B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung V
E-7028/2017
Ur t e i l vom 2 0 . De zembe r 2 0 1 7
Besetzung
Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.
Parteien
A._______, geboren am (…),
Eritrea,
(…),
Beschwerdeführer,
gegen
Staatssekretariat für Migration (SEM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.
Gegenstand
Familienzusammenführung (Asyl); Verfügung
des SEM vom 29. November 2017 / N (…).
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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 15. November 2007 in die Schweiz einge-
reist sei und am gleichen Tag um Asyl nachsuchte,
dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 5. März 2009 feststellte, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 54
AsylG (SR 142.31), das Asylgesuch ablehnte und ihn aus der Schweiz
wegwies,
dass der Vollzug der Wegweisung aus Gründen der Unzulässigkeit zu-
gunsten einer vorläufigen Aufnahme (als Flüchtling) aufzuschieben sei,
dass die vorläufige Aufnahme im Sinne von Art. 84 Abs. 4 AuG (SR 142.20)
am 15. März 2013 erloschen ist, da der Beschwerdeführer wegen Vorlie-
gens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls eine Aufenthaltsbe-
willigung erhalten hat,
dass er gemäss der Vorinstanz jedoch weiterhin als Flüchtling gilt,
dass der Beschwerdeführer im (…) 2014 in Khartoum die eritreische
Staatsangehörige B._______ heiratete, welche im Mai 2014 in die Schweiz
einreiste und eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Familiennachzug erhielt,
dass sie am 17. August 2015 eigene Asylgründe geltend machte,
dass das SEM mit Verfügung vom 7. März 2017 B._______ gestützt auf
Art. 3 und Art. 7 AsylG als Flüchtling – unter Asylgewährung – anerkannte,
dass der Beschwerdeführer am 21. November 2017 das SEM sinngemäss
darum ersuchte, in den Asylstatus seiner Ehefrau einbezogen zu werden
(Art. 51 Abs. 1 AsylG),
dass das SEM mit Verfügung vom 29. November 2017 – tags darauf eröff-
net – den Einbezug des Beschwerdeführers in die Flüchtlingseigenschaft
und das Asyl seiner Ehefrau gestützt auf BVGE 2015/40 ablehnte,
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid mit an das SEM ge-
richteter Eingabe vom 7. Dezember 2017 implizit Beschwerde erhob, wel-
che von diesem zuständigkeitshalber dem Bundesverwaltungsgericht wei-
tergeleitet wurde,
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dass implizit beantragt wurde, die Verfügung vom 29. November 2017 sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei gestützt auf Art. 51 Abs. 1
AsylG Asyl zu gewähren,
und erwägt,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entschei-
det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor
welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 31-33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich
vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
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dass gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG Ehegatten von Flüchtlingen und ihre
minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt werden und Asyl erhalten,
wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen,
dass Personen, denen die originäre Flüchtlingseigenschaft ausschliesslich
wegen subjektiver Nachfluchtgründe nach Art. 54 AsylG zuerkannt wurde,
kein Asyl zu gewähren ist; sie sind folglich vom Erwerb der derivativen
Flüchtlingseigenschaft und dem Familienasyl ausgeschlossen (vgl. BVGE
2015/40 E. 3.1 f.),
dass es nicht die Absicht des Gesetzgebers gewesen ist, Flüchtlingen, die
wie der Beschwerdeführer einen Asylausschlusstatbestand erfüllen, einen
derivativen Erwerb des Asylstatus nach Art. 51 Abs. 1 AsylG zu ermögli-
chen,
dass folglich gestützt auf BVGE 2015/40 E. 3.1 ff. besondere Umstände
nach Art. 51 Abs. 1 AsylG vorliegen, die gegen einen Einbezug des Be-
schwerdeführers in den Asylstatus seiner Ehefrau sprechen,
dass dementsprechend in Übereinstimmung mit der Vorinstanz und deren
Begründung das Bundesverwaltungsgericht zur Auffassung kommt, dass
die Bedingungen für die Gewährung des Familienasyls vorliegend nicht er-
füllt sind,
dass aufgrund des Gesagten festzuhalten ist, dass das SEM zu Recht das
Gesuch des Beschwerdeführers um Familienasyl abgelehnt hat,
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-
schwerde abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-
legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten
der Gerichtskasse zu überweisen.
3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale
Migrationsbehörde.
Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:
Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe
Versand: