
Ökosy stemen.
- f a c h ü b e r g r e i f e n d e Forsc hung unter B e r ü c k s i c h t i g u n g der l a n d w i r t
schaf t l i c h e n , s o z i o ö k o n o m i s e h e n und m e d i z i n i s c h e n Asp e k t e der
E r n ä h r u n g bei den P r o b l e m e n im Z u s a m m e n h a n g mit E r n ä h r u n g s m ä n g e l n ,
U n t e r e r n ä h r u n g und L e b e n s m i t t e l v e r g i f t u n g e n .
Die in den genan nten Sektoren bereits laufende oder geplante Forschung
trägt zur Konso l i d i e r u n g der Politik der Gemeinschaft auf den Gebieten
" E n tw icklung" und "Wissenschaft und Technologie" bei. Wissenschaft und
Tech n o l o g i e gelte n als wesen tliche Entwi cklungsi nstrumen te, die die
Entwi c k l u n g s l ä n d e r mitte l f r i s t i g zu echten Partnern der EG-Mitglied-
staaten machen werden.
Insbe sondere bietet die von der Gemeinschaft geförderte Forschung in der
T r o p e n m e d i z i n bessere Mögli chkeiten zur Entwicklung von Di a g n o s e w e r k “
zeugen und zur H e r s t ellung der geeig neten Arzneimittel und Vakzine zur
B e k ä m p f u n g der häufi gsten Krankheiten, womit die Position der G e m e i n
schaft aus humanitärer, polit ischer und wirts chaftlic her Sicht verbessert
wird. Gl e i c h z e i t i g kann die landwirtschaf tliche Forschung durch die
G e m e i n s c h a f t s a k t i o n nicht nur auf die europ äischen Genre ssourcen z u rüc k
g r eif en, sondern auch auf diejenigen, die in den E ntwi cklungsl ändern noch
w e i t g e h e n d vorhanden sind.
Die B e d e u t u n g dieser Gemei n s c h a f t s a k t i o n liegt also in den Aus b i l d u n g s
m ö g l i c h k e i t e n und Lerna ngeboten , nicht nur für Menschen in En t w i c k l u n g s
ländern, sondern auch für junge e u r o p äische Wissenschaftler.
A u ß e r d e m ermög licht diese Aktion ebenso wie andere FuE-Programme der EG,
Doppelarbeit durch e i n z e l s t a a t l i c h e und internationale Bemühungen zu
v erme iden, wodurch die Resultate e i n d e utiger werden und weitere Anwendung
erfahren.
Die neue Aktion betrifft im w e s e n tlichen diese lben Sektoren wie im ersten
Pr o g r a m m "Wiss enschaft und Techn ologie im Dienste der Entwicklung" 1983-
1986. Die Bewer t u n g des F o r s c h u n gspot entials a u fgr und der rund 2.000
V o r s c hläge, die als Reaktion auf die A u s s c hreibung en im ersten Programm
eing i n g e n , und die Analyse der ersten Ergebnisse von rund 430 abge
sch l o s s e n e n Fors c h u n g s v e r t r ä g e n e r m ö g lichten die Herau sstellun g von
F o r s c h u n g s p r i o r i t ä t e n , die bei der neuen Aktion zu b e r üc ksichtig en sind.
Die Aktion wird sich bei der D u r c h führung um folgende Aspekte bemühen:
- N a c h d ruck auf die Förderung der Forsc hungst ä t i g k e i t e n in den
E n t w i c k l u n g s l ä n d e r n , wodurch ihre einhe i m i s c h e n Kapazitäten in
Wi s s e n s c h a f t und Techn ologie verbe ssert oder neu geschaffen werden.
- Diese Länder erhal ten die e n t s p r e c h e n d e Infrastruktur und auch das
w i s s e n s c h a f t l i c h e Ausst a t t u n g s m a t e r i a l , je nach den Vertragsverfahren.
Sie trägt zur Ve r b e s s e r u n g der Zusammenarbei t zwischen
W i s s e n s c h a f t l e r n bei und schafft neue Netze der Zusammenarbeit.
Sie enthält eine erwei tere Au s b i l d u n g s k o m p o n e n t e mit der Möglichkeit,
W i s s e n s c h a f t l e r zwisc hen den L a b o r atorien a u s z u tauschen bzw.
S a c h v e r s t ä n d i g e für Vorhaben abzus tellen, die entsprechende s
Fachwissen benötigen.
Ziel ist eine leist ungsfähi gere Anwen dung der Forsc hungserg ebnisse zum
N u tze n der M e nsc hen in den Entwi cklu n g s l ä n d e r n ab.
D urch geführt wird die Maßna hme über K o s t e n t e i l u n g s v e r t r ä g e zwischen der
KEG und Instituten aus Entw i c k l u n g s l ä n d e r n und Mitgl iedstaaten. A ller
d i ngs ist die Durch f ü h r u n g konzertierter Aktionen vor allem für die
S c h a f f u n g von Z u s a m m e n a r b e i t s n e t z e n nicht ausgeschlossen.
5 - 3
e. V e r a n s c h l a g t w e r d e n die zur D u r c h f ü h r u n g der n e u e n A k t i o n e r f o r d e r l i c h e n
Mitte l auf f o l g e n d e r G r und lage:
Höhe des im L aufe des e r s t e n P r o g r a m m s vor a l l e m von den
E n t w i c k l u n g s l ä n d e r n v o r g e t r a g e n e n F o r s c h u n g s p o t e n t i a l s .
Folgen, die die A k tio n auf die b i l a t e r a l e n und m u l t i l a t e r a l e n
T ä t i g k e i t e n der M i t g l i e d s t a a t e n hat, um e i nen K o o r d i n i e r u n g s e f f e k t zu
sic h e r n (7-8 % der e i n z e l s t a a t l i c h e n F u E - T ä t i g k e i t e n ) .
- Die A u s w i r k u n g e n der G e m e i n s c h a f t s t ä t i g k e i t e n im R a hme n d i e s e r
Entwi c k l u n g s p o l i t i k .
Die G e s a m t f i n a n z i e r u n g s o llt e für den Z e i t r a u m 1987-1991 z w i s c h e n 100 und
200 M i l l i o n e n ECU b e t r a g e n , w e n n man die g e n a n n t e n B e d i n g u n g e n und den
e r w e i t e r t e n Rahme n (12 M i t g l i e d s t a a t e n ) b e r ü c k s i c h t i g t . N a t ü r l i c h
e r f o r d e r t die E r w e i t e r u n g v e r s t ä r k t e B e m ü h u n g e n , um die Z iele e i ner
g e m e i n s a m e n Pol i t i k und e iner g e m e i n s a m e n St r u k t u r bei der D u r c h f ü h r u n g
der n e u e n A k t i o n zu e r r e i c h e n , doch b i e t e t sich g l e i c h z e i t i g die M ö g l i c h
keit, N u tze n aus den h i s t o r i s c h e n V e r b i n d u n g e n z w i s c h e n den b e i d e n n euen
M i t g l i e d s t a a t e n und den L ä n d e r n L a t e i n a m e r i k a s zu ziehen.
