BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS I ZB 95/09 vom 7. Februar 2011 in der Rechtsbeschwerdesache - 2 - Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 7. Februar 2011 durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Bornkamm und die Richter Prof. Dr. B374scher, Dr. Schaffert, Dr. Kirchhoff und Dr. Koch beschlossen: Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss des Oberlandesge-richts N374rnberg - 3. Zivilsenat - vom 17. November 2009 wird auf Kosten des Antragsgegners zur374ckgewiesen. Gegenstandswert: 243,75 200 Gr374nde: I. Die Antragstellerin mahnte den Antragsgegner mit Schreiben ihrer an-waltlichen Bevollm344chtigten am 17. Juli 2009 wegen eines Wettbewerbsversto-337es ab. Im anschlie337enden Verf374gungsverfahren wurden dem Antragsgegner durch Beschluss des Landgerichts vom 3. August 2009 die Kosten des Verfah-rens auferlegt. 1 Im Kostenfestsetzungsverfahren hat die Antragstellerin beantragt, eine 1,3-fache Verfahrensgeb374hr aus einem Wert von 7.000 200 in H366he von 487,50 200 nach 247247 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV RVG festzusetzen. 2 - 3 - Das Landgericht hat die volle Verfahrensgeb374hr nach Nr. 3100 VV RVG ohne die in der Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG vorgesehene anteilige An-rechnung der Gesch344ftsgeb374hr festgesetzt. 3 4 Das Oberlandesgericht hat die sofortige Beschwerde des Antragsgeg-ners zur374ckgewiesen. Mit seiner (zugelassenen) Rechtsbeschwerde wendet sich der Antrags-gegner weiter gegen die Festsetzung der nicht verminderten Verfahrensgeb374hr. 5 II. Die gem344337 247 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO statthafte und auch im 334bri-gen zul344ssige Rechtsbeschwerde hat in der Sache keinen Erfolg. 6 1. Das Beschwerdegericht hat zur Begr374ndung seiner Entscheidung aus-gef374hrt: 7 Die Anrechnungsvorschrift der Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG wirke sich auf das Verh344ltnis zu Dritten und damit im Kostenfestsetzungsverfahren nicht aus. Die Bestimmung des 247 15a RVG sei nur eine Klarstellung der unter Geltung des 247 118 BRAGO und der Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG beste-henden Rechtslage. Von den Ausnahmen des 247 15a Abs. 2 RVG abgesehen, sei im Kostenfestsetzungsverfahren eine Verfahrensgeb374hr in ungek374rzter H366-he festzusetzen, auch wenn f374r den Bevollm344chtigten des Erstattungsberechtig-ten eine Gesch344ftsgeb374hr entstanden sei. 8 2. Diese Beurteilung h344lt der rechtlichen Nachpr374fung stand. 9 a) Die Verfahrensgeb374hr nach Nr. 3100 VV RVG, die durch die T344tigkeit des Prozessbevollm344chtigten im Verf374gungsverfahren entstanden ist, ist im 10 - 4 - Kostenfestsetzungsverfahren in voller H366he in Ansatz zu bringen und nicht auf-grund der Regelung in der Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG 374ber die h344lftige Anrechnung der wegen desselben Gegenstands entstandenen Gesch344ftsge-b374hr nach Nr. 2300 VV RVG zu k374rzen. 11 b) Bis zum Inkrafttreten des 247 15a RVG am 5. August 2009 entsprach es allerdings der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass nach Vorbemerkung 3 Abs. 4 VV RVG eine in derselben Angelegenheit angefallene Gesch344ftsgeb374hr im Kostenfestsetzungsverfahren auf die Verfahrensgeb374hr angerechnet wird (vgl. BGH, Urteil vom 7. M344rz 2007 - VIII ZR 86/06, NJW 2007, 2049 Rn. 11; Vers344umnisurteil vom 11. Juli 2007 - VIII ZR 310/06, NJW 2007, 3500 Rn. 11 f.; Beschluss vom 22. Januar 2008 - VIII ZB 57/07, NJW 2008, 1323 Rn. 6; Beschluss vom 30. April 2008 - III ZB 8/08, NJW-RR 2008, 1095 Rn. 4; Beschluss vom 24. September 2008 - IV ZB 26/07 Rn. 6, juris; Be-schluss vom 25. September 2008 - VII ZB 93/07 Rn. 5, juris; Beschluss vom 2. Oktober 2008 - I ZB 30/08, WRP 2009, 75 Rn. 10 f.). Nach dem Inkrafttreten des 247 15a RVG, der in seinem Absatz 2 be-stimmt, dass sich ein Dritter nur unter bestimmten Voraussetzungen auf die An-rechnung berufen kann, haben die mit dieser Vorschrift befassten Senate des Bundesgerichtshofs den Standpunkt eingenommen, dass die Regelung in 247 15a RVG die bisherige Rechtslage nicht ge344ndert, sondern diese lediglich klarge-stellt hat (Beschluss vom 2. September 2009 - II ZB 35/07, NJW 2009, 3101 Rn. 8; Beschluss vom 9. Dezember 2009 - XII ZB 175/07, NJW 2010, 1375 Rn. 16 ff.; Beschluss vom 11. M344rz 2010 - IX ZB 82/08, JurB374ro 2010, 358 Rn. 6; Beschluss vom 31. M344rz 2010 - XII ZB 230/09, AGS 2010, 256 Rn. 6; Beschluss vom 29. April 2010 - V ZB 38/10, JurB374ro 2010, 471 Rn. 7 ff.; Be-schluss vom 17. Juni 2010 - V ZB 176/09, AGS 2010, 459 Rn. 5; Beschluss vom 10. August 2010 - VIII ZB 15/10, JurB374ro 2011, 22 Rn. 9 f.; Beschluss vom 12 - 5 - 15. September 2010 - IV ZB 5/10, AGS 2010, 474 Rn. 8 f.; Beschluss vom 28. Oktober 2010 - VII ZB 15/10 Rn. 6). Der Senat schlie337t sich dieser Auffas-sung nicht zuletzt im Interesse der Einheitlichkeit der Rechtsprechung des Bun-desgerichtshofs an und h344lt dementsprechend an seiner gegenteiligen Ansicht nicht mehr fest. c) Die Verfahrensgeb374hr nach Nr. 3100 VV RVG ist bei der Kostenfest-setzung in voller H366he zu ber374cksichtigen, weil keine Anhaltspunkte f374r das Vorliegen eines Ausnahmefalls im Sinne von 247 15a Abs. 2 RVG bestehen. 13 III. Die Kostenentscheidung folgt aus 247 97 Abs. 1 ZPO. 14 Bornkamm B374scher Schaffert Kirchhoff Koch Vorinstanzen: LG Regensburg, Entscheidung vom 22.09.2009 - 2 HKO 1602/09 - OLG N374rnberg, Entscheidung vom 17.11.2009 - 3 W 2185/09 -
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