B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l
T r i b u n a l e am m in i s t r a t i vo f e d e r a l e
T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l
Abteilung VI
F-6622/2016
Ur t e i l vom 9 . Ok t o be r 2 0 1 8
Besetzung
Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz),
Richterin Jenny de Coulon Scuntaro, Richter Martin Kayser,
Gerichtsschreiber Daniel Brand.
Parteien
1. A._______,
2. B._______,
3. C._______,
4. D._______,
handelnd durch ihren Vater E._______,
alle vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,
Beschwerdeführende,
gegen
Staatssekretariat für Migration SEM,
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.
Gegenstand
Anerkennung der Staatenlosigkeit.
F-6622/2016
Seite 2
Sachverhalt:
A.
A.a Die minderjährigen Gesuchsteller bzw. Beschwerdeführenden
A._______ (geb. 2004), B._______ (geb. 2005), C._______ (geb. 2007)
und D._______ (geb. 2010) sind in der Schweiz als Flüchtlinge vorläufig
aufgenommen. Sie wurden zusammen mit ihrer Mutter F._______, einer
algerischen Staatsangehörigen, in die Flüchtlingseigenschaft ihres Va-
ters/Ehemannes E._______ – ein Palästinenser aus dem Irak – einbezo-
gen.
A.b Am 24. Oktober 2014 reichten die Gesuchsteller zusammen mit ihrem
Vater ein erstes Gesuch um Anerkennung der Staatenlosigkeit ein. Wäh-
rend das Gesuch in Bezug auf den Vater am 15. März 2015 gutgeheissen
wurde, zogen die Gesuchsteller ihre Gesuche am 11. Mai 2015 zurück,
nachdem die algerische Vertretung in der Schweiz in einem Schreiben vom
8. April 2015 bestätigte, dass die Gesuchsteller als algerische Staatsange-
hörige zu betrachten seien (Akten der Vorinstanz N 309 995 [SEM-act.]
C8/2).
A.c Dennoch reichten die Gesuchsteller am 1. April 2016 erneut ein Ge-
such um Anerkennung als Staatenlose ein, welches sie im Wesentlichen
damit begründen, dass sie gemäss einem neuen Schreiben der algeri-
schen Vertretung in der Schweiz vom 8. Februar 2016 die algerische
Staatsangehörigkeit ihrer Mutter nicht erwerben könnten, da ihr Vater pa-
lästinensischer Herkunft sei. Sie beziehen sich dabei auf einen Beschluss
der Arabischen Liga N'D 53/D2600 vom 11. März 1970, wonach Palästi-
nenser keine arabische Staatsangehörigkeit erwerben könnten und damit
de iure als Staatenlose gelten würden. Da der Vater seine palästinensische
Herkunft automatisch an seine Kinder weitergeben würde, seien die Ge-
suchsteller auch als Palästinenser zu betrachten und könnten deshalb die
algerische Staatsangehörigkeit nicht von ihrer Mutter erwerben.
Aus dem beigelegten Schreiben der algerischen Vertretung geht hervor,
dass die gesetzliche Bestimmung, wonach Kinder eines algerischen Vaters
oder einer algerischen Mutter die algerische Staatsangehörigkeit erwer-
ben, nicht für Kinder einer Person mit palästinensischer Herkunft gelte
(SEM-act. D1/5).
A.d Das SEM ersuchte mit Schreiben vom 9. Juni 2016 die Vertretung der
Schweiz in Algerien um Abklärung, ob der Beschluss der Arabischen Liga
vom 11. März 1970 in Algerien (noch) zur Anwendung gelange (SEM-act.
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D3/4). In ihrer Antwort vom 12. Juli 2016 teilte die Schweizer Vertretung
mit, gemäss Abklärungen eines Vertrauensanwalts könnten Kinder einer
algerischen Mutter – ungeachtet der Nationalität des Vaters – die algeri-
sche Nationalität erwerben. Besagter Beschluss der Arabischen Liga vom
11. März 1970 werde in Algerien seit langer Zeit nicht mehr angewandt
(SEM-act. D4/4).