6 - 1
6. WISSENSCHAFTLICHES UND TECHNISCHES POTENTIAL IN EUROPA
Das Europa der Forscher ~ ~
a· Die V e r b e s s e r u n g_ der w i s s e n s c h a f t l i c h e n und techn ischen W ettb ewerbs-
fähigkeit der G emei nschaft durch Absch affung der Schranken im euro-
p a i s e h e n " W i s s e n s c h a f t s r a u m " und Aufbau eines echten "Europas der
Forscher" sind die we s e n t l i c h e n Anfor d e r u n g e n an die mitte l- und
l angf ristige so z i o - ö k o n o m i s e h e Entwicklung der Gemeinschaft.
b. A n ges ichts der N o t w e ndigkeit , die L e i s t ungsfähi gkeit ihres Forsc hungs
und E r f i n d u n g s p o t e n t i a l s zu stärken, haben die Mitgl i e d s t a a t e n Maßnahmen
zur Förderung der w i s s e n s c h a f t l i c h e n und techn ischen Kreativität sowohl
auf e i n z e l s t a a t lieher als auch auf i n ter national er Ebene ergriffen. Diese
M a ß n a h m e n sind jedoch häufig auf einze lne T ä t i g k e i t s b e r e i c h e beschränkt
(etwa die Molek u l a r b i o l o g i e ) oder a u s s c h l i e ß l i c h auf bestimmte
F o r s c h u n g s t h e m e n spezi alisiert und g e ogr aphisch auf den staat lichen oder
auf einen Raum von zwei Staaten begrenzt und ent s p r e c h e n nur teilweise
trotz ihres u n l e u g b a r e n Werts dem ständig wech s e l n d e n Bedarf der G e mei n
schaft und ihrer M i t g l iedstaat en. Daher ist eine m u l t i n a t i o n a l e Tätigkeit
zur S t ä rk ung und Ent w i c k l u n g der Skala der v o r h a ndenen Maßnahmen
erfor derlich.
Folgl ich dürft e der G e m e i n s c h a f t s r a h m e n zur E rrei chung dieses Ziels am
b e ste n geeig net sein. Die moder ne W i s s e nschaft und Techn ologie erfordern
z a h l r e i c h e Sich t w e i s e n und ei n a n d e r e rgän zende Konzeptionen, die häufig
f a c h ü b e r g r e i f e n d sind, wesha lb ein Zusa m m e n b r i n g e n von Menschen und Ideen
sowie der F o r s c h u n g s g r u p p e n n o t w e n d i g ersch eint, wobei eine bestimmte
" k r i t i s c h e G r ö ß e " wic h t i g ist. Dadurch wird g l e i c h z e i t i g ein g e ogr a
p h i s c h e r Kontext wie die G e m e i nschaft v o r a u sgesetzt , der möglichst groß
sein soll.
A u s g e h e n d von diese n V o r a u s s e t z u n g e n schlägt die K ommi ssion die
E n t w i c k l u n g ihrer Tätigkeit in zwei H a u p t r i c h t u n g e n vor:
1. Forscher:
Sen k u n g der V e r w a l t u n g s - und sozialen B e h i n d e r u n g e n für die Mobilität
der Forscher.
F o r s c h u n g s a u s b i l d u n g , E n t w i cklung von Fachgebieten, Z u s a t zausbild ung
für Wisse nsc h a f t l e r .
E n t w i c k l u n g der i n n e r e u r o p ä i s c h e n w i s s e n s c h a f t l i c h e n und techn ischen
Z u s a m m e n a r b e i t und der Mobilität der Forscher.
B i n d u n g und U n t e r s t ü t z u n g von S p i t z e n f o r s c h e r n in Europa.
2. Einri chtungen:
O p t i m i e r u n g der Ent w i c k l u n g und Nutzu ng der große n wisse n s c h a f t l i c h e n
und t e c h n i s c h e n Anlagen.
B e s e i t i g u n g von Hi n d e r n i s s e n zur U n t e r s t ü t z u n g des freien Verkehrs mit
w i s s e n s c h a f t l i c h e m und tech n i s c h e m Material.
c. Die K o m m i s s i o n v e r f o l g t e diese n Weg mit ihrem "Plan zur Förderung der
e u r o p ä i s c h e n Z u s a m m e n a r b e i t und des w i s s e n s c h a f t l i c h e n und techn ischen
A u s t a u s c h s 1985-1988", der sich an die Ve r s u c h s t ä t i g k e i t 1983-1984
anschloß.
6 - 2
Bishe r wurde n auf diese Weise rund 650 F o r s c h e r g r u p p e n in der
G e m e i n s c h a f t in 265 g e m e i n s a m e n V o r h a b e n z u s a m m e n g e b r a c h t , und Dutzende
von " w i s s e n s c h a f t l i c h e n Netze n" wurde n dank der G e m e i n s c h a f t s a k t i o n
e i n g e r i c h t e t , die in dem g e s a m t e n M i l i e u als Erfolg gewer tet wurde.
Nicht nur in den M i t g l i e d s t a a t e n , die t e i l w e i s e inzw i s c h e n ä h nli che
A k t i o n e n auf e i n z e l s t a a t l i c h e r Ebene g e s t a rtet haben, zeigte sich große s
Interesse, sondern auch bei i n t e r n a t i o n a l e n O r g a n i s a t i o n e n wie dem
Europarat und in e u r o p ä i s c h e n N i c h t m i t g l i e d s t a a t e n (Österreich, Finnland,
Norwegen, Schweden, Schweiz). Einige d i ese r Staaten haben offiziell
b e k a n n t g e m a c h t , daß sie an der A k t i o n t e i l n e h m e n wollen, und g e m ä ß dem
vom Rat im März 1985 e r t e i l t e n Mandat w u rde n V e r h a n d l u n g e n über die
V o r a u s s e t z u n g e n , vor allem über die f i n a n z i e l l e n B e d i n g u n g e n , unter denen
solch eine B e t e i l i g u n g s t a t t f i n d e n kann, a u f g e nommen.
Von d i e s e m Erfolg und dem o f f e n s i c h t l i c h e n Inter esse e r m u t igt, schlägt
die K o m m i s s i o n nun vor, auf der b i s h e r i g e n Tätigkeit aufzu bauen. Sie ist
der Meinu ng, daß b e s o n d e r e r N a c h d r u c k auf die so z i a l e n und kul t u r e l l e n
Aspekte des "Europas der Forscher" zu legen und das G e m e i n s c h a f t s
p o t e n tial an große n w i s s e n s c h a f t l i c h e n und t e c h n i s c h e n Anlag en voll zu
nutze n ist.
d. Wege für Maßnahmen:
1. Forscher:
Die K o m m i s s i o n schlägt die F e s t s t e l l u n g und D u r c h f ü h r u n g von
K o n t e x t m a ß n a h m e n a d m i n i s t r a t i v e r und v o r s c h r i f t s m ä ß i g e r Art zur
B e s e i t i g u n g der H e m m n isse und zur U n t e r s t ü t z u n g der Mobil i t ä t vor.
