Nr. C 322/14 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 3. 12. 84
Entwurf einer Entschließung des Rates zur Langzeitarbeitslosigkeit
DER RAT DER EUROPÄISCHEN
GEMEINSCHAFTEN —
gestützt auf den Vertrag zur Gründung der Europäi-
schen Wirtschaftsgemeinschaft,
nach Kenntnisnahme von dem Entschließungsent-
wurf der Kommission,
nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments,
nach Stellungnahme des Wirtschafts- und Sozialaus-
schusses,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Auf der gemeinsamen Tagung der Minister für Wirt-
schafts- und Finanzfragen sowie der Minister für
Arbeit und Sozialfragen am 16. November 1982 er-
suchte der Rat die Kommission, eine Studie über die
Langzeitarbeitslosigkeit zu erstellen und Vorschläge
für Abhilfemöglichkeiten zu unterbreiten.
Der Rat brachte auf seiner Tagung der Minister für
Arbeit und Sozialfragen am 28. Juni 1982 erneut
seine tiefe Besorgnis über die anhaltend hohe Ar-
beitslosigkeit zum Ausdruck und erkannte an, daß
Zusatzmaßnahmen getroffen werden müssen, die
mit den Sondermaßnahmen, vor allem denjenigen-
zur Unterstützung der Langzeitarbeitslosen, verein-
bar sind.
Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit hat äu-
ßerst ernste Ausmaße angenommen und die anhal-
tend hohe Gesamtarbeitslosigkeit führt zu einer wei-
teren Verschlechterung.
Wesentliche Bestandteile einer politischen Antwort
sind wirksamere arbeitsmarkt- und sozialpolitische
Maßnahmen; sie sind mit weiterreichenden Aktio-
nen zur Förderung des Wirtschaftswachstums und
der Arbeitsplatzschaffung zu koppeln, die wichtige
Komponenten einer Strategie zur Erhaltung und
Stärkung der Wirtschaft der Gemeinschaft sind.
Das Fortbestehen der Langzeitarbeitslosigkeit in ih-
rem derzeitigen Umfang ist ein Hindernis für die
Verwirklichung eines Ziels, das sich die Gemein-
schaft gesetzt hat, das heißt die Verbesserung der
Qualität ihrer Arbeitskräfte.
Die zunehmende Langzeitarbeitslosigkeit ist unter
anderem symptomatisch für den am Arbeitsmarkt
der Gemeinschaft herrschenden Mangel an Flexibi-
lität, der dringend behoben werden muß, wenn das
Beschäftigungswachstum wiederhergestellt werden
soll.
Die Belastung, die die sozialen Transferleistungen
für die öffentlichen Haushalte darstellen, sollten
nicht dazu führen dürfen, daß der Lebensstandard
der Langzeitarbeitslosen weiter eingeschränkt wird.
Die Langzeitarbeitslosen laufen Gefahr, zu den letz-
ten zu gehören, denen eine Verbesserung der Be-
schäftigungslage zugute kommt; die politischen
Maßnahmen im Rahmen einer Globalstrategie zur
Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit müssen
verstärkt und ausgebaut werden —
NIMMT FOLGENDE ENTSCHLIESSUNG AN:
I. ALLGEMEINE LEITLINIEN
Der Rat ist der Auffassung, daß eine wirksame Ge-
meinschaftspolitik zur Bekämpfung der Langzeitar-
beitslosigkeit getrennter und gemeinsamer Maßnah-
men der Regierungen und der Sozialpartner bedarf,
die auf regionaler und örtlicher wie auch auf landes-
weiter Ebene durchgeführt und auf Gemeinschafts-
ebene gefördert und unterstützt werden.
Mit den zu treffenden spezifischen Maßnahmen
sollte versucht werden, die Schwächen der bestehen-
den Beschäftigungs- und Sozialpolitik dadurch zu
überwinden, daß:
— die Anstrengungen zur Schaffung neuer Arbeits-
möglichkeiten verstärkt und die Flexibilität und
Anpassungsfähigkeit der Arbeitsmärkte verbes-
sert werden;
— die Bereitstellung angemessener Informationen
über die Langzeitarbeitslosigkeit verbessert
wird;
— die Arbeitsverwaltungen und Dienste der sozia-
len Sicherheit so gestaltet werden, daß die „Auf-
lösung" spezifischer politischer Reaktionen er-
leichtert wird, mit denen verhindert werden soll,
daß die Beschäftigungslosen in Langzeitarbeits-
losigkeit geraten;
— für eine angemessene soziale Unterstützung der-
jenigen gesorgt wird, die trotzdem lange Zeit ar-
beitslos bleiben.