A.e Im Rahmen des rechtlichen Gehörs wurden den Gesuchstellern am
10. August 2016 Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt.
In ihrer diesbezüglichen Stellungnahme vom 31. August 2016 machten sie
geltend, die Auskunft des Vertrauensanwalts vermöge nicht zu überzeu-
gen, da keine Belege für seine Aussagen vorliegen würden und er anonym
gehandelt habe. Dessen Glaubwürdigkeit könne somit nicht überprüft wer-
den. Tatsache sei, dass ihnen die Erlangung der algerischen Staatsange-
hörigkeit von den algerischen Behörden verwehrt worden sei und sie des-
halb keine Möglichkeit hätten, diese zu erlangen (SEM-act. D7/3).
B.
Mit Verfügung vom 23. September 2016 verweigerte das SEM eine Aner-
kennung der Staatenlosigkeit der Gesuchsteller. Es gehe davon aus, dass
diese, als Kinder einer algerischen Mutter, die algerische Staatsangehörig-
keit gemäss Artikel 6 des algerischen Staatsbürgergesetzes vom 15. De-
zember 1970 (law no. 1970-86) de iure erwerben. Entgegen dem Schrei-
ben der algerischen Vertretung in der Schweiz vom 8. Februar 2016, wel-
ches sich offenbar auf einen Beschluss der Arabischen Liga vom 11. März
1970 stütze, hätten Abklärungen vor Ort durch einen Vertrauensanwalt der
Schweizervertretung in Algerien ergeben, dass dieser nicht mehr ange-
wandt werde. Das SEM sehe keinen Anlass, an den Aussagen des Ver-
trauensanwalts zu zweifeln. Die Bemühungen der Gesuchsteller, die alge-
rische Staatsangehörigkeit zu erwerben, seien jedenfalls noch nicht er-
schöpft, zumal sie die Möglichkeit hätten – allenfalls über eine Rechtsver-
tretung vor Ort – ihr Anliegen direkt bei der zuständigen Bürgerrechtsbe-
hörde in Algerien vorzubringen.
C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 26. Oktober 2016 an das Bundesverwal-
tungsgericht lassen die Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter
beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und sie seien als
staatenlos anzuerkennen. Im Weiteren sei ihnen gemäss Art. 27 und 28
des Übereinkommens vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung
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der Staatenlosen (SR 0.142.40; nachfolgend: StÜ bzw. Staatenlosen-Über-
einkommen) Identitäts- und Reiseausweise auszustellen. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht wird um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
samt Rechtsverbeiständung ersucht.
Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdefüh-
renden sowie ihre Mutter seien in die Flüchtlingseigenschaft ihres Vaters
bzw. Ehemannes miteinbezogen und vorläufig aufgenommen worden. Ge-
mäss dem Schreiben eines von ihnen beauftragten Anwaltes in Algerien
vom 16. Oktober 2016 sei der Beschluss der Arabischen Liga noch immer
aktuell und Art. 6 des algerischen Bürgerrechtsgesetzes in der Fassung
vom 27. Februar 2005 finde auf Kinder keine Anwendung, deren Vater ein
staatenloser Palästinenser sei. Besagter Anwalt habe ferner festgehalten,
dass allein die algerischen Gerichte über die algerische Staatsangehörig-
keit entscheiden könnten. Ein solches Gerichtsverfahren könne allerdings
lange dauern und es sei zweifelhaft, ob es zum Erfolg führen würde. Aus-
serdem könne den minderjährigen und schulpflichtigen Kindern unter dem
Aspekt des Kindeswohls gemäss Art. 3 des Übereinkommens vom 20. No-
vember 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107) wohl kaum ein
Gerichtsverfahren in Algerien zugemutet werden, welches für deren ge-
setzliche Vertreter kaum finanzierbar sei.
Zur Bekräftigung ihrer Vorbringen legen die Beschwerdeführenden die Ko-
pie des Schreibens ihres algerischen Rechtsvertreters vom 16. Oktober
2016 ins Recht.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 8. November 2016 gab das Bundesverwal-
tungsgericht dem Antrag auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung man-
gels Voraussetzungen nicht statt und forderte die Beschwerdeführenden
auf, ihre Bedürftigkeit zu belegen.
E.
