BUNDESGERICHTSHOF IM NAMEN DES VOLKES URTEIL VI ZR 322/04 Verk374ndet am: 14. Februar 2006 B366hringer-Mangold, Justizhauptsekret344rin als Urkundsbeamtin der Gesch344ftsstelle in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja BGB 247 253 Abs. 2; ZPO 247 322 Abs. 1 Zum Umfang der Rechtskraft von Urteilen, die einer Klage auf Zahlung von Schmer-zensgeld stattgeben und eine Klage auf Feststellung der Verpflichtung zum Ersatz k374nftiger immaterieller Sch344den (sog. immaterieller Vorbehalt) abweisen. BGH, Urteil vom 14. Februar 2006 - VI ZR 322/04 - OLG Stuttgart LG Rottweil - 2 - Der VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die m374ndliche Verhandlung vom 14. Februar 2006 durch die Vizepr344sidentin Dr. M374ller und die Richter Dr. Greiner, Pauge, St366hr und Zoll f374r Recht erkannt: Die Revision gegen das Urteil des 10. Zivilsenats des Oberlan-desgerichts Stuttgart vom 30. November 2004 wird auf Kosten der Beklagten zur374ckgewiesen. Von Rechts wegen Tatbestand: Die Kl344gerin streitet mit der beklagten Haftpflichtversicherung um weite-ren immateriellen Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall vom 14. Februar 1982. In einem Vorprozess hat ihr das Landgericht R. nach au337ergerichtlicher Zahlung von 40.000 DM weitere 30.000 DM Schmerzensgeld zuerkannt, aber ihren Antrag auf Feststellung der Verpflichtung der Beklagten zum Ersatz s344mt-licher weiterer immaterieller Sch344den mit Urteil vom 28. Januar 1993 abgewie-sen, weil mit einer Verschlimmerung der unfallbedingten Armsch344digung nicht zu rechnen sei. Die Kl344gerin hat dieses Urteil zwar zur H366he des zuerkannten 1 - 3 - Schmerzensgeldbetrages erfolgreich angegriffen; die Abweisung des Feststel-lungsantrags war jedoch nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens. 2 Im vorliegenden (Folge-) Rechtsstreit hat das Landgericht die Beklagte mit Vers344umnisurteil zur Zahlung eines weiteren Schmerzensgeldbetrags von 50.000 200 verurteilt, auf den Einspruch der Beklagten dieses Vers344umnisurteil aber aufgehoben und die Klage insoweit als unzul344ssig abgewiesen. Dem An-spruch der Kl344gerin auf Zahlung weiteren Schmerzensgeldes stehe die Rechts-kraft der die Feststellungsklage abweisenden Entscheidung vom 28. Januar 1993 entgegen. Auf die Berufung der Kl344gerin hat das Berufungsgericht ihr un-ter Ber374cksichtigung ihrer Beeintr344chtigungen bis zum Schluss der letzten m374ndlichen Verhandlung ein weiteres Schmerzensgeld von 20.000 200 zugespro-chen. Daneben hat es festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet sei, der Kl344ge-rin weiteren immateriellen Schaden zu ersetzen, soweit in deren Gesundheits-zustand seit dem Zeitpunkt der letzten m374ndlichen Verhandlung eine wesentli-che Verschlechterung eintrete und insoweit eine wesentliche Erh366hung des Schmerzensgeldes gerechtfertigt sei. Hiergegen richtet sich die vom Beru-fungsgericht beschr344nkt auf die Entscheidung 374ber den Schmerzensgeldan-spruch zugelassene Revision der Beklagten. Entscheidungsgr374nde: I. Das Berufungsgericht ist der Auffassung, die Kl344gerin k366nne wegen seit Dezember 1997 erstmals offenbar gewordener und seit Sommer 1998 verst344rkt aufgetretener Sp344tfolgen des Unfalls ein weiteres Schmerzensgeld verlangen. Die Rechtskraft des die Klage auf Feststellung der Ersatzverpflichtung f374r s344mt- 3 - 4 - liche zuk374nftigen immateriellen Sch344den abweisenden Urteils des Landgerichts R. und des allein eine Schmerzensgeldzahlung zuerkennenden Urteils des Oberlandesgerichts stehe dem nicht entgegen. Die Sp344tfolgen seien f374r einen medizinischen Sachverst344ndigen zum Zeitpunkt der rechtskr344ftig gewordenen Entscheidungen nicht vorhersehbar gewesen. II. Diese Ausf374hrungen halten den Angriffen der Revision stand. 