BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZB 1 66 / 11 vom 16 . Juni 201 1 in Insolvenzverfahren - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgeric htshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser , die Richter Raebel, Dr. Pape , Grupp und die Richterin Mö h ring am 16 . Juni 201 1 beschlossen: Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 4. Zivilkammer des Landgerichts Aurich vom 18 . April 2 011 wi rd auf Kosten der Schuldner in als unz u lässig verworfen. Gründe: 1. Die Rechtsbeschwerde ist schon deshalb unzulässig, weil diese nicht durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO). Entgegen der Auffassung der Schuldnerin verstößt die gesetzliche Reg e- lung zur Singularzulassung der Rechtsanwälte beim Bundesgerichthof nicht gegen den freien Dienstleistungsverkehr nach Art. 56 f AEUV, weil diese Zula s- sungsbeschränkung nicht auf dem Grund satz territorialer Ausschließlichkeit beruh t, sondern auf der Bildung einer spezialisierten Anwaltschaft aus Recht s- anwälten mit besonderer Erfahrung oder Kompetenz (vgl. EuGH, U r teil vom 25. Februar 1988 - Rs 427/85, NJW 1988, 887 Rn. 44 [zu Art. 59 f EWG - 1 2 - 3 - Vertrag] ; BGH, B e schluss vom 4. März 2002 - AnwZ 1/01, BGHZ 150, 70, 81 [zu Art. 49 f EG]; vom 27. April 2004 - VI ZR 242/03 , n.v. ; vom 11. Oktober 2010 - II Z R 93/08, juris Rn. 2). Vor diesem Hintergrund ergibt sich auch aus der Rich t linie 2006/123 /EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. D e zember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. L 376, S. 36) keine abweichende Beu r teilung. 2. Die Rechtsbeschwerde ist überdies unstatthaft, weil dieses Rechtsmi t- tel vom Lan d gericht nic ht zugelassen worden ist. Über die Höhe des pfändungsfreien Einkommens des Schuldners (§ 36 Abs. 1 Satz 2 InsO, § 850c ZPO) entscheidet das Insolvenzgericht als beso n- deres Vollstreckung s gericht (§ 36 Abs. 4 Satz 1 InsO). In diesem Fall bestimmt sich a uch der Rechtsmitte l zug nach den vollstreckungsrechtlichen Vorschriften (BGH, B e schluss vom 5. Februar 2004 - IX ZB 97/03, WM 2004, 834, 835; vom 12. Januar 2006 - IX ZB 239/04, WM 2006, 539). Demnach ist gegen die En t- scheidung des Insolvenzgerichts die so fortige Beschwerde eröffnet (§ 793 3 4 - 4 - ZPO), während die Entscheidung des Beschwerdegericht s nur bei Zulassung der Recht s beschwerde anfechtbar ist (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO). Kayser Raebel P a pe Grupp Möhring Vorinstanzen: AG Aurich, Entscheidung vom 09.11.2010 - 9 IN 377/07 - LG Aurich, Entscheidung vom 18.04.2011 - 4 T 386/10 (217) -
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