ECLI:DE:BGH:2016:070416BVZR145.15.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS V ZR 145/15 vom 7. April 2016 in dem Rechtsstreit - 2 - Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. April 2016 durch die Vorsitzende Richterin Dr. Stresemann, die Richterinnen Dr. Brückner und Weinland, den Richter Dr. Kazele und die Richterin Haberkamp beschlossen: Die Nichtzulassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts München - 13. Zivilsenat - vom 9. Juni 2015 wird auf Kosten der Kläger als unzulässig verworfen. Der Gegenstandswert des Besch werdeverfahrens beträgt Gründe: I. Die Beklagte verkaufte den Klägern mit Vertrag vom 7. September 2012 ein gebrauchtes Reihenhaus (Wohnungseigentum). Mitverkauft wurde u.a. ein Carport. In Ziff. V Abs. 2 des Kaufvertrags erklärte die Beklagte, dass das Kaufobjekt frei von Pilz - und Schimmelbefall sei. Die Haftung für Sachmängel wurde ausgeschlossen. Nachdem die Kläger von einer Schimmelproblematik der Häuser in der Wohnanlage erfahren hatten, beauftragten sie einen Sac h- verständigen, d er eine Schimmelpilzbildung am Dach und im Sockelbereich des Hauses feststellte. Gestützt auf dieses Gutachten und wegen Feuchtigkeitsei n- 1 - 3 - tritt s in das Holz des Carports verlangen sie die Minderung des Kaufpreises in Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Die Berufung ist von dem Oberlandesgericht zur ückgewiesen worden. Dagegen richtet sich die Nichtz u- lassungsbeschwerde der Kläger. II. Die Beschwerde ist unzulässig, weil der Wert der mit der Revision gel - 1. Für die Wertg renze der Nichtzulassungsbeschwerde ist der Wert des Beschwerdegegenstands in dem beabsichtigten Revisionsverfahren maßge - bend. Das ist der Wert der nach dem beabsichtigten Rechtsmittelantrag insg e- samt erstrebten Abänderung des angefochtenen Urteils. Für d ie Bestimmung der geltend zu machenden Beschwer sind allerdings solche Teile des Strei t- stoffs außer Acht zu lassen, zu denen ein Zulassungsgrund nicht dargelegt ist. Der Wert der mit der Revision geltend zu machenden Beschwer kann nicht u n- abhängig von den dargelegten Zulassungsgründen beurteilt werden. Denn die Zulässigkeit einer Nichtzulassungsbeschwerde hängt nicht nur von der in der Revision geltend zu machenden Beschwer, sondern auch davon ab, dass die Zulassungsgründe dargelegt sind (§ 544 Absatz 2 Sat z 3 ZPO). Sind Teile des Prozessstoffs rechtlich oder tatsächlich selbständig abtrennbar und deshalb einer Teilzulassung zugänglich, so muss der Wert des Beschwerdegege n- stands hinsichtlich des Teils überschritten sein, für den in der Begründung eine 2 3 4 - 4 - Abände rung erstrebt und ein Zulassungsgrund dargelegt wird (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Mai 2006 - VII ZR 131/05, BauR 2006, 1338 Rn. 8, 9; Beschluss vom 13. März 2006 - I ZR 105/05, BGHZ 166, 327, 328; Senat, Beschluss vom 27. Juni 2002 - V ZR 148/02, NJW 2002, 2720, 2721). Eine Nichtzulassungsbeschwerde ist danach unzulässig, wenn der Beschwerdefü h- rer einen Zulassungsgrund nur für einen abtrennbaren Teil des Streitstoffs da r- gelegt hat, der ihn nicht mit mehr als 20.000 beschwert (BGH, Beschluss vom 11. Mai 2006 - VII ZR 131/05, BauR 2006, 1338 Rn. 9; Senat, Beschluss vom 27. Juni 2002 - V ZR 148/02, NJW 2002, 2720, 2721). 2. So ist es hier. Die Kläger haben zwar angekündigt, ihren in der Ber u- fungsinstanz gestellten Antrag weiterzuverfolgen, der ihren gesamten Klagea n- trag erfasst. Das macht jedoch die Darlegung von Zulassungsgründen zu e- e- dem Carport sowie aus den Kosten für ein Sachverständigengutachten zu den zusammensetzt. Danach erfasst die Kl a- ge mehrere tatsächlich und rechtlich selbständige Mängelansprüche (§ 437 Nr. 2 und Nr. 3, § 441 Abs. 4, § 280 BGB). Bezüglich der abtrennbaren Teile des Streitstoffs wegen der Mängel an dem Haus haben die Kläger keine Z ula s- sungsgründe dargelegt. Sie haben lediglich in Bezug auf den Minderungsa n- spruch wegen der Mängel an dem Carport einen Zulassungsgrund dargetan. Sie hätten deshab darlegen müssen, dass bereits dieser Teil der Klageabwe i- sung sie in Höhe von mehr als 20.00 5 - 5 - III. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO. Die Festsetzung des Gegenstandswerts des Beschwerdeverfahrens beruht auf § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG i.V.m. § 3 ZPO, § 47 Abs. 3 GKG. Stresemann Brückner Weinland Kazele Haberkamp Vorinstanzen: LG München II, Entscheidung vom 15.01.2015 - 3 O 4552/13 - OLG München, Entsche idung vom 09.06.2015 - 13 U 488/15 - 6
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