Abtei lung V
E-1769/2007
{T 0/2}
Urteil vom 26. April 2007
Mitwirkung: Richter Stöckli, Richterin De Coulon, Richterin Kojic
Gerichtsschreiberin Karpathakis
A._______, Afghanistan,
vertreten durch Annelise Gerber, _______,
Beschwerdeführer
gegen
Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), Quellen-
weg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz
betreffend
Verfügung vom 28. Februar 2007 i.S. Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegwei-
sung
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
2Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer angeblich ein Angehöriger der Ethnie der Hazara ist, aus
dem Distrikt Jaghori (Provinz Ghazni) stammt und Afghanistan im Juli 2003 über Kanda-
har und Herat verlassen hat,
dass er mit verschiedenen Verkehrsmitteln über Teheran, Istanbul, Athen, Italien, Frank-
reich und Luxemburg nach Deutschland gereist sei, wo er im Zug polizeilich angehalten
und festgenommen worden sei,
dass er sich während zweier Monate in Deutschland aufgehalten habe, bevor er nach
Griechenland ausgeschafft worden sei,
dass er wiederum über Patras nach Italien gelangt und schliesslich am 25. Juni 2004 mit
dem Taxi in die Schweiz ein- und mit dem Zug bis nach Kreuzlingen weitergereist sei,
wo er am 26. Juni 2004 an der Empfangsstelle (heute Empfangs- und Verfahrenszent-
rum [EVZ]) um Asyl nachsuchte,
dass der Beschwerdeführer dort am 28. Juni 2004 summarisch zum Reiseweg und den
Ausreisegründen befragt wurde und das damals zuständig gewesene BFF ihn gleichen-
orts am 2. Juli 2004 zu den Fluchtgründen anhörte,
dass der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend machte, er habe zusammen mit
seiner Mutter (der Vater sei seit fünf bis sechs Jahren verschollen), seinem Bruder und
seiner Schwester an seinem Herkunftsort B._______ zusammengelebt, in C._______
während sechs Jahren die Schule besucht und später einen _______laden in
D._______ geführt,
dass die Lage in seinem Herkunftsgebiet sehr unsicher sei und diebische Überfälle all-
täglich seien, weshalb die Dorfältesten beschlossen hätten, Betroffene dürften sich im
Bedarfsfalle weigern, die Türe zu öffnen,
dass eines Nachts bei seiner Familie an die Haustür geklopft worden sei und die An-
kömmlinge Einlass begehrt hätten mit der Begründung, sie seien Behördenmitglieder
der Kommandatur und wollten eine Hausdurchsuchung durchführen,
dass die Familie aufgrund des Beschlusses der Dorfältesten nicht geöffnet und die Ein-
lass erheischenden Personen daraufhin aufs Haus geschossen hätten,
dass seine Mutter zum Gewehr gegriffen und zurückgeschossen habe, wobei einer der
Männer verletzt worden sei und die Angreifer sich entfernt hätten,
dass am frühen Morgen Leute der Kommandatur vorbeigekommen seien und sie be-
schuldigt hätten, jemanden von ihnen angeschossen und getötet zu haben,
dass er den Behördevertretern gesagt habe, dass sie sich lediglich verteidigt hätten,
nicht aber, dass seine Mutter geschossen habe,
dass sein Erklärungsversuch nicht gefruchtet habe und er mitgenommen und während
zweier Monate in einem Keller festgehalten worden sei,
dass zwar die Dorfältesten versucht hätten, ihn freizubekommen, ihnen dies aber nicht
gelungen sei,
3dass seine Familie auch bereit gewesen sei, der Familie des Getöteten ein Blutgeld zu
bezahlen, diese jedoch abgelehnt und seine Hinrichtung verlangt habe,
dass er - nachdem er durch seine Mutter von dieser Entscheidung gehört habe - sich zur
Flucht entschlossen habe,
