BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IV ZR 102/09 vom 13. April 2011 in dem Rechtsstreit - 2 - Der IV. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes hat durch die Vorsit-zende Richterin Dr. Kessal-Wulf, die Richterin Harsdorf-Gebhardt, die Richter Dr. Karczewski, Lehmann und die Richterin Dr. Brockm366ller am 13. April 2011 beschlossen: Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 2. Zivilsenats des Oberlandesgerichts K366ln vom 11. Mai 2009 wird auf Kosten des Beklagten zur374ck-gewiesen. Gr374nde: Die Rechtssache hat weder grunds344tzliche Bedeutung noch erfor-dert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (247 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). 1 Soweit das Berufungsgericht eine Pflichtteilsentziehung nach 247 2333 Nr. 1 und 2 BGB a.F. bereits daran hat scheitern lassen, dass die Erblasserin in ihrem Testament vom 20. Januar 1994 den Grund der Ent-ziehung nicht gem344337 247 2336 Abs. 2 BGB a.F. angegeben hat, begegnet das allerdings Bedenken. Auf der Grundlage der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 27. Februar 1985 - IVa ZR 136/83, BGHZ 94, 36, 40, 42 f.) hat die Erblasserin das in Betracht kommende Geschehen am 2 - 3 - 13. Januar 1994 hinreichend deutlich durch den Verweis auf Faustschl344-ge auf den Kopf sowie das Inkaufnehmen eines pl366tzlichen Todes um-schrieben. Nicht zu beanstanden ist demgegen374ber die Annahme des Berufungsgerichts, die Voraussetzungen f374r eine Pflichtteilsentziehung nach 247 2333 Nr. 1 BGB a.F. l344gen nicht vor, weil nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht festgestellt werden k366nne, dass der Kl344ger auf der Grundlage der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts im Be-schluss vom 19. April 2005 (1 BvR 1644/00, ZEV 2005, 301 Rn. 90, 92) zwar schuldunf344hig, aber in einem nat374rlichen Sinn vors344tzlich gehandelt hat. Weder hat das Berufungsgericht das - f374r das Zivilverfahren nicht bindende - Strafurteil gegen den Kl344ger nicht ausreichend in seine W374r-digung einbezogen noch hat es den Begriff des nat374rlichen Vorsatzes verkannt. Auf die Beweislast nach 247 2336 Abs. 3 BGB kommt es dage-gen schon deshalb nicht an, weil das Berufungsgericht keine Beweislast-entscheidung getroffen, sondern den fehlenden nat374rlichen Vorsatz des Kl344gers positiv festgestellt hat. Schlie337lich stellt sich auch nicht die vom Bundesverfassungsgericht offen gelassene Frage (aaO Rn. 95), ob beim Pflichtteilsentziehungsgrund nach 247 2333 Nr. 2 BGB a.F. sowie bei der Pflichtteilsunw374rdigkeit nach 247247 2339 Abs. 1 Nr. 1, 2345 Abs. 2 BGB schuldhaftes Handeln des Pflichtteilsberechtigten erforderlich ist oder ebenfalls nat374rlicher Vorsatz gen374gt, da nach den Feststellungen des Berufungsgerichts der Kl344ger gerade nicht mit nat374rlichem Vorsatz ge-handelt hat. - 4 - 3 Von einer weiteren Begr374ndung wird gem344337 247 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen. Der Senat hat ferner den ger374gten Versto337 gegen Verfahrensgrundrechte aus Art. 103 Abs. 1 GG gepr374ft und f374r nicht durchgreifend erachtet. Streitwert: 24.353,11 200 4 Dr. Kessal-Wulf Harsdorf-Gebhardt Dr. Karczewski Lehmann Dr. Brockm366ller Vorinstanzen: LG K366ln, Entscheidung vom 08.10.1998 - 15 O 411/95 - OLG K366ln, Entscheidung vom 11.05.2009 - 2 U 77/05 -
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