9.1.2017
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 6/12
Urteil des Gerichtshofs (Vierte Kammer) vom 27. Oktober 2016 (Vorabentscheidungsersuchen der Cour d’appel de Pau — Frankreich) — Strafverfahren gegen Association des utilisateurs et distributeurs de l’agrochimie européenne (Audace) u. a.
(Rechtssache C-114/15) (1)
((Vorlage zur Vorabentscheidung - Freier Warenverkehr - Art. 34 und 36 AEUV - Mengenmäßige Beschränkungen - Paralleleinfuhren von Tierarzneimitteln - Richtlinie 2001/82/EG - Art. 65 - Nationale Regelung der vorherigen Genehmigung - Ausschluss von Züchtern vom vereinfachten Verfahren zur Genehmigung für das Inverkehrbringen - Pflicht, über eine Genehmigung für die Ausübung des Großhandels zu verfügen - Pflicht, über eine Niederlassung im Hoheitsgebiet des Einfuhrmitgliedstaats zu verfügen - Pharmakovigilanzpflichten))
(2017/C 006/14)
Verfahrenssprache: Französisch
Vorlegendes Gericht
Cour d’appel de Pau
Beteiligte des Ausgangsverfahrens
Association des utilisateurs et distributeurs de l’agrochimie européenne (Audace), Association des éleveurs solidaires, Cruzalebes EARL, Des deux rivières EARL, Mounacq EARL, Soulard Max EARL, Francisco Xavier Erneta Azanza, Amestoya GAEC, La Vinardière GAEC reconnu, Lagunarte GAEC, André Jacques Iribarren, Ramuntcho Iribarren, Phyteron 2000 SAS, Cataloune SCL
Beteiligte: Conseil national de l’Ordre des vétérinaires, vormals Conseil supérieur de l’Ordre des vétérinaires, Syndicat national des vétérinaires d’exercice libéral, Direction des douanes et des droits indirects
Tenor
1.
Die Art. 34 und 36 AEUV sind dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen, die den Zugang zu Paralleleinfuhren von Tierarzneimitteln auf Großhändler beschränkt, die im Besitz einer Genehmigung nach Art. 65 der Richtlinie 2001/82/EG vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Tierarzneimittel in der durch die Verordnung (EG) Nr. 596/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juni 2009 geänderten Fassung sind, und infolgedessen Züchtern, die Tierarzneimittel für den Bedarf ihrer eigenen Zuchtbetriebe einführen möchten, den Zugang zu solchen Einfuhren versagt.
2.
Die Art. 34 und 36 AEUV sind dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung, die Züchter, die Tierarzneimittel für den Bedarf ihrer eigenen Zuchtbetriebe parallel einführen, verpflichtet, über eine Niederlassung im Hoheitsgebiet des Bestimmungsmitgliedstaats zu verfügen und allen in den Art. 72 bis 79 der Richtlinie 2001/82 in der durch die Verordnung Nr. 596/2009 geänderten Fassung vorgesehenen Pharmakovigilanzpflichten nachzukommen, nicht entgegenstehen.
(1) ABl. C 171 vom 26.5.2015.
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