ECLI:DE:BGH:2016:271016BIIIZR442.1 5.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS III ZR 442/15 vom 27. Oktober 2016 in dem Rechtsstreit Nachschlagewerk: ja BGHZ: nein BGHR: ja Richtlinie 85/577/EWG Art. 1, 5; HTürGG § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 (Fassung bis zum 31. De zember 2001); BGB § 312 Abs. 1 Nr. 1 (Fassung vom 2. Januar 2002) Es kann offen bleiben, ob der deutsche Gesetzgeber mit der Umsetzung der Richtlinie 85/577/EWG des Rates vom 20. Dezember 1985 betreffend den Ve r- brauche r schutz im Falle von außerhalb von G eschäftsräumen geschlossenen Verträgen (Abl. Nr. L 372 vom 31.12.1985, S. 31 ff) in § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HTürGG (in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung) und § 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB (in der Fassung vom 2. Januar 2002) gegen das G e- meinsc haftsrecht verstoßen hat. Ein etwaiger Verstoß wäre jedenfalls nicht hi n- reichend qualifiziert und könnte daher einen unionsrechtlichen Staatshaftung s- anspruch nicht begründen. BGH, Beschluss vom 27. Oktober 2016 - III ZR 442/15 - Kammergericht LG Berlin - 2 - Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 27. Oktober 2016 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Herrmann, die Richter Dr. Remmert und Reiter sowie die Richterin nen Pohl und Dr. Arend beschlossen: Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassun g der Rev i- sion in dem Beschluss des 9. Zivilsenats des Kammergerichts vom 24. November 2015 - 9 U 53/14 - wird zurückgewiesen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Re chtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfo r- dert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Das Berufungsgericht und das Landgericht sind mit zutreffend en Erwägungen davon ausge gangen, dass ein unionsrechtlicher Staatshaftungsanspruch der Klägerin nicht geg eben ist, weil die Umsetzung der Richtlin ie 85/577/EWG des Rates vom 20. De - zember 1985 betreffend den Verbraucherschutz im Falle von a u- ßerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen ( Abl. Nr. L 372 vom 31.12.1985, S. 31 ff) durch den deutschen Gesetz g e- ber in Gestalt von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 H TürGG (i n der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung) und § 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB (i n der ab dem 1. Januar 2002 geltenden Fassung) j e- denfalls keinen hinreichend qualifizierten Verstoß gegen das G e- mei nschafts recht darstellt . - 3 - D ie Revision ist auch nicht deshalb wegen grundsätzlicher Bede u- tung zuzulassen, weil im Revisionsverfahren eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union gemäß Art. 267 AEUV no t- wendig wäre (vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. Oktober 2015 - 1 BvR 1320/14, juris Rn. 13 mwN ) . Die Voraussetzungen einer unionsrechtlichen Staatshaftung ergeben sich, soweit sie vorli e- gend von Bedeutung sind, ohne weiteres aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union, so dass die r ichtige, den nationalen Gerichten obliegende Anwendung dieser Vorau s- setzungen - im Sinne einer Verneinung der Haftung - derart offe n- kundig ist, dass für vernünftige Zweifel kein Raum mehr bleibt (acte clair; vgl. Senat, Urteil e vom 17. April 2014 - III ZR 87/13, BGHZ 201, 11 Rn. 29 und vom 16. April 2015 - III ZR 333/15, BGHZ 205, 63 Rn. 46 f; jeweils mwN). Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen. - 4 - Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO). Streitwert: Herrmann Remmert Reiter Pohl Arend Vorinstanzen: LG Berlin, Entscheidung vom 22.08.2014 - 28 O 34/13 - KG Berlin, Entscheidung vom 24.11.2015 - 9 U 53/14 -
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