BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS V ZB 43/11 vom 20. Mai 2011 in dem Zwangsversteigerungsverfahren - 2 - Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Mai 2011 durch den Vo r- sitzenden Richter Prof . Dr. K r üger, die Richter Prof. Dr. Schmidt - Räntsch un d Dr. Roth und die Richterinnen Dr. Brückner und Weinland beschlossen: Auf die Rechtsbeschwerde des Beteiligten zu 1 wird der B e- sch l uss der 3. Zivilkammer des Landgerichts Aachen vom 31. Januar 2011 aufgehoben. Die Sache wird zur neuen E ntscheidung an das Beschwerdeg e- richt zurückverwiesen. Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt 92.000 Gründe: I. Der Beteiligte zu 1 erwarb im Wege der Zwangsversteigerung das im E i n gang dieses Beschusses bezeichnete Grundstück. Da er die fällige Za hlung nicht erbrachte, kam es auf Antrag der Beteiligten zu 2, für die eine Sich e- rungshypothek in das Grundbuch eingetragen worden war, zur Wiederverste i- gerung des Grundstücks. Mit Beschluss vom 2. November 2010 hat das Amt s- gericht dem Beteil i gten zu 5 den Zuschlag erteilt. Die dagegen gerichtete B e- schwerde des Beteiligten zu 1 hat das Landgericht mit Beschuss der Einzelric h- terin vom 31. Januar 2011 zurückgewiesen. Dagegen richtet sich die von ihr zur 1 - 3 - Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zugelassene Rechtsbeschwerde d e s Bet e iligten zu 1. II. Die zulässige Rechtsbeschwerde ist begründet, weil die angefochtene Entscheidung unter Verstoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG ergangen ist. 1. Die Einzelrichterin d u rfte nicht selbst entscheiden, sondern hä tte das Verfahren wegen der von ihr im Rahmen der Zulassung der Rechtsbeschwerde angenommenen Bed e utung der Sache gemäß § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO der Kammer übertragen müssen. Dem steht nicht entgegen, dass die Rechtsb e- schwerde nach § 574 Abs. 2 Nr. 2 ZPO zur Sicherung einer einheitlichen Rechtspre c hung zugelassen worden ist. Der Begriff der grundsätzlichen Bede u- tung in § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO ist im weitesten Sinn e zu verstehen. Die Ka m- mer i st auch dann als Kollegialspruchkörper zur E ntsch e idung beruf e n, wenn die F ortbildung des Rechts oder die S icherung einer einheitlichen Rechtspr e- c hung eine Zulassung erfordert (BGH, Beschluss vom 11. September 2003 - XII ZB 188/02, NJW 2003, 3712; Beschluss vom 3. November 2003 - II ZB 35/02, FamRZ 2004, 363; Beschluss vom 1 0. November 2003 - II ZB 14/02, NJW 2004, 448, 449; Senat, Beschluss vom 17. September 2009 - V ZB 44/09, juris). 2. Der Verstoß gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG führt, wie der Bunde s- gerichtshof wiederholt entschieden hat, zur Aufhebung und Zurückverweisu ng der Sache an das Beschwerdegericht (Beschluss vom 13. März 2003 - IX ZB 134/02, BGHZ 154, 200, 202; Senat, Beschluss vom 9. März 2006 - V ZB 178/05, FamRZ 2006, 697 mwN). Das gilt unabhängig davon, ob ein Grund, die 2 3 4 - 4 - Rechtsbeschwerde zuzulassen, tatsächl ich gegeben oder - wie hier - nicht g e- geben war (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Juli 2004 - VI ZB 63/03, NJW - RR 2004, 1717). Krüger Schmidt - Räntsch Roth Brückner Weinland Vorinstanzen: AG Schleiden, Entscheidung vom 02.11.2010 - 1 K 55/08 - LG Aachen, E ntscheidung vom 31.01.2011 - 3 T 416/10 -
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