Hier sollen Anrei ze über f i n a n z i e l l e U n t e r s t ü t z u n g e n in v e r s c h i e d e n e n
Formen geg e b e n werde n ( F o r s c h u n g s s t i p e n d i e n , P a r t n e r s c h a f t e n von
L a b o r a t o r i e n , B e t r i e b s v e r t r ä g e , s e k t o r a l e S t i p e n d i e n , F o r t b i l d u n g s
kurse, w i s s e n s c h a f t l i c h e A n e r k e n n u n g e n und Preis e), um A u s b i ldung,
w i s s e n s c h a f t l i c h e und t e c h n i s c h e Z u s a m m e n a r b e i t , Mobil i t ä t der
Forscher und die Bin d u n g h o c h q u a l i f i z i e r t e r Forscher an Europa zu
fördern.
2. Einrichtungen :
Die K o m m i s s i o n hält es für e i n e r s e i t s a n g e b r a c h t , G e m e i n s c h a f t s
u n t e r s t ü t z u n g zu gewäh r e n , damit die Forsc her in der G e m e i n s c h a f t
koste nlos Zeit und V e r s u c h s e i n r i c h t u n g e n in g r oße n w i s s e n s c h a f t l i c h e n
und t e c h n i s c h e n Anl a g e n nutze n können. Als G e g e n l e i s t u n g könnte die
A n lag e a u f g r u n d des G e m e i n s c h a f t s b e i t r a g s a n gep aßt werde n, damit sie
s p e z i e l l e M e r k m a l e erhält und w i r t s c h a f t l i c h e r b e t r i e b e n w e r d e n kann.
e. Damit am Ende der Aktio n 5 % der e u r o p ä i s c h e n Forscher an t r a n s n a t i o n a l e n
K o o p e r a t i o n s t ä t i g k e i t e n diese r Art m i t a r b e i t e n , sind nach A u f f a s s u n g der
K o m m i s s i o n für das Jahr 1991 2,5 % der Forscher (das sind 10.000
P e r s o n e n , als Ziel anzupeilen.
Dazu sind au f g r u n d der b i she r g e w o n n e n e n E r f a h r u n g Mittel in Höhe von 400
bis 50 0 Mio ECU für den g e s a m t e n Ze i t r a u m 1987-1991 e r f o r d e r l i c h (dies
e n t s p r i c h t 0,2 % der ö f f e n t l i c h e n F u E - A usgaben, die in den Haushalt des
Euro p a s der Zwölf für den g l e i c h e n Z e i t r a u m e i n g e s e t z t sind).
7 . 1 -1
7. ALLGEMEINE UNTERSTÜTZUNG DER WISSENSCHAFTLICHEN UND TECHNISCHEN
ENTWICKLUNG
7.1 Innovation
Der Europäische Rat hat die Bedeutung hervorgehoben, die der Stärkung der
wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der europäischen Industrie
und der Förderung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit zukommen.
Daher schlägt die Kommission die Unterstützung des gesamten Innovations
prozesses in der Gemeinschaft auf zwei speziellen Gebieten vor:
verbesserte Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse der Gemeinschafts
forschung, der Demonstration und der technologischen Entwicklungs
tätigkeiten (FDTE);
- ein strategisches Programm zur transnationalen Förderung von Innovation
und Technologietransfer (SPRINT).
7-1-1 Verbreitung und Nutzung der FDTE-Ergebnisse
a. Die vorgeschlagenen Änderungen zum EG-Vertrag bestätigen ausdrücklich,
daß Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse der Gemeinschaftsforschungs-,
Démonstrations- und technologischen Entwicklungstätigkeiten (FDTE) einen
der vier miteinander verbundenen Typen von Maßnahmen bilden, die die
Gemeinschaft auf dem Gebiet der Technologie ergreifen muß.
Im Rahmen eines gemeinschaftsweiten Marktes wird die verbesserte
Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse überall in der erweiterten
Gemeinschaft zu einem Anstieg des allgemeinen wissenschaftlichen und
technischen Kenntnisstandes, zu einer grundsätzlichen Verbesserung der
wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit sowie der Anzahl der geschaffenen
Arbeitsplätze führen. Nach Aussage einiger Erhebungen hat diese Aktion
trotz der bisher geringfügigen Mittel bereits zur Schaffung von rund
3.000 (direkten und indirekten) Dauerarbeitsplätzen geführt, wobei die
Kosten je Arbeitsplatz erheblich niedriger als die sonst üblichen Kosten
im öffentlichen oder privaten Sektor lagen. Rund die Hälfte der neuen
Arbeitsplätze betrifft transnationale Tätigkeiten.
b. Diese horizontale Aktion wird zum Nutzen aller Gebiete in drei Richtungen
durchgeführt :
1. Eine Tätigkeit zur Verbreitung sämtlicher FDTE-Ergebnisse in der
Gemeinschaft:
. Überprüfung, Anmeldung und Schutz von Patenten, damit nutzbares
Material geschützt ist.
. Übersetzung der Ergebnisse d e r FDTE in der Gemeinschaft in mehre re
Sprachen und Bereitstellung geeigneter Möglichkeiten zur
Verbreitung an die Wissenschaftsgemeinschaft, die Entscheidungs
träger im privaten und öffentlichen Sektor und die Öffentlichkeit.
2. Eine Tätigkeit zur Nutzung der FuE-Ergebnisse aus der GFS;
Marktbeurteilung der GFS-Erfindungen; Unterstützung für den Bau von
Prototypen und Pilotanlagen; Suche nach Industriepartnern für die
Verwertung oder die Weiterentwicklung; Ausgabe von Lizenzen und
Werbung.
7 . 1 -2
3. Eine Tätigkeit hinsichtlich der Nutzung der Ergebnisse aus allen
übrigen FDTE-Tätigkeiten, an denen die Gemeinschaft als solche
beteiligt ist (Kostenteilungsaktionen einschließlich Demonstrations
vorhaben, COST, EUREKA und Zusammenarbeitsverträge mit Drittländern
usw. ):
. Sicherstellung der Verwertung durch Einhaltung der rechtlichen und
vertraglichen Vorschriften über den Schutz, die Nutzung und die
Lizenzvergabe im Sinne der Gemeinschaft.
. Angebot selektiver und vorwettbewerblicher Unterstützung auf dem
Gebiet des Schutzes, der Nutzung und der Lizenzvergabe, die auf
bestimmte Arten von Vertragspartnern begrenzt ist (Forschungs
zentren, die teilweise oder ganz in öffentlichem Besitz sind,
Klein- und Mittelbetriebe und Hochschulen), sofern die Arbeit
grenzüberschreitenden Charakter hat oder durch einzelstaatliche
Maßnahmen nicht ausreichend unterstützt werden kann und durch
Lizenzgebühren für die Rückzahlung der finanziellen Unterstützung
der Gemeinschaft gesorgt ist.
