BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS XI ZR 379/09 vom 20. Dezember 2011 in dem Rechtsstreit - 2 - Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 20. Dezember 2011 durch den Vorsitzenden Richter Wiechers und die Richter Dr. Ellenberger, Maihold, Dr. Matthias und P amp beschlossen: Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revis i- on im Beschluss des 19. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Mü n- chen vom 5. November 2009 und die Rechtsbeschwerde der Kl ä- ger gegen den vorgenannten Beschluss werden als unzuläss ig verworfen. Die Kläger tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO). Der Gegenstandswert für das Beschw erdeverfahren beträgt 53.745,35 Gründe: Nach § 591 ZPO sind Rechtsmittel gegen eine Entscheidung im Wiede r- aufnahmeverfahren (§§ 578 ff. ZPO) insoweit zulässig, als sie gegen die En t- scheidungen des erkennenden Gerichts überhaupt stattfinden. Die Zulässi g- keitsvoraussetzungen des jeweiligen Rechtsmittels beurteilen sich dabei nach den hierfür maßgeblichen Bestimmungen (BGH, Beschluss vom 2. April 1982 - V ZR 293/81, MDR 1982, 838). Vorliegend haben die Kläger gegen den B e- 1 - 3 - schluss des Oberlandesgerichts vom 5. November 2009 sowohl Nichtzula s- sungsbeschwerde (§ 544 ZPO) als auch Rechtsbeschwerde (§ 574 ZPO) ei n- g e legt. D ie von Amts wegen vorzunehmende Prüfung der Statthaftigkeit beider Rechtsmittel durch den Senat ergibt indes , dass keines von beiden hier zulässig ist. 1. a) Die Nichtzulassungsbeschwerde ist un statthaft, weil sie von Gese t- zes wegen ( vgl. § 543 Abs. 1 Nr. 1, § 544 Abs. 1 ZPO) nur gegen die in einem ( Berufungs - )U rteil getroffene Entscheidung über die Nichtzulassung der Revis i- on eröffne t is t. Im Streitfall hingegen hat das Oberlandesgericht über das Rest i- tutionsbegehren der Kläger durch Beschluss entschieden, gegen den eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht eröffnet ist. b) Entgegen der Beschwerdebegründung folgt die Statthaftigkeit der Nichtzulassungsbeschwerde auch nicht aus dem Grundsatz der Meistbegünst i- gung (zu dessen Voraussetzungen vgl. Zöller/Heßler, ZPO, 29. Aufl., V or § 511 Rn. 30 f. mwN ) . aa) Für die Anwendung des Grundsat zes der Meistbegünstigung ist hier schon deshalb kein Raum, weil die im Beschlusswege getroffene Entscheidung des Oberlandesgerichts vom 5. November 2009 , anders als die Beschwerde meint, nicht in fehlerhafter Form ergangen ist. Das Oberlandesgericht war von Rechts wegen nicht gehalten, über das Restitutionsbegehren der Kläger durch Urteil zu entscheiden. Gegenstand des Restitutionsbegeh r ens ist der Beschluss des Oberla n- desgerichts vom 3. Mai 2 006 (19 U 5 793/05), durch den seinerzeit die Berufung der Kläger gegen das ihre Klage abweisende Urteil des Landgerichts München I vom 10. Oktober 2005 (28 O 25236/04) gemäß § 522 Abs. 2 ZPO - in der bis zum 26. Oktober 2011 geltenden Fassung; im Folgend en : aF - zurückgewiesen 2 3 4 5 - 4 - worden ist. Auf einen solche n urteilsvertretende n und die Instanz beendende n Beschluss finden allgemeiner Auffassung zufolge die Vorschriften über die Wiederaufnahme (§§ 578 ff. ZPO) analoge Anwendung (BGH, Urteil vom 6. Dezember 1973 - IX ZR 154/72, BGHZ 62 , 18, 19; insbesondere zu § 522 Abs. 2 ZPO aF BGH, Urteil vom 29. Juli 2010 - Xa ZR 118/09 , GRUR 2010, 996 Rn. 11 mwN ; MünchKommZPO/Braun, 3. Aufl., § 578 Rn. 20 ; Rosenberg/ Schwab/Gottwald, Zivilprozessrecht, 16. Aufl., § 159 Rn. 1 7 ) . Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ( BGH, Be schlüsse vom 18. November 1982 - III ZR 113/79, NJW 1983, 883, vom 21. Oktober 19 94 - V ZR 151/93, NJW 1995, 335 , 336, vom 2. Februar 2006 - IX ZB 27 9/04, MDR 2006, 1008 und vom 8. Mai 2006 - II ZB 10/ 05, WM 2006, 1365 Rn. 6; ebenso BAG, NJW 1955, 926, 927, NJW 1991, 1252, 1253, NJW 1995, 2125; BFH, BFHE 128 , 349 f. ; BVerwG, DVBl. 1960, 641, 642) sowie nahezu einhell i ger Auffassung im Schrifttum ( Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO, 69. Aufl., Grun dz . § 578 Rn. 14; Stein/Jonas /Grunsky , ZPO, 21. Aufl., § 578 Rn. 40; Musielak/Musielak, ZPO, 8. Aufl., § 578 Rn. 18; Thomas/Putzo/ Reichold, ZPO, 29. Aufl., § 578 Rn. 2; PG/Meller - Hannich , ZPO, 3. Aufl., § 585 Rn. 12 ; Saenger /Kemper, ZPO, 4. Aufl., § 578 R n. 3; Wieczorek/Schütze /Borck , ZPO, 3. Aufl., § 578 Rn. 64; AK - ZPO/Greulich , § 578 Rn. 30 f.; Schneider, MDR 1987, 287, 288; aA Zöller/Greger, ZPO, 29 . Aufl., § 585 Rn. 15) ist dabei über den Wiederaufnahmeantrag entsprechend der Entscheidungsform im Au s- ga n gsverfahren durch Beschluss zu befinden. Diesem Grundsatz trägt die hier angefochtene Entscheidung des Oberlandesgerichts Rechnung. Soweit der Bundesgerichtshof (BGH, Urteile vo m 6. Dezember 1973 IX ZR 154/72, BGHZ 62, 18, 19 , und vom 22. November 199 4 - X ZR 5 1/92, NJW 1995, 332 ff. ) über Restitut ions - bzw. Nichtigkeits klagen gegen eigene Beschlüsse im Urteilswege entschied en hat, enthalten diese Entscheidungen 6 7 - 5 - keine tragenden Erwägungen für bzw. gegen eine bestimmte Entscheidung s- form. Schon deshalb l ässt sich aus i hnen für den Streit fall nichts Wesentliches herleiten . b ) Es bedarf hiernach letztlich keiner Entscheidung , ob der Anwendung des Grundsatzes der Meistbegün stigung auf den das Wiederaufnahmebege h- ren als unzulässig verwerfenden Beschluss des Oberlandesgerichts v om 5. No - vember 2009 darüber hinaus auch entgegensteht, dass der im Ausgangsverfa h- ren ergangene Zurückweisungsbeschluss des Oberlandesgerichts vom 3. Mai 2006 (19 U 5 793/05) nach § 522 Abs. 3 ZPO in der bis zum 26. Oktober 2011 gültige n und hier weiterhin maßgeblichen (§ 38a Abs. 1 EGZPO) Fassung u n- anfechtbar war und grundsätzlich weder das Meistbegünstigungsprinzip (BGH, Beschluss vom 24. November 1993 - BLw 19/93, BGHZ 124, 192, 194 mwN ; BSG, SozR Nr. 13 zu § 214 SGG ) noch die Bestimm ungen über das Wiede r- aufnahmeverfahren (BGH, Beschluss vom 5. Dezember 1980 - V ZB 10/80, ZIP 1981, 209) zu einer Erweiterung des Instanzenzuges führen können. 2. Die Rechtsbeschwerde ist ebenfalls nicht statthaft. Sie ist vorliegend weder von Gesetzes wegen eröffnet (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO) noch in dem angefochtenen Beschluss zugelassen worden (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO). 3. Unabhängig davon hätten weder di e Nichtzulassungsbeschwerde noch die Rechtsbeschwerde in der Sache selbst E rfolg. Vo n einer näheren B e- gründung wird insoweit abgesehen (§ 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2, § 577 Abs. 6 Satz 3 ZPO). 4. Der Streitwert ist entsprechend dem Interesse der Kläger an der Durchführung des Restitutionsverfahren s auf 53.745,35 festzusetzen (§ 47 GKG). Das Interesse bemisst sich nach dem Ge genstand des Vorprozesses 8 9 10 11 - 6 - ( 47.345,35 ), wenn - wie hier - mit der Restitutionsklage die Beseitigung der früheren Entscheidungen insgesamt angestrebt wird (BGH, Beschluss vom 4. April 1978 - VI ZB 11/77 , AnwBl. 1978, 260 , 261 ; Schneider/Herget /Onderka , Streitwertkommentar, 13. Aufl., Rn. 4847 f.). Hinzuzurechnen ist der in der R e- stitutionsklage im Wege der Klageänderung erstmalig gestellte Klageantrag Ziff. 3 ( 6.400 ), § 45 Abs. 1 Satz 1 GKG . Wiechers Ellenberger Maihold Matthias Pamp Vorinstanzen: LG München I, Entscheidung vom 10.10.2005 - 28 O 25236/04 - OLG München, Entscheidung vom 05.11.2009 - 19 U 4344/09 -
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