4 1. Die Revision ist nach Zulassung durch das Berufungsgericht wirksam auf den Anspruch der Kl344gerin auf Ersatz ihres immateriellen Schadens als rechtlich selbst344ndigen Teil des Gesamtstreitstoffes beschr344nkt, 374ber den ge-sondert h344tte entschieden werden k366nnen (vgl. Senat, Urteile vom 9. Dezember 2003 - VI ZR 38/03 - VersR 2004, 388 und vom 7. Dezember 2004 - VI ZR 119/04 - VersR 2005, 381). 5 2. Frei von Rechtsfehlern ist die Auffassung des Berufungsgerichts, dass die Verurteilung der Beklagten zur Zahlung von Schmerzensgeld mit Urteil des Landgerichts R. vom 28. Januar 1993 und des Oberlandesgerichts S. vom 13. Juli 1993 die Kl344gerin nicht daran hindert, f374r damals nicht vorhersehbare Sp344tfolgen des Unfalls ein weiteres Schmerzensgeld zu verlangen. 6 a) Verlangt ein Kl344ger f374r erlittene K366rperverletzungen uneingeschr344nkt ein Schmerzensgeld, so werden durch den zuerkannten Betrag alle diejenigen Schadensfolgen abgegolten, die entweder bereits eingetreten und objektiv er-kennbar waren oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Ent-scheidung ber374cksichtigt werden konnte (st344ndige Rechtsprechung, vgl. Senat, Urteile vom 11. Juni 1963 - VI ZR 135/62 - VersR 1963, 1048, 1049; vom 8. Juli 7 - 5 - 1980 - VI ZR 72/79 - VersR 1980, 975 f.; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - VersR 1988, 929 f.; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - VersR 1995, 471, 472; vom 20. M344rz 2001 - VI ZR 325/99 - VersR 2001, 876; vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03 - VersR 2004, 1334, 1335; BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - VersR 1976, 440, 441; vgl. auch Staudinger/Schiemann, BGB, Neubearbeitung 2005, 247 253 Rdn. 50; Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 21. Aufl., 247 322 Rdn. 161; Z366ller/Vollkommer, ZPO, 25. Aufl., 247 322 Rdn. 13; Diederichsen, VersR 2005, 433, 439; von Gerlach, VersR 2000, 525, 530; He337, ZfS 2001, 532, 534; kritisch M374nchKommZPO/Gottwald, 2. Aufl., 247 322 Rdn. 126). Der Grundsatz der Einheitlichkeit des Schmerzensgeldes gebietet es, die H366he des dem Gesch344digten zustehenden Anspruchs aufgrund einer ganzheitlichen Betrachtung der den Schadensfall pr344genden Umst344nde unter Einbeziehung der absehbaren k374nftigen Entwicklung des Schadensbildes zu bemessen (Senat, Urteile vom 6. Dezember 1960 - VI ZR 73/60 - VersR 1961, 164 f.; vom 20. M344rz 2001 - VI ZR 325/99 - aaO; vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03 - aaO; Diederichsen, aaO, 439 f.; von Gerlach, aaO). Solche Ver-letzungsfolgen, die zum Beurteilungszeitpunkt noch nicht eingetreten waren und deren Eintritt objektiv nicht vorhersehbar war, mit denen also nicht oder nicht ernstlich gerechnet werden musste und die deshalb zwangsl344ufig bei der Be-messung des Schmerzensgeldes unber374cksichtigt bleiben m374ssen, werden von der vom Gericht ausgesprochenen Rechtsfolge nicht umfasst und k366nnen des-halb Grundlage f374r einen Anspruch auf weiteres Schmerzensgeld sein (vgl. Se-nat, Urteile vom 11. Juni 1963 - VI ZR 135/62 -; vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 -; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 -; vom 20. M344rz 2001 - VI ZR 325/99 -; vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03 -; BGH, Urteil vom 4. De-zember 1975 - III ZR 41/74 - alle aaO; BGH(GS)Z 18, 149, 167; M374nchKomm-ZPO/Gottwald, aaO, Rdn. 135, 143; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 161; Tho-mas/Putzo/Reichold, ZPO, 27. Aufl., 247 322 Rdn. 23 a.E.; Z366ller/Vollkommer, - 6 - aaO, Rdn. 13 und Vor 247 322 Rdn. 49; Diederichsen, aaO, 440; Pr374tting/Gielen, NZV 1989, 329, 330). 