IL EINZELSTAATLICHE MASSNAHMEN
1. Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, im
Rahmen ihrer eigenen Politiken und Praktiken alles
daran zu setzen, um die folgenden Maßnahmen
durchzuführen und die Gemeinschaft damit bei der
Ausrichtung und „Auslösung" politischer Reaktio-
nen zu unterstützen:
— eine koordinierte Reihe von Analysen zur Erfas-
sung globaler Daten über die Merkmale der
Langzeitarbeitslosigkeit vornehmen, wobei ins-
3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/15
besondere die Verhältnisse, in denen die Lang-
zeitarbeitslosen leben, zu ermitteln sind;
— in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern si-
cherstellen, daß Arbeitnehmern, die ihren Ar-
beitsplatz durch Freisetzung verlieren, eine ange-
messene vorbereitende Unterstützung in Form
von Beratung und Ausbildung zuteil wird, bevor
sie am Arbeitsmarkt erscheinen oder vorzeitig in
den Ruhestand treten.
2. Zur Bewältigung des Problems sollten die Mit-
gliedstaaten auch folgende Maßnahmen treffen:
— sicherstellen, daß die Arbeitsverwaltungen und
sonstigen in Frage kommenden Dienste so struk-
turiert, organisiert und mit Personal ausgestattet
werden, daß sie den persönlichen Kontakt her-
stellen können, der notwendig ist, um diejenigen
im Auge zu behalten, die arbeitslos gemeldet
bleiben und Langzeitarbeitslose werden; ferner
ist sicherzustellen, daß die politischen Eingriffe
zum richtigen Zeitpunkt erfolgen;
— systematisch das Funktionieren der Arbeits-
märkte überprüfen, vor allem was Regelungen
und Praktiken betrifft, die die Langzeitarbeitslo-
sen, insbesondere ungelernte Arbeiter, Jugendli-
che und diejenigen benachteiligen, die flexiblere
Arbeitszeiten wollen;
— sicherstellen, daß Programme für eine befristete
gemeinnützige Beschäftigung in Zusammen-
arbeit mit den Mitgliedstaaten, den örtlichen
und regionalen Behörden, den Arbeitsverwaltun-
gen und den Sozialpartnern ausgearbeitet wer-
den. Der Umfang dieser Programme sollte nach
dem Ausmaß des Problems der Langzeitarbeits-
losigkeit auf örtlicher und regionaler Ebene be-
stimmt werden. Struktur und Inhalt der Pro-
gramme sollten sich nach dem örtlichen Bedarf
richten; in der Regel sollten sie jedoch ein Ele-
ment der allgemeinen oder beruflichen Bildung
enthalten, das mit der allgemeinen und berufli-
chen Regelausbildung in Verbindung steht;
— wo dies noch nicht der Fall ist, die Vorschriften
über die Zahlung der Sozialversicherungs- bzw.
Arbeitslosenversicherungsleistungen mit dem
Ziel überprüfen, Arbeitslosen die Möglichkeit
einzuräumen, bestimmte Arten nicht bezahlter
Tätigkeiten in öffentlichen oder privaten Ein-
richtungen auszuüben, ohne dadurch den Lei-
stungsanspruch zu verlieren;
— Mittel bereitstellen, um in Zusammenarbeit mit
den Sozialpartnern örtliche Arbeitslosenzentren
zu errichten, deren Hauptaufgabe darin besteht,
entsprechend dem Vorbild erfolgreicher Bei-
spiele in der Gemeinschaft, Informationen,
Werkstätten, Freizeit- und sonstige Einrichtun-
gen bereitzustellen. Vorrang ist dabei den Gebie-
ten mit den höchsten Arbeitslosenquoten einzu-
räumen ;
— ganz allgemein ein größeres Bewußtsein für das
Problem wecken und Lösungsmöglichkeiten för-
dern, und zwar durch den Einsatz verschiedener
Mittel, einschließlich des Rundfunks.
