22.9.2012
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 287/10
Urteil des Gerichtshofs (Zweite Kammer) vom 12. Juli 2012 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunale di Firenze — Italien) — Strafverfahren gegen Maurizio Giovanardi u. a.
(Rechtssache C-79/11) (1)
(Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen - Rahmenbeschluss 2001/220/JI - Stellung des Opfers im Strafverfahren - Richtlinie 2004/80/EG - Entschädigung der Opfer von Straftaten - Verantwortlichkeit einer juristischen Person - Entschädigung im Rahmen des Strafverfahrens)
2012/C 287/15
Verfahrenssprache: Italienisch
Vorlegendes Gericht
Tribunale di Firenze
Beteiligte des Ausgangsverfahrens
Maurizio Giovanardi, Andrea Lastini, Filippo Ricci, Vito Piglionica, Massimiliano Pempori, Gezim Lakja, Elettrifer Srl, Rete Ferroviaria Italiana SpA
Gegenstand
Vorabentscheidungsersuchen — Tribunale Ordinario di Firenze — Auslegung der Art. 2, 3 und 8 des Rahmenbeschlusses des Rates 2001/220/JI vom 15. März 2001 über die Stellung des Opfers im Strafverfahren (ABl. L 82, S. 1) — Auslegung des Art. 9 der Richtlinie 2004/80/EG des Rates vom 29. April 2004 zur Entschädigung der Opfer von Straftaten (ABl. L 261, S. 15) — Strafrechtliche Verantwortlichkeit juristischer Personen — Rechtsanspruch des Opfers einer Straftat, im Rahmen eines Strafverfahrens von einer juristischen Person, die mittelbar für die Schäden verantwortlich ist, Ersatz zu erlangen
Tenor
Art. 9 Abs. 1 des Rahmenbeschlusses 2001/220/JI des Rates vom 15. März 2001 über die Stellung des Opfers im Strafverfahren ist dahin auszulegen, dass es nach dieser Bestimmung nicht unzulässig ist, dass im Rahmen einer Regelung über die Verantwortlichkeit von juristischen Personen wie der des Ausgangsverfahrens das Opfer einer Straftat im Rahmen des Strafprozesses keinen Ersatz des unmittelbar durch diese Straftat verursachten Schadens von der juristischen Person, die eine administrative Zuwiderhandlung begangen hat, verlangen kann.
(1) ABl. C 120 vom 16.4.2011.
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