8 Ob Verletzungsfolgen im Zeitpunkt der Zuerkennung eines Schmerzens-geldes erkennbar waren, beurteilt sich nicht nach der subjektiven Sicht der Par-teien oder der Vollst344ndigkeit der Erfassung des Streitstoffes durch das Gericht, sondern nach objektiven Gesichtspunkten, das hei337t nach den Kenntnissen und Erfahrungen eines insoweit Sachkundigen (vgl. Senat, Urteile vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - und vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - beide aaO; OLG K366ln, ZfS 1992, 82; OLG Oldenburg, VersR 1997, 1541; OLG K366ln, VersR 1997, 1551, OLG D374sseldorf, OLGZ 1994, 546, 548 f.; OLG Koblenz, OLGR 2005, 120, 121; Musielak/Musielak, ZPO, 4. Aufl., 247 322 Rdn. 52). Ma337gebend ist, ob sich bereits in jenem Verfahren eine Verletzungsfolge als derart nahe liegend darstellte, dass sie schon damals bei der Bemessung des Schmerzens-geldes ber374cksichtigt werden konnte (vgl. Senat, Urteile vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 -; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 -; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - alle aaO; siehe auch BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - aaO; OLG Stuttgart, NJW-RR 1999, 1590, 1591; Kreft in BGB-RGRK, 12. Aufl., 247 847 Rdn. 51). b) Nach diesen Grunds344tzen, die die Revision nicht in Zweifel zieht, hat das Berufungsgericht im Streitfall zu Recht den Eintritt nicht vorhersehbarer Sp344tsch344den bei der Kl344gerin bejaht mit der Folge, dass die Verurteilung der Beklagten zur Zahlung von Schmerzensgeld im Vorprozess die nunmehr einge-klagten Sp344tsch344den nicht umfasst. 9 aa) Das Berufungsgericht f374hrt hierzu aus, den Entscheidungen von 1993 h344tten 344rztliche Beurteilungen und vor allem ein vom Landgericht R. ein-geholtes Gutachten des Prof. F. zugrunde gelegen, in denen die aufgrund eines 10 - 7 - Nervengef344337abrisses am rechten Arm aufgetretene Armplexusl344hmung und der Beinaheverlust der Funktion des rechten Armes sowie der rechten Hand als wesentliche Unfallverletzungen hervorgehoben worden seien. Demgegen374ber sind nach den Feststellungen des Berufungsgerichts die bei der Kl344gerin durch neue physiologische Entwicklungen verursachten Sp344tfolgen des Nervenwur-zelabrisses im Bereich des R374ckenmarks erheblich schwerwiegender. Ursache seien mit Liquorfl374ssigkeit gef374llte Zysten bzw. Wurzeltaschen, die sich als Fol-ge der Nervenwurzelausrisse nachtr344glich gebildet h344tten. Die Zysten schafften eine Verbindung des Myelons (R374ckenmark) zur Pleurakuppel. Bei Auslenkun-gen der Pleurakuppel insbesondere beim Husten, Niesen oder sogar bei tiefem Ein- und Ausatmen k366nne es zu einer Reizung und auch Verziehung des Mye-lons mit attackeartigen Schmerzzust344nden kommen, die ab Ende 1998 bei der Kl344gerin zur v366lligen Erwerbsunf344higkeit gef374hrt h344tten. Eine solche Sp344tfolge sei 1993 f374r einen Sachkundigen nicht vorhersehbar gewesen. Bei gezieltem Nachforschen habe der gerichtliche