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 23. November 2016 die
Abweisung der Beschwerde und bringt ergänzend vor, die Frage, ob der
Beschluss der Arabischen Liga vom 11. März 1970 hinsichtlich der Ein-
schränkung des Bürgerrechtsgesetzes für Kinder von palästinensischen
Vätern in Algerien zurzeit angewandt werde, könne nicht abschliessend
beantwortet werden. Gemäss Art. 37 und Art. 38 des algerischen Bürger-
rechtsgesetzes seien in Algerien die Gerichte zuständig, über die Staats-
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angehörigkeit der Beschwerdeführenden zu befinden. Diese hätten ent-
sprechende Verfahren einzuleiten. Falls eine anwaltschaftliche Vertretung
nicht möglich sei, hätten sie gegebenenfalls persönlich beim zuständigen
Gericht in Algerien vorzusprechen. Eine Reise nach Algerien sei schon
deshalb zumutbar, weil sie in der Vergangenheit zusammen mit ihrer Mut-
ter bereits nach Algerien gereist seien. Als anerkannte Flüchtlinge hätten
sie Anspruch auf die Ausstellung von Reiseausweisen für Flüchtlinge, mit
dem sie nach Algerien, welcher nicht den Verfolgerstaat darstelle, reisen
könnten.
F.
Am 6. Dezember 2016 reichten die Beschwerdeführenden eine Unterstüt-
zungsbestätigung der Gemeinde X._______ vom 21. November 2016
nach.
G.
In ihrer Replik vom 16. Januar 2017 halten die Beschwerdeführenden an
ihren Anträgen und deren Begründung fest. Entgegen der Auffassung der
Vorinstanz seien sie ihrer Mitwirkungspflicht nachgekommen und hätten
entsprechende Nachweise zum Beleg ihrer Bemühungen eingereicht. So
hätten sie sich bereits um die Erlangung der algerischen Staatsangehörig-
keit bemüht, seien jedoch mit diesem Vorhaben auf der Algerischen Bot-
schaft in der Schweiz gescheitert. Aufgrund des Umstandes, dass ihr Vater
Palästinenser sei, könne vorliegend nicht davon ausgegangen werden,
dass ihnen durch ein Verfahren in Algerien die algerische Staatsangehö-
rigkeit von den zuständigen Behörden zugesprochen würde.
Aus der gleichzeitig in Kopie eingereichten Bestätigung der Algerischen
Botschaft in Bern vom 21. Dezember 2016 geht hervor, dass die Beschwer-
deführenden nicht auf dieser Botschaft registriert sind.
H.
In einer ergänzenden Vernehmlassung vom 17. Februar 2017 weist die
Vorinstanz darauf hin, es liege nicht in der Kompetenz der algerischen Ver-
tretung, über Fragen der Staatsangehörigkeit zu entscheiden. Dafür sei
vielmehr – wie bereits erwähnt – die algerische Justiz zuständig, welche
über die Modalitäten eines entsprechenden Verfahrens entscheide, bei-
spielsweise auch darüber, ob die Anwesenheit der Beschwerdeführenden
vor Ort in Algerien notwendig sei. Es liege somit in ihrem Interesse, Klarheit
über ihre Staatsangehörigkeit zu erlangen, was allerdings einen Entscheid
der zuständigen Behörde bedinge.
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Seite 6
I.
In ihrer Stellungnahme vom 22. März 2017 bringen die Beschwerdeführen-
den im Wesentlichen vor, es werde nicht bestritten, dass die Kompetenz
für die Erteilung der Staatsangehörigkeit bei der algerischen Justiz liege.
Ihre Mutter sei im Sommer 2015 nach Algerien gereist, um die Erteilung
der algerischen Staatsbürgerschaft bei den zuständigen Behörden der
Mascara-Provinz zu beantragen. Dabei sei ihr von der Behörde mündlich
mitgeteilt worden, dass es keine Dokumente oder Hinweise gäbe, welche
die algerische Staatsangehörigkeit ihrer vier Kinder belegen würden. Dies
trotz der Tatsache, dass die Kinder in ihrem von der algerischen Botschaft
in der Schweiz ausgestellten Pass eingetragen seien. Demnach sei der
Beschluss der Arabischen Liga N'D 53/D2600 vom 11. März 1970 klar noch
anwendbar. Im Weiteren sei ihrer Mutter von den Behörden in Algerien mit-
geteilt worden, sie hätte diese Angelegenheit mit der Algerischen Botschaft
in Bern zu regeln. Ihre Kinder könnten die Staatsangehörigkeit problemlos
erhalten, wenn der palästinensische Vater eine palästinensische Identitäts-
karte mit nationaler Identitätsnummer vorweise. Eine solche Identitätskarte
könne jedoch ihrem Vater aufgrund des Oslo Abkommens von 1993 laut
Schreiben der Palästinensischen Botschaft in Bern vom 5. Juni 2015 nicht
ausgestellt werden.