III. GEMEINSCHAFTSMASSNAHMEN
1. Unter Berücksichtigung der Rolle, die die Fi-
nanzinstrumente und die bestehenden Aktionspro-
gramme der Gemeinschaft bei der Bekämpfung der
Langzeitarbeitslosigkeit spielen, wird die Kommis-
sion ersucht, folgende zusätzliche Maßnahmen zu
treffen:
— Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, unter
anderem durch die Veranstaltung einer Reihe
von Sachverständigentreffen, um Art und Um-
fang der Langzeitarbeitslosigkeit besser verste-
hen zu lernen; damit soll
a) das Erstellen angemessener Statistiken auf ei-
ner auf Gemeinschaftsebene vereinbarte
Grundlage verbessert werden, so daß Daten
über die Gesamtzahlen der Langzeitarbeitslo-
sen nach Altersgruppe, Geschlecht, Gebiet
und Dauer der Arbeitslosigkeit vorliegen,
b) die Kommission in die Lage versetzt werden,
die Langzeitarbeitslosigkeit als Kriterium für
die Zuweisung finanzieller Unterstützung,
vor allem aus dem Europäischen Sozialfonds
und im Zuge integrierter Maßnahmen mehre-
rer Finanzinstrumente der Gemeinschaft,
heranzuziehen. Die Möglichkeit neuer For-
men der spezifischen Beteiligung der Ge-
meinschaft sollte ebenfalls geprüft werden;
— Förderung und Unterstützung der politischen
Bemühungen der Mitgliedstaaten auf Gemein-
schaftsebene, insbesondere im Hinblick auf die
Organisation der Arbeitsverwaltungen und der
Dienste der sozialen Sicherheit und die Durch-
führung von Beschäftigungs- und befristeten Ar-
beitsinitiativen ;
— Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und
einschlägigen Stellen bei der Entwicklung ihrer
Maßnahmen zur Bewältigung des Problems, mit
besonderem Gewicht auf Maßnahmen, die dar-
auf abzielen, die Einstellung von Langzeitar-
beitslosen zu unterstützen und Zentren für Lang-
zeitarbeitslose in Gebieten mit besonders hoher
Arbeitslosigkeit zu schaffen;
— Durchführung weiterer Forschungsarbeiten mit
Unterstützung des MISEP-Systems(1) über dieje-
nigen Maßnahmen oder Praktiken der Regierun-
gen oder der Sozialpartner, mit denen bei der
Bekämpfung des Problems der Langzeitarbeits-
losigkeit Erfolge erzielt wurden, im Hinblick auf
ihre Ausdehnung auf andere Gebiete in der Ge-
meinschaft.
2. Die Kommission wird außerdem aufgefordert,
eine breitangelegte Neubewertung der Politik auf
(1) Mutual Information System on Employment Policies
— System zur gegenseitigen Information über die Be-
schäftigungspolitiken.
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Gemeinschaftsebene vorzunehmen, um eine konsi-
stentere mittelfristige Beschäftigungs- und Sozialpo-
litik zur Bewältigung des Problems der Langzeit-
arbeitslosigkeit zu entwickeln. Zu den besonderen
Fragen, die hier zu prüfen sind, gehören Arbeits-
platzschaffung und Arbeitsmarktflexibilität, Sy-
steme der sozialen Unterstützung, Eintritt in den
Ruhestand, allgemeine und berufliche Bildung so-
wie künftige Lebens- und Arbeitsstrukturen.
3. Die Kommission wird ersucht, den Rat alle zwei
Jahre über die Fortschritte bei der Durchführung
dieser Maßnahmen zu unterrichten.
4. Die gemeinschaftliche Finanzierung der in die-
sem Abschnitt dargelegten Maßnahmen wird im
Rahmen der Haushaltsverfahren und im Einklang
mit den vom Rat eingegangenen rechtlichen Ver-
pflichtungen beschlossen.
3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/17
ANHANG I
Spezifische einzelstaatliche Maßnahmen
zugunsten von Langzeit- und schwer vermittelbaren Arbeitslosen
Anmerkung: Die nachstehenden Tabellen enthalten in den Mitgliedstaaten verfügbare Informa-
tionen, die von den Kommissionsdienststellen zusammengestellt wurden. Diese
Übersicht ist nicht erschöpfend.