Sachverst344ndige zwar Literaturstellen aus den Jahren 1973, 1985, 1990 gefunden, die auf eine Myelopathie als Sp344tfolge eines Nervenwurzelausrisses hingewiesen h344tten. Auf diese Literaturstellen habe er aber nur deshalb sto337en k366nnen, weil er gezielt nach einer Myelopathie als Folge eines Nervenwurzelausrisses befragt worden sei. bb) Die auf diesen Feststellungen beruhende Beurteilung des Beru-fungsgerichts, die eingetretenen Sp344tfolgen seien 1993 aus objektiver Sicht eines Sachkundigen nicht so nahe liegend gewesen, dass sie bei den damali-gen Schmerzensgeldentscheidungen h344tten ber374cksichtigt werden k366nnen, ist nicht zu beanstanden. Die von der Revision angef374hrte Passage aus dem Gut-achten F. im Vorprozess, "Die Gesamtfolgen dieses Unfallereignisses lassen aber sicher bei dieser jungen Frau komplexe Folgen zur374ck, die nicht mehr re-parabel sind", weist entgegen der Auffassung der Revision schon sprachlich nicht auf objektiv erkennbare und im Einzelnen zu ber374cksichtigende k374nftige 11 - 8 - Sp344tfolgen, sondern allenfalls auf die zum damaligen Zeitpunkt bereits eingetre-tenen und als irreparabel angesehenen K366rpersch344den hin und rechtfertigt schon wegen der allgemein gehaltenen Formulierungen keine abweichende Beurteilung. 12 3. Das Berufungsgericht war unter den Umst344nden des Streitfalls auch durch die Abweisung der Feststellungsklage im Vorprozess nicht an einer statt-gebenden Entscheidung 374ber die Antr344ge der Kl344gerin auf Zahlung eines weite-ren Schmerzensgeldes und auf Feststellung der Ersatzverpflichtung f374r k374nftige immaterielle Sch344digungsfolgen gehindert. a) Grunds344tzlich ist eine erneute Klage unzul344ssig, wenn ihr Streitgegen-stand mit dem eines rechtskr344ftig entschiedenen Rechtsstreits identisch ist (vgl. Senat, Urteil vom 22. November 1988 - VI ZR 341/87 - NJW 1989, 393, 394; BGH, BGHZ 157, 47, 50, 53 f.; Urteile vom 17. Februar 1983 - III ZR 174/81 - NJW 1983, 2032; vom 9. April 1986 - IV b ZR 14/85 - NJW 1986, 2508; vom 17. M344rz 1995 - V ZR 178/93 - NJW 1995, 1757; Baumbach/Lauter-bach/Hartmann, ZPO, 63. Aufl., Einf. 247 322 Rdn. 12; M374nchKommZPO/Gott-wald, aaO, Rdn. 10, 36 f.; Musielak/Musielak, aaO, Rdn. 9; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 22, 39, 199; Thomas/Putzo/Reichold, aaO, Rdn. 11; Z366ller/Vollkom-mer, aaO Vor 247 322 Rdn. 19 und 21). 13 Ein Urteil auf Feststellung der Ersatzpflicht f374r k374nftige Sch344digungsfol-gen schlie337t daher grunds344tzlich (vgl. aber Senat, Urteil vom 28. September 1999 - VI ZR 195/98 - VersR 1999, 1555) eine weitere derartige Feststellungs-klage aus, die auf den Lebenssachverhalt gest374tzt wird, 374ber den bereits ent-schieden worden ist (vgl. M374nchKommZPO/Gottwald, aaO, Rdn. 38). 14 Wenn eine im Vorprozess entschiedene Rechtsfrage Vorfrage f374r die Entscheidung des nachfolgenden Rechtsstreits ist, so besteht die Rechtskraft- 15 - 9 - wirkung in einer Bindung des Gerichts an die Entscheidung im Vorprozess (vgl. Senat, Urteil vom 22. November 1988 - VI ZR 341/87 - aaO; BGH, BGHZ 157, 47, 55; Urteile vom 17. Februar 1983 - III ZR 174/81 - und vom 17. M344rz 1995 - V ZR 178/93 - alle aaO; M374nchKommZPO/L374ke, 2. Aufl., 247 256 Rdn. 73; M374nchKommZPO/Gottwald, aaO, Rdn. 11, 13, 46 ff.; Musielak/Musielak, aaO, Rdn. 10; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 204 f.; Thomas/Putzo/Reichold, aaO, Rdn. 9 f.; Z366ller/Vollkommer, aaO, Rdn. 19; vgl. auch Zeuner, 50 Jahre Bun-desgerichtshof