Nach den Erfahrungen der Kommissionsdienststellen lassen sich diese
Aufgaben weit besser im Rahmen eines Konzeptes lösen, bei dem Sonder
dienste für den Schutz der Erfindungen, die Verbreitung von Informationen
und die Nutzung von Forschungsergebnissen, die für einzelne Forschungs
programme verfügbar gemacht werden, zuständig sind.
c. Eine wesentliche Verstärkung dieser bestehenden horizontalen Aktion, die
sich zu geringen Kosten im Vergleich zum Gesamtforschungshaushalt
ermöglichen ließe, würde weit mehr Nutzen als Kosten erbringen.
d. In enger Zusammenarbeit mit den Verwaltern der FDTE-Programme, den
Forschern und Erfindern und auch mit technischer Unterstützung der GFS
soll das unter b) genannte Programm vor allem aus Gründen der fachlichen
Qualifikation, der Kostengünstigkeit und der Haushaltsvorschriften von
den Sonderdiensten der Kommission (die entsprechend verstärkt werden
könnten) mit Unterstützung vertraglich gebundener außenstehender
Sachverständigen durchgeführt werden. Nutzungsvorhaben, bei denen die
Erfindungen weiter auszubauen sind, oder die Verwirklichung von
Demonstrationsanlagen sollen von nicht der Kommission angehörenden
Unternehmen durch Verträge mit der Kommission ausgeführt werden.
7.1.2 Strategisches Programm zur transnationalen Förderung von Innovation
und Technologietransfer (SPRINT)
a. Die vorgeschlagenen Änderungen im EG-Vertrag bekräftigen, daß "die
Gemeinschaft .... die wissenschaftlichen und technischen Grundlagen der
europäischen Industrie stärken und die Entwicklung ihrer internationalen
Wettbewerbsfähigkeit begünstigen (will). In diesem Sinne unterstützt sie
die Unternehmen - einschließlich der Klein- und Mittelbetriebe -, die
Forschungszentren und die Hochschulen bei ihren Bemühungen auf dem Gebiet
der Forschung und der technologischen Entwicklung; sie fördert ihre
Zusammenarbeitsbestrebungen, damit die Unternehmen vor allem die
Möglichkeiten des Binnenmarktes der Gemeinschaft voll nutzen können, __ "
Folglich wird eine horizontale Aktion mit dem Ziel vorgeschlagen, die
europäische Infrastruktur zur Unterstützung von Innovation und Techno
logietransfer auszubauen, was vor allem Klein- und Mittelbetrieben zugute
kommen soll.
7 . 2 -1
7.2 Kommunikation und Informationsnetze sowie wissenschaftliche Datenbanken
a. Der Aufbau großer Kommunikations- und Informationsnetze in Europa ist ein
Schlüsselelement für folgende Bereiche:
1. Stärkung der europäischen Forschungsinfrastruktur:
Grundlagen-, technologische und Maschinenbauforschung erfordert gute
rechnergestützte Kommunikationsmedien als Unterstützung der Forscher.
- Sie können trotz der geographischen Verstreutheit aufgrund besseren
und schnelleren Zugriffs zu einschlägigen Informationsquellen und
der verbesserten Kommunikation mit anderen Wissenschaftlern
leistungsfähiger arbeiten.
- Die grundlegende Forschungskapazität in Europa wird verbessert, um
sie schneller als unsere Wettbewerber einzusetzen.
Der Aufbau eines europäischen integrierten Rechnernetzes dürfte ein
Netz der Wissenschaftskultur schaffen und die Zusammenarbeit zwischen
getrennten einzelstaatlichen Forschergruppen auslösen und verstärken.
2. Verbesserung des Innovationsvorgangs und des Tempos sowie Förderung
der industriellen Nutzung industrieller Ergebnisse durch Verbindungen
und Brücken zwischen Hochschulen, industriellen Forschungszentren,
Normungsspezialisten und Marketingfachleuten.
3. Hinführung zu konsequenten Konzeptionen und Einführung gemeinsamer
europäischer Normen. (Schließlich könnte ein europäisches Rechnernetz
eine Aufnahmestruktur für EARN-Mitglieder bilden, wenn die IBM-Gelder
nicht mehr das EARN-Netz unterstützen).
b. Ziel ist die Bereithaltung einer gemeinsamen integrierten Rechner
kommunikationsinfrastruktur und damit verbundener Dienste unter Einsatz
des öffentlichen Datennetzes und bei Verbund der Rechner und Personen in
den Hochschulen sowie staatlichen und industriellen Forschungszentren.
Dies ermöglicht den Austausch von Datensoftware, Meldungen und
Forschungsergebnissen überall in Europa sowie die Mitteilung umfang
reicher und teurer Ressourcen wie Informationsdatenbanken, Superrechner,
Sonderdienstzentren für Expertensysteme und künstliche Intelligenz.
Aufbauen soll diese Infrastruktur auf Arbeiten, die bereits zur Ent
wicklung und Durchführung der OSI-Normen unternommen werden, um die EG
mit Hochgeschwindigkeits- bzw. Breitbandkommunikationsdiensten (im Rahmen
von ESPRIT und RACE) auszustatten.
Die unter der Schirmherrschaft der Kommission gegründete Vereinigung RARE
(Réseaux Associés pour La Recherche Européenne - Vereinigte Netze für die
europäische Forschung) bemüht sich um die Bereitstellung qualitativ
hochwertiger Infrastrukturnetze unter Einsatz der von den Post- und
Fernmeldeverwaltungen betriebenen Datendienste, um so Forschung und
Hochschularbeit auf europäischer Grundlage zu unterstützen.
Ein weiteres wichtiges europäisches Vorhaben, an dem die Kommission
partnerschaftlich beteiligt ist, ist das Europäische Forschungsnetz
(ERN). Es verfolgt ähnliche Ziele. Derzeit wird innerhalb der Kommission
erörtert, wie die aktive Beteiligung und ihr Beitrag zu definieren ist.
7 . 2 - 2
c. Motivierung für Maßnahmen der EG:
- Einsatz der EG-weiten Fähigkeiten in FuE und Beitrag zur Schaffung der
europäischen Gemeinschaft der Forscher.
- Koordiniertes Vorgehen zur Entwicklung und Durchführung gemeinsamer
Normen (in Zusammenarbeit mit CEPT).
- Wesentliche Kosteneinsparung im Vergleich zu der Vielfalt inkompatibler
einzelstaatlicher Netze für den gleichen Zweck.
- Verbesserung des europaweiten Technologietransfers einschließlich für
Klein- und Mittelbetriebe und benachteiligte Gebiete durch Abbau der
geographischen Schranken für den Informationszugriff.
d. In dieser ersten Phase wäre ein Gemeinschaftsbeitrag von rund 20 Mio ECU
annehmbar. Eine erste Schätzung der tatsächlichen Ausgaben für die
verschiedenen einzelstaatlichen Programme in der Gemeinschaft macht rund
80 Mio ECU aus.
überdies wird ein Teil der Arbeiten ohne FDTE im Rahmen anderer Programme
wie INSIS und des IT- und T-Normungsaktionsplans durchgeführt.