Der Eingabe waren weitere Beweismittel beigelegt (Schreiben der Mutter
vom 13. März 2017, Kopien ihres algerischen Reisepasses, Schreiben der
palästinensischen Vertretung in Bern vom 5. Juni 2015).
J.
In einer weiteren Vernehmlassung vom 18. Mai 2017 weist das SEM aus-
drücklich darauf hin, dass weder im algerischen Nationalitätsgesetz noch
in den beiden dazu erlassenen Verfügungen der Erwerb der algerischen
Staatsangehörigkeit durch Abstammung vom Vater bzw. der Mutter einge-
schränkt werde. Die Bemühungen der Beschwerdeführenden, sich als al-
gerische Staatsangehörige anerkennen zu lassen, erschöpften sich mit
Vorsprachen bei der algerischen Vertretung in der Schweiz, welche ohne-
hin in der Sache nicht zuständig sei, und einer Vorsprache bei einer alge-
rischen Behörde. Das SEM erachte die bisherigen Bemühungen der Be-
schwerdeführenden insgesamt nicht als genügend, um den hohen Anfor-
derungen an das Zumutbare angesichts des Sinns und Zwecks des Staa-
tenlosen-Übereinkommens zu entsprechen. Demnach müssten alle
Schritte, die nach der jeweiligen nationalen Rechtslage zur (Wieder-)Erlan-
gung der Staatsangehörigkeit notwendig seien und die als zumutbar ange-
sehen werden könnten, unternommen werden. Erst bei Vorliegen eines
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schriftlichen rechtskräftigen Entscheides der zuständigen algerischen Bür-
gerrechtsbehörde, welcher festhalte, dass die Beschwerdeführenden die
algerische Staatsangehörigkeit nicht durch Abstammung erlangten, und
dass eine Einbürgerung nicht möglich sei, könnten die Bemühungen als
genügend betrachtet werden. Den Beschwerdeführenden sei es zumutbar,
bei dieser Behörde einen entsprechenden schriftlichen Entscheid zu erwir-
ken.
K.
Mit ihrer Stellungnahme vom 13. Juli 2017 reichten die Beschwerdeführen-
den neu eine Bestätigung der Gemeinde Y._______ in der Provinz
Mascara vom 2. Juli 2017 ins Recht, in welcher festgehalten wird, dass sie
weder in Algerien registriert noch dort wohnhaft und auch nicht dort gebo-
ren seien. Ein entsprechendes Begehren nun auch noch beim algerischen
Gericht einzureichen, um so einen rechtskräftigen Entscheid zu erlangen,
könne ihnen jedoch nicht zugemutet werden, zumal der von ihnen kontak-
tierte Rechtsanwalt festgehalten habe, dass ein Verfahren vor einem alge-
rischen Gericht lange dauern könne und die Erfolgschancen zweifelhaft
seien.
L.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-
gen eingegangen.
Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen
Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-
führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen auch Verfügungen der
Vorinstanz betreffend Anerkennung der Staatenlosigkeit.
1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts ande-
res bestimmt (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-
schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht
F-6622/2016
Seite 8
eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG), so-
weit nicht die Ausstellung von Identitäts- und Reiseausweisen beantragt
wird, kann doch Verfahrensgegenstand nur sein, was durch den Anfech-
tungsgegenstand gedeckt ist (vgl. BGE 131 II 200 E. 3.2 m.H.; Urteil des
BVGer F-2365/2015 vom 10. Januar 2018 E. 1.3).
2.
