17.4.2010
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 100/14
Vorabentscheidungsersuchen des Krajský soud v Brně (Tschechische Republik), eingereicht am 11. Januar 2010 — Toshiba Corporation, Areva T&D Holding SA, Areva T&D SA, Areva T&D AG, Mitsubishi Electric Corp., Alstom, Fuji Electric Holdings Co. Ltd, Fuji Electric Systems Co. Ltd, Siemens Transmission & Distribution SA, Siemens AG Österreich, VA TECH Transmission & Distribution GmbH & Co. KEG, Siemens AG, Hitachi Ltd, Hitachi Europe Ltd, Japan AE Power Systems Corp., Nuova Magrini Galileo SpA/Úřad pro ochranu hospodářské soutěže
(Rechtssache C-17/10)
2010/C 100/23
Verfahrenssprache: Tschechisch
Vorlegendes Gericht
Krajský soud v Brně
Parteien des Ausgangsverfahrens
Kläger: Toshiba Corporation, Areva T&D Holding SA, Areva T&D SA, Areva T&D AG, Mitsubishi Electric Corp., Alstom, Fuji Electric Holdings Co. Ltd, Fuji Electric Systems Co. Ltd, Siemens Transmission & Distribution SA, Siemens AG Österreich, VA TECH Transmission & Distribution GmbH & Co. KEG, Siemens AG, Hitachi Ltd, Hitachi Europe Ltd, Japan AE Power Systems Corp., Nuova Magrini Galileo SpA
Beklagte: Úřad pro ochranu hospodářské soutěže (Tschechische Behörde für den Schutz des Wettbewerbs)
Vorlagefragen
1.
Sind Art. 81 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (jetzt Art. 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union) und die Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates vom 16. Dezember 2002 zur Durchführung der in den Artikeln 81 und 82 des Vertrags niedergelegten Wettbewerbsregeln (1) dahin auszulegen, dass diese Vorschriften (in einem nach dem 1. Mai 2004 eingeleiteten Verfahren) auf die gesamte Zeit anwendbar sind, in der ein Kartell bestand, das in der Tschechischen Republik vor ihrem Beitritt zur Europäischen Union (d. h. vor dem 1. Mai 2004) begonnen und fortgesetzt wurde und nach dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union beendet wurde?
2.
Ist Art. 11 Abs. 6 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und Erwägungsgrund 17 der Verordnung (EG) Nr. 1/2003 des Rates, Nr. 51 der Bekanntmachung der Kommission über die Zusammenarbeit innerhalb des Netzes der Wettbewerbsbehörden (2), dem Grundsatz ne bis in idem aus Art. 50 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (3) und den allgemeinen Grundsätzen des europäischen Rechts dahin auszulegen, dass, wenn die Kommission nach dem 1. Mai 2004 ein Verfahren wegen Verstoßes gegen Art. 81 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft einleitet und in der Sache selbst entscheidet,
a)
damit endgültig die Zuständigkeit der Wettbewerbsbehörden der Mitgliedstaaten entfällt, sich mit einem solchen Handeln zu befassen;
b)
die Zuständigkeit der Wettbewerbsbehörden der Mitgliedstaaten entfällt, auf dasselbe Handeln Vorschriften des innerstaatlichen Rechts anzuwenden, die dieselbe Regelung wie Art. 81 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (jetzt Art. 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union) enthalten?
(1) ABl. L 1, S. 1.
(2) ABl. 2004, C 101, S. 43.
(3) ABl. 2007, C 303, S. 1.
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