7 . 3 -1
7.3 SprachprobLeme
a. Sprache ist das wichtigste Medium für die menschliche Kommunikation und
für die Aufzeichnung von Wissen. In der Gemeinschaft gibt es neun
offizielle Sprachen, was zu zwei Arten von Problemen führt, die beide für
ihr erfolgreiches Funktionieren oder sogar ihr überleben entscheidend
sind:
- Vielsprachigkeit: Die nationale und kulturelle Identität der
Mitgliedstaaten ist untrennbar von ihren nationalen (und regionalen)
Sprachen. Es ist daher Pflicht der Gemeinschaft dafür zu sorgen, daß
sämtliche Mitglieder mit den Institutionen der Gemeinschaft und
untereinander in ihrer eigenen Sprache verkehren können, ohne
benachteiligt zu werden. Dies erfordert schnelle, billige und
verläßliche Ubersetzei— und Dolmetscherdienste, die nur unter
extensivem Einsatz fortgeschrittener Informationstechnologien möglich
sind. Nur wenn die Sprachbarrieren tatsächlich überwunden werden, kann
Europa hoffen, äußeren und inneren sprachlichen und kulturellen
Kolonialismus mit all seinen wirtschaftlichen Folgen zu vermeiden, und
gleiche Chancen für alle Mitgliedstaaten zu schaffen.
- Sprachverständnis: Die Gemeinschaft und ihre Mitglieder geben sich
große Muhe, den Rückstand auf dem Gebiet der modernen Informations
technologien, die zu den wichtigsten Faktoren künftigen wirtschaft
lichen Wachstums gerechnet werden, aufzuholen. Die IT-Forschung umfaßt
als wichtigsten Bereich die fortgeschrittene Informationsverarbeitung,
einschließlich Wissenstechnik, Expertensysteme (geschriebene und
gesprochene) Kommunikation Mensch-Maschine usw. Da der größte Teil des
menschlichen Wissens in natürlicher Sprache aufgezeichnet und ver
mittelt wird, hängt der Erfolg der Technologien letzlich von unserer
Fähigkeit ab, diese Informationsquelle für moderne Informationssysteme
zu nutzen und dem Verwender Wissen in seiner Sprache zur Verfügung zu
stellen.
Unsere Konkurrenten in den USA und Japan räumen dem Verständnis von
natürlicher Sprache eine vorrangige Stelle in ihren jeweiligen IT-
Programmen ein. Außer der Hardware exportieren sie zunehmend Komponenten
für natürliche Sprache (meist Englisch), zum Beispiel Textverarbeitung,
Datenbasen, Sprach-Synthesizers usw. Auf dem Spiel steht nicht nur die
Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinschaft im Bereich der sich schnell
entwickelnden Sprachindustrie, sondern letztlich auch ihre eigene
Identität. Die Mehrsprachigkeit sowie die bisherigen Anstrengungen sowohl
auf der Ebene der Gemeinschaft als auch der einzelnen Mitgliedstaaten
haben Europa in diesem Bereich einen gewissen Vorsprung vor seinen
Konkurrenten gewährt. Dieser Vorsprung muß durch koordinierte
Anstrengungen sämtlicher Beteiligten aufrecht erhalten und ausgebaut
werden.
b. Das langfristige Ziel eines gemeinschaftlichen FuE-Programms (das mit
einzelstaatlichen Programmen koordiniert wird) ist die Schaffung von
Methoden, Hilfsmitteln, Technologien, Informationsspeichern und
Prototypsystemen, die als Grundlage für die Entwicklung einer unab
hängigen und starken europäischen Sprachindustrie dienen können.
Hauptargument für eine gemeinschaftliche Aktion ist die Tatsache, daß
die grundlegenden Probleme - wie zum Beispiel die Analyse und Synthese
von geschriebener und gesprochener Sprache, die Verbindung von
sprachlichen Moduln mit Informationssystemen usw. - in allen Sprachen
weitgehend gleich sind und daher gemeinsame Lösungen erfordern. Diese
gemeinsamen Methoden und Werkzeuge sollten von den Mitgliedstaaten (in
Zusammenarbeit) verwendet werden, um ein- und mehrsprachige Analyse- und
Synthesemoduln zu konstruieren, die ihrerseits in eine Reihe von
Anwendungssystemen (Prototypen) integriert werden können.
Viele dieser Probleme werden vermutlich in diesem Jahrhundert keine
endgültige Lösung mehr finden und erfordern eine langfristige Grundlagen
forschung; dennoch können die wichtigsten konkreten Leitlinien einer
Aktion für den Zeitraum 1987-1991 folgendermaßen festgelegt werden:
- Bis 1990 Fertigstellung des ersten mehrsprachigen automatischen
Ubersetzungssystems als Prototyp (EUROTRA), das für sämtliche
offizielle Gemeinschaftssprachen in einem bestimmten Themenbereich und
für bestimmte Texte verwendet werden kann. EUROTRA wurde im November
1982 vom Rat genehmigt (5 1/2 Jahre, 16 Millionen ECU). Nach dem
Beitritt Spaniens und Portugals hat die Kommission vorgeschlagen, die
Laufzeit des Programms um 18 Monate zu verlängern und die Mittel um 11
Millionen ECU aufzustocken, um den Zuwachs von 7 auf 9 Sprachen (und
von 42 auf 72 Sprachenpaaren) zu berücksichtigen.
- Unterstützung der industriellen Entwicklung eines automatischen
Ubersetzungssystems, das in einer großen Anzahl von Bereichen und
Umgebungen angewendet werden kann (Institutionen der Gemeinschaft,
Industrie, Handel, Dienstleistungen, Information und Dokumentation).
Die Vorbereitung dieses Programms sollte 1988, das Programm selbst
1990 (EUROTRA II) beginnen.
Entwicklung von Methoden und Werkzeugen für die Wiederverwendbarkeit
der lexikalischen Information für computergestützte Anwendungen und
Ausarbeitung von Normen für lexikalische und terminologische Daten
(LEXTERM). Im Rahmen dieser Aktion sollte auch die Schaffung von
einzelstaatlichen Terminologien in Bereichen, in denen es noch keine
gibt, unterstützt werden (Vorbereitungsphase 1987, Ausführung 1989).
- Langfristige Grundlagenforschung für die nächste Generation von
hochentwickelten automatischen Ubersetzungssystemen und anderen
Verarbeitungssystemen für natürliche Sprache. Diese Forschungsarbeiten
sollten moderne semantische Methoden, Expertenwissen für bestimmte
Sachbereiche, Inferenztechniken, Anschluß von Sprachverarbeitungs-
modulen an Informations- und Expertensysteme, Sprachanalyse und -
synthese (EUROTRA III).
Die kooperative und dezentralisierte Organisation des EUROTRA-Vorhabens
hat sich als anregender und auslösender Faktor erwiesen. Sie hat jedoch
auch einige strukturelle Schwächen im Bereich der FuE sprachlicher
Probleme auf einzelstaatlicher Ebene aufgezeigt, die in einigen wenigen
Fällen den Beginn der einzelstaatlichen Beiträge zu dem Programm stark
verzögert haben. Vor allem die objektorientierte Vertragsforschung ist in
vielen Mitgliedstaaten unzureichend organisiert und künftige Programme
sollten dazu beitragen, Strukturen sowie Fortbildung zu verbessern.
Für sämtliche Vorhaben sind Maßnahmen auf Kostenteilungsbasis vorgesehen.
Vorahben, die in erster Linie forschungsorientiert sind, sollten durch
die öffentliche Hand finanziert werden (Gemeinschaft, einzelstaatliche
Beiträge), während für Vorhaben mit eindeutigem Entwicklungscharakter mit
Mitteln aus dem privaten Sektor gerechnet werden-kann.
