BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZR 110/09 vom 10. Februar 2011 in dem Rechtsstreit - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Raebel, Prof. Dr. Gehrlein, Grupp und die Richterin M366hring am 10. Februar 2011 beschlossen: Die Antr344ge der weiteren Beteiligten zu 2 und 3 auf Erg344nzung des Senatsbeschlusses vom 1. Juli 2010 um einen Ausspruch 374ber die Kosten der Nebenintervention werden abgelehnt. Gr374nde: 1. Eine Berichtigung des Senatsbeschlusses vom 1. Juli 2010 nach der Vorschrift des 247 319 Abs. 1 ZPO kommt nicht in Betracht. 1 Nach dieser Regelung kann eine Entscheidung von Amts wegen bei of-fenbarer Unrichtigkeit korrigiert werden, wenn die nach au337en verlautbarte ge-richtliche Entscheidung von dem Inhalt abweicht, welcher dieser nach dem Wil-len des Gerichts beigemessen werden sollte (BGH, Urteil vom 12. Januar 1984 - III ZR 95/82, NJW 1985, 742; Beschluss vom 9. Februar 1989 - V ZB 25/88, BGHZ 106, 370, 373; Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 22. Aufl. 247 319 Rn. 7 f; M374nch-Komm-ZPO/Musielak, 3. Aufl., 247 319 Rn. 4; Z366ller/Vollkommer, ZPO, 28. Aufl., 247 319 Rn. 4; Hk-ZPO/Saenger, 4. Aufl., 247 319 Rn. 4). Enth344lt eine Entscheidung keinen Ausspruch 374ber die Kosten, so kann dieser folglich nach der Vorschrift des 247 319 ZPO nachgeholt werden, wenn das Fehlen der Kostenentscheidung 2 - 3 - auf einem offenkundigen Versehen beruht (BGH, Beschluss vom 22. Septem-ber 2009 - IV ZR 128/08, AnwBl. 2010, 68; OLG Hamm, NJW-RR 1986, 1444). Ebenso ist eine Erg344nzung um einen Ausspruch 374ber die Kosten der Nebenin-tervention m366glich, wenn das Gericht ausweislich der Entscheidungsgr374nde hier374ber entscheiden wollte, der Ausspruch im Tenor aber versehentlich unter-blieben ist (OLG Koblenz, Beschluss vom 17. April 2008 - 2 U 135/07; OLGR Rostock, 2009, 74; OLGR Jena 2009, 504, 505; Z366ller/Vollkommer, aaO, 247 319 Rn. 10, 15). Eine solche Erg344nzung der Kostenentscheidung kann hingegen nicht stattfinden, wenn der Ausspruch 374ber die Kosten der Nebenintervention bewusst unterblieben ist (OLG M374nchen, NJW-RR 2003, 1440; OLGR Rostock, 2007, 116 f; OLG N374rnberg, Beschluss vom 12. Dezember 2007 - 2 U 1575/07). Vorliegend hat der Senat in der Entscheidung vom 1. Juli 2010 auf einen Ausspruch der Kosten der Nebenintervention verzichtet, weil sich die Streithel-fer am Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde nicht beteiligt haben und da-her nicht ersichtlich war, dass in diesem Verfahrensstadium Kosten der Neben-intervention entstanden sind. Damit liegt keine Abweichung der Entscheidungs-formel des Beschlusses von deren beabsichtigtem Inhalt vor, so dass eine Be-richtigung nach 247 319 ZPO ausscheidet. 3 2. Beruht der fehlende Ausspruch 374ber die Kosten der Nebenintervention nicht auf einer nach 247 319 ZPO von Amts wegen korrigierbaren Unrichtigkeit, so kann dieser Ausspruch auf Antrag des Nebenintervenienten im Urteilserg344n-zungsverfahren nach 247 321 ZPO nachgeholt werden. Dabei beginnt die zwei-w366chige Frist des 247 321 Abs. 2 ZPO mit der Zustellung des Urteils an den Ne-benintervenienten zu laufen (BGH, Urteil vom 7. November 1974 - VII ZR 30/72, 132/72, NJW 1975, 218; Erg344nzungsurteil vom 2. Dezember 2004 - IX ZR 422/99, NJW-RR 2005, 295). Auf Beschl374sse ist die Vorschrift des 247 321 ZPO 4 - 4 - entsprechend anwendbar (vgl. BGH, Beschluss vom 28. Oktober 2008 - V ZB 109/08, NJW-RR 2009, 209 Rn. 4; Z366ller/Vollkommer, aaO, 247 321 Rn. 1). Die Antr344ge der weiteren Beteiligten zu 2 und 3 auf Erg344nzung der Kostenentschei-dung sind daher statthaft, jedoch unabh344ngig von der m366glicherweise nicht ge-wahrten Zweiwochenfrist unzul344ssig, weil diese nicht durch einen beim Bun-desgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden sind (247 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO; vgl. M374nchKomm-ZPO/Musielak, aaO, 247 321 Rn. 10; Z366l-ler/Vollkommer, aaO, 247 321 Rn. 9). 3. Die Antr344ge k366nnen auch nicht mit Erfolg auf die Vorschrift des 247 321a ZPO gest374tzt werden. Eine Anh366rungsr374ge kommt schon wegen der M366glich-keit der Entscheidungserg344nzung entsprechend 247 321 ZPO nicht in Betracht (247 321a Abs. 1 Nr. 1 ZPO) und w374rde 374berdies ebenfalls die Vertretung durch 5 - 5 - einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (vgl. BGH, Be-schluss vom 18. Mai 2005 - VIII ZB 3/05, NJW 2005, 2017) sowie die Wahrung einer zweiw366chigen Frist (247 321a Abs. 2 Satz 1 ZPO) voraussetzen. Kayser Raebel Gehrlein Grupp M366hring Vorinstanzen: LG K366ln, Entscheidung vom 24.01.2008 - 30 O 329/03 - OLG K366ln, Entscheidung vom 14.05.2009 - 18 U 37/08 -
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