dass er und zwei Mithäftlinge eines nachts Magenschmerzen vorgetäuscht hätten und
sich die Toilette ausserhalb der Zelle befunden habe,
dass sie den Wächter bei seinem Eintritt in die Zelle überwältigt und entwaffnet, gekne-
belt und in die Zelle eingeschlossen hätten und ihnen so die Flucht gelungen sei,
dass das BFF dem Beschwerdeführer am 7. Juli 2004 vorhielt, Abklärungen hätten erge-
ben, dass er in Deutschland ein Asylgesuch gestellt habe, obwohl er dies anlässlich der
Anhörung vom 2. Juli 2004 explizit verneint habe, und dass er in Deutschland unter der
Identität E._______ erfasst worden sei, und dass es ihm dazu gleichzeitig das rechtliche
Gehör gewährte,
dass der Beschwerdeführer diesbezüglich zu Protokoll gab, er habe in Deutschland wi-
der Willen ein Asylgesuch eingereicht,
dass er in Deutschland nicht zu den Asylgründen befragt worden sei und man ihn nach
Griechenland ausgeschafft habe, wo er während einer Woche bei der Polizei festgehal-
ten worden sei, wobei er kein Asylgesuch gestellt und einen Landesverweis erhalten
habe,
dass er daraufhin, wie erwähnt, über Patras und Italien in die Schweiz gereist sei,
dass das BFF mit Verfügung vom 12. Juli 2004 wegen vorangegangener Gesuchstellung
in einem EU-Staat nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers eintrat und seine
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFF seine Verfügung damit begründete, dass der Beschwerdeführer zugege-
ben habe, in Deutschland ein Asylgesuch gestellt zu haben und sich seinen Angaben
gemäss nach dem negativen Entscheid keine Ereignisse zugetragen hätten, die für die
Flüchtlingseigenschaft relevant seien, da er nach der Abschiebung nach Griechenland
nicht mehr in den Heimatstaat zurückgekehrt sei,
dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung am 13. Juli 2004 bei der damals zu-
ständig gewesenen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Beschwerde erhob
und das BFF seine Verfügung vom 12. Juli 2004 im Rahmen des Vernehmlassungsver-
fahrens wiedererwägungsweise aufhob, worauf die ARK die Beschwerde vom 13. Juli
2004 mit Beschluss vom 16. September 2004 als gegenstandslos geworden von der Ge-
schäftskontrolle abschrieb,
dass das BFF das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 17. Novem-
ber 2004 abwies, seine Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Wegweisungs-
vollzug anordnete,
dass es zur Begründung ausführte, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien in we-
sentlichen Punkten tatsachenwidrig oder widersprächen der allgemeinen Erfahrung oder
Logik des Handelns und deshalb seien sie unglaubhaft,
dass sich schliesslich der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich
erweise,
4dass der Beschwerdeführer diese Verfügung, soweit die Wegweisung und deren Vollzug
betreffend, mit Beschwerde vom 7. Dezember 2004 wiederum bei der ARK anfocht,
dass die ARK die Beschwerde mit Urteil vom 31. August 2006 abwies und zur Begrün-
dung im Wesentlichen ausführte, nachdem der Beschwerdeführer im deutschen und im
schweizerischen Asylverfahren unterschiedliche Herkunftsangaben gemacht habe, seine
Herkunft mangels geeigneter Beweismittels nicht geklärt sei und die Untersuchungs-
pflicht der Behörden ihre Grenze an der Verletzung seiner Mitwirkungspflicht finde,
könnten allfällige Hindernisse im Zusammenhang mit der Prüfung der Zumutbarkeit der
Wegweisung ohne genauere Kenntnis des Herkunftsortes nicht geklärt werden,