7 . 3 -3
e. Oie Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf etwa 280 Mio ECU
belaufen, von denen die Gemeinschaft 80 bis 100 Mio ECU übernimmt,
während die Mitgliedstaaten 80 Mio ECU und der Privatsektor 110 Mio ECU
beitragen. Oie Beteiligung der Gemeinschaft würde 15 bis 20 % des
derzeitigen gesamten öffentlichen Beitrags der Mitgliedstaaten ausmachen.
7.4 Vorausschau, Bewertung und statistische Werkzeuge
7.4.1 Vorausschau (FAST)
a. Vorausschau und Bewertung der Auswirkungen Langfristiger wissenschaft
licher und technologischer Veränderungen auf die wirtschaftliche und
soziale Entwicklung der Mitgliedstaaten ist eine der besten Möglichkeiten
der Kommission, neue Ziele und Prioritäten für ihre Aktionen im Bereich
der FuE in der technologischen Entwicklung zu identifizieren.
b. Im Laufe der Durchführung von FAST II ist eine neue Generation von FuE-
Programmen und Maßnahmen entstanden (ESPRIT, RACE, BRITE, CUBE,
STIMULATION __ ), welche die Fähigkeit der Kommission, langfristige
wissenschaftliche und technologische Entwicklungen zu analysieren und
daraus strategische Leitlinien abzuleiten, erhöht haben.
Außerdem kommt den technologischen Veränderungen und ihren wirtschaft
lichen und sozialen Auswirkungen größere und systematischere Aufmerksam
keit anderer Dienststellen der Kommission zu (insbesondere der General
direktion Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Bildung). Auch das
Europäische Parlament hat 1985 beschlossen, ein parlamentarisches Amt für
die Bewertung der wissenschaftlichen und technologischen Entscheidungen
einzurichten.
Daher werden Tätigkeiten wie Vorausschau und Bewertung im Bereich
Wissenschaft und Technologie von der Kommission und den Organen der
Gemeinschaft nicht mehr ausschließlich im Rahmen des FAST-Programms
durchgeführt.
Auch in den Mitgliedstaaten - sowohl auf der Ebene der Exekutive
(Regierung) als auch der Legislative (Parlament) - zeigt sich erneut
Interesse für die Analyse von langfristigen gesellschaftlichen
Auswirkungen der wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung.
Diese neuen Entwicklungen erfordern daher:
1. eine Verstärkung der spezifischen Rolle des FAST-Programms;
2. die Eröffnung neuer Orientierungen für die Ausrichtung der Forschung
und den Aufgabenbereich von FAST.
c. Ad. 1. Verstärkung der spezifischen Rolle des FAST-Programms unter den
neuen Bedingungen der Gemeinschaft und im Rahmen der jüngsten
Entwicklungen in den Mitgliedstaaten.
Das bedeutet:
- stärkere Betonung des gesamten Spektrums technologischer
"Familien", insbesondere mit dem langfristigen Ziel ihrer
Integration (IT, Werkstoffe und Biotechnologien; Optoelektronik,
IT-Automatisierung und Werkstoffe usw.) sowie der Auswirkungen
auf die der europäische FuE-Struktur und auf industrielle und
BiIdungssysteme;
- größeres Gewicht auf der Bewertung von Auswirkungen und Folgen
neuer Bereiche der wissenschaftlichen und technologischen
Anwendungen;
7 . 4 -2
- stärkere Betonung der "Netz"-Konzeption, um die von der
Kommission und den Institutionen der Gemeinschaft aufgestelLten
Planungen und Analysen mit denen der Mitgliedstaaten zu vereinen
und ihre Ergebnisse in politische Entscheidungen im Bereich
Wirtschaft und Technologie zu verwandeln.
Ad. 2. Eröffnung neuer Orientierungen für die Ausrichtung der Forschung
und den Aufgabenbereich:
Das bedeutet:
- Verbesserung und Diversifizierung der geeigneten Werkzeuge
(Informationsdatenbanken, Förderung und europäische Ad-hoc-
"Beobachtungsstellen") für eine bessere Beobachtung der
Veränderungen der wissenschaftlichen und technologischen
Systeme;
- stärkere Beachtung der Langzeitfaktoren und Dynamik bei
Innovation, Transfer und Verbreitung;
- systematische Durchführung von Untersuchungen über weltweite
Entwicklung, Probleme und Aussichten in Wissenschaft und
Technologie unter Berücksichtigung der ständig zunehmenden
Internationalisierung von Wirtschaft, Technologie und FuE;
- und - in enger Zusammenarbeit mit IRIS - Ausbau der Verbindungen
zu Herstellern und Verwendern neuer Anwendungen modernster
Wissenschaft und Technologie.
d. Die Arbeiten werden auf Kostenteilungsbasis durchgeführt, wie dies seit
Beginn des FAST-Programms der Fall ist.
e. Die voraussichtlichen Kosten für diese Maßnahme während des Zeitraums
1987-1991 werden sich auf 15 bis 18 Mio ECU belaufen.
7.4.2 Bewertung
a. Eine genaue Untersuchung der wissenschaftlichen Tätigkeiten ist nicht nur
für die Entwicklung einer wirksameren Wissenschaftspolitik erforderlich,
sondern auch um zu gewährleisten, daß in einem Bereich, in dem der
Anspruch der Gesellschaft auf Rechenschaft ständig zunimmt, ausreichende
Garantien dafür geliefert werden, daß die für Forschungsarbeiten
ausgegebenen öffentlichen Mittel tatsächlich dazu beitragen, die von der
Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten festgesetzten sozialen und
ökonomischen Ziele zu erreichen. Außerdem hat die wachsende Anerkennung
der Bedeutung von FuE für das Wirtschaftswachstum dazu geführt, daß der
FuE-Bewertung mehr Aufmerksamkeit zukommt. Dies wird belegt durch das
Interesse der Mitgliedstaaten und verschiedener internationaler
Organisationen wie zum Beispiel der UNO und der OECD.
b. Während des Zeitraums 1987-1991 wird die Kommission weiterhin die
Prinzipien befolgen, die in dem vom Rat am 28. Juni 1983 genehmigten
Aktionsplan über die Bewertung der FuE-Arbeiten der Gemeinschaft
dargelegt sind. Dabei wird jede einzelne Maßnahme rechtzeitig bewertet,
damit die Ergebnisse bei der Ausarbeitung des nächsten Programms
verwendet werden können. Die Methode beruht auf dem Prinzip der
7 . 4 - 3
"Bewertung durch Gleichrangige", die von außenstehenden Gruppen
unabhängiger Sachverständiger möglichst unter Verwendung von
quantitativen Anzeigern durchgeführt wird.
Um diese Tätigkeit effizient durchzuführen, wird die Kommission
Forschungsarbeiten in diesem Bereich in der Gemeinschaft fördern und sich
weiterhin um die Entwicklung geeigneter Bewertungsmethodologien und die
Einrichtung eines gemeinschaftlichen Bewertungsnetzes bemühen.
c. Die Techniken der Bewertung werden sich an der steigenden Priorität
ausrichten, welche die Gemeinschaft Programmen des FuE-Bereichs beimißt,
die zur industriellen Konkurrenzfähigkeit beitragen. Das bedeutet, daß
besondere Anstrengungen bei der Analyse all jener Aspekte unternommen
werden, die für Innovation und Konkurrenzfähigkeit der Industrie
ausschlaggebend sind.
