BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS VII ZB 79/08 vom 29. Januar 2009 in dem selbst344ndigen Beweisverfahren Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja ZPO 247 576 Abs. 2, 247 38 Abs. 1; VOB/B 247 18 Nr. 1 a) 247 576 Abs. 2 ZPO schlie337t eine Pr374fung der 366rtlichen Zust344ndigkeit des Ge-richts des ersten Rechtszugs im Rahmen eines Rechtsbeschwerdeverfah-rens aus. Dies gilt auch, wenn in Frage steht, ob sich die 366rtliche Zust344ndig-keit aus einer Gerichtsstandsvereinbarung (hier 247 18 Nr. 1 VOB/B) ergibt. b) Die Zulassung der Rechtsbeschwerde durch das Beschwerdegericht zur Kl344-rung der von ihm vertretenen Auffassung zur 366rtlichen Zust344ndigkeit kann die gesetzlich festgelegte Pr374fungskompetenz des Rechtsbeschwerdegerichts nicht erweitern. BGH, Beschluss vom 29. Januar 2009 - VII ZB 79/08 - OLG Dresden LG Dresden - 2 - Der VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 29. Januar 2009 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kniffka, den Richter Dr. Kuffer, den Richter Bau-ner, die Richterin Safari Chabestari und den Richter Dr. Eick beschlossen: Die Rechtsbeschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden vom 25. August 2008 wird auf ihre Kosten zur374ckgewiesen. Gegenstandswert: 2.152,84 200 Gr374nde: I. Die Antragstellerin, eine GmbH, hat bei dem Landgericht D. die Durch-f374hrung eines selbst344ndigen Beweisverfahrens gegen die Antragsgegnerin, ei-ne GmbH & Co. KG, beantragt. Diesen Antrag hat das Landgericht wegen feh-lender 366rtlicher Zust344ndigkeit zur374ckgewiesen. Es hat angenommen, die Partei-en h344tten wegen Einbeziehung der VOB/B in ihr Vertragsverh344ltnis gem344337 247 18 Nr. 1 VOB/B einen ausschlie337lichen Gerichtsstand bei dem Landgericht K. ver-einbart. Die sofortige Beschwerde der Antragstellerin hatte keinen Erfolg. Mit der vom Beschwerdegericht zur Kl344rung der Frage zugelassenen Beschwerde, ob 247 18 Nr. 1 VOB/B auch f374r den privaten Auftraggeber gilt, verfolgt die An-tragstellerin ihren Antrag auf Durchf374hrung des selbst344ndigen Beweisverfah-rens vor dem Landgericht D. weiter. 1 - 3 - II. 2 Die gegen die Entscheidung des Beschwerdegerichts gerichtete Rechts-beschwerde ist zwar statthaft (247 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 2 ZPO) und auch im 334brigen zul344ssig. Obwohl der Senat anderer Auffassung ist als das Beschwerdegericht und meint, dass 247 18 Nr. 1 VOB/B nach seiner Entste-hungsgeschichte und nach seinem Sinn und Zweck auf private Auftraggeber nicht anwendbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 18. April 1985 - VII ZR 359/83, BGHZ 94, 156, 158; OLG Brandenburg, BauR 1997, 1071 = ZfBR 1997, 307; Heiermann in Heiermann/Riedl/Rusam, VOB, 11. Aufl., B 247 18 Rdn. 2; a.A. Joussen in Ingenstau/Korbion, 16. Aufl., 247 18 Nr. 1 VOB/B Rdn. 17 f. m.w.N.), ist die Rechtsbeschwerde jedoch als unbegr374ndet zur374ckzuweisen. Gem344337 247 576 Abs. 2 ZPO kann die Rechtsbeschwerde nicht darauf ge-st374tzt werden, dass das Gericht des ersten Rechtszugs seine Zust344ndigkeit zu Unrecht angenommen oder verneint hat. Der Bundesgerichtshof hat f374r das Revisionsverfahren entschieden, dass 247 545 Abs. 2 ZPO im Interesse der Ver-fahrensbeschleunigung und Entlastung der Revisionsgerichte jede Pr374fung der Zust344ndigkeit des Gerichts des ersten Rechtszugs - mit Ausnahme der interna-tionalen Zust344ndigkeit - ausschlie337t (BGH, Beschluss vom 5. M344rz 2007 - II ZR 287/05, NJW-RR 2007, 1509; Urteil vom 7. M344rz 2006 - VI ZR 42/05, NJW-RR 2006, 930). Diese Vorschrift ist - wie auch schon die Vorg344ngerregelung des 247 549 Abs. 2 ZPO a.F. - auch auf F344lle anzuwenden, in denen Streit dar374ber besteht, ob sich die 366rtliche Zust344ndigkeit aus einer Gerichtsstandsvereinba-rung ergibt (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Mai 2000 - III ZR 300/99, NJW 2000, 2822, 2823). 3 F374r die im Beschwerdeverfahren anzuwendende, dem 247 545 Abs. 2 ZPO entsprechende Vorschrift des 247 576 Abs. 2 ZPO gilt nichts anderes. Unerheb- 4 - 4 - lich ist, dass das Beschwerdegericht die Rechtsbeschwerde zur Kl344rung der von ihm vertretenen Auffassung zur Zust344ndigkeit zugelassen hat (vgl. BGH, Urteil vom 7. M344rz 2006 - VI ZR 42/05, aaO m.w.N.). Die vom Gesetz festgeleg-te Pr374fungskompetenz des Rechtsbeschwerdegerichts kann durch die Zulas-sungsentscheidung nicht erweitert werden (BGH, Urteil vom 28. April 1988 - I ZR 27/87, NJW 1988, 3267). Kniffka Kuffer Bauner Safari Chabestari Eick Vorinstanzen: LG Dresden, Entscheidung vom 27.06.2008 - 44 HKOH 1/08 - OLG Dresden, Entscheidung vom 25.08.2008 - 9 W 806/08 -
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