BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZB 120/05 vom 22. Februar 2007 in dem Insolvenzverfahren Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja InsO 247 290 Abs. 1 Nr. 6 Im Restschuldbefreiungsverfahren kann jeder Gl344ubiger, der Forderungen angemel-det hat, einen auf 247 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO gest374tzten Versagungsantrag stellen. BGH, Beschluss vom 22. Februar 2007 - IX ZB 120/05 - LG M374nster AG M374nster - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Gero Fischer und die Richter Dr. Ganter, Raebel, Dr. Kayser und Dr. Detlev Fischer am 22. Februar 2007 beschlossen: Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 5. Zivilkammer des Landgerichts M374nster vom 23. M344rz 2005 wird auf Kosten des Schuldners zur374ckgewiesen. Der Gegenstandswert f374r das Rechtsbeschwerdeverfahren wird auf 5.000 200 festgesetzt. Gr374nde: Die Rechtsbeschwerde ist nach 247 289 Abs. 2 Satz 1, 247 6 Abs. 1, 247 7 InsO, 247 574 Abs. 1 Satz 1 Nr.1 ZPO statthaft und zul344ssig. In der Sache hat sie keinen Erfolg. 1 1. Die von der Rechtsbeschwerde aufgeworfene und f374r rechts-grunds344tzlich angesehene Frage, ob nur der durch die unvollst344ndigen Anga-ben betroffene Gl344ubiger hierauf einen Versagungsantrag st374tzen k366nne, wird in Rechtsprechung und Schrifttum zu 247 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO ganz 374berwie-gend verneint. Danach ist jeder Insolvenzgl344ubiger antragsberechtigt, der seine 2 - 3 - Forderung angemeldet hat, nicht etwa nur der im Einzelfall betroffene (vgl. OLG Celle ZInsO 2000, 456, 457; HK-InsO/Landfermann, 4. Aufl. 247 290 Rn. 22; HmbKomm-InsO/Streck 247 290 Rn. 2; Wenzel in K374bler/Pr374tting, InsO 247 290 Rn. 5; M374nchKomm-InsO/Stephan 247 290 Rn. 14; Nerlich/R366mermann, InsO 247 290 Rn. 17; Uhlenbruck/Vallender, InsO 12. Aufl. 247 290 Rn. 15; Pape, in Mohrbut-ter/Ringstmeier, Handbuch der Insolvenzverwaltung 247 17 Rn. 52; a.A. AG M366n-chengladbach ZInsO 2001, 674, 676; AG Memmingen ZInsO 2004, 52 zu 247 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO; FK-InsO/Ahrens 247 290 Rn. 51). Die herrschende Ansicht ist zutreffend. Der Versagungsgrund des 247 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO normiert Verhaltensweisen, die nach Einsch344tzung des Gesetzgebers typischerweise auf eine Unredlichkeit des Schuldners schlie337en lassen. Eine einengende Betrachtungsweise zu Gunsten des unredlichen Schuldners, wie sie die Rechtsbeschwerde vertritt, ist mit dem Normzweck nicht vereinbar. Die Bestimmung soll darauf hinwirken, dass der Schuldner die im Rahmen des Verbraucherinsolvenzverfahrens vorzulegenden Verzeichnisse sorgf344ltig erstellt und insbesondere seine Gl344ubiger richtig und vollst344ndig an-gibt (Begr374ndung des Rechtsausschusses, BT-Drucks. 12/7302, S. 187 f zu 247 346e). 3 2. Ein Versto337 gegen 247 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO liegt bei unrichtigen oder unvollst344ndigen Angaben auch dann vor, wenn sie sich nicht zum Nachteil der Gl344ubiger auswirken. Von Bedeutung k366nnte allenfalls sein, ob die unrichti-gen Schuldnerangaben von vorneherein als bedeutungslos f374r die Befriedigung der Insolvenzgl344ubiger erscheinen (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, WM 2004, 1840, 1842; Beschl. v. 17. M344rz 2005 - IX ZB 260/03, ZVI 2005, 4 - 4 - 641). Dies hat das Landgericht nach W374rdigung des zu entscheidenden Einzel-falles zutreffend verneint. Gleiches gilt f374r die Bewertung des Fehlverhaltens des Schuldners als grob fahrl344ssig. Dr. Gero Fischer Dr. Ganter Raebel Dr. Kayser Dr. Detlev Fischer Vorinstanzen: AG M374nster, Entscheidung vom 21.05.2003 - 70 IK 12/01 - LG M374nster, Entscheidung vom 23.03.2005 - 5 T 673/03 -
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