Mehrere Mitgliedstaaten haben wiederholt auf die Bedeutung der Bewertung
sozio-ökonomischer Auswirkungen hingewiesen. Dieser Aspekt kann nur dann
voll berücksichtigt werden, wenn die Bewertungen auf einer höheren
Aggregationsebene als bisher durchgeführt werden.
d. Die Kosten für die Bewertungstätigkeiten des Zeitraums 1987-1991 werden
sich voraussichtlich auf 10 bis 12 Mio ECU belaufen.
7.4.3 Statistische Werkzeuge
a. Vorausschau und Bewertung müssen durch umfassende statistische
Datenbankenist unterstützt werden. Die Unterstützung besteht nicht nur
aus den Daten und den entsprechenden Metadaten, sondern sollte möglichst
auch die Erfahrung all jener umfassen, die die Daten zusammenstellen und
verwenden. Dieses Wissen sollte die Form von Expertensystemen genutzt
werden. Mit diesen Systemen wird die Produktivität statistischer
Informationen erhöht.
b. Diese Tätigkeit sollte eine grundlegende Untersuchung der Probleme
umfassen, die bei der Ausarbeitung von statistischen Expertensystemen und
bei Vorschlägen für Normen zur Gewährleistung der Kompatibilität
künftiger Arbeiten in diesem Bereich sowie für vollständige
Prototypsysteme für ausgewählte Bereiche auftreten. Zusätzlich zu den
spezifischen Ergebnissen auf dem Gebiet der Statistik werden auch
allgemeinere Erfahrungen gesammelt werden, die für Erforschung und
Entwicklung von Expertensystemen bedeutend sind.
Für die Koordinierung und Verstärkung der zur Zeit auf einige
Mitgliedstaaten verteilten Arbeiten ist der allgemeine Rahmen einer
gemeinschaftlichen Konzeption notwendig; dieser wird es auch erlauben,
gemeinsame Normen zu entwickeln, um die breite Verwendung dieser neuen
Werkzeuge anzuregen.
c. Diese neue Gemeinschaftstätigkeit sollte mit Hilfe von Vorhaben auf
Kostenteilungsbasis durchgeführt werden; sie würde für den Zeitraum
1987-1991 etwa 5 Mio ECU erfordern. Dies würde 5 bis 10 % der von den
Mitgliedstaaten für dieses Gebiet aufgebrachten Mittel ausmachen.
7 . 5 -1
7.5 Internationale Zusammenarbeit
a. Die aktivere wissenschaftliche Präsenz in Entwicklungsländern wird immer
mehr zu einem wichtigen Teil der Strategie der Gemeinschaft. Eine
angemessene Reaktion kann nur mit Hilfe von detailliertem Wissen über die
Bedürfnisse ihrer Partner beschlossen werden. Ein tatsächlicher
Technologietransfer in Entwicklungsländer kann nur durch verstärkte
Zusammenarbeit zwischen Europa und diesen Ländern erreicht werden.
Durch den Ausbau der wissenschaftlichen Beziehungen mit sämtlichen
Ländern ergeben sich neue ökonomische Möglichkeiten dank der sich
öffenenden Ausfuhrmärkte; gleichzeitig kann die Entwicklung ärmerer
Völker besser unterstützt werden.
Die einzelnen Länder Europas verfügen über ein beachtenswertes wissen
schaftliches und technologisches Potential; dennoch wird nur eine
gemeinsame Anstrengung der Gemeinschaft die Möglichkeit bieten, die
steigende Nachfrage der Entwicklungsländer nach Zusammenarbeit zu
beantworten.
Wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit bilden eine der Säulen,
auf der weltweite Kooperationsabkommen zwischen der Gemeinschaft und der
Dritten Welt ruhen. Die industrialisieten Länder, und insbesondere die
EFTA-Länder, wünschen eine Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft, um ihr
wissenschaftliches Potential zu erhöhen und die Mittel für Forschungs
anstrengungen rationell einzusetzen.
Die Entwicklungsländer ihrerseits warten auf die wissenschaftliche und
technische Hilfe der Gemeinschaft, die zur Beschleunigung ihrer
Entwicklung erforderlich sind.
b. Eine Gemeinschaftsaktion wurde 1984 mit geringen Mitteln gestartet, um
die wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit mit
industrialisierten Ländern einerseits, und mit Entwicklungsländern,
insbesondere nichtassoziierten Ländern der dritten Welt andererseits, zu
unterstützen. Ziel dieser wissenschaftlichen und technischen Aktionen ist
es, die in allgemeinerem Rahmen in anderen Gemeinschaftspolitiken
eingeführte Zusammenarbeit zu stärken.
Ziele und Methoden bei der Durchführung internationaler Zusammenarbeit im
Bereich Wissenschaft und Technologie fallen unterschiedlich aus, je
nachdem, ob die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern oder industriali
sierten Ländern durchgeführt wird.
1. Für Entwicklungsländer haben diese Aktionen zum Ziel, entweder das
FuE-Programm "Wissenschaft und Technologie für die Entwicklung" (siehe
Punkt 5) zu ergänzen, oder künftige FuE-Programme vorzubereiten.Bei
Entwicklungsländern soll die Hilfe örtliche Forschungsarbeiten
unterstützen, insbesondere durch die Einrichtung von Verbindungen
zwischen europäischen Instituten und solchen in Entwicklungsländern.
Die gemeinsame Ausführung von Forschungsarbeiten über Themen von
gemeinsamem Interesse stellt das angestrebte Ziel der Kooperation dar.
Dieses Ziel kann in erster Linie mit folgenden Mitteln erreicht
werden:
7 . 5 -2
- Unterstützung bei der Einrichtung von Forschungsprogrammen;
- Ausbildung von Wissenschaftlern;
- Austausch von Informationen;
- gemeinsame Organisation von Seminaren, Workshops und Konferenzen;
- Einrichtung von Forschungsnetzen zwischen europäischen und
Drittweltinstituten;
- gemeinsame Forschung.
2. Die wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit mit
industrialisierten Ländern andererseits bezweckt hauptsächlich den
verstärkten Austausch von Informationen und wissenschaftlichem
Personal zwischen der Gemeinschaft und diesen Ländern, um folgende
Ziele zu erreichen:
- Verstärkung der Forschungskapazitäten;
- Senkung der Forschungskosten;
- Vermeidung von Doppelarbeit bei den Forschungsaktivitäten;
- Koordinierung der Arbeiten.
In diesem Zusammenhang werden zur Zeit hauptsächlich folgende Aktionen
durchgeführt :
- Austausch von Informationen;
- Seminare, Workshops;
- Organisation von gemeinsamen Treffen;
- Besuche sowie AusbiLdungs- und Informationsaufenthalte;
- gemeinsame Vorhaben und Austausch von Forschern.