Die Tabellen werden durch Fortschreibung laufend ergänzt.
Unberücksichtigt bleiben die allgemeinen Maßnahmen, die den Langzeitarbeitslo-
sen zugute kommen können, die aber nicht speziell auf sie zugeschnitten sind. Des-
halb fehlen Angaben über Griechenland.
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3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/27
ANHANG II
Annexe statistique / Statistical Annex / Statistischer Beitrag
1. Working population and employment
Population active et emploi
Erwerbsbevölkerung und Beschäftigung
2. Trends in employment
Evolution de l'emploi
Beschäftigungstendenzen
3. Registered unemployed by duration
— Proportion of unemployed registered for more than one year
October
Chömeurs enregistres — structure par duree
— Part des chömeurs inscrits depuis plus d'un an
Octobre
Arbeitslosmeldungen nach Dauer
— Anteil der seit mehr als einem Jahr Arbeitslosen
Oktober
4. Persons registered as unemployed for more than one year according to national method of
measurement
Demandeurs d'emploi enregistres au chömage depuis plus d'un an suivant les methodes de
calcul nationales
Personen, die mehr als ein Jahr als arbeitslos gemeldet sind (nach nationaler Maßmethode)
5. Employment duration — Methods and measurements
— Summary of a study published by Eurostat in 1983
Duree du chömage — Methodes et mesures
— Resume extrait d'une etude publiee par Eurostat en 1983
Beschäftigungsdauer — Methoden / Maßverfahren
— Zusammenfassung einer Eurostat-Studie (1983)
Nr. C 322/28 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 3. 12. 84
Working population and employment
Mio
Population active et emploi
EUR 10 Mio
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105 —
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Decrease in employment
EUR 10
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Bundesrepublik
Deutschland
France
Italia
Nederland
Belgique
United Kingdom
Danmark
1980-
Total
Persons
Personnes
- 3 046 000
- 1 115 000
- 253 000
+ 21 000
- 43 000
- 176 000
- 1 586 000
- 13 000
%
- 2 , 8
- 4 , 2
- 1 , 2
+ 0,1
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- 4 , 6
- 6 , 3
- 0 , 5
-1983
Males / hommes
Persons
Personnes
- 2 970 000
- 838 000
- 412 000
- 106 000
- 177 000
- 170 000
- 1 247 000
- 48 000
%
- 4 , 2
- 5 , 1
- 3 , 0
- 0 , 7
- 5 , 0
- 6 , 8
- 8 , 2
- 3 , 4
Declin de Femploi
Females / Femmes
Persons
Personnes
- 76 000
- 2 7 7 000
+ 158 000
+ 127 000
+135 000
- 6 000
- 3 3 9 000
+ 35 000
%
- 0 , 2
- 2 , 8
+ 2,0
+ 1,9
+ 8,9
- 0 , 5
- 3 , 4
+ 3,2
3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/29
Trends in employment Evolution de l'emploi
Bundes-
republik
Deutsch-
land
France Italia Neder-land
Belgi-
que/
Beigig
Luxem-
bourg
United
Kingdom Ireland
Dan-
mark EUR 9 Ellas EUR 10
56,2
54,3
54,1
52,8*
57,2
55,2
55,2
55,4
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53,0
52,8
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54,8
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60,6*
60,7
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52,2
52,2*
59,8
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58,8
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56,2*
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26,2*
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36,5*
19,7
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36,9
40,0
45,3
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27,7*
29,0*
31,4*
32,4*
21,1
23,4*
Activity rates by sex (°/o)
(Total working population as a % of the total pop.)
