BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS V Z R 1/13 vom 20. November 2013 in dem Rechtsstreit - 2 - Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. November 2013 durch die Vorsitzende Richterin Dr. Stresemann , die Richter Dr. Lemke, Prof. Dr. Schmidt - Räntsch und Dr . Czub und die Richterin Weinland beschlossen: Der Antrag der Beklagten vom 5. August 2013 auf Beiordnung eines beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalts für einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gegen die versäumte Frist zur Begr ündung der Nichtzulassungsb e- schwerde wird zurückgewiesen. Gründe: I. Der Senat hat mit Beschluss vom 4. Juli 2013 den Antrag der Beklagten, ihr einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwa lt beizuordnen, zurückgewiesen. Mit Beschluss vom 17. Oktober 2013 hat er die von der B e- klagten gegen diesen Beschluss erhobene Anhörungsrüge und deren Gegen - vorstellung zurückgewiesen. Die Beklagte beantragt nach dem Ablauf der Frist für die Begründung de r Nichtzulassungsbeschwerde am 8. Juli 2013, ihr einen Notanwalt für ein Wiedereinsetzungsverfahren beizuordnen. Von den von ihr angeschriebenen 23 Rechtsanwälten beim Bundesgerichtshof hätten 21 die Übernahme des Mandats ausdrücklich abgelehnt und zwei Ka nzleien - jede n- falls bis zum Tag der Einreichung des Antrags (am 5. August 2013) - nicht g e- antwortet. 1 - 3 - II. 1. Der Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts nach § 78b ZPO für die Durchführung eines Wiedereinsetzungsverfahrens wegen Versäumung der in § 233 ZP O genannten Frist für die Begründung der Nichtzulassungsbeschwe r- de ist statthaft. Ein solcher Antrag kann auch darauf gestützt werden, dass das der Wahrung der Frist entgegenstehende Hindernis durch die Ablehnung des früheren, noch innerhalb laufender Fris t gestellten Antrags auf Beiordnung e i- nes Notanwalts gerade nicht behoben und die Frist daher mangels eines vertr e- tungsbereiten Rechtsanwalts versäumt wur de (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Juli 1996 - XII ZB 67/96, NJW 1996, 2937; BSG, NJW 2008, 1339, 1340; M ünchKomm - ZPO/Toussaint, 4. Aufl., § 78b Rn. 6). Ebenfalls eingehalten ist die Wiedereinsetzungsfrist von einem Monat nach § 234 Abs. 2 Satz 2 ZPO, die in diesen Fällen nach § 234 Abs. 2 ZPO mit der Bekanntgabe des den Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts zurückweisenden Beschlusses beginnt (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Juli 1996 - XII ZB 67/96, NJW 1996, 2937, 2938). 2. Der für die Durchführung eines Wiedereinsetzungsverfahrens gestellte Antrag nach § 78b Abs. 1 ZPO ist jedoch deshalb unbegründet, weil d ie Rechts - verfolgung aussichtslos erscheint. a) Ein Antrag auf Beiordnung eines Notanwalts ist wegen Aussichtlosi g- keit der Rechtsverfolgung zurückzuweisen, wenn ein dem Antragsteller günst i- ges Ergebnis auch bei anwaltlicher Beratung ganz offenbar nicht e rreicht we r- den kann (BGH, Beschluss vom 6. Juli 1988 - IVb ZB 147/88, FamRZ 1988, 1152, 1153). Diese Einschränkung der gerichtlichen Beiordnung eines Nota n- walts soll einem Rechtsanwalt, der die Verantwortung für den Inhalt und die Fassung seiner Schriftsät ze trägt, vor einer ihm nicht zumutbaren Vertretung in von vornherein aussichtslosen Sachen bewahren (Senat, Beschluss vom 2 3 4 - 4 - 29. September 2011 - V ZA 14/11, NJW - RR 2012, 84 Rn. 4; BSG, NJW 2012, 2685 Rn. 5). b) So ist es hier. Wiedereinsetzung gegen eine versäumte Frist ist einer Partei nach § 233 Abs. 1 ZPO nämlich nur dann zu gewähren, wenn die Partei ohne ihr Verschulden verhindert gewesen ist, eine der in dieser Vorschrift g e- nannten Fristen (hier die für die Begründung der Nichtzulassungsbeschwerde) e inzuhalten. Unverschuldet ist das Hindernis, innerhalb der Frist keine von e i- nem Rechtsanwalt verfasste Begründung des Rechtsbehelfs vorlegen zu kö n- nen, nur dann, wenn dieser Umstand auf einem von der Partei nicht zu vertr e- tenden Mangel der Bereitschaft zu r Übernahme der Vertretung durch einen der bei dem Gericht zur Vertretung berechtigten Rechtsanwälte beruht. Die Fristver - säumung ist dagegen von der Partei verschuldet, wenn sie zu ihrer Vertretung bereite Rechtsanwälte gefunden hat, danach jedoch eines d er Mandate selbst gekündigt und die Niederlegung des zweiten Mandats durch unzulässige, weil die Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Rechtsanwalts für die von ihm verfassten Schriftsätze beeinträchtigende Weisungen selbst herbeigeführt 5 - 5 - hat. Insoweit wird zur weiteren Begründung auf die Beschlüsse des Senats vom 4. Juli 2013 und vom 17. Oktober 2013 verwiesen. Stresemann Lemke Schmidt - Räntsch Czub Weinland Vorinstanzen: LG Potsdam, Entscheidung vom 04.07.2008 - 10 O 273/07 - OLG Branden burg, Entscheidung vom 29.11.2012 - 5 U 152/08 -
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