dass der Beschwerdeführer am 9. Februar 2007 beim neu zuständig gewordenen BFM
beantragte, die Verfügung vom 17. November 2004 sei in Wiedererwägung zu ziehen
und in Folge sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren, jedenfalls sei vom Vollzug
der Wegweisung abzusehen,
dass er zur Begründung geltend machte, er sei im Heimatland aus Gründen einer priva-
ten Rache verfolgt, zudem habe sich die Lage in Afghanistan seit dem Sommer bezie-
hungsweise Herbst des Jahres 2006 drastisch verschlechtert und es herrsche eine
Situation von grosser und allgemeiner Gewalt,
dass das BFM mit Verfügung vom 28. Februar 2007 - eröffnet am 1. März 2007 - wegen
erfolglosen Durchlaufens eines ersten Asylverfahrens und mangels neuer relevanter
Gründe auf das Gesuch des Beschwerdeführers vom 9. Februar 2007 nicht eintrat, ihn
aus der Schweiz wegwies und den Vollzug der Wegweisung anordnete,
dass es zur Begründung ausführte, entsprechend der Praxis der ARK sei das Wiederer-
wägungsgesuch des Beschwerdeführers als zweites Asylgesuch entgegengenommen
worden,
dass die im zweiten Asylverfahren pauschal und ohne neue Elemente vorgebrachte Ver-
folgung durch private Dritte bereits im ersten Asylverfahren rechtskräftig als unglaubhaft
qualifiziert worden sei und der geltend gemachten Verschlechterung der allgemeinen
Lage im Heimatland praxisgemäss keine Hinweise auf Verfolgung zu entnehmen seien,
dass in Bezug auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dem Urteil der ARK vom
31. August 2006 zu entnehmen sei, dass der wirkliche Herkunftsort beziehungsweise
die Herkunftsprovinz nicht feststehe und der Gesuchsteller auch im Rahmen des zwei-
ten Asylverfahrens in keiner Weise zur Klärung seines Herkunftsorts beigetragen habe,
dass unter diesen Voraussetzungen keine Anhaltspunkte für die Bejahung der Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs vorhanden seien, zumal entsprechend der Einschät-
zung der Asylbehörden für Afghanistan nicht generell von einer Situation allgemeiner
Gewalt gesprochen werden könne,
dass der Beschwerdeführer mit Rechtmitteleingabe vom 8. März 2007 an das Bundes-
verwaltungsgericht gelangte und beantragen liess, die Verfügung des BFM vom 28. Feb-
ruar 2007 sei aufzuheben, auf das Asylgesuch vom 9. Februar 2007 sei einzutreten,
vom Vollzug der Wegweisung sei abzusehen und stattdessen sei die vorläufige Aufnah-
me anzuordnen,
dass er in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege bean-
tragen liess,
5dass er zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, entgegen der Auffassung des
BFM sei angesichts der Verschlechterung der allgemeinen Lage in Afghanistan dort von
einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen,
dass er zusammen mit der Rechtsmitteleingabe fünf Zeitungsartikel einreichen liess,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 20. März 2007 den
Eingang der Beschwerde bestätigte und gleichzeitig festhielt, der Beschwerdeführer
könne sich bis zum Abschluss des Verfahrens in der Schweiz aufhalten,
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen
(Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968
[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni
1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 - 34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17.
Juni 2005 [VGG, SR 173.32] und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch
die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-
bung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art.