Males
59,5
57,0
57,4
57,6*
Females
30,3
31,1
32,0
32,9*
Total working population (1 000)
(Employment and unemployment)
Males and females
27 191
27 445
Proportion of females in working population (°/o)
38,4 139,6 134,2 134,0 138,7 132,7"
Total employment (1 000)
Males and females
26 302
25 187
Proportion of females in employment (°/o)
38,0 138,2 131,9 132,9 136,6
Distribution of employment by sector (°/o)
5,4
41,1
53,5
Proportion of employees in employment (°/o)
87,2 183,9 171,4 188,0 183,0
Taux d'activite par sexe (°/o)
(Population active totale en % de la population totale)
Hommes
56,2*
56,0*
Femmes
31,1*
32,1*
Population active totale (1 000)
(Emploi et chömage)
Hommes et femmes
117 199
118 921*
Part des femmes dans la population active (°/o)
39,6 128,8* |45,6 137,9* 130,0* 137,7*
Emploi total (1 000)
Hommes et femmes
110 684*
107 638*
Part des femmes dans l'emploi (°/o)
133,3* |41,0 129,6* 145,6 137,3* 129,2* 137,0*
Part des secteurs dans l'emploi (°/o)
7,4*
34,6*
58,0*
Part des salaries dans l'emploi (°/o)
87,4 190,2 175,4* 184,8 183,7* 151,7* 182,6*
23 147
23 306
22 804
23 406
5 389
5 814
4 152
4 182
159,9
161,0
26 819
26 704
1239
1283*
2 662
2 728
113 563
115 029*
3 636
3 892*
21695
21442
21 107
21 128
5 081
5 038
3 841
3 665
158,9
159,5
25 306
23 720
1 163
1 146*
2 489
2 476
107 143
103 962*
3 541*
3 676*
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64,3
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52,2*
8,4
25,8
65,7
6,7*
34,8*
58,4*
27,4*
27,7*
44,8*
Agricul-
[ndustrie
Services
Nr. C 322/30 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 3. 12. 84
Registered unemployed by duration
Proportion of unemployed registered
for more than one year,
October %
Chömeurs enregistres — structure par duree
Part des chömeurs inscrits depuis
plus d'un an
Octobre
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
Bundes-
republik
Deutsch-
land
9,6
17,9
18,6
20,3
19,9
17,0
16,2
21,2
28,5
11,0
21,3
21,2
22,5
22,2
18,3
16,0
20,9
29,9
7,9
14,7
16,2
18,5
18,1
16,0
16,3
21,6
27,0
37,7
42,1
46,7
50,1
51,9
51,8
51,4
46,9
43,8
France
11,9
11,1
15,4
17,1
18,4
21,8
22,3
22,2
25,2
26,6
12,6
9,9
14,4
14,6
15,9
19,4
20,2
19,4
23,1
24,4
11,4
12,3
16,2
19,1
20,6
23,7
24,0
24,7
27,3
28,8
52,5
55,9
57,8
61,1
60,2
59,9
59,4
57,9
54,9
53,7
Italia
28,4
32,9
35,6
34,4
39,8
43,0
30,3
35,0
36,8
34,5
39,8
40,2
26,C
30,7
34,4
34,2
39,-i
45,S
1
41,1
43,i
47,'
51,(
49,
52,
Neder-
land
Belgique/
Belgie
Luxem-
bourg
United
Kingdom Ireland Danmark EUR 9 Ellas
Males and females D Hommes et femmes
22,6
24,2
25,3
25,7
21,1
24,3
33,6
47,6
52,0
35,9
43,8
54,4
49,0
46,2
48,0
51,9
55,1
16,6
20,0
24,6
26,1
19,4
26,3
35,5
36,9
31,6
30,7
30,2
36,5
7,8
4,1
5,4
5,6
Males D Hommes
25,3
27,1
27,5
28,9
21,2
24,3
34,5
49,4
58,8
34,4
40,1
41,7
38,1
32,4
36,2
45,1
49,9
19,9
23,7
28,4
30,4
22,2
29,2
39,6
41,5
34,6
34,2
34,4
40,9
6,8
3,7
5,4
5,6
Females D Femmes
16,0
18,3
> 21,3
21,2
\ 20,7
24,2
31,7
> 44,1
45,8
37,2
46,6
62,4
55,3
55,1
56,9
57,7
59,6
7,7
11,4
15,8
17,1
13,5
19,2
25,7
26,4
22,1
19,4
17,3
23,4
9,0
4,4
5,4
5,5
Proportion of females in total D Part des femmes dans le total
20,4
: 25,1
30,7
i 33,8
1 36,0
) 33,1
29,9
30,2
46,3
53,8
60,9
70,4
71,5
72,7
67,6
60,6
58,1
12,4
17,2
19,8
21,2
21,8
21,6
21,5
21,5
16,5
14,8
14,0
16,2
51,6
50,8
48,6
51,8
EUR 10
3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/31