Mit Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von
Bundesrecht einschliesslich die Überschreitung oder der Missbrauch des
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-
heblichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-
schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden
(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-
verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Unter Bundesrecht ist
auch das direkt anwendbare Völkerrecht zu verstehen (ZIBUNG/HOFSTET-
TER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG,
2. Aufl. 2016, Art. 49 N 7 f.), zu dem das hier in Frage stehende Überein-
kommen vom 28. September 1954 über die Rechtsstellung der Staatenlo-
sen (SR 0.142.40; nachfolgend StÜ) zu zählen ist. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Be-
gehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als
den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend
ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl.
BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Art. 1 Abs. 1 StÜ hält fest, dass im Sinne des Übereinkommens eine
Person dann staatenlos ist, wenn kein Staat sie auf Grund seiner Gesetz-
gebung (im englischen bzw. französischen Originaltext: "under the opera-
tion of its law", "par application de sa législation") als seinen Angehörigen
betrachtet. Staatenlosigkeit bedeutet nach dieser Begriffsumschreibung
das Fehlen der rechtlichen Zugehörigkeit zu einem Staat (sog. "de iure"-
Staatenlose). Das Abkommen bezieht sich dagegen nicht auf Personen,
die zwar formell noch eine Staatsangehörigkeit besitzen, deren Heimat-
staat ihnen aber keinen Schutz mehr gewährt (sog. "de facto"-Staatenlose;
vgl. YVONNE BURCKHARDT-ERNE, Die Rechtsstellung der Staatenlosen im
Völkerrecht und Schweizerischen Landesrecht, 1977, S. 1 ff. m.H.; BGE
115 V 4 E. 2b; Urteil des BGer 2C_661/2015 vom 12. November 2015
E. 3.1 m.H.; BVGE 2014/5 E. 4.1 m.H.).
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3.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann eine Person nur
dann als staatenlos angesehen werden, wenn sie sich das Fehlen der
Staatsangehörigkeit nicht zurechnen lassen muss. Dies ist der Fall, wenn
sie noch nie über eine Staatsangehörigkeit verfügt bzw. eine frühere ohne
ihr Zutun verloren hat oder wenn es ihr nicht möglich ist, eine Staatsange-
hörigkeit zu erwerben bzw. wiederzuerwerben. Wird eine Staatsangehörig-
keit freiwillig abgelegt oder unterlässt es die betreffende Person ohne trifti-
gen Grund, sie zu erwerben oder wieder zu erwerben, verdient dieses Ver-
halten keinen Schutz (vgl. statt vieler: Urteile des BGer 2C_36/2012 vom
10. Mai 2012 E. 3.1, 2C_621/2011 vom 6. Dezember 2011 E. 4.2,
2A.78/2000 vom 23. Mai 2000 E. 2b und 2c sowie 2A.65/1996 vom 3. Ok-
tober 1996 E. 3c, auszugsweise publiziert in: VPB 61.74, je m.H.). Damit
wird verhindert, dass der Status der Staatenlosigkeit den ihm im Überein-
kommen zugedachten Auffang- und Schutzcharakter verliert und zu einer
Sache der persönlichen Präferenz wird. Es kann nicht Sinn und Zweck des
Staatenlosen-Übereinkommens sein, die Staatenlosen gegenüber den
Flüchtlingen, deren Status sich nicht nach dem Willen der Betroffenen rich-
tet, besser zu stellen, zumal die Völkergemeinschaft seit langem versucht,
die Zahl der Staatenlosen zu reduzieren. Das Staatenlosen-Übereinkom-
men ist nicht geschaffen worden, damit Einzelne nach Belieben eine privi-
legierte Rechtsstellung erwirken können. Es soll ausschliesslich Menschen
helfen, die ohne ihr Zutun in eine Notlage geraten (vgl. Urteile des BGer
2C_36/2012 E. 3.2 m.H., 2C_763/2008 vom 26. März 2009 E. 3.2 m.H.;
vgl. zum Ganzen BVGE 2014/5).
