BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS XII ZB 451/11 vom 15. Februar 2012 in dem Betreuungsverfahren Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja FamFG §§ 6, 58, 70; ZPO §§ 567, 574 Der in einem Betreuungsverfahren ergangene Beschluss, durch den das - gegen ein Mitglied des Beschwerdegericht s gerichtete - Befangenheits gesuch für unbegründet erklärt wurde, kann nicht mit der zulassungsfreien Rechtsbeschwerde nach § 70 Abs. 3 Nr. 1 FamFG angefochten werden. BGH, Beschluss vom 15. Februar 2012 - XII ZB 451/11 - LG Würzburg AG Würzburg - 2 - Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15. Februar 2012 durch die Vorsitzende Rich terin Dr. Hahne, die Richterin Weber - Monecke und die Richter Dr. Klinkhammer, Schilling und Dr. Nedden - Boeger beschlossen: Die Rechtsb eschwerde des Betroffenen gegen den Beschluss der 3. Zivilkammer des Landgerichts Würzburg vom 8. August 2011 wird auf dessen Kosten verworfen. Beschwerdewert: 3.000 Gründe: I. Der Betroffene wendet sich mit seiner Rechtsbeschwerde gegen d en in einem Betreuungsverfahren ergangenen Beschluss, durch den das Beschwe r- degericht sein Befangenheits gesuch für unbegründet erklärt hat; dieses richtete sich gegen die Vorsitzende Richterin der Beschwerdekammer. II. Die Rechtsbeschwerde ist unzulässig. Die - vom Landgericht nicht zugelassene - Rechtsbeschwerde ist nicht statthaft. § 70 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FamFG, der unter anderem in Betreuungss a- chen z ur Bestellung eines Betreuers die Rechtsbeschwerde auch ohne Zula s- 1 2 3 - 3 - sung vorsieht, ist hier entgegen der Auffassung der Rechtsbeschwerde nicht einschlägig. Bei de m Beschluss , de r ein Ablehnungsgesuch für unbegründet erklärt, handelt es sich um eine Zwische nentscheidung ( vgl. BGH Beschluss vom 24. November 2008 - II ZB 4/08 - WM 2009, 329 Rn. 9 f. ). Zwischenentsche i- dungen sind jedoch nic ht mit der Beschwerde nach § 58 FamFG isoliert a n- greifbar (Se natsbeschluss vom 1. Dezember 2010 - XII ZB 227/10 - FamRZ 201 1, 282 Rn. 14), weshalb auch eine Rechtsbeschwerde nach § 70 FamFG nicht in Betra cht kommt (vgl. Prütting/Helms/Abra menko FamFG 2. Aufl. § 70 Rn. 2; Zöller/Feskorn ZPO 29. Aufl. § 70 FamFG Rn. 2; aA Fröschle/Guck es Praxiskommentar Betreuungs - und Unterbrin gungsverfahren 2. Aufl. § 6 FamFG Rn. 23; Schulte - Bunert/Weinreich/Schöpflin FamFG 3. Aufl. § 6 Rn. 44). Zwar hat der Gesetzgeber gegen die Zurückweisung des Ablehnungsg e- suches trotz ihres Charakters als Zwischenentscheidung in § 6 Abs. 2 FamFG eine Anfe chtung smöglichkeit vorgesehen . Soweit das Gesetz hierfür auf die entsprechende Anwendung der §§ 567 bis 572 ZPO verweist, bestimmt sich die Rechtsbeschwerde jedoch nicht nach § 70 FamFG, sondern nach §§ 574 ff. ZPO ( Senatsbeschlüsse vom 30. März 2011 - XII ZB 692/10 - FamRZ 2011, 966 Rn. 10 f. und vom 5. Januar 2011 - XII ZB 152/10 - FamRZ 2011, 368 Rn. 2 jeweils zu § 7 Abs. 5 Satz 2 FamFG; BGH Beschluss vom 4. März 2010 V ZB 222/09 - BGHZ 184, 323 = FGPrax 2010, 154 Rn. 5; Fölsch FamRZ 2011, 260 , 261 f. , jeweils zu § 76 Abs. 2 FamFG [ insoweit anders noch Senat s- beschlüsse vom 18. Mai 2011 - XII ZB 265/10 - FamRZ 2011, 1138 Rn. 6 und vom 23. Juni 2010 - XII ZB 82/10 - FamRZ 2010, 1425 Rn. 3 ] ; Zöller/Feskorn ZPO 29. Aufl. § 70 FamFG Rn. 2 ; vgl. auch Senatsbe schluss vom 28. Septem - ber 2011 - XII ZB 2/11 - FamRZ 2011, 1933 Rn. 7 f. zur Anfechtung isolierter 4 5 - 4 - Kostenentscheidungen in Ehe - und Familienstreitsachen. AA, wonach die Rechtsbeschwerde nach § 574 ZPO ausgeschlossen ist, Bork/Jacoby/Schwab/ Müther FamFG § 70 Rn. 6; s. auch Bahrenfuss FamFG § 6 Rn. 41 ). Di e Rechtsbeschwerde ist jedoch auch nach § 574 ZPO unstatthaft, weil sie weder im Gesetz vorgesehen (§ 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO) noch vom B e- schwerdegericht zugelassen worden ist (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO ) . Hahne Weber - Monecke Klinkhammer Schilling Nedden - Boeger Vorinstanzen: AG Würzburg, Entscheidung vom 09.05.2011 - 27 XVII 261/11 - LG Würzburg, Entscheidung vom 08.08.2011 - 3 T 1040/11 - 6
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