BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS VI Z A 27/11 vom 10. Januar 201 2 in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja ZPO § 114 Satz 1, § 544 Abs. 1 Das Ende einer Rechtsmittelfrist wird wegen eines allgemeinen Feiertages nur dann hinausgeschobe n, wenn der betreffende Tag an dem Ort, wo das Rechtsmittel einz u- legen ist, gesetzlicher Feiertag ist. Entsprechendes gilt für ein Prozesskostenhilfeg e- such, das innerhalb der Frist einzulegen ist, die für das beabsichtigte Rechtsmittel vorgeschrieben ist. BGH, Beschluss vom 10. Januar 2012 - VI ZA 27/11 - OLG München LG München II - 2 - Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 10. Januar 20 1 2 durch den Vorsitzenden Richter Galke, die Richter Zoll und Wellner, die Richterin Di e- derichsen und den Ric hter Stöhr beschlossen: Der Antrag des Klägers auf Prozesskostenhilfe wird abgelehnt. Gründe: Die beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg (§ 114 Satz 1 ZPO). Nach allgemeiner Auffassung in Rech t- sprechung und Schrifttum wird das Ende einer Rechtsmittelfrist wegen eines allgemeinen Feiertages nur dann hinausgeschoben, wenn der betreffende Tag an dem Ort, wo das Rechtsmittel einzulegen ist, gesetzlicher Feiertag ist. Für den Ablauf einer Rechtsmittelfrist an einem nicht bundeseinheitlichen Feiertag sind mithin die Verhältnisse am Ort des Sitzes des Gerichts maßgeblich (vgl. BAG, BAGE 84, 140; NJW 1989, 1181; DB 1959, 1347; BSG, MDR 1995, 955; Oberverwaltungsgericht für das Land Brandenburg, NJW 2004, 3795; Bay VGH München, NJW 1997, 2130; OVG Münster, Beschluss vom 16. Februar 2010 - 13 C 112/10, juris Rn. 1; MünchKommZPO/Gehrlein, 3. Aufl., § 222 Rn. 5; Musielak/Stadler, ZPO, 8. Aufl., § 222 Rn. 8; Zöller/Stöber, ZPO, 29. Aufl., § 222 Rn. 1). Entsprechendes gil t für ein Prozesskostenhilfegesuch, das inne r- halb der Frist einzulegen ist, die für das beabsichtigte Rechtsmittel vorgeschri e- ben ist. Danach hat der Kläger den Prozesskostenhilfeantrag für die beabsic h- 1 - 3 - tigte Nichtzulassungsbeschwerde nicht rechtzeitig eing elegt, weil nach Art. 1 des bayerischen Feiertagsgesetzes in der Fassung vom 1. Januar 1983 (BayRS II, 172) zwar in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung Mariä Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag ist, nicht aber am Sitz des Bunde s- gerichtshof s in Karlsruhe. Entgegen der Auffassung des Klägers bestehen d a- gegen keine verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Brandenburg, aaO; OVG Münster, aaO, Rn. 5). Galke Zoll Wellner Diederichsen Stöhr Vorinstanzen: LG Mü nchen II, Entscheidung vom 01.12.2009 - 1 MO 1165/08 - OLG München, Entscheidung vom 30.06.2011 - 1 U 2414/10 -
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