Bd. III, 337, 341 f., alle m.w.N.). Im Verh344ltnis eines vorausge-gangenen Feststellungsurteils zu einer nachfolgenden Leistungsklage bedeutet dies, dass die Abweisung einer auf Feststellung einer Forderung erhobenen Klage in der Sache insoweit Rechtskraft f374r eine sp344ter auf dieselbe Forderung gest374tzte Leistungsklage schafft, als das mit ihr erstrebte Prozessziel unter kei-nem rechtlichen Gesichtspunkt mehr aus demselben Lebenssachverhalt herge-leitet werden kann, der der Feststellungsklage zugrunde gelegen hat (vgl. Se-nat, Urteile vom 24. Juni 1969 - VI ZR 48/67 - NJW 1969, 2014, 2015; vom 22. November 1988 - VI ZR 341/87 - aaO; BGH, BGHZ 157, 47, 54 f.; M374nch-KommZPO/L374ke, aaO, Rdn. 73; Musielak/Musielak, aaO, Rdn. 58; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 205; Thomas/Putzo/Reichold, aaO, Rdn. 20; Z366ller/Vollkommer, aaO, Rdn. 41). Die rechtskr344ftige Abweisung der auf Fest-stellung eines Anspruchs gerichteten Klage stellt grunds344tzlich das Nichtbeste-hen dieses Anspruchs rechtskr344ftig fest (BGH, Urteil vom 1. Dezember 1993 - VIII ZR 41/93 - VersR 1994, 422, 424; Baumbach/Lauterbach/Hartmann, aaO, 247 322 Rdn. 39; M374nchKommZPO/Gottwald, aaO, Rdn. 171; Musielak/Musielak, aaO, Rdn. 58; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 116; Stein/Jonas/Schumann, ZPO, 21. Aufl., 247 256 Rdn. 167; Thomas/Putzo/Reichold, aaO, 247 256 Rdn. 24; Z366ller/Vollkommer, aaO, 247 322 Rdn. 12). b) Diese Grunds344tze erfahren jedoch eine Einschr344nkung in zeitlicher Hinsicht. Die Entscheidung des Gerichts stellt die Rechtslage im Regelfall nur 16 - 10 - f374r den Zeitpunkt zum Schluss der letzten m374ndlichen Verhandlung fest. Einig-keit besteht deshalb dar374ber, dass die Rechtskraft nicht daran hindert, sich zur Begr374ndung einer neuen Klage auf Tatsachen zu berufen, die erst nach diesem Zeitpunkt entstanden sind (BGH, BGHZ 37, 375, 380 f.; 83, 278, 280; 117, 1, 5; 157, 47, 51 f.; Urteile vom 11. M344rz 1983 - V ZR 287/81 - NJW 1984, 126, 127; vom 28. Mai 1986 - IV a ZR 197/84 - VersR 1986, 756, 757; vom 26. April 1990 - I ZR 99/88 - NJW 1990, 2469, 2470; vom 17. M344rz 1995 - V ZR 178/93 - aaO, 1758; vom 14. Juli 1995 - V ZR 171/94 - ZZP 109, 395, 397; vom 13. November 1998 - V ZR 29/98 - NJW-RR 1999, 376, 377; vom 2. M344rz 2000 - IX ZR 285/99 - NJW 2000, 2022, 2023; vgl. auch Senat, Urteile vom 15. Juni 1982 - VI ZR 179/80 - VersR 1982, 877, 878; vom 14. Juni 1988 - VI ZR 279/87 - VersR 1988, 1139; vom 28. Juni 2005 - VI ZR 108/04 - VersR 2005, 1159, 1160 m.w.N.; M374nchKommZPO/Gottwald, aaO, Rdn. 140; Musie-lak/Musielak, aaO, Rdn. 28; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 236 ff.; Leipold, Festschrift f374r Mitsopoulos, 1993, 797, 798; W374rthwein, ZZP 112, 447, 464). Es kann insbesondere geltend gemacht werden, der in dem Vorprozess als nach dem damaligen Sachstand nicht begr374ndet abgewiesene Anspruch sei inzwi-schen begr374ndet geworden (BGH, BGHZ 37, 375; 82, 246, 252; Urteile vom 3. Februar 1982 - IV b ZR 601/80 - NJW 1982, 1284, 1285; vom 28. Mai 1986 - IV a ZR 197/84; vom 14. Juli 1995 - V ZR 171/94 - beide aaO; Stein/Jonas/Leipold, aaO, Rdn. 240; Z366ller/Vollkommer, aaO, Vor 247 322 Rdn. 53, 55 f.). Allerdings kann der Geltendmachung nachtr344glich eingetretener und nicht vorhersehbarer Sp344tsch344den die Rechtskraft des Feststellungsurteils vom 28. Januar 1993 entgegenstehen, wenn dieses auf einer Prognose beruht. Ob dies der Fall ist, entscheidet