BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS VIII ZB 27/07 vom 10. Juli 2007 in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja GKG 247 68 Abs. 1 Satz 5, 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 "N344chsth366heres Gericht" im Sinne von 247 68 Abs. 1 Satz 5, 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 GKG ist nicht der Bundesgerichtshof. BGH, Beschluss vom 10. Juli 2007 - VIII ZB 27/07 - OLG Frankfurt am Main LG Darmstadt AG R374sselsheim - 2 - Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 10. Juli 2007 durch den Vorsitzenden Richter Ball, den Richter Wiechers und die Richterinnen Hermanns, Dr. Milger und Dr. Hessel beschlossen: Die Sache wird an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zur Entscheidung in eigener Zust344ndigkeit zur374ckgegeben. Gr374nde: I. Das Amtsgericht hat den Streitwert auf 132.031,88 200 festgesetzt (Klage: 10.031,88 200, Widerklage: 122.000 200). Nach Berufungsr374cknahme durch den Beklagten hat das Landgericht den Streitwert f374r die Berufungsinstanz auf ins-gesamt 10.031,88 200 festgesetzt. Der dagegen gerichteten Streitwertbeschwerde des Prozessbevollm344chtigten des Kl344gers mit dem Ziel der Heraufsetzung hat das Landgericht nicht abgeholfen und die Sache dem Oberlandesgericht zur Entscheidung vorgelegt. 1 Das Oberlandesgericht hat die Sache dem Bundesgerichtshof vorgelegt. Es hat die Auffassung vertreten, der Bundesgerichtshof sei "das n344chsth366here Gericht" im Sinne von 247 68 Abs. 1 Satz 5, 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 GKG und damit zur Entscheidung 374ber die Streitwertbeschwerde zust344ndig. 2 - 3 - II. 3 Die Sache ist dem Oberlandesgericht zur374ckzugeben, welches in eigener Zust344ndigkeit 374ber die vom Prozessbevollm344chtigten des Kl344gers im eigenen Namen erhobene Streitwertbeschwerde (247 32 Abs. 2 Satz 1 RVG i. V. mit 247 68 GKG) zu entscheiden hat. "N344chsth366heres Gericht" im Sinne von 247 68 Abs. 1 Satz 5, 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 GKG ist nicht der Bundesgerichtshof. Ge-m344337 247 68 Abs. 1 Satz 5, 247 66 Abs. 3 Satz 3 GKG findet, wie auch das Oberlan-desgericht nicht verkannt hat, eine Beschwerde an einen obersten Gerichtshof des Bundes nicht statt. Dadurch ist klar gestellt, dass Beschwerdegericht jeden-falls nicht der Bundesgerichtshof ist. Die Entscheidung 374ber die weitere Frage, ob eine Streitwertentscheidung des Landgerichts als Berufungsgericht unanfechtbar ist oder ob dagegen nach der Neufassung des Gerichtskostengesetzes durch das Gesetz zur Modernisie-rung des Kostenrechts vom 5. Mai 2004 (BGBl. I S. 718) eine Streitwertbe-schwerde zum Oberlandesgericht er366ffnet ist, obliegt ihm selbst. Diese Frage beantwortet sich insbesondere danach, ob mit der Formulierung in 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 GKG "Beschwerdegericht ist das n344chsth366here Gericht" die Rangfolge im Instanzenzug oder die Reihenfolge im Gerichtsaufbau gemeint ist. Letzteres entspricht mit R374cksicht auf die ansonsten unverst344ndliche Formulie-rung des 247 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 2 GKG und im Anschluss an die Gesetzes-materialien, wonach "unabh344ngig vom Instanzenzug der Hauptsache als Be-schwerdegericht grunds344tzlich das allgemein dem erkennenden Gericht 374ber-geordnete Gericht anzusehen" ist (BT-Drs. 14/1571 S. 157; BR-Drs. 830/03 S. 186) und die Streitwertbeschwerde - anders als nach 247 25 Abs. 3 Satz 2 GKG aF - auch dann zul344ssig sein soll, wenn das Rechtsmittelgericht die Ent-scheidung erlassen hat (BT-Drs. 14/1571 S. 158; BR-Drs. 830/03 S. 187), der ganz 374berwiegenden Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum (OLG Cel- 4 - 4 - le, 3. Zivilsenat, OLGR 2006, 270; OLG Celle, 2. Zivilsenat, OLGR 2007, 198; OLG D374sseldorf ZMR 2006, 858; OLG Rostock OLGR 2006, 1004; KG KGR 2007, 162; OLG Dresden, Beschluss vom 18. Juli 2006 - 10 W 816/06, juris; Schneider/Herget, Streitwertkommentar f374r den Zivilprozess, 12. Aufl., Rdnr. 4958 ff.; N. Schneider, AGS 2006, 613; Deichfu337, MDR 2006, 1264; Oestreich/Winter/Hellstab, GKG, Stand: Dezember 2006, 247 66 Rdnr. 89; Meyer, Gerichtskostengesetz, 8. Aufl., 247 68 Rdnr. 1; anderer Ansicht OLG Celle, 11. Zivilsenat, OLGR 2006, 191, mit ablehnender Anmerkung Onderka, AGS 2006, 246, 247; Madert in Gerold/Schmidt/von Eicken/Madert, RVG, 17. Aufl., 247 32 RVG Rdnr. 80). Eine Divergenzvorlage zum Bundesgerichtshof ist gesetz-lich insoweit nicht vorgesehen. Ball Wiechers Hermanns Dr. Milger Dr. Hessel Vorinstanzen: AG R374sselsheim, Entscheidung vom 30.08.2006 - 3 C 224/06 (31) - LG Darmstadt, Entscheidung vom 05.12.2006 - 21 S 216/06 -
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