12.9.2016
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 335/24
Urteil des Gerichtshofs (Neunte Kammer) vom 30. Juni 2016 (Vorabentscheidungsersuchen der Curte de Apel Bucureşti — Rumänien) — Selena România SRL/Direcția Generală Regională a Finanțelor Publice (DGRFP) București
(Rechtssache C-416/15) (1)
((Vorlage zur Vorabentscheidung - Handelspolitik - Verordnung [EG] Nr. 1225/2009 - Art. 13 - Umgehung - Durchführungsverordnung [EU] Nr. 791/2011 - Offenmaschige Gewebe aus Glasfasern mit Ursprung in der Volksrepublik China - Antidumpingzölle - Durchführungsverordnung [EU] Nr. 437/2012 - Versand aus Taiwan - Einleitung einer Untersuchung - Durchführungsverordnung [EU] Nr. 21/2013 - Ausweitung des Antidumpingzolls - Zeitlicher Anwendungsbereich - Rückwirkungsverbot - Zollkodex der Gemeinschaften - Nacherhebung von Einfuhrabgaben))
(2016/C 335/32)
Verfahrenssprache: Rumänisch
Vorlegendes Gericht
Curte de Apel Bucureşti
Parteien des Ausgangsverfahrens
Klägerin: Selena România SRL
Beklagte: Direcția Generală Regională a Finanțelor Publice (DGRFP) București
Tenor
Art. 1 Abs. 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 21/2013 des Rates vom 10. Januar 2013 zur Ausweitung des mit der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 791/2011 eingeführten endgültigen Antidumpingzolls auf die Einfuhren bestimmter offenmaschiger Gewebe aus Glasfasern mit Ursprung in der Volksrepublik China auf aus Taiwan und Thailand versandte Einfuhren bestimmter offenmaschiger Gewebe aus Glasfasern, ob als Ursprungserzeugnisse Taiwans oder Thailands angemeldet oder nicht, ist dahin auszulegen, dass der mit dieser Vorschrift ausgeweitete endgültige Antidumpingzoll nicht rückwirkend auf aus Taiwan versandte Waren anwendbar ist, die in der Union nach dem Inkrafttreten der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 791/2011 des Rates vom 3. August 2011 zur Einführung eines endgültigen Antidumpingzolls und zur endgültigen Vereinnahmung des vorläufigen Zolls auf die Einfuhren bestimmter offenmaschiger Gewebe aus Glasfasern mit Ursprung in der Volksrepublik China, aber vor dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) Nr. 437/2012 der Kommission vom 23. Mai 2012 zur Einleitung einer Untersuchung betreffend die mutmaßliche Umgehung der mit der Durchführungsverordnung Nr. 791/2011 eingeführten Antidumpingmaßnahmen und zur zollamtlichen Erfassung dieser Einfuhren in den zollrechtlich freien Verkehr überführt wurden. Jedoch ist der mit Art. 1 Abs. 1 der Verordnung Nr. 791/2011 eingeführte Antidumpingzoll auf die Einfuhren solcher Waren anwendbar, wenn nachgewiesen wird, dass diese Waren, obwohl sie aus Taiwan versandt und mit Ursprung aus Taiwan angemeldet wurden, ihren Ursprung tatsächlich in der Volksrepublik China haben.
(1) ABl. C 346 vom 19.10.2015.
Full & Egal Universal Law Academy