3.3 Das Verfahren auf Anerkennung der Staatenlosigkeit folgt mangels ei-
ner spezialgesetzlichen Regelung dem VwVG und den allgemeinen
Grundsätzen des Verwaltungsverfahrensrechts. Die Beweislast regelt die
Folgen der Beweislosigkeit. Wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, hat
derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen,
der aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Analog zu Art. 8 ZGB trägt in Ver-
fahren des öffentlichen Rechts diejenige Partei die Beweislast, die aus der
unbewiesen gebliebenen Behauptung hat Rechte ableiten wollen. Die Be-
weislosigkeit trifft bei begünstigenden Verfügungen grundsätzlich den An-
sprecher, bei belastenden Verfügungen die Verwaltungsbehörde. Vorbe-
hältlich gesetzlicher Sonderbestimmung (z. B. Art. 7 AsylG) ist der volle
Beweis zu erbringen. Eine Beweiserleichterung oder eine Herabsetzung
des Beweismasses sind in Verfahren auf Anerkennung der Staatenlosigkeit
nicht vorgesehen. Im Anwendungsbereich des Untersuchungsgrundsatzes
ist die Beweiserhebung Sache der Behörde, die den Sachverhalt von Am-
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Seite 10
tes wegen feststellt und sich nötigenfalls der im Gesetz bestimmten Be-
weismittel bedient (Art. 12 VwVG). Die Parteien tragen eine Mitwirkungs-
pflicht und sind gehalten, zur Feststellung des Sachverhalts (z.B. Substan-
tiierungslast) beizutragen (Art. 13 VwVG). Sie haben das Recht, zum Be-
weisergebnis Stellung zu nehmen. Schliesslich erfolgt die Beweiswürdi-
gung frei, ohne Bindung an feste Beweisregeln, durch die verfügende Be-
hörde (vgl. Urteil des BVGer E-1658/2013 vom 14. April 2015 E. 6.1 m.H.
sowie KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY in: Praxiskommentar VwVG,
2. Aufl. 2016, Art. 12 N 50ff.).
4.
4.1 Die Beschwerdeführenden machen im Wesentlichen geltend, gemäss
Auskunft der algerischen Vertretung in der Schweiz sei es ihnen nicht mög-
lich, die algerische Staatsangehörigkeit ihrer Mutter zu erwerben, da ihr
Vater palästinensischer Herkunft sei. Dabei verweisen sie auf einen Be-
schluss der Arabischen Liga vom 11. März 1970, wonach Palästinenser
keine arabische Staatsangehörigkeit erwerben könnten und damit de iure
als Staatenlose gelten würden.
4.2 Diese Auskunft steht allerdings in Widerspruch zu den von der Vor-
instanz veranlassten Abklärungen der Schweizer Vertretung in Algerien.
Laut Vertrauensanwalt dieser Vertretung könnten Kinder einer algerischen
Mutter – ungeachtet der Nationalität ihres Vaters – die algerische Nationa-
lität erwerben, werde doch besagter Beschluss der Arabischen Liga seit
langem in Algerien nicht mehr angewandt. Das in diesem Zusammenhang
massgebende algerische Staatsangehörigkeitsgesetz vom 15. Dezember
1970 (Law No. 1970-86 in der Fassung vom 27. Februar 2005) sieht denn
auch in Art. 6 vor, dass ein von einem algerischen Vater oder einer algeri-
schen Mutter geborenes Kind als Algerier anzusehen sei. Das SEM hat
diesbezüglich in seiner Vernehmlassung vom 18. Mai 2017 ausdrücklich
festgehalten, dass weder in diesem Gesetz noch in den beiden dazu erlas-
senen Verfügungen (Ordonnance no. 70-86 du 15 décembre 1970 portant
Code de la nationalité algérienne und Ordonnance no. 05-01 du 18 Mo-
harram 1426 correspondant au 27 février 2005 modifiant et complétant l'or-
donnance no. 70-86 du 15 décembre 1970 portant code de la nationalité
algérienne) der Erwerb der algerischen Staatsangehörigkeit durch Abstam-
mung vom Vater bzw. der Mutter eingeschränkt werde. Laut BERGMANN/FE-
RID/HENRICH, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Frankfurt a.M.,
[Loseblattsammlung], Algerien [Stand: 1.5.2011]) soll hinsichtlich des Er-
werbs der algerischen Staatsangehörigkeit durch Geburt im Jahre 2005
ohnehin ein Paradigmenwechsel vorgenommen worden sein. So sei die
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Seite 11
bisherige Erwerbsmöglichkeit aufgrund des ius soli weitgehend entfallen.