Persons registered as unemployed for more than one year
according to national method of measurement
Total registered by duration
Registered
> 1 year by age
25-54
100% 100%
October1983
DEUTSCHLAND
Age
(%)
Total
25-54
=5 55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
17,0
5,2
17,5
35,9
1983
28,5
15,5
32,5
41,6
UNITED KINGDOM
Age
(%)
Total
25-54
3*55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
19,4
8,7
22,4
41,3
1983
37,0
26,9
43,4
46,0
FRANCE
Age
(%)
Total
25-54
2*55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
22,3
12,4
25,4
54,8
1983
26,5
15,6
27,7
68,7
IRELAND
Age
(%)
Total
25-54
> 55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
31,6
15,8
34,1
49,9
1983
36,4
21,1
41,4
53,1
ITALIA
Age
(%)
Total
25-54
2*55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
35,6
31,3
40,1
38,5
1983
43,0
42,4
43,7
42,0
EUR'
Age
(%)
Total
25-54
£5 55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
26
17
30
48
1983
37
28
40
50
* Estimate calculated as avarage of non-harmonized national data.
NEDERLAND
Age
(%)
Total
25-54
2*55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
21,1
11,9
25,6
62,8
1983
47,6
35,6
54,3
67,2
BELGIQUE/BELGIE
37,4
17,7
Age
(%)
Total
25-54
Ss 55
100
100
100
100
> 1 year/
annee
1980
46,2
25,1
59,4
75,7
1983
55,1
33,4
67,3
82,6
Registered unemployed
October1983
Deutschland
France
Italy
Nederland
Belgique/Belgie
United Kingdom
Ireland
EUR
October1980
EUR
Total
(x 1000)
2 133,9
2 165,1
2 763,7
824,6
625,7
3 094,0
196,0
11 803,0
Total
(x 1000)
7 135,8
> 1 y
(x 1000)
608,7
575,1
1 187,3
392,9
344,9
1 142,9
71,5
4 323,3
> i y
(x 1000)
1 846,3
ear
(%)
28,5
26,5
43,0
47,6
55,1
37,0
36,5
37,0
ear
(%)
26,0
Nr. C 322/32 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 3. 12. 84
ZUSAMMENFASSUNG DER HAUPTERGEBNISSE
1. In diesem Bericht wird die Messung der Dauer der Arbeitslosigkeit der Personen geprüft, die
bei den örtlichen Arbeitsämtern (oder entsprechenden Stellen) in den EG-Mitgliedsländern
Belgien, Dänemark, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland, Irland, Italien, Niederlande
und Vereinigtes Königreich gemeldet sind. Es werden auch die vorhandenen Statistiken
benutzt, um zu zeigen, wieviel veröffentlichtes Material verfügbar ist, und um die jüngsten
Trends in dem Fünfjahreszeitraum 1977 bis 1981 zu veranschaulichen.
2. In allen in der Studie erfaßten Mitgliedstaaten war in den letzten fünf Jahren ein erheblicher
Anstieg der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen. Ein Aspekt dieses generellen Anstiegs ist, daß
auf diejenigen, die über längere Zeiträume hinweg arbeitslos bleiben, ein wachsender Anteil
an der Gesamtzahl der Arbeitslosen entfällt.
3. In allen acht Ländern ist die Hauptreihe der Arbeitslosigkeitsdauer aus den Daten abgeleitet,
die von den einzelstaatlichen Arbeitsverwaltungen, ausgehend von einer örtlichen Ebene,
gesammelt wurden. Deshalb haften ihr die gleichen Mängel an wie den allgemeinen Arbeits-
losigkeitsstatistiken, wobei das Hauptproblem die Erfassung unter Einschluß oder Aus-
schluß bestimmter Gruppen ist.
4. Da die Hauptinformationsquelle für die regelmäßigen Statistiken das Verzeichnis der gemel-
deten Arbeitslosen ist, messen die Statistiken die Dauer der laufenden Registrierung zu
einem bestimmten Zeitpunkt, d. h. dem Termin der regulären Zählung. Insofern dürften sie
die Arbeitslosigkeit nur unvollständig widerspiegeln.
