28.8.2017
DE
Amtsblatt der Europäischen Union
C 283/8
Urteil des Gerichtshofs (Siebte Kammer) vom 6. Juli 2017 (Vorabentscheidungsersuchen des Fővárosi Közigazgatási és Munkaügyi Bíróság — Ungarn) — Glencore Agriculture Hungary Kft., vormals Glencore Grain Hungary Kft./Nemzeti Adó- és Vámhivatal Fellebbviteli Igazgatóság
(Rechtssache C-254/16) (1)
((Vorlage zur Vorabentscheidung - Gemeinsames Mehrwertsteuersystem - Richtlinie 2006/112/EG - Art. 183 - Grundsatz der steuerlichen Neutralität - Vorsteuerabzug - Erstattung des Mehrwertsteuerüberschusses - Überprüfungsverfahren - Geldbuße, die im Zuge eines solchen Verfahrens gegen den Steuerpflichtigen verhängt wird - Verlängerung der Erstattungsfrist - Ausschluss der Zahlung von Verzugszinsen))
(2017/C 283/11)
Verfahrenssprache: Ungarisch
Vorlegendes Gericht
Fővárosi Közigazgatási és Munkaügyi Bíróság
Parteien des Ausgangsverfahrens
Klägerin: Glencore Agriculture Hungary Kft., vormals Glencore Grain Hungary Kft.
Beklagte: Nemzeti Adó- és Vámhivatal Fellebbviteli Igazgatóság
Tenor
Das Unionsrecht ist dahin auszulegen, dass es einer nationalen Regelung wie der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden entgegensteht, wonach dann, wenn von der Steuerverwaltung ein Steuerprüfungsverfahren eingeleitet und gegen einen Steuerpflichtigen wegen mangelnder Kooperation eine Geldbuße verhängt wird, der Zeitpunkt für die Erstattung des Mehrwertsteuerüberschusses bis zur Übergabe des Protokolls über diese Prüfung an den Steuerpflichtigen hinausgeschoben und die Zahlung von Verzugszinsen verweigert werden kann, selbst wenn die Dauer des Steuerprüfungsverfahrens übermäßig lang ist und nicht zur Gänze auf das Verhalten des Steuerpflichtigen zurückzuführen ist.
(1) ABl. C 296 vom 16.8.2016.