sich danach, 374ber welchen Klagegrund im Erstprozess entschieden wurde. Die Entscheidung 374ber einen Feststellungsan-trag im Schmerzensgeldprozess kann auch nicht vorhersehbare Sp344tsch344den umfassen. Der Senat hat bereits entschieden, dass solche Sp344tsch344den Ge- - 11 - genstand einer Feststellungsklage sein k366nnen (vgl. Senat, Urteile vom 11. Juli 1989 - VI ZR 234/88 - VersR 1989, 1055, 1056; vom 15. Juli 1997 - VI ZR 184/96 - VersR 1997, 1508, 1509; vom 16. Januar 2001 - VI ZR 381/99 - VersR 2001, 874, 875). Dies setzt allerdings voraus, dass ent-sprechend vorgetragen wird. Zum Klagegrund rechnen nicht Tatsachen, die im Vortrag des Kl344gers nicht einmal angedeutet sind, von seinem Standpunkt aus nicht vorgetragen werden mussten und auch bei nat374rlicher Anschauung nicht zu dem angesprochenen Lebenssachverhalt geh366rten (vgl. BGHZ 117, 1, 6). Das gilt erst recht, wenn sie nicht vorgetragen werden konnten, weil sie auch sachkundigen Personen objektiv (noch) nicht bekannt waren. c) Nach den dargelegten Grunds344tzen waren hier die zum Zeitpunkt der Entscheidung des Vorprozesses auch in Fachkreisen unbekannten k374nftigen Folgesch344den vom Streitgegenstand der Feststellungsklage nicht umfasst. 17 Die Kl344gerin hatte im Vorprozess beantragt, "festzustellen, dass die Be-klagten der Kl344gerin 205 s344mtliche weiteren 205 immateriellen Sch344den zu erset-zen haben, die im urs344chlichen Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 14. Februar 1982 stehen, 205 ." Das Landgericht hat auf der Grundlage dieses Vortrags die Klage abgewiesen, weil aufgrund der eingeholten Sachverst344ndi-gengutachten und der Anh366rung der Kl344gerin von einem Endzustand der Arm-sch344digung auszugehen sei. Eine Besserung werde wahrscheinlich nicht eintre-ten, mit einer Verschlimmerung sei nicht zu rechnen. Dabei hat es andere Fol-gesch344den als die Armsch344digung nicht in den Blick genommen und infolge-dessen nicht 374ber die sp344ter aufgetretenen, als Unfallfolge damals auch Sach-kundigen objektiv nicht bekannten und von diesen nicht zu erwartenden Pseu-domeningocelen entschieden. Es hat mithin die Feststellungsklage f374r unbe-gr374ndet gehalten, weil es die M366glichkeit k374nftiger Verletzungsfolgen verneint hat. Von dieser Klageabweisung wird jedoch der nunmehr geltend gemachte 18 - 12 - Sachverhalt nicht erfasst, wonach solche f374r einen Sachkundigen nicht vorher-sehbare unfallbedingte Verletzungsfolgen tats344chlich eingetreten sind. Deshalb sind solche f374r Fachkreise unbekannte und deshalb nicht voraussehbare Sp344t-folgen von der Abweisung der damaligen Feststellungsklage nicht umfasst. Dem steht die Entscheidung des erkennenden Senats vom 22. November 1988 (- VI ZR 341/87 - NJW 1989, 393) nicht entgegen. Diese befasst sich lediglich mit f374r Fachkreise vorhersehbaren k374nftigen Schadensfolgen. Bei dieser Sachlage war die Kl344gerin nicht gehindert, im vorliegenden Verfahren geltend zu machen, dass entgegen der im Vorprozess gestellten Prognose damals sogar f374r Sachkundige nicht vorhersehbare Sp344tsch344den tat-s344chlich entstanden und durch den Unfall verursacht sind. 19 - 13 - 4. Nach allem ist die Revision der Beklagten mit der Kostenfolge aus 247 97 Abs. 1 ZPO zur374ckzuweisen. 20 M374ller Greiner Pauge St366hr Zoll Vorinstanzen: LG Rottweil, Entscheidung vom 26.04.2004 - 3 O 336/01 - OLG Stuttgart, Entscheidung vom 30.11.2004 - 10 U 121/04 -
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