BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZR 73/05 vom 20. Oktober 2005 in dem Rechtsstreit - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Dr. Fischer, die Richter Raebel, Vill, Cierniak und die Richterin Lohmann am 20. Oktober 2005 beschlossen: Der Antrag des Revisionskl344gers auf Beiordnung eines Notanwalts wird zur374ckgewiesen. Gr374nde: Die beabsichtigte Rechtsverfolgung ist aussichtslos (247 78b ZPO). Die Frage der Anwaltshaftung bei Gerichtsfehlern, deretwegen das Berufungsge-richt die Revision zugelassen hat, ist nicht entscheidungserheblich. Etwaige Fehler des Beklagten oder des Landesarbeitsgerichts haben sich nicht ausge-wirkt. 1 Im Vorprozess war der Kl344ger darlegungs- und beweispflichtig f374r das Vorliegen der betrieblichen Voraussetzungen einer Geltung des K374ndigungs-schutzgesetzes. Er musste den substantiierten Vortrag seiner fr374heren Arbeit-geberin zur regelm344337igen Betriebsgr366337e (247 23 Abs. 1 KSchG) widerlegen (vgl. BAG NZA 2005, 764, 765 f; BGH, Urt. v. 18. November 1999 - IX ZR 420/97, WM 2000, 189, 192). 2 Gleiches gilt im vorliegenden Anwaltshaftungsprozess. F374r den haf-tungsausf374llenden Ursachenzusammenhang zwischen der anwaltlichen Pflicht- 3 - 3 - verletzung und dem geltend gemachten Schaden, der gem344337 247 287 ZPO fest-zustellen ist, tr344gt der Mandant die Beweislast, die durch den Beweis des ersten Anscheins und die - gegen374ber 247 286 ZPO - geringeren Anforderungen des 247 287 ZPO an die Darlegungslast und an das Beweisma337 erleichtert wird (BGHZ 123, 311, 315 ff; 126, 217, 222 ff; BGH, Urt. v. 5. November 1992 - IX ZR 12/92, NJW 1993, 734). Einen erstattungsf344higen Schaden hat der Mandant in der Regel dann erlitten, wenn er einen Prozess verloren hat, den er bei sach-gem344337er anwaltlicher Vertretung gewonnen h344tte. F374r diese hypothetische Be-urteilung ist ma337geblich, wie der Vorprozess nach Auffassung des Gerichts, das mit dem Regressanspruch befasst ist, richtigerweise h344tte entschieden werden m374ssen. Dabei ist auszugehen von dem Sachverhalt, der dem Gericht des Vorprozesses unterbreitet und von diesem aufgekl344rt worden w344re. Die Beweislastregeln des Vorverfahrens gelten grunds344tzlich auch f374r den Re-gressprozess (BGHZ 30, 226, 231 f; 133, 110, 115 f; BGH, Urt. v. 18. Novem-ber 1999, aaO). Nach den rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen des Landgerichts ist dem Kl344ger der Beweis nicht gelungen, dass neben den 5 Vollzeitkr344ften auch die Zeugin F. Arbeitnehmerin der S. GmbH war. Die tats344chlichen Voraussetzungen einer willk374rli-chen, auf sachfremden Motiven beruhenden K374ndigung (vgl. BVerfGE 97, 169, 178 f) lagen ebenfalls nicht vor. 4 - 4 - Der Senat m374sste daher die durch einen Rechtsanwalt beim Bundesge-richtshof begr374ndete Revision ohne m374ndliche Verhandlung zur374ckweisen, weil das Rechtsmittel keine Aussicht auf Erfolg hat (247 552a ZPO). 5 Fischer Raebel Vill Cierniak Lohmann Vorinstanzen: LG Berlin, Entscheidung vom 18.07.2003 - 35 O 116/02 - KG Berlin, Entscheidung vom 16.03.2005 - 24 U 242/03 -
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