Diese Aktionen werden im Falle europäischer Länder, die nicht derEG
angehören, durch deren direkte Beteiligung an FuE-
Gemeinschaftsprogrammen ergänzt.
c. Die Bereiche, die von dieser neuen Initiative betroffen sind, sind
äußerst verschiedenartig und unterscheiden sich je nach Bedürfnissen und
gegenseitigen Interessen. Landwirtschaft, Umwelt und neue Technologie
sind die Sektoren, auf denen die meisten Forschungsaktionen unternommen
wurden, besonders in Entwicklungsländern. Dagegen ist die Zusammenarbeit
mit industrialisierten Ländern auf fortgeschrittenere Technologien und
Grundlagenforschung konzentriert.
d. Die Feststellung der für eine Zusammenarbeit in Frage kommenden Themen
findet gemeinsam mit den Partnern statt und auch die finanzielle
Beteiligung wird gemeinsam ausgehandelt. Sie hängt normalerweise vom
Entwicklungsgrad - in erster Linie dem der Wissenschaft - und den
finanziellen Möglichkeiten des betroffenen Landes ab. Bei der
Zusammenarbeit mit bestimmten Entwicklungsländern (China, die ASEAN-
Staaten, Indien, Brasilien, Mexiko usw.) wurde - zumindest zu Anfang -
festgelegt, daß die gesamte Finanzierung von der Gemeinschaft getragen
wi rd.
Inzwischen geht die Tendenz jedoch dahin, die Hilfe in eine tatsächliche
Zusammenarbeit zu verwandeln, und die Entwicklingsländer für einen
Prozentsatz der Kosten der Forschungstätigkeiten verantwortlich zu
machen. Das führt unter anderem dazu, daß mehr Tätigkeiten durchgeführt
werden können.
Die "Kofinanzierung" mit unseren Partnern und die Aushandlung von
Rahmenverträgen stellen die wesentlichen verwaltungs- und
haushaltstechnischen Instrumente für eine Erweiterung dieser
internationalen Zusammenarbeit dar.
Um die Nachfrage nach wissenschaftlicher Zusamenarbeit zu befriedigen,
die besonders im Hinblick auf die neu assoziierten Länder in
Lateinamerika (und auch im Anschluß an den Beitritt Spaniens und
Portugals) bedeutend anwachsen wird, müssen erhebliche Summen zur
Verfügung gestellt werden. Eine Gemeinschaftsaktion, die den Bedürfnissen
und Zielen gerecht werden soll, muß sich auf etwa 50 bis 60 Millionen ECU
für den Zeitraum 1987-1991 stützen, um von Bedeutung zu sein.
KOMMISSION DER EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFTEN
Fehlende Seiten des
Dokuments KOM(86) 129 endg«
vom 1 7 » März 1986.
Betrifft nur den deutschen Text
KOM(P6) 129 endg/3
BrUssel,den 15 Mai 1986«
CORRIGENDUM
DIE WISSENSCHAFTS- UND TECHNOLOGIEGEMEINSCHAFT
Leitlinien für ein neues Rahmenprogramm der Gemeinschaften
für Forschung und technologische Entwicklung
1987-1991
(Mitteilung der Kommission an den Rat und an das Europäischen Parlament)
K O M ( 8 6 ) 129 endg/ 3
7 . 1 - 3
Es hat sich immer wieder gezeigt, daß die Klein und Mittelbetriebe
leider die Forschungsergebnisse nicht voll nutzen können und nicht ohne
Unterstützung einer Infrastruktur innovieren können, die ihnen Zugang
über die einzelstaatlichen Grenzen hinweg zu Finanzierungen, Infor-
mationen und der breiten Skala von Beratungsdiensten gewährt, die sie
benötigen. Bekanntlich wurde aber in diesem Zusammenhang ebenfalls
nachgewiesen, daß gerade die Klein- und Mittelbetriebe das höchste
Potential an Innovationen bieten.
b. Der gemeinschaftsweite Ausbau dieser Infrastruktur ist also durchaus im
Sinne der Klein- und Mittelbetriebe, weil sie so die Größenvorteile des
europäischen Binnenmarktes nutzen können.
Die Aktion erfolgt in drei Richtungen:
1. Einrichtung sogenannter "menschlicher Netze", vor allem durch den
transnationalen Verbund der verschiedenen Mittler, die das von den
Klein- und Mittelbetrieben benötigte Know-how besitzen, wie Fachleute
für Technologietransfer, Handelskammern, Berater für Technologie
management, Marketingberater, Finanziers von Risikokapital usw.
2. Die Entwicklung von "Instrumenten", die den Klein- und Mittelbetrieben
(oder den für sie arbeitenden Mittlern) leichten Zugang zur nötigen
Information aus sämtlichen Mitgliedstaaten ermöglicht^ technologische
Konferenzen, Informationssysteme über verfügbare Technologien für
Lizenzvergaben oder über die Forschungslaboratorien, die sie mit
Unterstützung beschaffen können, oder die in jedem Land einzuhaltenden
technischen Normen und Spezifikationen, Forschungsberichte aus den
Einzelstaaten, die von der Industrie nutzbare Daten enthalten usw.
3. Systematische Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten über
Maßnahmen auf einzelstaatlicher Ebene zur Förderung der Forschung, der
Innovation und des Technologietransfers, womit die Mitgliedstaaten
nicht nur Nutzen aus den Versuchen der übrigen Staaten ziehen sollen,
sondern auch neue Maßnahmen anregen können, die auf Gemeinschaftsebene
zu ergreifen sind.
c. Die vorgeschlagene Aktion soll nach einem ersten Dreijahresversuch
stattfinden, den der Ministerrat am 25. November 1983 nach dem "Plan für
die transnationale Entwicklung der Unterstützungsinfrastruktur für
Innovation und Technologietransfer" beschlossen hat.
Die Kommission fuhrt diesen Plan seit mehr als zwei Jahren durch. Auf der
Grundlage der gewonnenen Erfahrungen ist festzustellen, daß die
Konzeption der Infrastruktur wesentlich ist. Gleichzeitig wurde ganz
deutlich, daß die wichtigsten Elemente dieser Infrastruktur die trans
nationalen "menschlichen Netze" und ein leistungsfähiges System der
Konzertierung zwischen den Mitgliedstaaten sind.
Zu bemerken ist, daß diese Konzertierung neben dem Austausch von
Erfahrungen, der dabei abfällt, auch Rückschlüsse für den Plan bietet und
besondere neue Aktionen erzeugt, die auf Gemeinschaftsebene zu
unternehmen wären.
d. Die Aktion erfordert sowohl verschiedene Vorbereitungsstudien oder
Pilotvorhaben als auch die Durchführung vollmaßstäblicher transnationaler
Tätigkeiten auf der Basis von Kostenteilungsverträgen.
7 . 1-4
e. Die Mittel zur D u r c h f ü h r u n g d i e s e r T ä t i g k e i t e n w e rde n für die Dauer des
R a h m e n p r o g r a m m s auf 80 bis 150 M i l l i o n e n ECU veran s c h l a g t . Zus ä t z l i c h e
F i n a n zierung für T ä t i g k e i t e n im Z u s a m m e n h a n g mit der V e r b r e i t u n g und
N u t z u n g der F o r s c h u n g s e r g e b n i s s e kommt aus E i n z e l p r o g r a m m e n .
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