BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZR 238/12 vom 25. April 2013 in dem Rechtsstreit - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, den Richter Vill, die Richterin Lohmann, die Richter Dr. Fischer un d Dr. Pape am 25. April 2013 beschlossen: Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision i n de m Urteil des 3. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Bamberg vom 12. September 2012 wird auf Kosten des Klägers zurückgewiesen. Der Gegenstandswert des Be schwerdeverfahrens wird auf 50.000 Gründe: Die Nichtzulassungsbeschwerde ist statthaft (§ 544 Abs. 1 Satz 1 ZPO) und zulässig (§ 544 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 ZPO). Sie hat jedoch keinen Erfolg. Weder hat die Rechtssache grundsätzliche Be deutung, noch erfordert die For t- bildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). 1. Die von der Beschwerde geltend gemachten Verstöße gegen das Wil l- kürverbot (A rt. 3 Abs. 1 GG) hat der Senat geprüft; sie liegen nicht vor. Als S i- cherungsgeber im Sinne der §§ 116 ff StPO wird im Allgemeinen derjenige a n- gesehen, den das Gericht in seinem Beschluss über die Außervollzugsetzung 1 2 - 3 - des Haftbefehls als solchen bezeichnet ( vgl. OLG Düsseldorf , Rpfleger 1986, 275, 276; OLG Düsseldorf , NStZ 1990, 97 f; OLG Stuttgart, Justiz 1988, 373, 374; OLG Karlsruhe, Justiz 1993, 91 , 92 ; OLG Karlsruhe, StV 2001, 120 , 121 ; Löwe - Rose n berg/Hilger, StPO, 26. Aufl., § 124 Rn. 32; vgl. hierzu au ch BGH, Urteil vom 22. Juli 2004 - IX ZR 132/03, NJW 2004, 3630, 3631 (unter I. 2 b)). Soweit Ausnahmen hierzu angenommen wurden, wenn ein Dritter abweichend vom Aussetzungsbeschluss im eigenen Namen Sicherheit geleistet hat und aus dem Verhalten des Geric htes geschlossen werden kann, dass diese akzeptiert wird (vgl. OLG Karlsruhe, Justiz 1993, 91 , 92 ; OLG Karlsruhe, StV 2001, 120 , 121 ), liegt ein solcher Ausnahmefall ebenso wenig vor wie eine Hinterlegung durch den Kläger in eigenem Namen (vgl. KK/Boujong, StPO, 6. Aufl., § 124 Rn. 9; Meyer - Goßner, StPO, 55. Aufl., § 124 Rn. 7), weil das Berufungsgericht keine entsprechenden F eststell ungen getroffen hat. Da der Beschuldigte, s o- weit de m Aussetzungsbeschluss nichts Gegenteiliges zu entnehmen is t, die Sicherhe it auch mit Mitteln leisten kann, die er sich bei Dritten beschafft hat (OLG Hamm, JMBl. NW 1991, 58; OLG Düsseldorf, NStZ 1990, 97 f; Löwe - Rose n berg/Hilger, aaO § 116a Rn. 8; KK/ Graf , aaO § 116a Rn. 3 ; Meyer - Goßner, aaO § 116a Rn. 2; vgl. auch Schlothaue r/Wieder, Untersuchungshaft, 4. Aufl., Rn. 606 ff), ist der Schluss des Berufungsgerichts, allein die Überwe i- sung des Kautionsbetrages durch den Kläger lasse eine Drittsicherheit noch nicht erkennen (vgl. hierzu OLG Karlsruhe, Justiz 1993, 91 , 92 ) sogar na he li e- gend; jedenfalls entbehrt er nicht jeder Grundlage. 2. Die Zulassung der Revision ist auch nicht zur Fortbildung des Rechts geboten (§ 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alt. 1 ZPO), weil der Bundesgerichtshof die aufgeworfene Rechtsfrage der Abtretbarkeit und Pfändbarkeit des Rückza h- lungsanspruches hinsichtlich einer Eigensicherheit nach § 116 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 StPO im Sinne der angefochtenen Entscheidung bereits beantwortet hat . 3 - 4 - De r Anspruch ist schon vor Freigabe der Sicherheit pfändbar (vgl. BGH, Urtei l vom 24. Juni 1985 - III ZR 219/83, BGHZ 95, 109, 115; vom 22. Juli 2004, aaO (unter II. 1)). 3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2 ZPO abgesehen. Kayser Vill Lohmann Fischer Pape Vorinstanzen: LG Bamberg, E ntscheidung vom 18.04.2012 - 2 O 460/11 - OLG Bamberg, Entscheidung vom 12.09.2012 - 3 U 103/12 - 4
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