Stattdessen werde die (fortbestehende) Weitergabe der Staatsangehörig-
keit durch den Vater dergestalt ergänzt, dass auch Mütter in gleicher Weise
ihre Staatsangehörigkeiten an Kinder weitergeben würden. Damit entferne
sich das algerische Staatsangehörigkeitsrecht von einer im Islam verbrei-
teten, wenngleich nirgendwo im Koran festgeschriebenen Überzeugung,
dass die Abstammung vom Vater massgeblich sei. Daraus erhellt, dass die
Beschwerdeführenden, die im Übrigen bereits im Reisepass ihrer (algeri-
schen) Mutter eingetragen sind, durchaus die Möglichkeit hätten, die alge-
rische Staatsangehörigkeit zu erwerben bzw. durch die dafür zuständige
Behörde feststellen zu lassen. Abgesehen davon wurde von ihrem Partei-
vertreter bereits im vorinstanzlichen Verfahren ein Schreiben der Algeri-
schen Botschaft in Bern vom 8. April 2015 ins Recht gelegt, in welchem
explizit bestätigt wurde, dass die Beschwerdeführenden die algerische
Staatsbürgerschaft besitzen würden (vgl. Bst. A.b des Sachverhalts).
4.3 Die Beschwerdeführer bringen vor, ihre Bemühungen, die algerische
Staatsangehörigkeit zu erlangen, seien gescheitert. So hätten sie sich nicht
nur (mehrmals) mit der algerischen Vertretung in der Schweiz in Verbin-
dung gesetzt, sondern hätten zusätzlich einen Rechtsanwalt in Algerien mit
der Sache betraut. Ausserdem sei ihre Mutter vor Ort bei den zuständigen
Behörden der Mascara-Provinz erschienen. Aus der Bestätigung der Ge-
meinde Y._______ vom 2. Juli 2017 gehe hervor, dass sie weder in Alge-
rien registriert noch dort wohnhaft und auch nicht dort geboren seien. Alle
ihre Versuche, die algerische Staatsangehörigkeit zu erhalten, seien somit
als gescheitert zu betrachten.
4.4 Soweit der Rechtsvertreter dem SEM vorwirft, vor seinem Entscheid
betreffend Staatenlosigkeit keine weiterführenden Abklärungen hinsichtlich
der Erlangung der algerischen Staatsbürgerschaft vorgenommen zu haben
und sich diesbezüglich nicht vorgängig mit der Algerischen Botschaft in der
Schweiz in Verbindung gesetzt zu haben, gilt es in diesem Zusammenhang
festzuhalten, dass es weder die Aufgabe der Vorinstanz noch des Bundes-
verwaltungsgerichts sein kann, die Staatsangehörigkeit der Beschwerde-
führenden bei ihrer Auslandsvertretung abzuklären. Für die Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts gilt im Verwaltungsverfahren zwar
grundsätzlich der Untersuchungsgrundsatz, der die Verantwortung für die
Ermittlung des Sachverhalts der Behörde auferlegt (Art. 12 VwVG). Dieser
wird jedoch – wie unter E. 3.3 erwähnt – relativiert durch die Mitwirkungs-
pflicht der Parteien (vgl. Art. 13 VwVG), welche namentlich insoweit greift,
als die Beschwerdeführenden das vorliegende Verfahren durch eigenes
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Seite 12
Begehren eingeleitet haben und darin eigene Rechte geltend machen. Die
Mitwirkungspflicht gilt vorab gerade für solche Tatsachen, welche eine Par-
tei besser kennt als die Behörden (insbesondere im Zusammenhang mit
Abstammung und Herkunft) und welche diese ohne ihre Mitwirkung gar
nicht oder nicht mit vernünftigem Aufwand erheben können (vgl. dazu BGE
143 II 425 E. 5.1 m.H.). Der Nachweis ihrer Identität bzw. Nationalität kann
unter diesen Umständen lediglich von den Beschwerdeführenden bzw. ih-
ren gesetzlichen Vertretern selber erbracht werden. Es liegt somit an die-
sen, die nötigen Schritte – gegebenenfalls durch Inanspruchnahme eines
algerischen Rechtsanwalts – zur Erlangung der erforderlichen Identitäts-
papiere zu unternehmen, um so die Voraussetzungen für die Ausstellung
entsprechender heimatlicher Reisepässe zu erfüllen. Die Beschwerdefüh-
renden wurden überdies im Rahmen dieses Verfahrens von der Vorinstanz
umfassend darüber informiert, welche konkreten und zielführenden
Schritte sie in dieser Angelegenheit zu unternehmen hätten. So wies das
SEM diese wiederholt darauf hin, dass nicht die algerische Vertretung in
der Schweiz, sondern gemäss Art. 37 und 38 des algerischen Staatsange-
hörigkeitsgesetzes allein die dortigen Gerichte zuständig seien, über ihre
Staatsangehörigkeit zu befinden, was im Übrigen auch von ihrem Rechts-
vertreter in Algerien bestätigt wurde (vgl. Bst. C. des Sachverhalts).