5. Das Erstellen von Statistiken über die Arbeitslosigkeitsdauer war Gegenstand von Erörte-
rungen in internationalen Gremien. Insbesondere legte die Achte Internationale Konferenz
der Ärbeitsstatistiker 1954 Leitlinien dafür fest, welche Angaben in welchen Zeitabständen
zu ermitteln sind.
6. In fünf der acht Länder (Belgien, Frankreich, Bundesrepublik Deutschland, Italien und Ver-
einigtes Königreich) werden die Statistiken vom Arbeitsministerium oder von einem Sonder-
dienst dieses Ministeriums zusammengestellt und veröffentlicht. In Dänemark, Irland und
den Niederlanden sind hierfür ausschließlich die statistischen Landesämter zuständig.
7. Wie für die Hauptreihen der Arbeitslosigkeit benutzen alle Länder für die Berechnung der
Arbeitslosigkeitsdauer einen regulären monatlichen Zähltermin. Die Sonderzählungen wer-
den in Belgien, Dänemark und Frankreich monatlich, in den Niederlanden und im Vereinig-
ten Königreich vierteljährlich und in der Bundesrepublik Deutschland, Irland und Italien
halbjährlich durchgeführt.
8. Bei den dänischen Statistiken tritt ein besonderes Problem auf, das darauf zurückzuführen
ist, daß 1978/79 eine neue Informationsbasis eingeführt wurde. Die Reihe wurde 1979 neu
begonnen, und die Erfassung der Arbeitslosigkeitsdauer wurde unterbrochen. Dadurch sind
die vor und nach diesem Zeitpunkt ermittelten Daten nicht vergleichbar.
9. Die Erfassung der Arbeitslosigkeitsdauer und die Leistungen bei Arbeitslosigkeit sind eng
miteinander verknüpft, weil die Zahlung der Leistungen normalerweise voraussetzt, daß der
Arbeitslose zur Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht. Deshalb sollten z. B. Zeiträume der
NichtVerfügbarkeit infolge Krankheit nicht mitgezählt werden.
10. Das größte Problem, das die Vergleichbarkeit beeinträchtigt, ist die Verfahrensweise bei
Unterbrechungen des Zeitraums der Arbeitslosigkeit. Die meisten Länder haben kein formel-
les System zur Erfassung derartiger Unterbrechungen, weshalb viele Einzelfälle vom Perso-
nal der örtlichen Arbeitsämter subjektiv behandelt werden. Diese Diskrepanz jedoch dürfte
Vergleiche einzelstaatlicher Trends weniger beeinträchtigen als Vergleiche zwischen den
Ländern.
11. Alle Länder verfügen über umfassende Systeme mit Leistungen für Arbeitslose: in allen Län-
dern, außer Dänemark, haben die meisten Arbeitnehmergruppen Pflichtbeiträge an einen
bestimmten Fonds zu entrichten. Der Anteil der Arbeitskräfte, die von einem derartigen
System erfaßt werden, schwankt jedoch, weil bestimmte Gruppen, hauptsächlich Selbstän-
dige und mithelfende Familienangehörige, ausgeschlossen sind. Trotz der im dänischen
System herrschenden Freiwilligkeit läßt sich der Anteil in anderen Mitgliedsländern durch-
aus vergleichen.
12. Die Voraussetzungen für die Zahlung der Leistungen bei Arbeitslosigkeit können sich auf die
Wahl des Zeitpunkts für die Registrierung und damit auf die Messung der Arbeitslosigkeits-
dauer auswirken. Dies ist auf die vorgeschriebene Wartezeit vor Zahlung einer Leistung und
auf die Zeitdauer, während der die einkommensbezogenen Leistungen gezahlt werden,
3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/33
zurückzuführen. In allen Ländern, außer Belgien, ist ein Stichtermin festgesetzt, nach dem
die weiterhin Arbeitslosen unter eine Sozialhilferegelung mit Bedürftigkeitsprüfung fallen.
Die Länge des Zeitraums, in dem einkommensbezogene Leistungen gezahlt werden, reicht
von sechs Monaten in Italien bis 30 Monate in Dänemark und in den Niederlanden. In
Belgien besteht keine zeitliche Begrenzung.
