BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS III ZR 200/08 vom 9. April 2009 in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja GVG 247 13; BRRG 247 46 Abs. 1, 247 126 Abs. 2; BeamtStG 247247 48, 54 Abs.1 Die Vorschriften 374ber die Schadensersatzanspr374che des Dienstherrn nach den Beamtengesetzen regeln die Haftung des Beamten im Innenverh344ltnis ab-schlie337end und lassen den R374ckgriff auf die Vorschriften des allgemeinen Rechts, insbesondere auch auf die deliktsrechtlichen Anspruchsgrundlagen des b374rgerlichen Rechts nicht zu. Zur Entscheidung 374ber diese Anspr374che sind gem344337 247 126 Abs. 2 BRRG bzw. 247 54 Abs. 1 BeamtStG die Verwaltungs-gerichte berufen (im Anschluss an BVerwG NVwZ 1999, 77; 1996, 182). BGH, Beschluss vom 9. April 2009 - III ZR 200/08 - OLG Brandenburg LG Potsdam - 2 - Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 9. April 2009 durch den Vorsitzenden Richter Schlick und die Richter Dr. Herrmann, W366stmann, Hucke und Seiters beschlossen: Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Re-vision in dem Urteil des 5. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 31. Juli 2008 - 5 U 176/06 - wird zur374ck-gewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Beklagte zu tra-gen. Streitwert: 75.000 200 Gr374nde: Die Rechtssache hat weder grunds344tzliche Bedeutung noch erfordern die Rechtsfortbildung oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts (247 543 Abs. 2 ZPO). 1 Insbesondere macht die Beschwerde im Ergebnis zu Unrecht geltend, das Berufungsurteil sei bereits deshalb aufzuheben, weil die Vorinstanzen ver-fahrensfehlerhaft 374ber die Zul344ssigkeit des Rechtswegs durch Endurteil und nicht gem344337 247 17a Abs. 3 Satz 2 GVG im Vorabverfahren entschieden h344tten. 2 - 3 - Allerdings ist die Annahme des Berufungsgerichts, der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten sei zul344ssig, der Sache nach unzutreffend. F374r die Beurteilung, ob ein Rechtsstreit b374rgerlich- oder 366ffentlich-rechtlichen Charakter hat, ist die wahre Natur des geltend gemachten Anspruchs ma337geblich, wie er sich nach dem Sachvortrag des Kl344gers darstellt, unabh344ngig davon, ob dieser eine zivil- oder 366ffentlich-rechtliche Anspruchsgrundlage f374r einschl344gig h344lt (z.B.: Senatsbeschl374sse BGHZ 162, 78, 80 und vom 17. September 2008 - III ZB 19/08 - WM 2008, 2153 Rn. 9 jew. m.w.N.). Deshalb ist es entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts unbeachtlich, dass sich die Kl344gerin zur Begr374n-dung ihres Anspruchs auf 247 823 Abs. 2 BGB i.V.m. 247 266 Abs. 1 StGB bezogen hat. Der Schadensersatzanspruch des Dienstherrn gegen einen Beamten ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ausschlie337lich 366f-fentlich-rechtlicher Natur. Die Vorschriften 374ber die Schadensersatzanspr374che des Dienstherrn nach den Beamtengesetzen (hier: 247 44 Abs. 1 BbgLBG; siehe auch die inhaltsgleichen 247 46 Abs. 1 BRRG bzw. - seit 1. April 2009 - 247 48 BeamtStG und 247 75 Abs. 1 BBG in der ab dem 12. Februar 2009 geltenden Fassung = 247 78 Abs. 1 BBG