Abtei lung V
E-5249/2009
{T 0/2}
U r t e i l v o m 2 6 . A u g u s t 2 0 0 9
Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli-Busi;
Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz.
A._______, geboren (...),
Kongo (Kinshasa),
c/o (...),
Beschwerdeführer,
gegen
Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.
Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom
24. Juli 2009 / N (...).
B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l
T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e
T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l
Besetzung
Parteien
Gegenstand
E-5249/2009
Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 20. Mai 2008 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juli 2008 in Anwendung von Art. 7
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) das Asylge-
such abwies und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug
anordnete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. Juli 2008 gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,
dass das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde mit Urteil vom
24. September 2008 abwies,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 13. Oktober 2008 ein
Revisionsgesuch betreffend das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
vom 24. September 2008 einreichte,
dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 21. Oktober 2008
auf das Revisionsgesuch nicht eingetreten ist,
dass der Beschwerdeführer am 4. Dezember 2008 (Poststempel:
3. Dezember 2008) eine als "Wiedererwägungsgesuch" bezeichnete
Eingabe beim BFM einreichte, worin er mitteilte, dass es ihm
zwischenzeitlich gelungen sei, Beweismittel zu beschaffen, welche
belegen würden, dass er in der Demokratischen Republik Kongo
verfolgt würde,
dass das BFM das "Wiedererwägungsgesuch" mit Verfügung vom
24. Juli 2009 abwies, die Verfügung vom 3. Juli 2008 für rechtskräftig
und vollstreckbar erklärte, eine Gebühr von Fr. 600.-- erhob und über-
dies feststellte, dass einer allfälligen Beschwerde keine aufschiebende
Wirkung zukomme,
dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 19. Au-
gust 2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob und
sinngemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie
ausdrücklich um Gewährung von Asyl, eventualiter um Anordnung der
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vorläufigen Aufnahme ersuchte und die aufschiebende Wirkung der
Beschwerde verlangte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 20. August 2009 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen,
und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.102]) des BFM
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG,
SR 173.110]),
dass darunter auch Verfügungen fallen, mit denen das BFM (vgl.
Art. 33 Bst. d VGG) ein Gesuch um Wiedererwägung eines rechtskräf-
tigen Entscheides abgewiesen hat,
dass dagegen erhobene Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht
endgültig beurteilt werden (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1
AsylG),
dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-
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zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,
dass der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe vom 4. Dezember 2008
beim BFM zwei Dokumente eingereicht hat, welche seine angebliche
individuelle Verfolgung in Kongo aufgrund des Kaufs von CD's mit
regierungskritischem Inhalt belege, nämlich ein "Avis de recherche
d'une personne" und eine "Convocation des service",
dass er hiermit offensichtlich nicht eine nachträgliche Veränderung der
Sachlage geltend macht, sondern auf Umstände abstellt, welche
schon vor Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens bestanden, sich
indessen auf neue Beweismittel beruft, welche die im ordentlichen Ver-
fahren verneinte Flüchtlingseigenschaft nunmehr belegen sollen,
dass der Beschwerdeführer somit Revisionsgründe im Sinne von
Art. 123 Abs. 2 Bst. a des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(BGG, SR 173.110) geltend macht,
dass die Geltendmachung von Revisionsgründen beim BFM - in Form
eines qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs - nur möglich ist, wenn
das ordentliche Asylverfahren ohne einen materiellen Beschwerdeent-
scheid abgeschlossen wurde, ansonsten ein Revisionsgesuch bei der
Beschwerdeinstanz (vgl. BVGE 2007/21 E 2.1 S. 242) einzureichen ist,
dass das ordentliche Asylverfahren des Beschwerdeführers mit einem
materiellen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts abgeschlossen
wurde und sich sein Gesuch um "Wiedererwägung" somit gegen die-
ses Urteil der Beschwerdeinstanz vom 24. September 2008 richtet,
dass das BFM für die Beurteilung der vorliegend geltend gemachten
Revisionsgründe somit nicht zuständig war, weshalb dessen Verfügung
vom 24. Juli 2009 aufzuheben und das Beschwerdeverfahren als ge-
genstandslos geworden abzuschreiben ist,
dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund des Gesagten für die
Beurteilung der geltend gemachten Revisionsgründe zuständig ist
(Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121 ff. BGG), weshalb das Verfahren als
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Revisionsverfahren betreffend dessen Urteil vom 24. September 2008
neu aufzunehmen (neue Verfahrensnummer) und zu behandeln ist,
dass im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer keine
Verfahrenskosten aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1VwVG),
dass dem nicht vertretenen Beschwerdeführer keine notwendigen
Kosten entstanden sind, weshalb von der Ausrichtung einer
Parteientschädigung abzusehen ist (Art. 7 Abs. 4 VGKE).
(Dispositiv auf der nächsten Seite)
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Verfügung des BFM vom 24. Juli 2009 wird infolge Unzuständigkeit
der Vorinstanz aufgehoben. Allfällig geleistete Verfahrenskosten
werden zurückerstattet.
2.
Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden
abgeschrieben.
3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
4.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.
5.
Das Verfahren wird als Revisionsverfahren betreffend das Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts vom 24. September 2008 (E-5001/2008)
neu aufgenommen (neue Verfahrensnummer) und behandelt.
6.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und das
Ausländeramt des Kantons B._______.
Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:
Gabriela Freihofer Bettina Schwarz
Versand:
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