108a AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständi-
ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass die Vorinstanz das Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers zu Recht als
zweites Asylgesuch entgegengenommen hat, gibt er doch darin zu erkennen, dass er
immer noch um Schutz vor Verfolgung nachsucht und macht zur Begründung nicht etwa
Revisionsgründe, sondern eine nachträglich veränderte Sachlage geltend (so die dies-
bezüglich auch heute noch zutreffende Praxis der ARK in Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 20, 1998 Nr. 1, E. 6
a und b),
dass im Beschwerdeverfahren weder die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers
noch die Asylgewährung Gegenstand des Verfahrens sind,
dass diesbezüglich auf die weiterhin zutreffende Rechtssprechung der ARK (in EMARK
2004 Nr. 32 E. 2.1.) verwiesen werden kann, wonach sich bei der Beurteilung von Be-
schwerden gegen Nichteintretensentscheide im Asylpunkt die Beschwerdeinstanz auf
die Überprüfung beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht ein-
getreten ist,
dass sich die Beurteilungszuständigkeit des Gerichtes somit darauf beschränkt, im Falle
der Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen,
6dass demgegenüber das Gericht die angefochtene Verfügung hinsichtlich der angeord-
neten Wegweisung und deren Vollzugs - sofern angefochten - in voller Kognition prüft,
sind diese Punkte doch von der Vorinstanz materiell geprüft worden,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständi-
ge Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einem vereinfachten Verfahren
entschieden wird und die vorliegende Beschwerde, wie nachfolgend aufgezeigt, offen-
sichtlich unbegründet ist, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet und der Be-
schwerdeentscheid summarisch begründet wird (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG),
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in der Schweiz be-
reits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen oder ihr Gesuch zurückgezogen haben
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Herkunftsstaat zurück-
gekehrt sind, wobei diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn die Anhörung
Hinweise ergibt, dass in der Zwischenzeit Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind,
die Flüchtlingseigenschaft zu begründen oder die für die Gewährung des vorübergehen-
den Schutzes relevant sind (Art. 32 Bst. 2 Bst. e AsylG),
dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in der Schweiz bereits erfolglos ein
Asylverfahren durchlaufen hat,
dass die Anwendung der Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG eine summarische
materielle Prüfung der Glaubwürdigkeit der gesuchstellenden Person voraussetzt, aus
der sich das offensichtliche Fehlen von Hinweisen auf die Erfüllung der Flüchtlingsei-
genschaft beziehungsweise auf die Voraussetzungen der Gewährung des vorüberge-
henden Schutzes ergibt (so in der weiterhin zutreffenden Rechtsprechung der ARK in
EMARK 2000 Nr. 14),
dass nach Auffassung des Gerichts die Vorbringen des Beschwerdeführers nach sum-
marischer materieller Prüfung der Glaubwürdigkeit offensichtlich keine Hinweise erge-
ben, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen oder die für die Gewäh-
rung vorübergehenden Schutzes relevant sind,
dass nämlich, wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung richtig festhält, der
Beschwerdeführer in seinem zweiten Gesuch exakt die selben Vorbringen wie anlässlich
seines ersten Gesuches geltend macht - mithin diejenigen, die das Bundesamt mit Ver-
fügung vom 17. November 2004 in rechtskräftiger Weise als unglaubhaft qualifiziert hat-
te,
dass den Akten zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer entgegen seinen Aussa-
gen in Deutschland zu den Asylgründen befragt und sein Gesuch abgelehnt worden ist,
wobei er dort gänzlich andere Asylgründe vorgebracht hatte als im schweizerischen
Asylverfahren,
dass er schliesslich - ebenfalls entgegen seinen Angaben - auch in Griechenland ein
Asylgesuch eingereicht hatte,
dass dieses Verhalten die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers gänzlich erschüttert,
dass ergänzend auf die zutreffenden Erwägungen in der BFM Verfügung vom 28. Febru-
ar 2007 verwiesen werden kann,
7dass sich der Beschwerdeführer schliesslich seit Abschluss des ersten Asylverfahrens
unbestrittenermassen in der Schweiz aufgehalten hatte und keinerlei Hinweise auf sub-
jektive oder objektive Nachfluchtgründe erkennbar wären,
dass die Vorinstanz insgesamt zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in
Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht eingetreten ist,
dass der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelstufe einzig auf die sich verschlechternde