13. In Belgien dürfte die Möglichkeit, für unbegrenzte Zeit einkommensbezogene Leistungen zu
erhalten, dazu beitragen, daß der Anteil der registrierten Arbeitslosen in der Kategorie über
zwölf Monate so hoch liegt; im Zeitraum 1977 bis 1981 waren es durchweg 50 Prozent gegen-
über einer Norm von rund 20 Prozent in den übrigen Mitgliedsländern.
14. In allen Ländern werden Analysen der Statistiken über die Arbeitslosigkeitsdauer nach
Geschlecht, Altersgruppe und — außer in Frankreich — nach Gebiet veröffentlicht, obwohl
die Ebene der regionalen Desaggregation unterschiedlich ist. Außerdem erstellt Dänemark
mehrere Statistiken, in denen sich sein Volksversicherungssystem widerspiegelt. Ein nicht
unerheblicher Teil der in jedem Land vorliegenden Informationen wird nicht regelmäßig
veröffentlicht (z. B. die Statistiken auf unterer örtlicher Ebene); sie werden aber in der Regel
auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
15. Die Analyse der Verwaltungsstatistiken für den Zeitraum 1977 bis 1981 zeigt, daß die Zahl
der Langzeitarbeitslosen erheblich gestiegen ist. Die stärkste Zunahme war in Frankreich
und im Vereinigten Königreich und die schwächste Zunahme in der Bundesrepublik
Deutschland und in Irland zu verzeichnen.
16. Erhebungsdaten über die Zeiten der Arbeitslosigkeit sind in einigen Mitgliedstaaten verfüg-
bar, aber die einzigen vergleichbaren Daten ergeben sich aus der gemeinschaftsweiten Euro-
stat-Arbeitskräfteerhebung. Jedoch wird in der Erhebung nur die Dauer der aktiven Arbeits-
suche derjenigen gemessen, die sich selbst als Arbeitslose bezeichnen, weshalb die Erhebung
nicht voll und ganz mit den Angaben aus Verwaltungsquellen vergleichbar ist.
17. Es hat wenig Sinn, die Daten aus Verwaltungsquellen und aus der Arbeitskräfteerhebung zu
vergleichen, da sie unterschiedliche Aspekte der Arbeitslosigkeitsdauer messen. Ein Ver-
gleich mit französischen Daten aus anderen Quellen zeigt, daß die Erhebungsergebnisse ten-
denziell viel höhere Anteile der verschiedenen Kategorien von Langzeitarbeitslosen an der
Gesamtarbeitslosenzahl ausweisen.
18. Genauigkeit und Verläßlichkeit der Verwaltungsdaten der einzelnen Länder dürften von der
grundlegenden Vergleichbarkeit der allgemeinen Arbeitslosigkeitsserien abhängen. Außer-
dem dürften die Daten für die Arbeitslosigkeitsdauer eng mit den Voraussetzungen für die
Zahlung der Leistungen bei Arbeitslosigkeit, die sich von Land zu Land erheblich unter-
scheiden, verknüpft sein. Daher eignen sich diese Daten besser als Trendindikatoren denn
als Querschnittsmessungen in internationalen Vergleichen.
Nr. C 322/34 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 3. 12. 84
ANHANG III
Bibliographie / Bibliography
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3. 12. 84 Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. C 322/35
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— Eurostat — «Evolution de l'emploi en 1983», Bulletin statistique, n° 3, 1984; Office des
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Gesellschaft
— Brenner, M. H. — 'Mortality and economic instability: a model including intervening
risk factors for predictions purposes'. Symposium de l'OMS 'Influence of Economic
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— Schnaffer, Dominique — «Chömage et politique: une relation mal connue», Revue fran-
caise de science politique, vol. 32, nos 4—5, aoüt/octobre 1982
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— European Industrial Relations Review — International unemployment benefits in 12 coun-
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— 1. Bundeskongreß der Arbeitslosen, Fachhochschule Frankfurt am Main, 1983, Arbeits-
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— National Council for Voluntary Organizations — 'Voluntary and Community Organiza-
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europeennes et Work & Society, Maastricht, mars 1984.
Full & Egal Universal Law Academy