ECLI:DE:BGH:2016:260416BVIIIZR162.11.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS VIII ZR 16 2 /11 vom 26 . April 2016 in dem Rechtsstreit - 2 - Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 26 . April 2016 durch die Vorsi tzende Richterin Dr. Milger, d ie Richterin Dr. Hessel sowie d ie Richter Dr . Achi lles, Dr. Schneider und Kosziol einstimmig beschlossen: D ie Revision des Beklagten gegen das Urteil des 2. Kartellsenats des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 13. April 2011 wird g e- mäß § 552a ZPO zurück gewie sen. Der Beklagte hat die Kosten des Revisions verfahrens zu tragen. Gründe: Der Senat nimmt zur Begründung seiner Entscheidung zunächst auf se i- nen Hinweisbeschluss vom 15. Dezember 2015 in dieser Sache Bezug. Ergä n- zend führt er auf die im Schriftsatz vom 29. Januar 2016 von der Revision erh o- benen Einwendungen aus: Entgegen der Auffassung der Revision besteht keine Veranlassung, den Rechtsstreit nach Art. 267 Abs. 1 bis 3 AEUV dem Gerichtshof erneut zur Au s- legung des Art. 3 Abs. 3 in Verbindung mit Anhang A der Gas - Richtlinie 2003/55/EG im Hinblic k darauf vorzulegen, ob die darin enthaltenen Transp a- renzanforderungen dahingehend auszulegen sind, dass die vom Senat im A n- schluss an das Urteil des Gerichtshofs vom 23. Oktober 2014 (C - 359/11 und C - 400/11, NJW 2015, 849 - Schulz und Egbringhoff) in den Urteilen vom 28. Oktober 2015 (VIII ZR 158/11, ZiP 2015, 2226 Rn. 66 ff., 83, und VIII ZR 13/12, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt, juris Rn. 68 ff., 85) vorgeno m- 1 2 - 3 - mene ergänzende Vertragsauslegung den Anforderungen an das erforderliche Maß an Transparen z genügt. Die gegenteilige Auffassung der Revision geht - wie der Senat im Urteil vom 6. April 2016 (VIII ZR 71/10, juris Rn. 37 ff. ) au s- geführt hat - aus mehreren Gründen fehl. 1. Die Auslegung des Art. 3 Abs. 3 in Verbindung mit Anhang A der Gas - Richt linie 2003/55/EG ist, soweit für die Beurteilung des Streitfalles von Bede u- tung, durch das genannte, im Verfahren VIII ZR 71/10 ergangene Urteil des G e- richtshofs sowie durch das ebenfalls auf Vorlage des Senats ergangene Urteil des Gerichtshofs vom 21. Mär z 2013 (C - 92/11, NJW 2013, 2253 - RWE Ve r- trieb AG) im Sinne eines acte éclairé geklärt und hier - wie bereits in den beiden vorbezeichneten sowie in den im Anschluss hieran ergangenen weiteren Urte i- len des Senats - lediglich auf den Einzelfall anzuwenden ( vgl. hierzu etwa EuGH, Urteil vom 15. September 2005 - C - 495/03, Slg. 2005 I - 8151 Rn. 33 - Intermodal Transports; BVerfG, GmbHR 2013, 598, 600; Senatsurteil vom 16. September 2015 - VIII ZR 17/15, WM 2015, 2058 Rn. 33). Der Gerichtshof hat im Urteil vo m 23. Oktober 2014 (C - 359/11 und C - 400/11, aaO Rn. 44 - Schulz und Egbringhoff) hervorgehoben, dass zum e i- nen die Interessen der Kunden und das aus Art. 3 Abs. 3 der Gas - Richtlinie 2003/55/EG in Bezug auf die Transparenz folgende Erfordernis eines hohen V erbraucherschutzes, zum anderen aber auch die besondere Situation und die wirtschaftlichen Interessen der als Versorger letzter Instanz im Sinne der vo r- genannten Richtlinie handelnden Gasgrundversorger insoweit zu berücksicht i- gen seien, als sie sich die an dere Vertragspartei nicht aussuchen und den Ve r- trag nicht beliebig beenden könnten (vgl. hierzu Senatsurteile vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, aaO Rn. 72 f., und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 74 f.). De m- entsprechend hatte der Gerichtshof bereits im Urteil v om 21. März 2013 (C - 92/11, aaO Rn. 46 - RWE Vertrieb AG) ausgeführt, sowohl aus Nr. 2 3 4 - 4 - Buchst. b Abs. 2 und d des Anhangs der Richtlinie 93/13/EWG [Klausel - Richtlinie] als auch aus Anhang A Buchst. b der Gas - Richtlinie 2003/55/EG e r- gebe sich, dass der Unio nsgesetzgeber im Rahmen von unbefristeten Vertr ä- gen wie