23.11.2015
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 389/3
Urteil des Gerichtshofs (Große Kammer) vom 6. Oktober 2015 (Vorabentscheidungsersuchen des Tribunal d'instance de Bordeaux — Frankreich) — Thierry Delvigne/Commune de Lesparre-Médoc, Préfet de la Gironde
(Rechtssache C-650/13) (1)
((Vorlage zur Vorabentscheidung - Charta der Grundrechte der Europäischen Union - Art. 39 und 49 - Europäisches Parlament - Wahlen - Aktives Wahlrecht - Unionsbürgerschaft - Rückwirkung des milderen Strafgesetzes - Nationale Rechtsvorschriften, die bei einer vor dem 1. März 1994 ergangenen letztinstanzlichen Verurteilung wegen einer Straftat den Verlust des aktiven Wahlrechts vorsehen))
(2015/C 389/03)
Verfahrenssprache: Französisch
Vorlegendes Gericht
Tribunal d'instance de Bordeaux
Parteien des Ausgangsverfahrens
Kläger: Thierry Delvigne
Beklagte: Commune de Lesparre-Médoc, Préfet de la Gironde
Tenor
Die Art. 39 Abs. 2 und 49 Abs. 1 Satz 3 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union sind dahin auszulegen, dass sie Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats nicht entgegenstehen, die wie die, um die es im Ausgangsverfahren geht, von den Wahlberechtigten bei den Wahlen zum Europäischen Parlament von Rechts wegen Personen wie Herrn Delvigne ausschließen, deren Verurteilung wegen eines schweren Verbrechens vor dem 1. März 1994 rechtskräftig geworden war.
(1) ABl. C 129 vom 28.4.2014.
Full & Egal Universal Law Academy