a.F.) regeln die Haftung des Beamten im Innenver-h344ltnis abschlie337end und lassen den R374ckgriff auf die Vorschriften des allge-meinen Rechts, insbesondere auch auf die deliktsrechtlichen Anspruchsgrund-lagen des b374rgerlichen Rechts, nicht zu (BVerwG NVwZ 1999, 77, 78 m.w.N. zu 247 78 BBG a.F.; BVerwG NVwZ 1996, 182, 183 zu 247 78 BBG a.F., 247 34 ZDG und 247 24 SG; so auch OVG Rheinland-Pfalz NVwZ-RR 2005, 477, 478; OVG Nordh-ein-Westfalen, Urteil vom 10. Februar 2000 - 12 A 739/97 - juris Rn. 6 zu den jeweiligen Landesbeamtengesetzen; siehe ferner BVerwGE 52, 255, 256). Zur Entscheidung 374ber diese Anspr374che sind die Verwaltungsgerichte berufen (247 126 Abs. 2 BRRG bzw. 247 54 Abs. 1 BeamtStG). 3 - 4 - Indes ist die Zul344ssigkeit des beschrittenen Rechtswegs gem344337 247 17a Abs. 5 GVG nicht mehr zu pr374fen. Diese Vorschrift k344me zwar dann nicht zur Anwendung, wenn es die Vorinstanzen vers344umt h344tten, nach einer rechtzeitig erhobenen R374ge das nach 247 17a Abs. 3 Satz 2 GVG zwingende Vorabent-scheidungsverfahren einzuleiten (z.B.: BGHZ 121, 367, 370 f; 132, 245, 247; BGH, Beschluss vom 18. September 2008 - V ZB 40/08 - NJW 2008, 3572, 3573 Rn. 12; Urteil vom 18. November 1998 - VIII ZR 269/97 - NJW 1999, 651 jew. m.w.N.). Dies ist hier jedoch nicht der Fall. F374r die R374ge nach 247 17a Abs. 3 Satz 2 GVG gilt 247 282 Abs. 3 ZPO (BGHZ 121, 367, 369; BGH, Urteil vom 18. November 1998 aaO; M374nchKommZPO/Zimmermann, 3. Aufl., 247 17a Rn. 12; Musielak/Wittschier, ZPO, 6. Aufl., 247 17a Rn. 12; Z366ller/L374ckemann, ZPO, 27. Aufl., 247 17a Rn. 6). Der Beklagte hat - ebenso wie der fr374here Beklag-te zu 2 - Einwendungen gegen die Zul344ssigkeit des beschrittenen Rechtswegs nicht innerhalb der ihm gesetzten Klageerwiderungsfrist vorgebracht (247 282 Abs. 3 Satz 2 ZPO). Vielmehr hat er eine - zudem unklar gefasste - R374ge erst mehrere Monate nach Fristablauf erhoben, nachdem das Landgericht auf Be-denken gegen seine Rechtswegzust344ndigkeit hingewiesen hatte. 4 Das Unterlassen der rechtzeitigen R374ge f374hrt zwar nicht zum R374gever-zicht nach 247 295 ZPO. Jedoch muss das Gericht nicht mehr nach 247 17a Abs. 3 Satz 2 GVG zwingend vorab 374ber die Zul344ssigkeit des beschrittenen Rechts-wegs entscheiden. Vielmehr greift Satz 1 dieser Bestimmung ein, wonach eine solche Entscheidung im pflichtgem344337en Ermessen des Gerichts liegt (M374nch-KommZPO/Zimmermann und Musielak/L374ckemann jew. aaO). 5 Da das Landgericht das - ihm hiernach freigestellte - Vorabverfahren nicht eingeleitet hat, war bereits das Oberlandesgericht nicht mehr befugt, das 6 - 5 - landgerichtliche Urteil auf die Zul344ssigkeit des beschrittenen Rechtswegs hin zu 374berpr374fen (247 17a Abs. 5 GVG). Von einer weiteren Begr374ndung sieht der Senat gem344337 247 544 Abs. 4 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO ab. 7 Schlick Herrmann W366stmann Hucke Seiters Vorinstanzen: LG Potsdam, Entscheidung vom 23.08.2006 - 6 O 476/05 - OLG Brandenburg, Entscheidung vom 31.07.2008 - 5 U 176/06 -
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