BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS V ZR 182/09 vom 15. April 2010 in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja BGB 247 429 Abs. 2 Die Regelung in 247 429 Abs. 2 BGB findet keine Anwendung, wenn einer von mehre-ren Gesamtgl344ubigern einer Grundschuld Eigent374mer des belasteten Grundst374cks wird. BGH, Beschluss vom 15. April 2010 - V ZR 182/09 - OLG Bremen LG Bremen - 2 - Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. April 2010 durch den Vorsitzen-den Richter Prof. Dr. Kr374ger, die Richter Dr. Lemke und Dr. Schmidt-R344ntsch, die Richterin Dr. Stresemann und den Richter Dr. Czub beschlossen: Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 3. Zivilsenats des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Bremen vom 7. September 2009 wird auf Kosten der Kl344gerin zu-r374ckgewiesen. Der Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens betr344gt 204.516,75 200. Gr374nde: 1. Der von der Kl344gerin einzig geltend gemachte Zulassungsgrund der Siche-rung einer einheitlichen Rechtsprechung liegt nicht vor. H344tte das Berufungsgericht die Begr374ndetheit des Klageanspruchs unter Ber374cksichtigung der Vorschrift des 247 429 Abs. 2 BGB gepr374ft, w344re sein Ergebnis nicht anders ausgefallen. 1 2. Zwar gilt das Rechtsinstitut der Gesamtgl344ubigerschaft auch im Sachenrecht (s. nur Senat, BGHZ 46, 253, 255). Dementsprechend ist eine Gesamtgl344ubigerbe-rechtigung bei der Grundschuld rechtlich m366glich (Senat, Urteil vom 20. Dezember 1974, V ZR 72/73, WM 1975, 135, 136). Aber das hat nicht zur Folge, dass die Vor-schrift des 247 429 Abs. 2 BGB anwendbar ist, nach welcher bei der Vereinigung von 2 - 3 - Forderung und Schuld in der Person eines Gesamtgl344ubigers die Rechte der 374brigen Gl344ubiger gegen den Schuldner erl366schen. W344hrend im Schuldrecht der unumst366337liche Grundsatz gilt, dass niemand ge-gen sich selbst eine Forderung haben kann, gilt dies nach 247 889 BGB im Immobiliar-sachenrecht nicht. Es erlaubt deshalb sowohl die origin344re Bestellung als auch den nachtr344glichen Erwerb einer Grundschuld an dem eigenen Grundst374ck (Eigent374mer-grundschuld, 247247 1177 Abs. 1, 1196 Abs. 1 BGB). Die Identit344t von Grundschuldgl344u-biger und Grundst374ckseigent374mer ber374hrt nicht den Bestand und den Inhalt der Grundschuld. Es tritt keine Konsolidation mit rechtserl366schender Wirkung ein. F374r die Gesamtgl344ubigerschaft an einer Grundschuld bedeutet dies, dass dann, wenn einer der Gesamtgl344ubiger Eigent374mer des belasteten Grundst374cks wird, die Grundschuld f374r ihn als Eigent374mergrundschuld und f374r die anderen Gesamtgl344ubiger als Fremd-grundschuld bestehen bleibt (zu allem Heilbron, S344chsArch 1933, 353, 355 ff.; vgl. auch Senat, Urteil vom 20. Dezember 1974, V ZR 72/73, WM 1975, 135, 136 zur Be-stellung einer Grundschuld durch Bruchteilseigent374mer an ihren Anteilen f374r sich als Gesamtgl344ubiger). Denn es handelt sich nicht um eine einzige, mehreren Personen zustehende Grundschuld, sondern um eine Mehrheit von Rechten, die allerdings nicht unabh344ngig voneinander bestehen, sondern nach 247 428 BGB in der Weise miteinan-der verbunden sind, dass jeder Gl344ubiger ein eigenes Befriedigungsrecht hat, die Be-friedigung eines einzigen jedoch gegen alle wirkt (Senat, BGHZ 46, 253, 255). 3 3. Nach alledem hat der Eigentumserwerb von F. D. nicht das Er-l366schen der Rechte der Beklagten zur Folge gehabt. Gl344ubiger der Grundschuld sind nach wie vor F. D. und die Beklagte. 4 - 4 - 4. Die Kostenentscheidung beruht auf 247 97 Abs. 1 ZPO. Den Gegenstandswert des Beschwerdeverfahrens nimmt der Senat mit 40 % des Nennbetrags der Grund-schuld an (vgl. Z366ller/Herget, ZPO, 28. Aufl., 247 3 Rdn. 16 "L366schung"). 5 Kr374ger Lemke Schmidt-R344ntsch Stresemann Czub Vorinstanzen: LG Bremen, Entscheidung vom 05.03.2009 - 6 O 2328/07 - OLG Bremen, Entscheidung vom 07.09.2009 - 3 U 20/09 -
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