4.5 Entgegen der Ansicht ihres Rechtsvertreters kann somit im heutigen
Zeitpunkt (noch) nicht davon ausgegangen werden, die Beschwerdefüh-
renden hätten alles unternommen, um als algerische Staatsangehörige an-
erkannt zu werden. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom
18. Mai 2017 zu Recht festgehalten hat, müssten alle Schritte, die nach der
jeweiligen nationalen Gesetzgebung zur (Wieder-)Erlangung der Staatsan-
gehörigkeit notwendig seien und die als zumutbar angesehen werden
könnten, unternommen werden. Erst bei Vorliegen eines schriftlichen
rechtskräftigen Entscheides der zuständigen algerischen Behörde, dass
die Betroffenen die algerische Staatsangehörigkeit nicht durch Abstam-
mung erlangen könnten, und dass eine Einbürgerung nicht möglich sei,
seien die Bemühungen als rechtsgenüglich zu erachten.
4.6 Nach dem Gesagten kann deshalb von den Beschwerdeführenden
bzw. ihrer Mutter als gesetzliche Vertreterin verlangt werden, nötigenfalls
vor dem zuständigen algerischen Gericht persönlich zu erscheinen, um ei-
nen entsprechenden schriftlichen Entscheid zu erwirken. Dass ihr dies zu-
mutbar wäre, belegen ihre erst kürzlich erfolgten Heimatreisen. Nicht aus-
schlaggebend im Rahmen eines Staatenlosenverfahrens kann hingegen
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sein, dass ein entsprechendes Gerichtsverfahren in Algerien möglicher-
weise geraume Zeit in Anspruch nehmen würde, wurden die Beschwerde-
führenden doch bereits in der Verfügung des SEM vom 23. September
2016 in Kenntnis gesetzt, bei welcher Instanz in Algerien sie ihr Anliegen
zu deponieren hätten.
4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden
die Voraussetzungen zur Anerkennung der Staatenlosigkeit nicht erfüllen.
5.
Aus diesen Darlegungen folgt, dass sich die angefochtene Verfügung im
Lichte von Art. 49 VwVG als rechtmässig erweist. Die Beschwerde ist dem-
zufolge abzuweisen.
6.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne
von Art. 65 Abs. 1 VwVG, dessen Beurteilung mit Instruktionsverfügung
vom 14. Dezember 2016 auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen wurde,
ist abzuweisen, da der Beschwerde bereits im Zeitpunkt ihrer Einreichung
keine Aussicht auf Erfolg zugesprochen werden konnte (vgl. Art. 65 Abs. 1
VwVG). Dementsprechend sind die Verfahrenskosten, welche auf
Fr. 1'200.- festzusetzen sind, den Beschwerdeführenden aufzuerlegen
(Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
2.
Dem Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird nicht stattgegeben.
3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.- werden den Beschwerdeführenden
auferlegt.
Dieser Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zahlungsfrist beträgt
30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des Einzahlungsscheins
erfolgt mit separater Post.
4.
Dieses Urteil geht an:
– die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung: Beilage: Akten Ref-Nr.
N […])
– den Migrationsdienst des Kantons Bern
Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.
Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:
Fulvio Haefeli Daniel Brand
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Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-
legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts-
schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten.
Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be-
schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).
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