BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS VIII ZR 275/09 vom 21. September 2010 in dem Rechtsstreit - 2 - Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 21. September 2010 durch den Vorsitzenden Richter Ball, die Richter Dr. Frellesen und Dr. Achilles, die Richterin Dr. Fetzer und den Richter Dr. B374nger beschlossen: Der Senat beabsichtigt, die zugelassene Revision der Beklagten durch einstimmigen Beschluss nach 247 552a ZPO zur374ckzuweisen. Gr374nde: 1. Ein Grund f374r die Zulassung der Revision liegt nicht vor (247 552a Satz 1, 247 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Das Berufungsgericht hat die Revision "im Hinblick auf die erforderliche Interessenabw344gung der Parteien bei Anbringung einer Parabolantenne" zugelassen. Diese Erw344gung tr344gt indessen keinen der im Gesetz genannten Zulassungsgr374nde. 1 Die Ma337st344be, nach denen zu beurteilen ist, ob einem Mieter gegen den Vermieter ein Anspruch auf Genehmigung der Installation einer Parabolantenne zum Empfang von Fernseh- und H366rfunkprogramme zustehen kann, auch wenn das Haus mit einem Breitbandkabelanschluss ausgestattet ist, sind durch die Rechtsprechung des Senats und des Bundesverfassungsgerichts gekl344rt (Senatsbeschluss vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, NJW 2010, 436; Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, NJW 2008, 216; vom 16. Mai 2007 - VIII ZR 207/04, NJW-RR 2007, 1243; Senatsbeschluss vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, WuM 2007, 380; Senatsurteile vom 16. Novem-ber 2005 - VIII ZR 5/05, NJW 2006, 1062; vom 2. M344rz 2005 - VIII ZR 118/04, 2 - 3 - NJW-RR 2005, 596; BVerfGE 90, 27, 32 ff.; BVerfG, NJW-RR 2005, 661; BVerfG, GE 2007, 902). Dies gilt auch im Hinblick auf den von der Beklagten zur Begr374ndung der Anbringung der Parabolantenne angef374hrten Wunsch, Fernsehprogramme in HD-Qualit344t empfangen zu wollen. 3 2. Die Revision hat auch keine Aussicht auf Erfolg. Die Beurteilung des Berufungsgerichts, wonach der Kl344gerin gem344337 247 541 BGB ein Anspruch auf Entfernung der auf dem Balkon der Mietwohnung der Beklagten angebrachten Parabolantenne zusteht, h344lt revisionsrechtlicher Nachpr374fung stand. Gleiches gilt f374r die zugesprochene Nebenforderung (Verzugskosten). Nach der oben (unter 1) aufgef374hrten Rechtsprechung ist dem Grund-recht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG, sich aus allgemein zug344nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten, auch in zivilgerichtlichen Streitigkeiten 374ber die Anbringung von Satellitenempfangsanlagen an Mietwoh-nungen Rechnung zu tragen. Dabei ist zu ber374cksichtigen, dass das - gleich-rangige - Grundrecht des Vermieters als Eigent374mer aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG ber374hrt ist, wenn von ihm verlangt wird, eine Empfangsanlage an seinem Eigentum zu dulden. Die erforderliche Abw344gung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG im konkreten Fall das Eigen-tumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG 374berwiegt, ist grund-s344tzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschr344nkt 374berpr374fbar (Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, aaO Rn. 14; vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, aaO Rn. 27; vom 2. M344rz 2005 - VIII ZR 118/04, aaO unter II 2 b; Senatsbeschl374sse vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, aaO Rn. 5; vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, aaO Rn. 3). Das Beru-fungsgericht hat diese Abw344gung in tatrichterlicher W374rdigung aller Umst344nde ohne Rechtsfehler zu Lasten der Beklagten vorgenommen. 4 - 4 - Dabei ist das Berufungsgericht zutreffend davon ausgegangen, dass dem durch Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG grundrechtlich gesch374tzten In-formationsbed374rfnis des Mieters in der Regel hinreichend Rechnung getragen wird, wenn der Vermieter - wie hier - einen Breitbandkabelanschluss bereitstellt, der den Empfang von Programmen in gen374gender Zahl und Qualit344t gew344hr-leistet. 5 3. Es besteht Gelegenheit zur Stellungnahme binnen drei Wochen nach Zustellung dieses Beschlusses. 6 Ball Dr. Frellesen Dr. Achilles Dr. Fetzer Dr. B374nger Hinweis: Das Revisionsverfahren ist durch Zur374ckweisungsbeschluss vom 3. November 2010 erledigt worden. Vorinstanzen: AG Chemnitz, Entscheidung vom 22.01.2009 - 12 C 3269/08 - LG Chemnitz, Entscheidung vom 23.09.2009 - 6 S 70/09 -
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