Gaslieferungsverträgen das Bestehen eines berechtigten Interesses des Versorgungsunternehmens an der Möglichkeit einer Änderung der Entgelte für seine Leistung anerkannt habe (vgl. hierzu Senatsurteil e vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, aaO Rn. 76, 79, und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 78, 81). Die vorbezeichneten rechtlich geschützten Interessen in einen angeme s- senen Ausgleich zu bringen, ist - wovon ersichtlich auch der Gerichtshof au s- geht - Aufgabe d es nationalen Rechts. Die vom Senat auf dieser Grundlage in den Urteilen vom 28. Oktober 2015 vorgenommene ergänzende Vertragsausl e- gung nimmt diesen Ausgleich vor und trägt zugleich dem Ziel sowohl des nati o- nalen als auch des europäischen Energiewirtschaft srechts Rechnung, eine s i- chere Energieversorgung zu gewährleisten (siehe hierzu Senatsurteile vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, aaO Rn. 76 ff., und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 78 ff.; jeweils mwN). Sowohl das Gleichgewicht von Leistung und Gege n- leistung be i den unbefristeten Gaslieferungsverträgen der Grundversorgung als auch die Sicherheit der Energieversorgung, bei der es sich um ein Gemei n- schaftsinteresse höchsten Ranges handelt (BVerfGE 30, 292, 323 f. mwN; Busche in Säcker, Berliner Kommentar zum Ener gierecht, 3. Aufl., § 36 EnWG Rn. 1), wären gefährdet, wenn der Grundversorger nicht berechtigt wäre, Ste i- gerungen der eigenen (Bezugs - )Kosten während der Vertragslaufzeit an den Kunden weiterzugeben (siehe hierzu Senatsurteile vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, aaO Rn. 72 ff., 79, 82, und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 74 ff., 81, 84; jeweils mwN). 2. Einer erneuten Vorlage an den Gerichtshof bedarf es zudem auch deshalb nicht, weil nach den vom Senat in den Urteilen vom 28. Oktober 2015 5 6 - 5 - (VIII ZR 158/11, aa O Rn. 34 ff., und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 36 ff.) aufgezeigten Grundsätzen eine richtlinienkonforme Auslegung des § 4 Abs. 1 und 2 AVBGasV nicht in Betracht kommt. Aufgrund dieses - ausschließlich der Beurteilung des nationalen Gerichts unterliegenden (v gl. nur EuGH, Urteil vom 27. Februar 2014 - C - 351/12, GRUR 2014, 473 Rn. 45 mwN - OSA, sowie die Schlussanträge der Generalanwältin im Vorabentscheidungsverfahren C - 135/10, juris Rn. 153 - SCF Consorzio Fonografici) - Umstands ist der Senat angesichts der durch das nationale Recht gezogenen Grenzen schon mangels Entscheidungserheblichkeit der (weiteren) Auslegung des Unionsrechts nicht zu einer (erneuten) Vorlage an den G e- richtshof nach Art. 267 Abs. 1 bis 3 AEUV gehalten (vgl. EuGH, Urteil vom 16. Juni 201 1 - C - 65/09 und C - 87/09, Slg. 2011, I - 5257 Rn. 35 bis 38 - Gebr. Weber und Putz; BVerfG, GmbHR 2013, 598, 601; BGH, Urteil vo m 6. Oktober 2015 - KZR 17/14, GRUR 2016, 304 ; Schlussanträge der Generalanwältin in den Vorabentscheidungsverfahren C - 510/10, jur is Rn. 26 - DR und TV2 Danmark, und C - 135/10, aaO - SCF Consorzio Fonografici), zumal - wie der Senat ebenfalls entschieden hat - auch eine unmittelbare Anwendung der Transparenzanforderungen des Art. 3 Abs. 3 Satz 4 bis 6 in Verbindung mit A n- hang A der G as - Richtlinie 2003/55/EG auf den vorliegenden Fall nicht in B e- tracht kommt (vgl. Senatsurteile vom 28. Oktober 2015 - VIII ZR 158/11, aaO Rn. 62 ff., und VIII ZR 13/12, aaO Rn. 64 ff.). Dies verkennt die Revision, wenn 7 - 6 - sie meint, die " zwingenden unionsre chtlichen Transparenzanforderungen " stü n- den der vom Senat vorgenommenen ergänzenden Vertragsauslegung entg e- gen. Dr. Milger Dr. Hessel Dr. Achilles Dr. Schneider Kosziol Vorinstanzen: LG Düsseldorf, Entscheidung vom 04.06.2008 - 34 O (Kart) 170/06 - OL G Düsseldorf, Entscheidung vom 13.04.2011 - VI - 2 U (Kart) 13/08 -
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