Lage in Afghanistan verweist, woraus sich allerdings keine andere Gewichtung ergibt,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in
der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorlie-
gend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat (Art. 32 Bst. a der Asylverord-
nung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) und der Be-
schwerdeführer zudem keinen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat (vgl. die weiter-
hin zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte
Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom
Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt, ist der Vollzug nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich,
das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige
Aufnahme von Ausländern regelt (Art. 44 Abs. 2 AsylG),
dass der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen völker- und landes-
rechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da sich aus den Ausführungen des Beschwerde-
führers und den Akten keine Hinweise auf für die Flüchtlingseigenschaft relevante Ereig-
nisse ergeben, und auch keine Indizien für eine andere menschenrechtswidrige Behand-
lung ersichtlich sind, die ihm in seinem Heimatstaat droht,
dass auch bezüglich einer allfälligen konkreten Gefährdung bei einer Rückkehr in den
Heimatstaat im Sinne von Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über
Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, SR 142.20) auf die entsprechen-
den Erwägungen in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden kann,
dass der Beschwerdeführer es auch auf Beschwerdestufe im zweiten Asylverfahren
noch unterlässt - abgesehen von der blossen Behauptung, er stamme aus der Region
Jaghori - in irgendeiner Weise die ihm bezüglich seiner Herkunft vorgehaltenen Unstim-
migkeiten zu klären,
dass jedenfalls diese Behauptung - auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer im ersten Asylverfahren bestimmte örtliche Gegebenheiten der Regi-
on Jaghori aufzeigen konnte - noch nicht genügt, um zu seinen Gunsten davon auszu-
gehen, er stamme tatsächlich aus dem Hazarajat,
dass die ARK in EMARK 2006 Nr. 9 die jüngste Einschätzung in Bezug auf die Sicher-
heitslage in Afghanistan vorgenommen hat und dort zum Schluss gekommen ist, ein
Vollzug der Wegweisung nach Afghanistan erweise sich nicht als generell unzumutbar,
sondern sei in bestimmte Regionen und unter bestimmten restriktiven Voraussetzungen
zumutbar,
dass diese Rechtsprechung sich auch heute noch grundsätzlich als zutreffend erweist,
wenn auch denkbar ist, dass die in der Tat in verschiedenen Regionen des Landes ver-
schlechterte Sicherheitslage in Einzelfällen zu einem davon abweichenden Resultat füh-
ren könnte,
8dass dies vorliegend nicht der Fall ist, scheitert doch eine genauere Abklärung an der
fehlenden Mitwirkung des Beschwerdeführers,
dass sich zusammenfassend der Vollzug der Wegweisung des offenbar gesunden und
noch jungen Beschwerdeführers als im Sinne von Art. 14a Abs. 4 ANAG zumutbar er-
weist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat
schliesslich möglich ist, da keine praktischen Hindernisse erkennbar sind, die einer
Rückkehr entgegenstehen könnten, umso mehr als er verpflichtet ist, sich bei der hei-
matlichen Vertretung allenfalls benötigte Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4
AsylG),
dass nach dem Gesagten keine Wegweisungsvollzugshindernisse vorliegen und der
vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die an-
gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich-
tig oder unvollständig feststelle oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die
Beschwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten grundsätzlich dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),
dass sein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist, da
es der Beschwerde offensichtlich am Erfordernis der hinreichenden Erfolgschancen
mangelt,
dass demzufolge die Verfahrenskosten - welche auf einen Betrag von Fr. 600.-- zu be-
stimmen sind (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember
2006 [VGKE, SR 173.320.2]) - dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind.
(Dispositiv nächste Seite)
9Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abgewiesen.
3. Die Verfahrenskosten, bestimmt auf Fr. 600.--, werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu über-
weisen.
4. Dieses Urteil geht an:
- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila-
ge: Einzahlungsschein)
- die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Akten
(Ref.-Nr._______)
- Migrationsdienst des Kantons _______
Der Richter: Die Gerichtsschreiberin:
Walter Stöckli Esther Karpathakis
Versand am: